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Abenteuer auf Burg Ascheberg

Materialien erstellt und entwickelt von Antonia Grage, Jana Hüttmann, Hertha Kramer, Jutta Kramer, Lydia Steinbrich und Tina Damerow von der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Neustadt in Holstein

Das große Festmahl

Erste Szene direkt nach der Kleingruppenzeit im Kronleuchtersaal.

Personen

  • Hausherr (HH) Ritter Albert
  • 3 Diener (D1, D2, D3)
  • Koch Giovanni (G)
  • Bote (B)
  • 4 Eingeladene: (E1: Hannes Gutkauf , E2: Tim Bauer, E3: Tobias Lebemann, E4: Nina Na

(HH läuft ganz aufgeregt auf der Bühne herum und scheucht seine Diener in der Gegend herum, die sich beeilen, alles schnell & genau auszuführen, in der Ecke ist eine Tür zu sehen, mit der Aufschrift „Küche“)

HH: Und die Tische müssen noch geschmückt werden. Hat der Gärtner die Blumen schon geliefert? Er sollte doch schon vor einer halben Stunde gekommen sein!
D1: Ja, sie stehen schon draußen.
HH: Und das Essen? (schreit in die Küche) Giovanni, wie sieht’s mit den Spaghetti aus? Wie weit bist du?
G: Alles gute, Chef. Musst mir nur sagen, wann ich solle anfangen und ich dir koche ein Festmahl.
HH: Gut, schön. Sind schon alle Kerzen auf dem Tisch?
D2: (beschwichtigend) Es ist alles bereit, wirklich.
HH: (verlegend lächelnd) Ach, ich bin einfach so aufgeregt. Es soll doch auch alles schön werden. Ich habe mich schon so lange darauf gefreut, endlich alle meine Freunde einmal einladen zu können. (kurze Pause, dann fällt ihm etwas ein, aufgeregt) Jetzt wo sich bei uns auf der Burg alles ändern wird. Ich möchte es erzählen, wenn alle da sind. Und gleich muss ich mich auch noch um das Turnier kümmern, deshalb müsst ihr mir helfen. Sind denn die Einladungen überhaupt verteilt worden? Wissen es denn alle?
B: Ja, ich habe sie persönlich jedem deiner Freunde überreicht. Du musst dir keine Sorgen machen, sie wissen alle Bescheid.
HH: Aber kommen sie denn auch? Stellt euch vor, ich plane hier ohne Ende und wir organisieren hier ein Riesenfest, und am Ende kommt überhaupt keiner!
D3: Das wird mit Sicherheit nicht passieren. Du bist solch ein wichtiger Mann und hast so viele Freunde, sie wären schön blöd, wenn sie nicht kommen würden.
G: (schaut aus der Küchentür) Und wenn sie sich würden lassen entgehen meine dolce Spaghetti con Pesto, ein Traum, eine Gedicht.
(verschwindet summend wieder in der Küche)
D2: Außerdem ist heute ein Tag, an dem eigentlich alle Zeit haben müssten. Es steht ja sonst nichts Besonderes an.
HH: Ich muss noch mal schnell nachsehen, wen ich alles eingeladen habe. Ich freue mich schon so, ein gutes Essen und eine gute Zeit mit ihnen zu genießen.
(eilt hinaus)
D1: Herrlich, wie er sich freut. Er ist schon so gespannt.
B: Er redet seit Tagen von nichts anderem als von diesem Fest. Was hat er sich denn alles ausgedacht?
D3: Auf jeden Fall wird Giovanni sich selbst übertreffen. Was ich in der Küche alles gesehen habe, Mann oh Mann. Da bleibt hoffentlich auch was für uns übrig.
G: (schaut aus der Küchentür) Nix bleibt übrig für dich, weil du mir immer klaust mein Mozzarella aus meine Küche. (hebt zum Schein schimpfend den Zeigefinger) Würde Verschwendung sein, gutes Essen dir zu geben.
(verschwindet gespielt sauer)
D2: (absichtlich laut in Richtung Küche) Also, ich mag das italienische Zeug ja sowieso nicht so sehr. Ich bin eher für was Deftiges. Mir schweben da Maultaschen, ein guter Braten und ein ordentliches Bier vor.
HH: (kommt wieder) Was mir noch eingefallen ist: Habt ihr die Namensschilder, damit jeder weiß, wo sein Platz ist?
D3: Alles da. Es ist wirklich alles perfekt vorbereitet.
D1: Die Musiker sind auf ihren Plätzen und spielen sich ein.

