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Standhaft bleiben

JUNGE: „Daniel, hast du schon von dem neuen Gesetz gehört, das der König überall verkünden lässt? Er hat befohlen, dass jeder, der euren Gott beleidigt, getötet werden soll.“
DANIEL: „Natürlich habe ich davon gehört. Und ich bin vor allem froh, dass überhaupt alles so gut ausgegangen ist.“
JUNGE: „Was ist so gut ausgegangen? Erzähl schon, du scheinst ja einiges darüber zu wissen!“
DANIEL: „Du hast wohl noch nichts von der Geschichte mit dem Feuerofen gehört?“
JUNGE: „Welche Geschichte mit einem Feuerofen? Jetzt will ich aber genau wissen, wie alles abgelaufen ist!“
DANIEL: „Also, angefangen hat alles damit, dass Nebukadnezar ein riesiges Standbild hat aufrichten lassen. Als es fertig war, hat er alle hohen Beamten zur Einweihung eingeladen; du weißt schon, die ganzen wichtigen Leute wie Provinzstatthalter, Offiziere und Richter. Es war eine riesige Menge aus dem ganzen Reich versammelt. Und unter all den Leuten, waren auch meine drei Freunde, die die Verwalter der Provinz Babylon sind. ...“
Eine große Menschenmenge steht vor dem Standbild. Neben dem Standbild steht ein Herold mit einer Trompete.
HEROLD: „Ihr Leute aus allen Nationen, Völkern und Sprachen, hört diesen Befehl des großen Königs Nebukadnezar: Wenn ihr den Klang der Trompete hört, müsst ihr euch zu Boden werfen und das Standbild anbeten, das der große König Nebukadnezar aufrichten ließ. Wer das nicht tut, wird auf der Stelle in den glühenden Ofen geworfen.“
[Die Trompete wird geblasen. Alle Leute werfen sich vor dem Standbild nieder und beten es an. Nur die drei Freunde werfen sich nicht zu Boden. Ein Babylonier sucht König Nebukadnezar auf, um die drei Freunde anzuzeigen. Er verbeugt sich tief vor dem König.]
BABYLONIER: „Lang lebe der König!“
NEBUKADNEZAR: „Was willst du von mir!“
BABYLONIER: „König, du hattest doch befohlen, dass sich alle niederwerfen sollten, um dein Standbild anzubeten. Wer es nicht tut, sollte in den Feuerofen geworfen werden.“
NEBUKADNEZAR: „Ja und, was ist damit?
BABYLONIER: „Da sind diese drei Männer aus Israel, denen du die Verwaltung der Provinz Babylon übertragen hast. Sie haben deinen Befehl missachtet und wollen deinem Gott keine Ehre erweisen. Sie weigern sich, das Standbild anzubeten.“
[Der König wird wütend und tobt.]
NEBUKADNEZAR: „Was sagst du da? Sie missachten meine Befehle und wollen mein Standbild nicht anbeten? Bringt mir diese drei sofort her! Wir werden ja sehen, ob sie sich mir dann immer noch widersetzen.“
[Die drei Freunde kommen zum König. Nebukadnezar ist außer sich vor Wut.]
NEBUKADNEZAR: „Stimmt das, was ich da gehört habe? Ihr wollt meinem Gott nicht die Ehre geben und das Standbild nicht anbeten? Ich gebe euch noch eine Chance. Wenn ihr euch jetzt augenblicklich niederwerft und das Standbild anbetet, soll die Sache erledigt sein. Wenn ihr es aber nicht tut, lasse ich euch sofort in den glühenden Ofen werfen. Welcher Gott sollte euch dann vor mir schützen?“
FREUNDE: „Wir haben es nicht nötig, dir darauf zu antworten. Unser Gott, dem wir gehorchen, kann uns zwar aus dem Ofen und aus deiner Gewalt retten, aber selbst wenn er das nicht tut: Wir werden niemals deinen Gott verehren und das Standbild anbeten!“
JUNGE: „Die drei haben sich wirklich nicht von ihrem Glauben abbringen lassen, obwohl der König ihnen diese Strafe angedroht hat?
DANIEL: „Sie haben Gott fest vertraut. Und dabei wussten sie noch nicht einmal, ob Gott sie retten wird. Gott hat ihnen die Kraft gegeben, sich dem König zu widersetzen. Sie haben sich nicht vor dem Standbild niedergeworfen und haben dem König und seinem Götzen die Ehre verweigert.“
JUNGE: „Aber warum haben sie das gemacht? Hatten sie keine Angst vor dem, was mit ihnen passiert?“
DANIEL: „Weißt du, sie haben einfach die Herrschaft Gottes über ihr Leben anerkannt. Gott hat uns geschaffen und deshalb tun wir auch seinen Willen. Wir beten keinen toten Gegenstand, keinen Götzen, sondern nur den lebendigen Gott an. Und die Sache mit der Angst! Sie haben Gott fest vertraut, egal was auch kommen mag. Das Vertrauen auf Gott hat sie stark gemacht und deshalb mussten sie keine Angst vor dieser Strafe haben.“
JUNGE: „Und wie ging die Geschichte dann weiter? Hat der König sie in den glühenden Ofen werfen lassen?“
DANIEL: „Der König hat vor Wut getobt und seinen Soldaten befohlen, sie in den Ofen zu werfen. Er war so sehr aufgebracht, dass er den Ofen siebenmal stärker als sonst heizen ließ. Der Ofen war so heiß, dass die Soldaten, die die drei hinaufbrachten von den Flammen getötet wurden.“
JUNGE: „Aber wie kam es, dass der König seine Meinung geändert hat, wo er doch so wütend war?“
DANIEL: „Dazu komme ich jetzt. Der König schaute in den Ofen und sah nicht drei Männer im Feuer, sondern vier. Das Wunder war aber, dass das Feuer ihnen nichts anhaben konnte. Der vierte war nämlich ein Engel, den Gott gesandt hatte, um sie zu beschützen. Darauf rief der König ihnen zu, dass sie aus dem Ofen kommen sollten. Wie sie dann vor dem König und all den anderen, die dabei waren, standen, hatte das Feuer keinerlei Spuren an ihnen hinterlassen. Nicht einmal ihre Kleidung hatte unter dem Feuer gelitten.“
JUNGE: „Deswegen hat Nebukadnezar also dieses neue Gesetz erlassen.“
DANIEL: „Genau! Er war so getroffen davon, dass sie gerettet wurden und dass sie ihr Leben gewagt hatten, nur um ihrem Gott zu gehorchen, dass er dieses Gesetz erlassen hat. Jeder der unseren Gott beleidigt, soll getötet werden. Nebukadnezar hat eingesehen, dass es keinen anderen Gott gibt, der aus solch einer Lage retten kann und dass Gott zu seinen Leuten steht und in der Not für sie da ist. Er hat aber nicht nur dieses Gesetz erlassen, sondern auch dafür gesorgt, dass meine drei Freunde eine noch höhere Stellung bekommen haben.“

