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Und was jetzt?

Thema: Alkohol, Gruppenzwänge und möglich folgenreiche Verwicklungen

Inhalt:

Vier Jungen haben Grund zu Feiern. Natürlich mit einer Menge Alkohol. Leider bleibt das nicht ohne Folgen. Pascal ist es ein wenig mulmig bei der Aktion, aber er will seine Kumpels nicht enttäuschen.

Anwendung:

Über Alkoholkonsum unter Jugendlichen kann man viel hören und lesen. Den Jugendlichen ist wahrscheinlich selbst klar, dass zu viel Alkohol „ungesund“ ist. Trotzdem schaffen es die Kids nicht (zumindest in der Gruppe) Nein zu sagen und bei entsprechenden Parties nicht mitzusaufen bis zum Umfallen. Dass es unter Alkoholeinwirkung zu ungewollten Aktionen kommt dürfte auch bekannt sein. Wer kann da noch kühlen Kopf bewahren? Wer kann in einer entsprechenden Situation sich gegen die Gruppe stellen und das einzig Richtige machen?

Kurzgeschichte

„Noch eine Woche, dann ist dieses blöde Schuljahr vorbei!“ „Mann, ich bin so froh. Endlich Ferien!“

Christoph und seine Klassenkameraden, Charlie, Frank und Pascal hängen zusammen auf dem Pausenhof rum. Christoph ist 15 Jahre alt, die anderen sind alle etwas jünger. Das liegt daran, dass Christoph die 8. Klasse wiederholen muss. Auch heuer sind seine Noten alles andere als gut, aber durchfallen wird er diesmal nicht. Deshalb ist er zur Zeit auch tierisch gut drauf.

„Hey Leute, ich bleibe heuer nicht sitzen! Obwohl mir die blöde Müller in Mathe doch eine 5 gibt.“
„Was? Du hast eine 5 in Mathe? Da bist du eh noch super weggekommen. Ich dachte du kriegst eine 6.“
„Hey Charlie, du Arsch, halt nur dein Maul, sonst kriegst du eine auf die Fresse.“
„Ach ja? Wie viel ist den 13 x 14 Christoph? Na?“
„So, du willst es nicht anders, du Wichser!“ Christoph geht auf Charlie los und die beiden beginnen zu raufen. Aber nur zum Spaß, sie sind eigentlich die besten Kumpels und ziehen sich nur immer gegenseitig auf.
Trotzdem geht Frank dazwischen. „Hey Leute, lasst den Scheiß!“ Er überlegt: „Ich bleibe auch nicht sitzen. Mmh, keiner von uns fällt durch, oder? Charlie?“
„Ich und durchfallen, spinnst du?“
„Und Pascal ist sowieso ein Streber!“
„Bin ich nicht. Ich bin halt nur nicht so dumm wie du.“
„Also schaffen alle die Klasse - wenn das kein Grund zum Feiern ist! Oder Jungs?“
„Aber sicher!“ da sind sich natürlich alle einig und weil heute Freitag ist, beschließen sie, die Fete gleich am selben Abend steigen zu lassen.
„Super, das wird geil!“
„Spitzenklasse!“

„Was brauchen wir noch alles für die Party?“ will Frank wissen.
„Was werden wir schon brauchen?“ Pascal, macht eine eindeutige Geste. „Frauen natürlich!“
„Korrekt Mann! Und ordentlich was zum Saufen!“ Christoph und Charlie klatschen sich ab und lassen ihren Schlachtruf hören: „Raufen – Saufen – Frauen kaufen!“
„Ok, gleich nach der Schule ziehen wir los und decken uns mit Stoff ein!“
In diesem Moment kommen Elke und Babsi, zwei hübsche Mädels, die mit den Jungs in die selbe Klasse gehen, an ihnen vorbei.
Christoph hält sie auf: „Na, ihr Schnecken. Wie sieht´s aus? Lust auf Party heute Abend?“ „Party mit euch? Ihr könnt doch eh nichts anderes als saufen!“ meint Elke. „Und euch ankotzen.“ ergänzt ihre Freundin Babsi. Dann albern die beiden den Schlachtruf der Jungs nach: „Raufen – Saufen – ab ins Krankenhaus mit einer anständigen Alkoholvergiftung!“ Die beiden fangen zu lachen an und gehen weiter.
„Ihr dummen Zicken! Ist sowieso besser, wenn ihr nicht dabei seid!“ ruft ihnen Frank nach. Pascal setzt noch eins drauf: „Auf euch können wir verzichten – ihr seid eh voll hässlich!“ Und zu den anderen: „Wer braucht schon Frauen, um Spaß zu haben?“
Die Pausenglocke läutet und alle verschwinden in Richtung Klassenzimmer.