(Geigentöne im Hintergrund)

Giovanni rettet die Lasagne vor dem Anbrennen und wir haben den Wein auch schon servierfertig platziert. Es kann losgehen.
Bote: Und es wird ein voller Erfolg werden. Darauf können Sie sich verlassen.
HH: (erleichtert) Ich danke euch! Was wäre das hier, wenn ihr nicht hier wärt?
D2: (der wieder dazugekommen ist, eher leise zu den anderen) Wahrscheinlich gäbe es dann endlich was Anständiges zu essen...
G: (der inzwischen hinter ihm steht) Ähäm??

(die anderen lächeln)
HH: Genug der Scherze. Dann könnt ihr jetzt aus schwärmen und den Gästen Bescheid sagen: Es ist alles fertig, wir sind bereit. Das einzige, das jetzt noch fehlt, sind die geladenen Gäste. An die Arbeit!

(Giovanni in die Küche; B mit D1-3 ab, HH bleibt auf der Bühne)
HH: Endlich ist es soweit. Es wird ein wunderbares Fest geben. Viele nette Menschen, viel gutes Essen, gute Stimmung. So mag ich das. Und alles ist pünktlich fertig geworden. Jetzt muss ich nur noch auf meine Gäste warten. Und natürlich das Ritterturnier noch leiten und danach wird gefeiert.

(ab)

2. Szene vor dem Abendessen um 18.00 Uhr (Küche sagen, dass es erst um 19.30 Uhr ein Festessen gibt) auf der Schlosstreppe, alle sitzen und warten auf die Boten, der Ritter mit Frau und Schwägerin, die Kinder und Ottokar.

HH: (sehr engagiert) Ah, da seid ihr ja endlich wieder. Macht schnell die Kerzen an, dann kommen ja gleich dir ersten Gäste.
Bote: Herr von Welfen, es gibt da ein kleines Problem.
HH: Kommen mehr, als ich eingeladen habe? Das macht nichts, ich habe extra mehr Stühle hingestellt. Das ist alles mit bedacht.
Bote: Nein, es geht eher darum, dass....wie soll ich das nur sagen? Also, es kommt überhaupt keiner.
HH: Wie es kommt keiner? Keiner?
Bote: Ja, keiner, wie kann ich dir das erklären, am Besten spielen wir das mal vor, das was unterwegs war, also jeder von uns hat jemanden besucht.

(D3 geht zur ersten Tür und klopft, die anderen treten zur Seite, dass er im Mittelpunkt steht, schaut auf einen Zettel)
D3: Hannes Gutkauf, Immobilienmakler & Geschäftsmann. Klingt ja wichtig.
E1: (öffnet die Tür, hat einige Geldschein in der Hand) Ja, was gibt’s denn?
D3: Einen schönen, guten Tag. Ich komme von ihrem Freund Herrn von Welfen. Ich soll Ihnen ausrichten, dass alles bereit ist und sie kommen können.
E1: (glotzt ihn verständnislos an) Alles bereit? Kommen? Von was in aller Welt redest du?
D3: (leicht verwirrt) Na, von dem Fest, das Herr von Welfen gibt und zu dem Sie eingeladen wurden. Sie haben eine schriftliche und persönliche Einladung erhalten.
E1: Von Welfen? Moment... (denkt nach) Ach ja, das war das. Ist das heute? (gleichgültig) So ein Pech, heute ist ganz schlecht. Ich habe gerade ein Grundstück gekauft und muss sofort hinfahren, um es mir anzusehen. Sag ihm doch bitte, dass ich leider nicht kommen kann. Die Geschäfte...
D3: Aber heute ist doch Sonntag...
E1: Ja und? Ist das ein Grund heute kein Geld zu verdienen? Frag dich mal, warum du nur Angestellter bist und warum ich hier in meiner eigenen Villa sitze... Also, ich muss jetzt wirklich los. Das Geld ruft. Du sagst ihm Bescheid, ja? Danke.

