Quelle: www.Praxis-Jugendarbeit.de | 2500 Spiele, Andachten und Ideen für die Kinder- und Jugendarbeit
nur für den privaten Gebrauch | Eine Veröffentlichung - egal wo - ist ohne unsere Zustimmung nicht erlaubt.

Hintergründe: Ein Mann und sein Anliegen

Hintergrundwissen zu Jakobus und dem Jakobusbrief

Summary

Dieser Abschnitt gibt einen kurzen Überblick über den Jakobusbrief, wer Jakobus war und sein Leben. Diese Seite stellt für den Bibelarbeitsleiter Hintergrundinformationen bereit um die jeweiligen Bibelarbeiten vorbereiten zu können. Die Einteilung des Jakobusbrief zu verschiedenen Kernaussagen und Handlungsfeldern steht ganz am Ende, ebenso wie ein Buchtipp zum Jakobusbrief.

Diese Bibelarbeitsreihe wurde praxis-jugendarbeit.de von christ-online.de zur Verfügung gestellt. Bitte beachten Sie die Copyrightvermerke jeweils am Seitenende.



Einleitung in den Jakobus-Brief

Wer ist der Mann, der den Brief geschrieben hat, der heute als eines der ältesten Dokumente des Neuen Testaments gilt, den manche gar nicht dort haben wollen, weil er ihnen die Theologie durcheinander bringt?

Wer ist der Mann, der den Brief schrieb, der von den einen als „stroherne Epistel” geschmäht und von den anderen als nur für Israel gültig abgelehnt wird?

Wer ist der Mann, der ein so exzellentes Griechisch schrieb, wie es einem einfachen Galiläer, der nicht einmal verständlich Aramäisch sprechen konnte, doch kaum zuzutrauen war?

Diesen Mann und seinen Brief möchte ich euch heute vorstellen. Seine Botschaft beginnt er mit folgenden Worten: „Jakobus, Sklave Gottes und des Herrn Jesus Christus: Ich grüße das Volk Gottes, das in der Fremde lebt.“ (Wörtlich: „die zwölf Stämme in der Diaspora“. Gemeint sind jüdische Christen, die sich in der ersten Christenverfolgung von Jerusalem aus in ausländische Städte geflüchtet und an vielen Stellen neue christliche Gemeinden gegründet hatten (vgl. Apg 8,1;11,19).)

Wie es sich damals gehörte, stellt er sich zunächst persönlich vor, dann nennt er den Empfänger seines Briefes und dann kommt sein „sehr geehrte Damen und Herren”, genau so wie wir es heute in einem Geschäftsbrief machen. Da allerdings, wo wir mit weitschweifigen Floskeln um uns werfen, schreibt er kurz und knapp: „Gruß!” Also: „Seid gegrüßt, meine Brüder und Schwestern!” So, jetzt wissen wir zwar seinen Namen, aber noch nicht, wer er ist.

Versuchen wir es mit einem Steckbrief.

Gesucht wird eine Person, die sich Jakobus nennt, vermutlich ein Mann. Die Person behauptet, ein Sklave von Gott und dem - ich zitiere - „Herrn Jesus Christus” zu sein. Wer zweckdienliche Angaben zu seiner Person machen kann, melde sich bei den Christen in ...

Also, ich versuche es mal. Jakobus ist die dem Griechischen angepasste Form des Namens Jakob. Ob er sich selbst wirklich Jakobus genannt hat, ist also gar nicht mal sicher. Denn das wäre ungefähr das Gleiche, als wenn ein Deutscher namens Stefan sich plötzlich „Stefe” nennen würde. Der bekannteste Jakob in der Bibel ist Jakob der Betrüger, der Vater der 12 Stämme Israels. Der ist mit Sicherheit nicht gemeint und der hätte sich auch nie Jakobus genannt, denn 2000 Jahre vor Christus waren die Griechen noch nicht Mode.

Also bleiben die sechs „Jakobusse” im Neuen Testament übrig. Es gibt einen Sohn des Alphäus, der Jakobus heißt, dann einen Sohn des Zebedäus, der gleichzeitig Bruder des Johannes war, es gibt einen Jakobus, den man den Kleinen genannt hat, und einen Jakobus, der eine führende Rolle in der Gemeinde Jerusalem spielte, einer der Brüder des Herrn hieß Jakobus und ein Bruder des Judas auch.