Vertrauen auf Gott macht stark

Wir haben jetzt diese Geschichte gehört und gesehen: Und dabei zeigt sich eindeutig: Vertrauen auf Gott macht stark. Die Erfahrungen mit Gott, die Hananja, Mischael und Asarja gemacht haben, haben sie stark gemacht. Deshalb können die drei Freunde im wahrsten Sinne des Wortes standhaft bzw. stehen bleiben. Sie werfen sich nicht vor dem Standbild nieder und beten es an, sondern verweigern dem König und seinem Gott die Ehre. Die Bibel nennt so ein Standbild bzw. so einen Gott, der angebetet wird, auch einen Götzen. Im Allgemeinen ist ein Götze, genau wie hier, ein toter Gegenstand, der angebetet wird.

Die drei Freunde erkennen die Herrschaft Gottes über ihr Leben an. Gott hat sie erschaffen und deshalb tun sie auch Gottes Willen. Sie beten keinen Götzen, keinen toten Gegenstand, an, sondern den lebendigen Gott.

Sie stehen zu ihrem Gott und machen dabei ihre Treue zu ihm nicht davon abhängig, ob er ihnen hilft und sie errettet. Ihr habt ja gehört, was sie zum König gesagt haben: „Selbst wenn uns unser Gott nicht hilft: Wir werden niemals deinen Gott verehren und das Standbild anbeten!“ Sie vertrauen auf Gott, egal was auch kommen mag, und dabei geht es immerhin um ihr Leben.

Gott steht zu seinen Leuten

Aber auch Gott steht zu seinen Leuten. In ihrer Not ist er für sie da und errettet sie auf wunderbare Weise aus dem Feuerofen. Gott beweist seine Macht und zeigt, dass er stärker ist als der König und sein Götzenbild. Davon ist der mächtige König so getroffen, dass er sogar ein Gebot erlässt, dass alle Menschen in seinem Reich diesen Gott nicht beleidigen dürfen. Und er gibt zu, dass es keinen anderen Gott gibt, der aus solch einer Lage retten kann.