(Knallt die Tür vor D3 zu, der geht benommen zur Seite; D1 geht zur nächsten Tür, liest auf seinem Zettel und klopft an; muss warten)
D1: Tim Bauer, staatlich geprüfter Landwirt und Diplom- Agrarwissenschaftler. Ja, wo bleibt er denn?

(nach einiger Zeit und erneutem Klopfen, hört man es rumoren und schließlich öffnet E2 mit schmutzigen Händen und Kleidern widerwillig die Tür)
E2: Wer stört mich denn mitten am Tag bei der Arbeit? Hast du nichts zu tun?
D1: Tut mir leid, aber ich komme von Herrn von Welfen und sollte Ihnen ausrichten, dass Sie jetzt kommen können. Es ist alles vorbereitet.
E2: (leicht gereizt) Was redest du da für ’nen Stuss, vorbereitet. Wohin soll ich kommen?
D1: Zu dem Fest von Herrn von Welfen, zu dem Sie eingeladen wurden.
E2: Eingeladen? Kann ich mich nicht dran erinnern...war das der Wisch hier?

(kramt einen zerknitterten Brief aus der Tasche, öffnet ihn umständlich und liest halblaut durch)

Lieber Freund...sehr freuen...Sonntag, 13.00 Uhr....Ehre und Freude....festliches Essen (knüllt es zusammen) ach was, für so was hab ich heute keine Zeit. Ich hab mir fünf Gespanne Ochsen gekauft, die muss ich mir genauer anschauen und gleich mal in der Arbeit einsetzen. Da hab ich keine Zeit zu feiern. Auf was für Ideen der kommt. Bei so viel Arbeit kann ich doch nicht einfach festlich Essen. Das passt heute einfach nicht. Du richtest ihm das aus, danke. (schließt die Tür)

(D1 geht niedergeschlagen zu D3, schauen sich an, B geht zur nächsten Tür, klopft)
Bote: Tobias Lebemann, Beamter.
E3: (öffnet die Tür und ruft noch nach hinten) Bin gleich wieder da! (zu B) Ja, bitte?
Bote: Guten Tag. Ich komme von Herrn von Welfen, wegen des Festes heute.
E3: Ach ja, genau, das ist heute. Ich hab mich ja sehr über die Einladung gefreut.
Bote: Wie schön. Es ist alles fertig, Sie können also gleich mitkommen.
E3: (leicht verlegen) Na ja, weißt du...ähm...das ist etwas ungünstig. Ich habe kürzlich erst geheiratet und...na ja, deshalb kann ich leider nicht kommen.
Bote: Aber, Sie können Ihre Frau gern mitbringen.
E3: Ne, also, ne, sie will nicht. Richte Herr von Welfen bitte aus, dass ich leider nicht kommen kann. Es passt gerade einfach nicht so gut. Familienangelegenheiten gehen in diesem Fall einfach vor. Tut mir wirklich Leid. Wenn das Fest verschoben würde...
Bote: (entrüstet) Es ist alles fertig vorbereitet! Das kann man nicht einfach verschieben!
E3: Ist ja schon gut, dann müsst ihr halt ohne mich feiern. Wird schon nicht so schlimm sein. Ich muss dann wieder rein, schönen Tag noch (schließt die Tür)
Bote: So eine Unverschämtheit. Einfach eine Einladung abzulehnen. Und er wusste doch schon länger, dass das Fest heute stattfinden würde. Das ist eine Beleidigung.

(geht zu D1 und D3 an den Rand, D2 geht zur letzten Tür und klopft)
D2: So mal schauen, Frau Nina Na und. (E4 öffnet die Tür)
E4: Ja bitte?
D2: Einen wunderschönen guten Tag. Ich komme von Herrn von Welfen, wegen des Festes. Sie wurden doch eingeladen und es ist jetzt alles fertig vorbereitet, Sie können also gleich mitko...