Welcher war es nun?

Zunächst können wir die Zahl von sechs auf vier reduzieren, weil die drei zuletzt genannten offensichtlich dieselbe Person bezeichnen. Der Bruder Jesu, der Jakobus hieß, war gleichzeitig auch ein Bruder des Judas (nicht zu verwechseln mit dem Iskariot) und dieser Jakobus war nach der Zeit des Petrus auch der führende Mann in der Gemeinde Jerusalem.

Der Sohn des Alphäus und Jakobus der Kleine sind sonst ganz unbekannt. Es ist unwahrscheinlich, dass einer von beiden den Brief geschrieben hat, denn Jakobus nennt sich einfach nur Jakobus. Das kann man aber nur, wenn man sehr bekannt ist. Der Sohn des Zebedäus und Bruder des Johannes kommt als Verfasser auch kaum in Betracht, weil er schon sehr früh den Märtyrertod starb (44 n.Chr.) und die alte Kirche dann auch anders auf seinen Brief reagiert hätte. (Es ist eigenartig, dass dieser Jakobus in einer Kirche in Compostela in Spanien begraben sein soll. Jedenfalls gibt es heute große Wallfahrten zu seinem angeblichen Grab dort.

Also bleibt der Bruder des Herrn als der wahrscheinlichste Verfasser übrig. Er war sehr bekannt, Paulus bezeichnete ihn als Säule der Gemeinde Jerusalem. Heute besteht unter den Forschern weitestgehend Einigkeit darüber, dass dieser Mann der Verfasser war.

Aber wer war dieser Mann?

Jakobus war ein jüngerer Halbbruder von Jesus und wurde drei oder vier Jahre nach unserem Herrn in Nazareth geboren. Nach ihm wurden noch drei Brüder geboren, nämlich Joseph, Simon und Judas und mindestens zwei Schwestern, so dass Joseph und Maria nach Jesus noch mindestens sechs Kinder hatten. In dieser Familie wuchs Jakobus in wohl behüteter Frömmigkeit auf. Der Vater richtete sich streng nach dem Gesetz und die Familie glaubte daran, dass der Messias bald kommen würde. Dass der Messias aber die Gestalt seines älteren Bruders haben würde, darauf wäre Jakobus nie gekommen.

Doch es war schon auffällig, dass Jesus, als er 18 wurde, nicht heiratete, wie das damals üblich war. Jakobus jedenfalls heiratete, als er so alt war, denn Paulus erwähnt später, dass die Brüder des Herrn auf ihren Reisen ihre Frauen mitzunehmen pflegten. Damals aber distanzierte sich Jakobus von seinem Bruder immer mehr. Besonders, als er das Handwerk seines Vaters aufgegeben hatte und die Brüder allein weiterarbeiten ließ, als er anfing Jünger um sich zu sammeln und eigenartige, beunruhigende Dinge tat.

Die Brüder haben den Weg des Ältesten nicht mit Wohlwollen begleitet und Jakobus war offenbar der Anführer der Opposition in der Familie. Denn als Jesus, der nach dem Tod des Vaters das Oberhaupt der Familie war, beschloss, den Wohnsitz der Sippe von Nazareth nach Kapernaum zu verlegen, kehrte die Familie unter Leitung des Jakobus nach Nazareth zurück. (Mt 4,13 und Joh 2,12)

Noch schlimmer, einige Zeit später dachte die Familie, Jesus habe den Verstand verloren und sie wollten ihn mit Gewalt zurückholen (Mk 3,21). Aber wahrscheinlich wandelte sich ihre Meinung später ein wenig, weil sie sich von dem Geist der Zeloten in Galiläa anstecken ließen. Johannes berichtet davon (7,2ff).

Kurz bevor die Juden ihr Laubhüttenfest feierten, sagten Jesu Brüder zu ihm: „Du solltest nicht länger hier in Galiläa bleiben. Geh nach Judäa, damit auch dort deine Jünger sehen können, was für große Dinge du tust. Wer mit dem, was er tut, in der Öffentlichkeit bekannt werden möchte, zieht sich nicht in einen versteckten Winkel zurück Wenn du schon so ungewöhnliche Dinge tust, dann zeig dich auch vor aller Welt!” So redeten seine eigenen Brüder, weil nicht einmal sie an ihn glaubten. Sie glaubten nicht an ihn, obwohl sie doch die besten Voraussetzungen dazu gehabt hätten.

