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Hoffnung und Angst

A: So dann noch schnell n Kontoauszug holen und dann ab nach Hause. (steckt Karte rein) Da bin ich ja gespannt, letzten Monat sahs ja ziemlich knapp aus. Na ja, diesen Monat war ich ja eigentlich ziemlich sparsam...
Na ja, die Sache im Spielkasino, ok da hab ich n bisschen was verloren – 500 Euro weg. So ist das, n anderes Mal gewinnt man wieder. Ach ne neue Hifi Anlage hab ich mir ja auch gekauft diesen Monat...
Mensch was druckt der denn so lange. Wie schon der 13. Auszug? Was soll denn das jetzt heißen? Muss ja ganz schön viel oben stehen...
Bitte entnehmen sie ihre Kontoauszüge. (Nimmt Auszüge und ist total geschockt, schlägt Hände über Kopf zusammen) Was, das kann doch nicht sein. Minus 3678 Euro? Wie konnte das passieren? (redet leise mit sich weiter)
Unterdessen nähern sich 2 gegensätzliche Gestalten. Beide haben ein Ziel: Sie wollen in den Kopf des Mannes.
(Angst und Hoffnung laufen um die Wette)
Angst: Ha, du kriegst mich nie. Du wirst nie zuerst da sein. Geb es doch endlich auf. Ich bin immer zuerst da. Du hast keine Chance gegen mich.
Hoffnung: Nur weil dein Name Angst ist, machst du mir noch lange keine Angst. Warum gibst du nicht auf? Weißt du nicht, die Hoffnung stirbt zuletzt!
Angst: (lacht nur) Und die Angst zu aller letzt.
Eingangstür zum Kopf von Herrn S.
Angst: Phh, klingeln brauch ich nicht. Ich geh rein wos mir passt. („Tritt ein“) Da siehst du es du Flasche. Du kriegst es einfach nicht auf die Reihe. Nich Null Euro, nein du bist sogar im Minus. Und vergiss nicht, einen halben Monat musst du noch so über die Runden kommen und mehr Schulden darfst du auch nicht machen. Weist du was du jetzt für ein Problem kriegst? (lacht gehässig) Was red ich, nicht nur ein Problem, sondern Tausende! Essen kaufen, Unterhalt für die Kinder zahlen, Miete zahlen, die Schulden abbezahlen und natürlich auch die hohen Zinsen, und und und ... Ha, sie es ein. Du hast eh keine Chance da wieder raus zu kommen.
Hoffnung: Lass dich nicht so schnell entmutigen. Sicher sieht‘s grad nicht so optimal aus für dich, aber du weist ja, es gibt immer einen Weg.
Angst: Es gibt immer einen Weg? Vielleicht für andere, aber nicht für dich. Schau dich doch an, du kriegst dein Leben einfach nicht auf die Reihe. Du wirst dich wohl bald mit ner Matratze unter der Brücke abfinden müssen.
Hoffnung: Ach glaub bloß nicht diesen ganzen Quatsch. Du musst das alles ein bisschen optimistisch sehen. Weist du was, dein Vater borgt dir bestimmt etwas Geld. Und in 15 Tagen da kriegst du dann schon wieder Gehalt. Also, wo ist das Problem?
Angst: Soll ich mal laut lachen? Dein Vater ist ja wohl der größte Geizkragen überhaupt. Keinen Cent wirst du von dem sehen. Find dich ab damit, du wirst wohl hungrig ins Bett gehen müssen. Ups, kleiner Versprecher. Ich meinte natürlich hungrig auf der Matratze liegen. Falls du so was überhaupt auftreiben kannst. Wahrscheinlich musst du auf einer Pappe schlafen. Aber schlafen, was sag ich denn, du wirst sowieso kein Auge zu kriegen vor Kälte und Sorgen. Du wirst ...
Hoffnung: Jetzt reichts. Deine Redezeit ist vorbei.
Angst: Was soll das denn? Sind wir hier beim Kanzlerduell oder was? Ich rede soviel ich will!
Hoffnung: Hör nicht auf den Schwachkopf. Wenn du auf den hörst, geht’s dir tatsächlich schlecht. Also hör besser auf mich. Denk doch mal nach. Immer wenn du auf mich gehört hast, ging es dir doch besser danach, ist es nicht so?
Angst: Ach wirklich? Wenn du tatsächlich ein Licht am anderen Ende des Tunnels sehen solltest, dann ist es der heranbrausende Zug, der dir entgegenkommt.
A: Was mach ich jetzt nur? Mein Vater war schon immer ein Geizhals, der wird mir nichts borgen schon gar nicht, wenn er erfährt, wie ich zu den Schulden gekommen bin. Mir wird meine Wohnung gekündigt, ich lande auf der Straße. Ein Leben als Penner? Ein Alptraum. Wozu leb ich denn noch?
Frau Waldau: Da bekomme ich mal ein persönliches Gespräch mit Ihnen, und das ohne Termin. Was für eine Ehre.
Arzt: Bitte setzen sie sich Frau Waldau. Sie ahnen warum ich Sie her bestellt habe?
Frau Waldau: (fröhlich) Na, ich nehme an Sie werden es mir schon gleich mitteilen.
Arzt: Können Sie sich noch daran erinnern, als Sie vor 3 Wochen Blutspenden waren?
Frau Waldau: Aber natürlich. Ich war schon so oft Blutspenden, aber die Sachen in dem Beutelchen was es danach immer gibt, die waren diesmal wirklich was besonderes. Mal unter uns, eigentlich geh ich ja nur deswegen zum Blutspenden ...