(E4 unterbricht ihn)
E4: Einen kleinen Augenblick mal, ja. Ich wurde zwar eingeladen aber ehrlich gesagt, sehe ich überhaupt keinen Grund, zu kommen.
D2: (verwirrt) Aber Sie sind doch auch eine Freundin von Herrn von Welfen?
E4: (abweisend) Na ja, wir kannten uns nie wirklich gut und ich habe auch nichts mehr mit ihm zu tun und will das auch gar nicht. Also will ich auch nicht zu seiner Party. Das kannst du ihm ausrichten.
D2: Aber, aber,...
E4: Ja, da bist du platt. Es mag eben nicht jeder deinen Chef. Ich komm prima ohne ihn klar und euren Koch kann ich auch nicht leiden. Also, (schnippisch) viel Spaß beim feiern. (knallt die Türe zu)

(Stille)
HH: (ungläubig) Wie, gar keiner? Was soll denn das heißen? Alle Freunde und Bekannte die ich eingeladen habe, wollen nicht kommen?? Das kann doch nicht sein! Das geht nicht, ich...bei einer Einladung...
G: (leise, mehr zu sich selbst) Diese Halunken, alle sein Schurken. Sie nicht haben verdient gute Pasta von Giovanni und Einladung von Chefe Welfen. Sie beleidigen uns, eine Unverschämtheit. (geht italienisch schimpfend in die Küche) Jetzt ich muss ganze Spaghetti wegschmeißen. In Gulli, zu Ratten, blöde Tiere essen Giovannis gutes Essen.
HH: (fassungslos, sehr, sehr traurig) Dann bin ich ihnen so unwichtig. Ich bedeute ihnen gar nichts. (kurze Pause) Aber was mache ich jetzt mit meinem Fest. Ich habe mich so darauf gefreut. Es ist ja alles fertig. Wir brauchen nur die Gäste.
Ottokar: Weißt du was, da steht eine ganz ähnliche Geschichte im alten Buch von deinem Uropa, ich lese sie dir mal vor. Liest Lukas 14, 15-24
HH: Ha, Ich werde schon Gäste haben, mit denen ich feiern kann. Genau wie in der Geschichte. Ich lade alle ein, alle die keiner haben will, die ladet ein und ihr die hier auch sitzt, wollt ihr nicht mit mir feiern. Holt eure Teller, euer Besteck, eure Becher tretet ein, denn es ist alles bereit.

Kinder kommen zum gemeinsamen Essen. Danach folgt der Festabend mit Interview des Ritters Albert von Welfen und einer Lobpreiszeit mit Segnungsteil.


Jesus erzählt von Gott

Die Kinder hören heute, dass Jesus uns erzählt, wie Gott ist. Jesus will uns durch seine Geschichten, seine Worte helfen, ein Leben zu leben, wie es gut ist für uns. Eine Geschichte, die Jesus erzählt, ist die Geschichte vom verlorenen Sohn. Jesus zeigt durch die Geschichte, wie Gott als Vater ist, wie sehr er uns liebt, wie er sich nach uns sehnt und wie er immer mit offenen Armen da steht.

Bibeltext: Lukas 15, 11-31

Rahmengeschichte

Die drei Kinder sind in ihrem Keller und schmücken einen Altar.

Rosi: Ich freue mich so.
Jo: Ja, es ist echt unglaublich.
Max: Echt der Hammer, was hier auf unserer Burg in den letzten Wochen passiert ist. Das Fest war wirklich der krönende Abschluss.
Rosi: Du meinst wohl der krönende Anfang.
Max: Hast ja recht, jetzt geht es erst richtig los. Jetzt mache ich keine Ausbildung mehr zum Raubritter sondern zum Ritter, der im Auftrag des großen König unterwegs ist. Echt der Hammer.
Jo: Und mein Gespräch mit Papa, war genial. Er hat sich mal Zeit genommen und mir richtig zu gehört. Er war auch beeindruckt wie ich ganz gehorsam an dem langweiligen Unterricht teilgenommen habe. Na ja, so langweilig ist er ja nicht, aber kämpfen bringt mir einfach mehr Spaß. Wisst ihr was Papa gesagt hat, Jesus hat die Frauen ernst genommen und ich will das jetzt auch und wir können den Unterricht ja um Schwertkampf, Bogenschießen und Pferdekunde ergänzen. Cool nicht.
Max: Echt der Hammer, du bist die erste Ritterin in der Geschichte.
Rosi: Und das alles haben wir dem alten Buch von Ururopa zu verdanken.
Jo: Deshalb fand ich deine Idee einfach genial, hier unten wo alles begonnen hat einen Dankgottesdienst zu feiern mit unseren Eltern, allen die wollen und natürlich Ottokar, wo er wohl bleibt, er muss doch unser Lieblingsgeschichte erzählen.
Max: Ja, die Geschichte von meinem himmlischen Vater. Die Geschichte, die mir gezeigt hat, wie Gott ist. Ich wünsche mir das jeder hier versteht und erlebt, wie Gott ist.
Ottokar: Ich bin schon da und die anderen sind auch dabei, wir können als mit ein paar Liedern unseren Dankgottesdienst anfangen.