Jakobus kam erst zum Glauben, als Jesus ihm als Auferstandener begegnete. Paulus erwähnt diese Begebenheit in der Reihe der Auferstehungszeugen in 1. Korinther 15. Die Begegnung mit dem Auferstandenen machte aus einem, der meinte, die Herrschaft in der Familie an sich nehmen zu müssen, einen freiwilligen Sklaven von Jesus Christus. Aus Sorge um den Bruder wurde Glaube an ihn, aus Empörung wurde Gehorsam.

Das nächste Mal begegnen wir dem Jakobus nach der Himmelfahrt des Herrn in dem Obersaal, in dem er zusammen mit den Jüngern betete. Er wird dort allerdings nicht namentlich erwähnt, sondern Lukas berichtet in Apostelgeschichte 1,13ff nur, dass auch die Brüder des Herrn anwesend waren. Seit Pfingsten gehörte Jakobus zur Gemeinde in Jerusalem. Er erlebte ihr dreijähriges ungestörtes Wachstum, allerdings auch die erste Verfolgung nach der Steinigung des Stephanus. Als dann die zweite Verfolgungswelle mit der Verhaftung des Petrus über die Gemeinde hereinbrach, war Jakobus bereits einer der Führer, denn als Petrus die Stadt verließ, wies er die Gläubigen an: „Berichtet dies Jakobus und den Brüdern!” (Apg 12,17)

Jakobus genoss Ansehen und Achtung in der Gemeinde

Allein schon durch seine Verwandtschaft mit dem Herrn genoss Jakobus Achtung in der Gemeinde. Jakobus hatte sich nie eine Führerrolle angemaßt. Dennoch wurde er für fast 30 Jahre der anerkannte Führer der Gemeinde in Jerusalem, dessen Autorität noch weit darüber hinaus reichte.

Von seiner zweiten Jerusalemreise berichtet Paulus: (Gal 2,1-9): Darauf ... zog ich wieder nach Jerusalem hinauf mit Barnabas und nahm auch Titus mit ... Aber nicht einmal Titus, der bei mir war, wurde, obwohl er ein Grieche ist, gezwungen, sich beschneiden zu lassen ... die Angesehenen haben mir nämlich nichts zusätzlich auferlegt ... und als sie die Gnade erkannten, die mir gegeben worden ist, gaben Jakobus und Kephas und Johannes, die als Säulen angesehen werden, mir und Barnabas den Handschlag der Gemeinschaft.“

Paulus war nach Jerusalem gekommen, um die „Angesehenen” über das, was er predigte, zu informieren, denn er wollte mit ihnen übereinstimmen, ohne jedoch von ihnen abhängig zu sein. Drei Namen werden nebeneinander genannt, aber ihre Reihenfolge ist nicht zufällig. Das Ansehen des Jakobus war damals größer als das von Petrus und Johannes.

Der Mann an der Spitze der Muttergemeinde hatte ein so großes Ansehen in der ganzen damaligen Christenheit, dass andere offenbar reichlich von seiner Autorität Gebrauch machten, obwohl sie dazu nicht berechtigt waren. Damals kamen einige Christen aus Judäa nach Antiochia und erklärten den Brüdern: „Ihr könnt nicht gerettet werden, wenn ihr euch nicht beschneiden lasst, wie es das Gesetz des Mose vorschreibt.” (Apg 15,1; Es handelt sich hier wahrscheinlich um die gleichen Leute, die Paulus auch in Gal 2,12 erwähnt. Wann dieser Vorfall stattfand, wissen wir aber nicht – entweder vor oder nach der ersten Missionsreise des Paulus.)