Wie immer ist Physik brutal langweilig und die Zeit vergeht furchtbar langsam. Trotzdem ist der Unterricht endlich irgendwann zu Ende.
„Hey Gerhard! Wir lassen heute eine Fete steigen. Hast Du Bock, dabei zu sein?” Gerhard ist eigentlich ganz in Ordnung, deshalb wollen ihn die Jungs heute auch dabei haben. Aber der schüttelt nur den Kopf. „Nein, meine Eltern haben mir verboten, nochmals mit euch zu feiern. Nach dem was letztes mal passiert ist, haben sie gemeint...“ Christoph unterbricht ihn jäh: „Mann, du Schlappschwanz!“
Gerhard verlässt den Raum: „Ach, leckt mich doch alle am Arsch!“
„Und was ist mit dir, Ralf?“ will Charlie von einem Mitschüler wissen, der auch schon am gehen ist.
„Nein, ich kann nicht, wir haben morgen ein Spiel.“
„Mein Gott, ein Spiel, wie wichtig! Ihr verliert ja eh nur wieder. Du solltest mehr feiern, dann wärst du auch viel lockerer und kein so Versager.“

Etwas später sind die vier Kumpels in der Getränkeabteilung des Supermarkts. „Lass den Wodka stehen, der ist zu teuer. So viel Kohle haben wir nicht!“ Christoph hat gerade ihr Geld gezählt. Und obwohl sie alle zusammengelegt haben, sind dabei nur jämmerliche 28 € raus gekommen.
„Fuck. Wodka mag ich doch so gerne.“ Frank ist enttäuscht. „Und was sollen wir dann saufen?“ „Wir müssen uns an die billigen Sachen halten. Wie das hier...“ Christoph lädt gerade einen Träger Bier in den Einkaufswagen.
„Du immer mit deinem Bier, das macht doch nicht mal ordentlich prall.“ meckert Charlie. „Und schmecken tut es auch nicht.“ Frank mag kein Bier.
Nach einigem Hin und Her haben die vier ihren Wagen ziemlich voll beladen und Christoph rechnet nochmals die einzelnen Preise zusammen. „22,50 €. Plus 4,99 €. Das macht genau.. ääh.. Mist.“
Charlie muss lachen: „Wie gesagt, mich wundert es total, dass du keine 6 in Mathe hast!“ „Ja, danke du Arsch. Und wie viel ist es dann?“
„27,49 € - passt genau!“

Als sie ihren Einkaufswagen an der Kasse ausladen, werden sie von der Kassiererin argwöhnisch beäugt. „Zeigt mir mal eueren Ausweis, Jungs!“
„Schwachsinn. Den brauchen wir doch nicht.“
Und Frank versucht einen auf ganz cool zu machen: „Hey Puppe, was soll denn das? Gib mir lieber deine Handynummer.“
Doch die beeindruckt das nur wenig: „Ihr kriegt Nichts. Ihr seid doch höchstens 15.“
„Hey, nun sei doch nicht so. Wir haben eine Feier. Keiner von uns bleibt sitzen.“
„Wie schön für euch. Aber von mir kriegt ihr trotzdem nichts. Ich würde mich sogar strafbar machen, wenn ich euch was gebe.“
Die Jungs gucken sich an. „Auch gut. Behalt das Zeug, euer Scheißbier kann man sowieso nicht saufen.“ meint Charlie. Sie lassen ihren Einkaufswagen einfach stehen und verschwinden aus dem Laden. „Du blöde Fotze!“ ruft Christoph der Kassiererin im Vorbeigehen noch hinterher.