Liedteil

Ottokar: Wie Gott ist, dass wollte Jesus den Menschen erzählen und eine Geschichte steht in dem alten Buch von Ururopa, hört und seht:
Sohn: Ich bin der verlorene Sohn, von dem Jesus in seiner Geschichte erzählt. Es fing alles damit an, dass ich frei sein wollte, weg wollte, ein Leben haben wollte, das ich nicht hatte. Obwohl - ich hatte alles. Wir waren reich. Meine Familie und ich, wir hatten alles, Unser Vater war streng, aber gerecht. Es fehlte uns an nichts. Gut,wir mussten mitarbeiten … Jedenfalls war ich undankbar und unzufrieden. Es war für mich so verlockend, ein anderes Leben zu führen. Ich wollte nur noch weg. Eines Tages war es soweit. Ich ging zu meinem Vater …

Szene 1

Vater: (sitzt und arbeitet irgendwas) Mein Sohn! Was führt dich zu mit? Was bewegt dich?
Sohn: Mir reicht´s! Ich will weg! Ich will mein eigenes Leben führen. Ohne dich, Vater!

(spuckt jedes Wort einzeln aus.) Ich will frei sein. Selbst bestimmen. Nicht länger hier bleiben, unter deinem Kommando! und ich will nicht warten bis du tot bist. Jetzt will ich mein Erbe. Jetzt will ich mein Geld!
Vater: Hattest du es nicht gut bei mir? Ich liebe dich.
Sohn: Pah! Ich will meinen Anteil! Das, was mir zusteht. Alles! Jetzt!
Vater: Dann bin ich tot für dich. Dann hast du keinen Vater mehr.
Sohn: Genau!
Vater: Und ich habe keinen Sohn mehr.
Sohn: Das Geld. Ich warte, Alter. Dalli, dalli!
Sohn: Ich hatte es geschafft. Ich war frei und konnte nun das Leben leben, auf das ich so begierig war. Ich ließ nichts aus, was man für Geld konnte: Essen und Trinken, was das Herz begehrt, teure Autos, teure Markenklamotten, Computerspiele (hinter vorgehaltener Hand) In dieser Runde hier erzähle ich lieber nicht, was es im Internet für Geld noch alles zu sehen gibt – Ich konnte mir kaufen, was ich wollte, Alkohol, damit es noch lustiger wurde, und Drogen, wenn es langweilig wurde. Ihr glaubt es nicht, wenn man Geld hat, sind die schönsten Frauen nett zu einem, und Freunde hat man ohne Ende! Kommt mal mit.

Szene 2:

Freund 1: Hey Kumpel, willst du mit mir einen trinken? Du gibst doch sicher wieder einen aus.

(Legt den Arm um ihn.)
Sohn: Klar doch, wir sind ja Freunde.
Freund2: Du bist doch mein bester Freund. Sicher kannst du mir doch Geld leihen, was?

(Haut ihn kollegial auf die Schulter.)
Sohn: Natürlich, das tu ich gern. Du bist doch mein Freund. Kein Problem!
Freundin: Hey ihr, macht Platz! Dieser schöne, junge Mann gehört mir! Wir beide gehen heute in den noblen Tanzpalast! Vorher begleitest du mich noch zum Juwelier und ins Modehaus, damit ich auch ja angemessen gekleidet bin. Damit ich schön bin, allein für dich, mein Schätzchen.
Sohn: Ich tue doch alles für dich. Ich liebe dich. Und du...
Freundin: (Versichert oberflächlich) Natürlich, natürlich,… ich lieb dich auch. Doch jetzt lass uns erst mal einkaufen gehen, ja?