Noch in Antiochien wirkte der Name des Jakobus mit solcher Macht, dass sogar Petrus eingeschüchtert, denn zunächst hatte er ohne Bedenken mit seinen nichtjüdischen Geschwistern an den gemeinsamen Mahlzeiten teilgenommen. Aber dann kamen diese Leute aus dem Kreis um Jakobus, die das jüdische Gesetz streng befolgen, vermutlich bekehrte Pharisäer. Da zog sich Petrus von den gemeinsamen Mahlzeiten zurück und aß aus Furcht vor ihnen nicht mehr mit den Nichtjuden. Die Spannungen zwischen den Vertretern des Gesetzes und den Heidenchristen wurden schließlich so stark, dass es zu einem klärenden Gespräch zwischen den Hauptbeteiligten in Jerusalem kommen musste. Und auch in diesem so genannten Apostelkonzil sprach Jakobus das entscheidende Wort, das dann von allen befolgt wurde. Tausende von Juden, die an Jesus Christus gläubig geworden waren, hatten in ihm einen Hirten, der die Liebe zu seinem Herrn, zu seinen jüdischen und nichtjüdischen Glaubensgeschwistern und zu seinem eigenen Volk jeden Tag neu unter Beweis stellte. Seine tiefe Demut, sein großer Eifer zum Gebet, seine herzliche Brüderlichkeit, seine praktische Art machen ihn bis heute zu einem ausgezeichneten Vorbild für alle Gläubigen.

Der Tod des Jakobus

Vom Tod des Jakobus berichtet Josephus: „Er (der damalige Hohepriester Hannas) versammelte daher den Hohen Rat zum Gericht und stellte vor dasselbe den Bruder des Jesus, der Christus genannt wird, mit Namen Jakobus, sowie noch einige andere, die er der Gesetzesübertretung anklagte und zur Steinigung führen ließ.“ (Josephus XX,9,1) Wahrscheinlich hatte Hannas von Jakobus verlangt, dass er vor dem ganzen Volk seinem Glauben an Christus abschwöre. Als Jakobus dann aber wider aller Erwarten offen und frei vor der ganzen Menge bekannte, dass Jesus, unser Erlöser und Herr, der Sohn Gottes sei, da konnten sie das Zeugnis dieses Mannes nicht mehr ertragen, zumal er überall wegen der Strenge seiner Frömmigkeit als der gerechteste Mann galt.

Nach einem Bericht Hegesipps, den Eusebius zitiert, entstand ein Tumult, man zerrte Jakobus auf die Zinne des Tempels und stürzte ihn herunter. „Und sie begannen, ihn zu steinigen; denn obwohl er hinabgestürzt worden war, war er noch nicht tot. Vielmehr richtete er sich auf und betete auf den Knien: “Ich bitte dich, Herr, Gott und Vater, verzeihe ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!” Während sie ihn noch steinigten, rief ein Priester aus der Familie Rechab, des Nachkommen der Rechabim, welche der Prophet Jeremias erwähnt: “Haltet ein! Was tut ihr? Der Gerechte betet für euch!” Da nahm einer aus ihnen, ein Walker, das Holz, womit er die Kleider presste, und schlug es auf den Kopf des Gerechten. So starb er den Zeugentod.“

Jakobus war etwa 64 Jahre alt geworden. Von Kindheit auf an hatte er in der Familie des Herrn gelebt, sich aber erst mit 32 Jahren nach der Auferstehung seines Bruders bekehrt. Doch die ganze zweite Hälfte seines Lebens diente er seinem Bruder, den er nicht mehr Bruder, sondern Herr nannte, mit außergewöhnlicher Hingabe. Gleichzeitig liebte er sein eigenes Volk, das doch seinen Halbbruder damals als Gotteslästerer verworfen hatte. Und außerdem liebte er auch die Christen, die keine Juden waren, obwohl er als Jude Zeit seines Lebens streng am Gesetz festhielt. Er war ein Mann, der sich in Spannungen bewährt hatte.

 

Der Jakobusbrief

Der Brief, den Jakobus etwa 15 Jahre nach der Auferstehung des Herrn schrieb (zwischen 45 und 49 n.Chr.), ist von einiger Brisanz. Es scheint so, als ob in ihm das Gegenteil von dem stünde, was Paulus später an die Römer schrieb..