„Dann holen wir das Zeug eben an der Tankstelle. Da habe ich immer was bekommen. Der Verkäufer ist voll cool, der sagt nie was.“ Charlie erlebt heute nicht zum ersten mal, dass man ihm keinen Alkohol verkaufen will.
Frank ist von der Idee nicht unbedingt begeistert: „Kein Wunder, dass der nichts sagt. Der Alkohol von der Tankstelle ist ja auch sauteuer, die verdienen sich einen goldenen Arsch mit uns. Da kommen wir mit unseren paar Euro nicht weit.“
„Auch gut, ich weiß schon, wo wir noch was herbekommen. Christoph ist wie immer derjenige, der sich zu helfen weiß. „Jetzt kaufen wir erstmal was für unsere 28 Euro an der Tankstelle zum Vorglühen. Wenn es dann dunkel wird, organisieren wir noch zwei, drei Kästen Bier. Wir müssen nur noch kurz zu mir nachhause, um Werkzeug zu holen.“
„Für was brauchen wir denn Werkzeug?“ Pascal ist bei diesem Plan irgendwie mulmig zumute. „Das wirst du dann schon sehen. Oder hast du etwa Schiss?“
„Ich Schiss? Sicher nicht!“
„Na, dann ist ja alles in Ordnung. So und jetzt auf zur Tankstelle!“
„Bier... Bier... immer nur Bier..“ murmelt Frank vor sich hin, als sie sich auf den Weg machen.

Später am Abend ist es schon stockfinster. Und die Jungs sind alle schon ziemlich breit und wackelig auf den Beinen. Christoph trägt versteckt unter seiner Jacke das Brecheisen, das sie gerade aus dem Haus seiner Eltern geholt haben. Etwas abseits der Strasse ist eine Baustelle. Dort bleiben sie vor einem Bauwagen stehen und gucken durch das Fenster.
„Da. Da drinnen ist das Bier! 4 volle Kästen. Genau, wie ich es euch gesagt habe.“ meint Christoph. Er sieht sich nach allen Seiten um. Da niemand zu sehen ist, beginnt er damit, das Vorhängeschloss an der Tür des Bauwagens aufzubrechen.
„Scheißbier! Das kannst Du selber saufen.“ Frank hätte noch immer lieber was anderes zu trinken.
„Du sag mal Christoph,“ Pascal kriegt es wieder mit der Angst zu tun, „das ist doch eigentlich ein Einbruch, was wir hier machen, oder?“
„Mann, du Feigling! Dann geh halt heim zu deiner Mama, bevor du dir in die Hosen machst.“
„Nein, nein, ist ja schon gut, Christoph! Ich finde es eh voll cool!“ Pascal will sich vor seinen Kumpels schließlich nicht blamieren.
„Mensch 4 Kästen Bier! Und wir sind zu viert! Wie viele Kästen Bier bekommt dann jeder von uns? Na Christoph?“ Charlie hat einfach zu viel Spaß daran, dass sich Christoph so schwer beim Rechnen tut.
„Was soll die Scheiße? Keine Ahnung, jedenfalls reicht es für heute Abend. Mist! Ich kriege das verdammte Ding nicht auf.“ Christoph ist nicht stark genug, um das Schloss zu knacken.
„Schlag halt einfach die Scheibe ein.“ Diesmal ist Frank derjenige, der sich zu helfen weiß.
„Mmh, manchmal bist du gar nicht so blöd, wie du aussiehst!“ Christoph hat kurz inne gehalten. Das Denken fällt ihm in seinem Zustand doch schon ziemlich schwer. „Also gut!“ Ein Schlag und die Scheibe zerbricht in tausend Stücke.
„Darf ich bitten?“ Natürlich muss Pascal durch das Fenster steigen, weil er der jüngste und schwächste der Jungs ist. „Sei vorsichtig, nicht dass du dich schneidest!“ Christoph, Charlie und Frank beobachten, wie ihr Freund in den Bauwagen klettert. „Gut so, gleich hast du es geschafft...“