(Alle drei Arm in Arm ab!)
Ottokar: Hört zu, wie es weiter geht. Eines Tages war bei dem Sohn das Entsetzen groß.

Szene3:

Sohn: (stülpt hastig, fast in Panik, mehrere Geldbeutel um, wirft Konto-Auszüge umher)

Oh, Schreck! Sehe ich richtig!? Mein Geld ist alle! Alles weg! Was soll ich nur tun? Was soll ich nur tun!? Mein Haus verkaufen! Mein Auto! … Meine Armbanduhr! Meine LaCost-Sachen! … Wovon soll ich leben? Ich brauche Arbeit! Ach ja,..ich hab ja Freunde, so viele gute Freunde!

(Geht mit bittender Gebärde von „Tür zu Tür“)
Freund1: Was heißt hier Freund? Kein Geld mehr?! Dann lass dich bei MIR nie wieder blicken!
Freund2: Du hast kein Geld? Keine Arbeit? Ich denke gar nicht daran, dir etwas zu geben!

Dir leihen? Da denk ich gar nicht dran! Wer weiß, ob ich das je wiederbekomme! Hau du bloß ab und lass dich nicht wieder blicken – nicht ohne Geld!!
Freundin: Winselt da jemand um Hilfe?! Ich kann leider gar nichts für dich tun. Und nun muss ich gehen. Ich habe eine Verabredung! Wenn du verstehst, was ich meine! Mit jemanden, der Geld hat!

(Sohn geht verzweifelt auf und ab! Bleibt stehen vor dem Schild: „Städtische Müllabfuhr“. Klopft an! Chef der Müllabfuhr tritt heraus!)
Sohn: Ich lebe auf der Straße! Schlafe unter Brücken! Esse, was ich im Müll finde! Ich finde nirgends Arbeit! Haben Sie Arbeit für mich?!
Chef: Strolche wie du fragen hier jeden Tag nach Arbeit! Es gibt keine!!
Sohn: (Fällt auf die Knie, winselt!) Bitte, bitte! Ich tu’s für die Hälfte!
Chef: In der Müllsortierung ist jemand ausgefallen! Den Job kannst du haben! Aber wehe, wenn du irgendetwas im Müll findest und behältst! Auch kein Essen! Der Müll gehört nicht dir!

(Beide ab!)
Ottokar: Einige Zeit später!

Szene4:

Sohn: Ich kann nicht mehr. Ich vergeh vor Hunger. Ich bin am Ende. Und dieser Gestank! Heimlich stecke ich etwas in den Mund, wenn ich im Müll etwas Essbares finde. Auch Schuhe und eine Hose habe ich schon gefunden. Was ist nur aus mir geworden? Was ist nur aus mir geworden??

Die Arbeiter und Knechte zu Hause, die kommen mir jetzt vor wie Könige, Aber ich habe ja kein zu Hause mehr. Wie dumm war ich, wie blöd! Alles verspielt, mein zu Hause, mein Leben, meine Zukunft. Vorbei! Und was ich meinem Vater angetan habe! Lebendig für tot erklärt! „Her mit dem Erbe!“ habe ich ihn angebrüllt. Er hat mich gehen lassen, mit all dem Geld. Und wer bin ich jetzt?

Wenn er mich fragt, was ich mit seinem Geld gemacht habe? Nein, niemals, niemals kann ich ihm je wieder unter die Augen treten. (weint)

Es tut mir so Leid. Könnte ich alles nur wieder rückgängig machen!! (schüttelt verzweifelt den Kopf) Ich muss immer an zu Hause denken. Die einfachsten Arbeiter haben es bei meinem Vater besser als ich jetzt. Aber ich kann nicht zurück, nicht als Sohn. Das habe ich ein für alle Mal verspielt, aber …

Ich weiß, was ich tue – wenn ich mich traue – ich werde zurückgehen, zu ihm, meinem Vater, vor ihm niederfallen und sagen: Vater, ich habe gesündigt ,alles falsch gemacht, Gott gegenüber und vor dir. Ich bin es nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße, aber, wenn möglich, stelle mich als deinen kleinsten und wertlosesten Arbeiter ein.“

