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Jeremia, Teil 4

Von Erika Scharrer

Situation und Kapitel 24; 27; 28; 29

Jeremia unter König Zedekia

(Jeremia, Jeremias Freunde, Die Rosaroten. Ebed-Melech: Ebed-Melechs Helfer: die Gelben. Jirija: Andere Offiziere: Die Blauen. Wache: Soldaten: Die Grünen.)

Am Stadttor von Jerusalem. Eben wird der wachhabende Offizier von Jirija abgelöst. Jirija hat die Landkarte dabei.

Wache: Es wird Zeit, dass du kommst. Seit die Babylonier sich zurückgezogen haben, ist es ziemlich langweilig hier.
Jirija: Na, bald wird es vielleicht wieder anders werden.
Wache: Wie kommst du darauf?
Jirija: Na ja, der Jeremia predigt das jedenfalls überall. Und vor ein paar Wochen hat er das auch zu dem König selber gesagt.
Wache: Was? Unser neuer König hört sich an, was der Jeremia sagt?
Jirija: Manchmal anscheinend schon. Als nämlich vor ein paar Wochen die Babylonier uns noch belagerten, hat König Zedekia meinen Bruder mit einem Auftrag zu Jeremia geschickt. Der Auftrag hieß: Bete für unser Land und sag mir, dem König, wie alles ausgehen wird.
Wache: Ach. Du meinst, ob die Babylonier sich zurückziehen, weil die Ägypter von Süden gegen sie heranziehen? Ja, das war super, dass die Ägypter uns geholfen haben.
Jirija: Na ja. Direkt geholfen haben sie uns ja nicht. Sie wollten nur sich selbst schützen. Aber jedenfalls sind sie ja jetzt wieder in ihr Land umgekehrt. Schau hier, die Landkarte. (zeigt die Züge der Ägypter und der Babylonier) Und genau so war auch die Antwort von Jeremia gewesen: Die Babylonier werden sich zurückziehen; und deshalb werden die Ägypter auch wieder umkehren.
Wache: Dann ist ja alles gut.
Jirija: Oder nicht. Denn Jeremia hat anscheinend auch noch gesagt, dass die Babylonier wieder kommen werden und dass sie dann sogar unsere Hauptstadt Jerusalem angreifen und verbrennen werden.
Wache: Na, dann viel Vergnügen! Dann pass mal gut auf, wenn jetzt du Wache hältst. Ich geh jetzt. Tschüss! (Geht.)
Jirija (zu sich selbst): Wenn ich der König wäre, würde ich nicht auf solche Spinner wie den Jeremia hören. So kann man doch keine Politik machen. Außerdem: Wenn die Soldaten Jeremias Reden hören, verlieren sie allen Mut zu kämpfen, falls es wirklich soweit kommen sollte.

(Jeremia kommt und will zum Stadttor raus.)
Jirija: Halt! Stehengeblieben! Hast du eine Erlaubnis, die Stadt zu verlassen?
Jeremia: Erlaubnis? Wir werden doch grade nicht belagert. Da kann doch jeder anständige Bürger raus oder rein in die Stadt.
Jirija: Aber woher soll ich wissen, dass du ein anständiger Bürger bist.
Jeremia: Bin ich. Ich heiße Jeremia. Jeder kennt mich. Dein Bruder war auch schon bei mir, sogar im Auftrag des Königs. Und jetzt muss ich zu meinen Verwandten nach Anatot, nur wegen einer Erbschaftssache.
Jirija: Das kann jeder sagen. Du erzählst doch anscheinend überall, dass die Babylonier wieder kommen und uns besiegen. Am Ende willst du ihnen schon entgegen gehen und zu ihnen überlaufen. Das könnte dir so passen!
Jeremia: Das ist nicht wahr! Ich bin kein Überläufer! (Will gehen.)
Jirija: (Hält ihn fest.) Stopp! Du bist gefangen! (Fesselt ihn.) Auf! Komm mit zu den anderen Offizieren!

(Sie gehen in die Kaserne.)
Jirija: Hier. Ein Überläufer.

(Offiziere werden zornig auf Jeremia und schlagen ihn. Dann bringen sie ihn ins unterirdische Verlies.)
Erzähler: Ein paar Jahre später. Jerusalem ist wieder von den Babyloniern belagert. Im Wachhof. Viele Leute stehen um Jeremia herum.
Jeremia: So spricht Gott: Wer von euch in der Stadt bleibt, muss sterben. Entweder durchs Schwert oder durch Hunger oder durch Seuchen.
Wache: Ist das nicht Jeremia? Warum ist er denn nicht im Verlies? Wer hat ihn rausgelassen?
Ebed-Melech: Weißt du das nicht? Unser König Zedekia hat angeordnet, dass Jeremia nicht mehr ins unterirdische Verlies muss, sondern hier im Wachhof bleiben kann. Da sind auch immer Soldaten, die ihn im Auge behalten.
Wache: Aber wie kam es denn dazu? Warum hat der König das angeordnet?
Ebed-Melech: Du kennst doch unseren König: Mal hört er auf Jeremia, mal auf Jeremias Feinde. Neulich hat er mal wieder heimlich den Jeremia zu sich rufen lassen. Er wollte wissen, was Gott sagt, was aus ihm werden wird, jetzt, wo die Stadt schon so lange wieder von den Babyloniern belagert wird.
Wache: Und? Was hat Jeremia gesagt?
Ebed-Melech: Was er schon immer gesagt hat: König Zedekia wird mit dem ganzen Land Juda in die Hände der Babylonier fallen. Und dann hat Jeremia dem König ganz mutig gesagt, dass doch jetzt genau das eingetroffen ist, was Gott ihm schon lange immer wieder gesagt hat: Jerusalem ist wieder belagert; die Lage ist sehr gefährlich; Es gibt schon fast nichts mehr zu essen in der Stadt; Schon brechen Seuchen aus, weil die Leute keine Abwehrkräfte mehr haben gegen Krankheiten.
Wache: (zu sich selbst:) Dass dieser Kerl immer noch weiter macht! (zu Ebed-Melech:) Und warum hat ihn der König nun nach hier oben verlegt?
Ebed-Melech: Jeremia hat den König darum gebeten, und der hat es ihm erlaubt.
Wache: (zu sich selbst:) Man sollte diesen Jeremia hinrichten!
Jeremia: Leute, wenn ihr wenigstens euer Leben retten wollt, müsst ihr hinausgehen aus der Stadt und euch den Babyloniern ergeben! Sie werden die Stadt ganz sicher erobern. Darauf könnt ihr euch verlassen! Gott hat es gesagt!
Wache: Jetzt reicht’s! Ich melde das dem König! Jeremia raubt unseren wenigen Soldaten den Mut zur Verteidigung! Und dem ganzen Volk auch. Der schadet uns nur!