„Aha! Habe ich euch erwischt!“ Urplötzlich ist eine Gestalt aus der Dunkelheit aufgetaucht und hat die Jungen furchtbar erschreckt. „Ihr Diebe! Diebe seid ihr!“
„Scheiße! Scheiße!“ Charlie ergreift sofort die Flucht.
„Du Feigling, bleibst du wohl hier!“ Christoph hat wieder Oberwasser. Nach dem ersten Schreck hat er erkannt, dass es sich bei der Gestalt nur um einen alten Mann handelt. „Du Weichei!“
Der alte Mann packt Christoph an der Schulter. „So, mein Früchtchen, dich kenne ich. Du bist doch der Sohn von den Webers aus der Gartensiedlung!“
„Nein, das bin ich nicht!“ Christoph weiß zwar, dass Leugnen zwecklos ist, aber er will nicht so einfach aufgeben.
„Ich kenne deinen Vater recht gut und habe die Nummer von euch gespeichert. Der wird sich freuen, wenn er erfährt, was ihr so alles treibt.“ Der Alte nimmt sein Handy aus der Jackentasche.
„Mensch, lass das! Meine Eltern bringen mich um.“ Christoph ist zwar betrunken, aber trotzdem merkt er, wie sich Panik in ihm breitmacht. „Nicht anrufen!“
„Das hättet ihr euch vorher überlegen müssen, ihr Rotznasen!“
„Du sollst das lassen, habe ich gesagt!“ Christoph schlägt dem Mann das Handy aus der Hand und es fliegt in weitem Bogen davon.
„Na warte, Bürschchen, dir werde ich es zeigen!“ Der Alte verpasst ihm eine Ohrfeige.
Der Schlag hat Christoph brutal weh getan und Blut läuft aus seiner Nase. „Du alter Drecksack!“ Christoph ist außer sich vor Wut und Schmerz. Seine Finger ballen sich um das Brecheisen, das er noch immer in der Hand hält, und er schlägt zu. Wie in Trance. Er trifft den alten Mann voll seitlich am Körper. Der fällt nach vorne auf die Knie. „So, das hast du nun davon, du Arsch!“

Für einen Moment ist alles still. Dann richtet sich der Mann auf und röchelt schmerzverzerrt: „Aua... du.. aahh... hast mir die Rippen gebrochen. Bitte aaah... holt einen Arzt! Bitte!“

Pascal beginnt zu weinen. „Verdammt. Was sollen wir jetzt nur machen?“

Anregungen für Fragen zu einem Gesprächseinstieg:

  • Kannst du die Situationen nachvollziehen?
  • Warum ist das Saufen so wichtig?
  • Warum war keinem klar, was für Folgen bei solch einer Aktion entstehen könnten?
  • Was hättest Du gemacht?
  • Ist die Sprache der Kids normal (Ausdrücke, möglichst cool…)?
  • Fällt es euch überhaupt auf, wenn ihr so untereinander redet, was ihr da zueinander sagt?

Lernziel:

  • Über Alkoholkonsum unter Jugendlichen kann man viel hören und lesen. Den Jugendlichen ist wahrscheinlich selbst klar, dass zu viel Alkohol „ungesund“ ist. Trotzdem schaffen es die Kids nicht (zumindest in der Gruppe) Nein zu sagen und bei entsprechenden Parties nicht mitzusaufen bis zum Umfallen. Ein Lernziel wäre, dass den Kids bewusst wird, dass ihr Verhalten vom Gruppendruck beeinflusst wird.
  • Dass es unter Alkoholeinwirkung zu ungewollten Aktionen kommt dürfte auch bekannt sein. Wer kann da noch kühlen Kopf bewahren? Ein Lernziel wäre, dass nicht der ganze Verstand mit runtergespült werden soll, sondern ein kühler Kopf noch nötig ist.
  • Wer kann in einer entsprechenden Situation sich gegen die Gruppe stellen und das einzig Richtige machen? Wer in der entscheidenden Situation das richtige macht, der handelt verantwortungsbewusst – auch wenn die anderen einen als Hasenfuß oder Schisser bezeichnen.

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