Gruppenarbeit: Daniel 3, 16-18 lesen

Spiel: Lehmann sagt

Ihr habt jetzt alle in den Gruppen „Lehmann sagt“ gespielt. Und eigentlich ist das doch das gleiche wie in der Geschichte von Nebukadnezar. Hier ist es nicht Lehmann, sondern der König, der sagt: „Ihr müsst alle niederfallen und das Standbild anbeten!“ Und alle machen es natürlich. Jetzt ist auf jeden Fall die große Frage, was das mit uns heute zu tun hat.

Die heutigen Götzen

Heute gibt es zwar keinen König mehr, der uns befiehlt seinen Götzen anzubeten, aber in unserem Leben gibt es trotzdem oft Menschen, die so wie der Lehmann sind. Ein Beispiel ist der Freundeskreis: Wenn einer sagt, was im Augenblick „cool“ ist, dann müssen das oft alle anderen auch „cool“ finden und mitmachen. Genauso ist das mit der Werbung. Wenn sie uns vormacht, was gerade „in“ ist, dann schwimmen wir allzu oft mit dem Strom, passen uns den Modetrends an und werden zu Mitläufern. Oder wir schwimmen mit, obwohl wir es gar nicht wollen, nur um nicht als Außenseiter dazustehen.

Unsere Standbilder und Idole

Und dann gibt es noch die Standbilder und Götzen in unserem Leben, die wir freiwillig „anbeten“. Unsere Standbilder sind die Dinge, die uns am wichtigsten im Leben sind. Das heißt die Dinge oder Beschäftigungen für die wir unsere ganze Zeit, unser ganzes Geld oder unsere ganze Kraft opfern. Jetzt ist natürlich die Frage, was das für Sachen sind. Zur Veranschaulichung werde ich jetzt einmal so eine Art Standbild bauen. Ich habe hier jetzt einen Tisch so ähnlich wie ein Altar, auf den ich verschiedene Sachen legen werde...

Jetzt möchte ich noch einmal kurz auf die Geschichte zurückkommen: In der Geschichte sind die drei Freunde standhaft und bekennen sich zu ihrem Gott. Sie machen nicht das, was alle anderen machen, weil sie wissen, dass Gott stärker als die Götzen ist. Sie wissen, das das, was alle tun nicht unbedingt das Richtige ist und passen sich deshalb nicht an. Die drei Freunde blieben Stehen, mit allen Konsequenzen. Sie machten auch keine halben Sachen. Sie hätten ja auch niederfallen können und nicht anbeten. Nein, sie waren eindeutig und bewiesen Rückgrat.

Gerade das soll uns Mut machen, auch zu Gott zu stehen und so zu handeln, wie es die drei Freunde getan haben. Gott möchte, dass wir unsere Treue zu ihm zeigen und auf ihn hören. Wir sollen uns zu ihm bekennen. Ein Bekenntnis kann z.B. sein, in die Jungschar zu gehen oder in der Bibel zu lesen. Wir sollen seine Gebote befolgen und nicht irgendwelche leblosen Dinge wie hier auf dem Altar „anbeten“, d.h. an die wichtigste Stelle in unserem Leben stellen.

Die Nummer 1 in unserem Leben

Wir sollen uns auch nicht von irgendwelchen anderen Menschen beeinflussen lassen, sondern Gott soll die Nummer 1 in unserem Leben sein. Dann sind diese ganzen anderen Dinge nur die Nummer 2. Das alles soll nicht heißen, das wir z.B. nicht mehr gern Fußball spielen dürfen, sondern dass diese Sachen nur zweitrangig sind.

Wir können auf Gott vertrauen und Vertrauen auf Gott macht stark. Deshalb können wir zu ihm stehen, auch wenn das Nachteile für unser Leben bedeutet und wir dann nicht die „Coolsten“ sind. Wir dürfen wissen, dass Gott stärker ist als alles andere und das Gott auch zu uns steht und uns nicht im Stich lässt. Als Christen haben wir dabei vor allem auch das Gebet: Über das Gebet können wir Kontakt zu Gott halten und Kraft von Gott erhalten.

Merksatz: Vertrauen auf Gott macht stark!


Autor: Dieser Beitrag stammt von Christopher M., welcher noch zahlreiche andere Gruppenstundenentwürfe und Andachten zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank für diesen und andere Beiträge.

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