Jakobus Paulus
Jakobus schreibt zum Beispiel: [Jak 2,24] Ihr seht also, dass ein Mensch aus Werken gerechtfertigt wird und nicht aus Glauben allein.  
  Paulus formuliert scheinbar das Gegenteil: [Röm 3,28] Denn wir urteilen, dass der Mensch durch Glauben gerechtfertigt wird, ohne Gesetzeswerke. Oder: [Röm 4,2] Denn wenn Abraham aus Werken gerechtfertigt worden ist, so hat er etwas zum Rühmen, aber nicht vor Gott. [Röm 4,3] Denn was sagt die Schrift? „Abraham aber glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet.“ Paulus meint, dass Abraham eben nicht aus Werken gerechtfertigt wurde. Und Jakobus?
Jakobus benutzt die gleiche alttestamentliche Stelle, zieht aber ganz andere Folgerungen daraus. [Jak 2,21] Ist nicht Abraham, unser Vater, aus Werken gerechtfertigt worden, da er Isaak, seinen Sohn, auf den Opferaltar legte? [Jak 2,22]  
Du siehst, dass der Glaube mit seinen Werken zusammenwirkte und der Glaube aus den Werken vollendet wurde.

Ein Brief gespikt mit Nadeln...

Auch wenn Luther den Brief deshalb als „stroherne Epistel” bezeichnete, stecken in diesem Heuhaufen doch genügend Nadeln, um das Gewissen jedes stumpf und müde gewordenen Christen wieder aufzustacheln. In Wirklichkeit ist dieses kleine Buch ein Meisterwerk der didaktischen Literatur.

Jakobus empfand eine große Verantwortung für die Menschen, die angefangen hatten, an den Namen des Herrn Jesus zu glauben. Er wusste, wie nötig es für ihr Zeugnis unter den Menschen im Umfeld der Synagoge war, dass ihr Glaube gerade im Alltag sichtbar wurde. So schreibt er zum Beispiel am Anfang des zweiten Kapitels: „Meine Brüder, verbindet den Glauben an unsren Herrn der Herrlichkeit, Jesus Christus, nicht mit Ansehen der Person!” Weder Menschengefälligkeit noch Eigensucht, weder Geldliebe noch zügelloses Geschwätz, weder Einbildung noch Streit sollte ihr Leben bestimmen, sondern der Glaube an Jesus Christus sollte darin sichtbar sein.

Jakobus nennt die christliche Verkündigung „das vollkommene Gesetz der Freiheit” (Jak 1,25). Auch das durch Christus vermittelte Wort ist ein Gesetz, d.h. eine Offenbarung des göttlichen Willens, aber es ist kein Joch der Knechtschaft (Gal 5,1; Apg 15,10), sondern ist in das Herz des Menschen eingepflanzt und macht sein ganzes Wesen neu. (Jakobus 1,21.18)

Der Jakobusbrief ist gerade in dem, was er beweisen will, ganz in Übereinstimmung mit Paulus, dass nämlich ein Glaube ohne entsprechende Werke wertlos ist.

Empfänger des Jakobusbriefes

Die Empfänger seines Briefes nennt Jakobus „die zwölf Stämme in der Zerstreuung”. Er wusste, dass mit dem Kommen des Herrn die Endzeit angebrochen war, und glaubte nach alttestamentlicher Verheißung und jüdischer Erwartung an die Wiederherstellung der zwölf Stämme. Auf jeden Fall schreibt er an jüdische Christen, denn die erwähnten „zwölf Stämme in der Diaspora” deuten auf Juden hin, unter denen sich freilich auch einzelne geborene Heiden oder Proselyten befunden haben. Wahrscheinlich sind es die Christen, die sich während der ersten Verfolgung in die ausländischen Städte flüchteten und an vielen Stellen neue Gemeinden gründeten.

In seinem Brief lernen wir Jakobus sozusagen persönlich kennen. Sein Christus ähnliches Wesen wird darin noch deutlicher als in externen Zeugnissen. Jakobus war allerdings auch kein Evangelist. Er zeigt nicht den Weg zum Heil auf, denn er redet ja zu Christen. Von daher widerspricht er Paulus an keiner Stelle. Außerdem wollen wir bedenken, dass auch die Bücher des Neuen Testaments, die hauptsächlich an Juden gerichtet scheinen, immer an Judenchristen geschrieben sind. An Christen, die auf der gleichen Basis erlöst wurden wie wir. Von daher können wir den größten Teil der Botschaft direkt auf uns anwenden, wenn wir auch die damaligen Verhältnisse bei der Auslegung beachten müssen. Schauen wir uns zum Schluss den Brief in einer Übersicht an.