Ja, das will ich tun. Ja. Und zwar sofort, sonst verlässt mich der Mut.
Ottokar: Der Sohn ging wirklich los, zerlumpt und stinkend, wie er war. Er ging mit gesenktem Kopf, Stück für Stück und am Ende wurden ihm seine Schritte immer schwerer. Immer wieder wiederholte er die Worte, die er sagen wollte: Vater, ich habe gesündigt vor Gott und vor dir. Ich bin es nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße, aber …

Was er nicht wusste, war, dass sein Vater von dem Tage an, als er von Zu Hause wegging, jeden Abend vor die Tür trat und nach seinem Sohn Ausschau hielt. Das tat er jeden Tag, Woche für Woche und Monat für Monat.(Vater kommt und hält Ausschau, Sohn kommt von der anderen Seite)

An diesem Abend sah er eine Gestalt mit gesenktem Kopf langsam auf das Haus zukommen, eine verkommene, zerlumpte Gestalt. Ein übler Geruch wehte ihm entgegen. Aber der Vater breitete mit einem Lächeln die Arme aus. Der Sohn sah davon nichts. Seine Schritte wurden immer schwerer. Da fing der alte Mann an zu rennen und es war kaum auszumachen, wer wem in die Arme fiel. Der Sohn sank auf die Knie und schluchzte, wie er es sich 100e von Malen aufgesagt hatte:
Sohn: Vater, ich habe alles falsch gemacht. Es tut mir unendlich Leid. Ich habe gesündigt vor Gott und vor dir. Ich bin es nicht wert, dass ich dein Sohn bin. Stell mich ein als …
Vater: (zieht den Sohn hoch, wendet sich an alle) Hört, hört, dieser, mein Sohn, war tot und lebt wieder! Er war verloren und ist wiedergefunden. Freut euch mit mir. Macht alles bereit, wir wollen ein herrliches Fest feiern. (beide Arm in Arm ab)
Sohn: (sauber und festlich gekleidet) Leute, ihr glaubt es nicht. Es wurde ein großes, wunderbares Fest gefeiert, weil ich wieder da war! Ich war wieder Sohn, wieder zu Hause. Mein Vater hat mir vergeben. Es war alles wieder gut. Ich bin kein verlorener Sohn mehr. Mein Vater ist wunderbar. (Sohn ab)
Ottokar: So ist Gott, er steht mit offenen Armen da und wartet auf uns. Du Albert bist zu ihm gegangen, du auch, Max, und du, Jo, und du, Rosi.

(zu den Kindern) Und was ist mit dir, weißt du wie Gott ist und bist du schon in seine Arme gelaufen?

Wir singen jetzt noch ein Lied: Vater ich komme jetzt zu dir, als dein Kind lauf ich in deine Arme.

Kleingruppe

Ihr könnt mal folgende Übung mit den Kindern machen:

Siehst du den Baum, den Zaun irgendeine markante Stell? Jetzt schließt die Augen, stell dir vor da hinten steht Gott, dein himmlischer Vater, er steht jeden Tag da und hält Ausschau. Er schaut nicht nach Otto oder Kunigunde. Nein er schaut nach dir –Namen aufzählen- er wartet auf dich, er hat die Arme ausgebreitet und wartet auf dich. Stell dir vor du gehst auf ihn zu. Gehst du, läufst du, rennst du, freust du dich oder bist du ängstlich? Er steht da und wartet, öffne die Augen und gehe auf ihn zu, so wie du es willst.

Ihr könnt jetzt noch mal das Plakat für Gott vom ersten Tag holen und es ergänzen, wie ist Gott als Vater. Gebt den Kindern eine Karte mit dem gleichen Symbol und lasst sie die Punkte, die ihnen wichtig sind, auf ihre Karte abschreiben. Die Karte können sie dann in die Schatzkiste legen.

Wenn ihr noch Zeit habt, könnt ihr noch die Bildergeschichte oder der Ausmalbild machen oder einfach für die Schatzkiste mitgeben.

Nehmt euch jetzt noch mal Zeit für einen Abschluss in eurer Kleingruppe, macht eine Runde:

Wofür bist du dankbar in dieser Freizeit? ? Dankt Gott dann im Gebet.

Was macht dir Sorgen, wenn du an die Zeit, die jetzt kommt, denkst? ? Betet füreinander.

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