(Geht zum König rein.)
Ebed-Melech: O, wenn das nur gut geht! Der König gibt doch immer nach, egal wer kommt.

(Geht in den Palast.)
(Wache und Soldaten kommen, fesseln den Jeremia und werfen ihn unter Beschimpfungen in die Zisterne des Prinzen.)
Wache: Auf Befehl des Königs! Hier hinein mit dir! In diese Zisterne. Zwar ist schon kein Wasser mehr drin, aber du wirst je länger je mehr in den Schlamm einsinken. Mal sehen, ob du erstickst oder verhungerst da unten! Nun ist es aus mit deinen Reden!
(Ein paar Stunden später. Ebed-Melech und seine Helfer kommen.)
Ebed-Melech: (ruft in die Zisterne runter:) Hallo Jeremia! Lebst du noch?
Jeremia: Ja! Aber bei jeder leisesten Bewegung sinke ich tiefer in dem Schlamm ein. Und ich hab auch solchen Hunger!
Ebed-Melech: Hier! Ich hab Tücher und Seile mitgebracht. Als ich gehört habe, dass sie dich in diese Zisterne geworfen haben, hab ich all meinen Mut zusammen genommen und hab zum König gesagt, dass du da elendig umkommen wirst. Daraufhin hat er mir erlaubt, Leute mitzunehmen und dich herauszuziehen. Du sollst wieder im Wachhof bleiben. Zwar noch gefangen, aber doch frei beweglich und nicht in Lebensgefahr.
Jeremia: O danke Ebed-Melech! Gott wird dich dafür belohnen. Wie wollt ihr es schaffen, mich hochzuziehen?
Ebed-Melech: Wir sind ziemlich viele. Hier! Binde dir das Seil um die Brust. Und leg dir die Tücher unter deine Achseln, damit das Seil nicht einschneidet. Dann ziehen wir. Okay? (Ziehen ihn raus.)
Erzähler: Einige Wochen später. Jeremia mit seinen Freunden im Wachhof. Jirija läuft vorbei.
Jeremia (zu seinen Freunden): Freunde, da bin ich wieder. Ich war ein paar Stunden weg aus dem Wachhof. Der König persönlich hatte mich zu einem heimlichen Treffen gerufen. Er wollte wissen, was Gott ihm zu sagen hat. Aber niemand darf von dem Treffen hören, verstanden?

O dieser König Zedekia! Er hat riesige Angst vor den Babyloniern, die uns schon so lange belagern. Aber auf Gott hört er auch nicht. Das wäre doch seine einzige Rettung. Aber falls er selber auch überlaufen würde wie Gott es ihm geraten hat, hat er Angst vor seinen eigenen Leuten, die schon übergelaufen sind, dass sie ihm etwas Böses tun,
Jirija kommt mit seinen Leuten.
Jirija: Hey, Jeremia! Wir haben genau mitgekriegt, wo du warst: Du hast dich mit dem König getroffen. Sag, was wollte er? Was hast du ihm gesagt? Hat Gott angeblich dem König was zu sagen? Sag schon! Los! Erzähl es uns, sonst töten wir dich!
Jeremia: Lasst mich in Ruhe. Ich hab den König angefleht, er soll mich nicht mehr ins Verlies werfen lassen, weil ich dort sterben würde.
Jirija: Ach so. Na, dann hast du noch mal Glück gehabt. Leute, lasst ihn in Ruhe!
Jeremia zu seinen Freunden: Das hat der König mir geraten, dass ich diese Antwort geben soll. Aber eigentlich haben wir vieeel mehr besprochen. Doch was nützt dem König das alles, wenn er Gott nicht ganz gehorcht! - Ihr, meine Freunde, wisst auch viel von Gott. Gehorcht ihm auch! Wissen allein nützt nichts. Ihr müsst ihm auch folgen.

Erzählen, wie alles ausgegangen ist mit Jeremia

Kapitel 39; Kapitel 40-44; Kapitel 52.

Jeremia bringt die Message selber

Kapitel 30-33 und das Lied „Hast du so etwas schon gehört?“


(Autorin: Erika Scharrer (Missionarin der Marburger Mission), welche verschiedene Stücke schrieb, die u.a. in Taiwan getestet und praxis-jugendarbeit.de im Dezember 2007 zur Verfügung gestellt wurden)

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