Karl-Heinz Vanheiden

 

Übersicht: Brief des Jakobus

„Denn wie der Leib ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne Werke tot.“ (Jak 2,26)

1 2 3 4 5 6
Die Versuchung Das vollkommene Geschenk von oben Das königliche Gesetz Die Weisheit von oben Die Liebe zur Welt Die Ankunft des Herrn
kommt heiligt gilt zügelt führt zu ermahnt
Vers: 1-8 durch Zweifel Vers: 17-18 unser Leben Vers: 1-7 in der Gemeindeversammlung Vers: 1-12 die Zunge Vers: 1-3 Streitereien Vers: 1-6 geldgierige Prahler
Vers: 9-12 durch Geld Vers: 19-21 unser Reden Vers: 8-13 zusammen mit dem Gesetz der Freiheit Vers: 13-18 den Eigennutz Vers: 4-5 Feindschaft gegen Gott Vers: 7-11 zur Geduld Miteinander
Vers:13-18 durch Lust Vers: 22-25 unser Tun Vers: 14-19 im Alltag des Glaubens   Vers: 6-10 Hochmut Vers: 12 zur Wahrhaftigkeit
Vers: 19-27 durch Reden Vers: 26-27 unseren Dienst Vers: 20-26 zusammen mit dem Glauben   Vers: 11-12 Verleumdung
Vers: 13-17 Prahlerei
Vers: 13-18 zum Gebet Füreinander
Vers: 19-20 zur Seelsorge
Versuchung Heiligung Nächstenliebe Weisheit Welt Verantwortung
Jakobus 1,12 Jakobus 1,21 Jakobus 2,26 Jakobus 3,13 Jakobus 4,4 Jakobus 5, 9

Die grobe Gliederung der Bibelarbeiten

Fünf „Doppelpässe“ im Jakobusbrief

(nach einer Briefeinteilung von Lothar Jung)

Hören und Tun: ----------------------- Jakobus 1

Glaube und Werke: ----------------- Jakobus 2

Reden und Wandel: ----------------- Jakobus 3

Demut und Buße: -------------------- Jakobus 4

bzw. Hochmut und Gericht: -- Jakobus 5,1-6

Geduld und Gebet: ----------- Jakobus 5,7-20

Buchtipp:

Was die Bibel lehrt Bd.14
Jakobusbrief und Geschichte der ersten christlichen Gemeinde in Jerusalem,
ISBN 3-89436-093-3, 17,90 EUR, www.cv-dillenburg.de

In diesem Band der fundierten Kommentarreihe zum Neuen Testament werden nicht nur Betrachtungen und Auslegungen zu jedem Vers des Jakobusbriefes vorgestellt. In einem umfangreichen Sonderteil wird die Situation der frühchristlichen Gemeinde in Jerusalem beschrieben. Hintergrundinformationen, die den Inhalt des Jakobusbriefs in einem ganz besonderen Licht aufleuchten lassen und uns den geschichtlichen Kontext der Worte des Briefes und ihre geistliche Anwendung für unsere Zeit erhellen.

 weiter: Einführung & Spiel


Quelle/Copyright: Dieser Artikel stammt aus dem christ-online-MAGAZIN (Ausgabe 3/2003), eine Mitarbeiterzeitschrift der Christlichen Jugendpflege e.V. Das Kopieren für Gruppenstunden ist erlaubt. Die Verwendung - auch auszugsweise - für andere Publikationen, insbesondere im Internet, oder für gewerbliche Zwecke bedarf der vorherigen Absprache/Genehmigung des Herausgebers! Kontakt über: www.christ-online.de

[ © www.praxis-jugendarbeit.de | 2500 Spiele, Bastelideen, Quizfragen für Partyspiele, Kindergeburtstag, Freizeiten, Gruppenstunde, Spielstrassen, Kinderfest etc. ]



Andachten, Themen und Ideen zur Jugendarbeit Ideen zur Jugendarbeit Ideen zur Jugendarbeit Anspiele und Ideen zur Jugendarbeit Gespräche mit Kindern oder Jugendlichen Andachten, Themen und Ideen zur Jugendarbeit