Arzt: (ernst) Nun ich will da auch nicht lange um den heißen Brei reden, das macht es Ihnen nur unnötig schwer!
Frau: Ok, Entschuldigung ich gebs ja zu. Ich hab mir letztes Mal 2 Beutel mitgenommen. Wissen Sie, die Sachen darin sahen so lecker aus ...
Arzt: (verwirrt) Hören Sie gute Frau, es geht hier nicht um ein paar Bananen aus dem Geschenkbeutel. Es geht um Ihre Blutspende. Da ist uns etwas aufgefallen.
Frau Waldau: Wie in meinem Blut ist Ihnen was aufgefallen? Ist es blau oder was?
Arzt: Frau Waldau, ich bitte Sie, bleiben Sie doch mal ernst. Ich will dann auch nicht länger um den heißen Brei herum reden ...
Frau Waldau: Ach kommen Sie, man kann das Leben doch nicht immer so ernst nehmen.
Arzt: Wie Sie meinen. Bei der Untersuchung Ihres Blutes, wurde ein Virus gefunden ...
Frau: Vogelgrippe? Aber ich hab doch gar keine Vögel.
Arzt. Nein, schlimmer. (stottert) Sie sind HIV positiv!
Frau Waldau: Positiv. Warum sind sie denn so ernst? Positiv, das kann doch schon mal nichts schlechtes bedeuten ...
Arzt: Dann ist es wohl besser, ich lasse sie weiterhin in Ihrem glauben. So können Sie ihre letzten Tage noch mit Freude verbringen.
Frau Waldau: (wird ernster) Meine letzten Tage? Was soll das denn jetzt heißen? Ist positiv nicht positiv?
Arzt: Ok, dann sag ich es Ihnen in Ihrer Sprache. Sie haben AIDS.
Frau Waldau: (erschrocken) Was? Wie geht denn so was? Sie wollen mich doch auf den Arm nehmen.
Arzt: Nun, dies ist zwar nur das Ergebnis der 1. Analyse, aber zu 90% fällt auch die 2. Analyse positiv aus.
Frau Waldau: Dann hab ich also noch eine Chance?
Hoffnung und Angst kommen angerannt und treten gleichzeitig in den Kopf der Frau ein.
Hoffnung: Diesmal bin ich zuerst dran.
Angst: Nur zu. Hast du nicht gehört, 90%, da brauch ich sowieso nicht mehr so viel tun (lacht).
Hoffnung: (schaut in Richtung Frau Waldau) Richtig du hast noch eine Chance. 90%, von 100 Leuten sind 10 also nicht HIV positiv. Warum solltest du nicht diesmal auch zur Minderheit gehören. Du richtest dich ja sonst auch nicht nach der Mehrheit!
Angst: Was ist denn das für ein Schwachsinn? 90% ? Alles was über 50% ist, ist schon beschlossene Sache. Mach dir doch nichts vor. Dein Leben ist gelaufen. Aus und vorbei.
Hoffnung: (zu Angst) Hast du etwa in Mathe bei der Wahrscheinlichkeitsrechnung nicht aufgepasst? (zu Frau) Behalte deine positive Einstellung bei. Sie macht es dir auf jeden Fall leichter mit der Situation umzugehen.
Angst: Wenn ich das schon höre, solche Spinnereien. Schau der Wahrheit ins Gesicht und versteck dich nicht davor. Der Tod ist dir sicher.
Hoffnung: Die Wahrheit sieht aber anders aus. Es kann sich alles noch als ein Irrtum erweisen. Bis dahin mach dir keine Sorgen. Du kannst sowieso nichts ändern. Also sei fröhlich und gib nicht auf!
Angst: (ärgerlich zu Hoffnung) Du willst nicht locker lassen, was? Ich könnte schon längst fertig sein, wenn du mir nicht immer dazwischen funken würdest. (Zu Frau) Deine Chance ist so groß, als würdest du dein Leben beim Klettern einem Bindfaden anvertrauen. Der Bindfaden hilft einfach nichts. Genauso wenig bringt es etwas, an die Hoffnung zu glauben.
Hoffnung: (zu Angst) Gut, dann bleiben wir gleich bei dem Kletterbeispiel. (Zu Frau) Weist du, was ein häufiger Grund ist, warum Kletterer abstürzen? Sie haben plötzlich Angst. Besser gesagt sie lassen sich Angst machen. Bevor sie an die schwierige Stelle kommen, haben sie keine Angst, doch plötzlich sehen sie ein Problem, haben Angst, geraten in Panik und können nicht mehr mit klarem Kopf weiter klettern. Die Folge: manche stürzen ab. Siehst du, wenn du dir jetzt Angst machen lässt, dann stürzt du garantiert ab. Du wirst deines Lebens nicht mehr froh. Glaubst du aber an mich, dann hältst du dir die Möglichkeit offen, dass alles gut wird.
Angst: Ach son quatsch. So ein Mist. Alles Lügen. Nur Geschwafel. Das stimmt doch alles nicht. Das glaubt doch keiner, ...
Hoffnung: (zu Angst) Doch alle die nicht auf dich hören!
Angst: Ach du hast eh keine Chance. Ich hab genug von dir. (haut ab)
Hoffnung: Ich will mich ja nicht zu früh freuen, aber ich glaub die Runde ging an mich. (geht)
Arzt: Na ja, zumindest theoretisch haben sie schon eine Chance, allerdings nur von einem Zehntel.
Frau Waldau: Na dann, was soll ich mir da jetzt schon sorgen machen? Solange es noch Hoffnung gibt, lass ich mir keine Angst machen.

(Autor: Thomas Baberowski, www.praxis-jugendarbeit.de zur Verfügung gestellt im Juni 2007)

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