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Pascal und die Pornofilme

Thema: Die Neugier auf Pornos und die Folgen (Begierde, Einsamkeit, …)

Inhalt:

Ein 14 Jähriger findet im Zimmer seines Bruders Pornofilme. Mit der Zeit wird er danach regelrecht süchtig und die wahre Welt vermischt sich mit der, der Pornos. Letztendlich obsiegt aber sein Gefühl zu Steffi, einem realen Mädchen aus seiner Schule.

Kurzgeschichte

Als der 14-jährige Pascal an diesem Nachmittag von der Schule nachhause kommt, ist er wieder mal ganz alleine. Seine Eltern sind beide arbeiten und sein älterer Bruder Dominik hat noch länger Unterricht.

Pascals Gefühle sind heute ziemlich durcheinander. Nach Schulschluss hat er sich nämlich noch mit Steffi, einem Mädchen aus seiner Klasse, in das er seit ein paar Wochen sehr verliebt ist, unterhalten. Steffi sieht echt süß aus und Pascal wird es immer richtig flau im Magen, wenn er ihr gegenüber steht. Deshalb hat er sich bisher auch nicht getraut, mit ihr über seine Gefühle zu reden. Vorhin hätte er dazu eine gute Gelegenheit gehabt, doch Pascal hat wieder nichts gesagt. Und das macht ihm noch ein wenig zuschaffen.

Nachdem Pascal eine Pizza aus der Mikrowelle gegessen hat, will er sich zuerst noch ein wenig entspannen und ein paar Seiten im neuen „Spiderman“ lesen, bevor er seine Hausaufgaben erledigt. Er kann das Comic-Heft aber weder in seinem Zimmer noch im Wohnraum finden. „Die hat mir bestimmt der Dominic wieder geklaut“ schießt es Pascal durch den Kopf. Es ärgert ihn furchtbar, dass sein älterer Bruder sich immer von seinen Sachen nimmt, ohne ihn vorher zu fragen. Aber weil Dominik nicht da ist, kann er ja einfach in dessen Zimmer gehen und sich sein Heft wiederholen. Doch auch im Zimmer seines Bruders kann er es nirgends entdecken. „Vielleicht hat er es in seinen Schrank geräumt“ denkt sich Pascal und beginnt die einzelnen Schubfächer zu durchsuchen. Im untersten Fach, versteckt unter den Socken seines Bruders, wird er schließlich fündig. Es ist zwar nicht der gesuchte Spiderman, dafür aber etwas anderes, dass sein Interesse weckt, nämlich ein ganzer Haufen DVDs. „Komisch“ für einen Moment ist Pascal etwas irritiert, „unsere ganzen Filme sind doch eigentlich im Wohnzimmer in dem Regal neben dem Fernseher“, aber als er sich die DVDs etwas näher ansieht, wird im schnell klar, warum sein Bruder sie so gut versteckt hat. Es sind alles Pornos. Pascal hat schon viel von seinen Klassenkameraden über diese Art Filme gehört, er selber hat aber noch nie einen gesehen. Neugierig öffnet er deshalb eine DVD-Box und die Bilder, die da zu sehen sind, verschlagen ihm fast den Atem: Mehrere Frauen, eine aufreizender als die andere und alle sind nackt! Pascal ist von diesem Anblick so fasziniert, dass er sofort merkt, wie sein Penis anschwillt. Schnell öffnet er die nächste DVD. „Wow! Das ist ja noch viel geiler und ziemlich eindeutig, was die da machen.“ Pascal weiß zwar, was Sex ist und hat auch eine gewisse Ahnung davon, wie der abläuft, aber gesehen hat er so was noch nie. Der Gedanke, dass er sich diesen Porno auch anschauen könnte, macht ihn richtig nervös. „14.25 Uhr. Dominik kommt frühestens um 15.00 Uhr heim. Da habe ich noch locker genug Zeit.“ denkt sich Pascal. Er überlegt kurz, welchen Film er sich nehmen soll und entscheidet sich schließlich für den zweiten, weil es in dem anscheinend richtigen Sex zu sehen gibt.

Seine Hände zittern vor Erregung, als er im Wohnzimmer die DVD in den Recorder schiebt. Was Pascal dann aber zu sehen bekommt, als der Film startet, verursacht ihm fast einen Schüttelfrost. Schon nach wenigen Sekunden ist eine total üppig gebaute Blondine zu sehen, die völlig unbekleidet unter der Dusche steht. Dieser Anblick lässt seinen Penis in der Hose regelrecht pulsieren. Pascal hat von gleichaltrigen Freunden auch gehört, dass die sich schon oft selbst befriedigen oder, wie sie es nennen „einen runterholen“, wenn sie sich solche Pornos angucken oder nackte Frauen in Heften wie dem „Playboy“ ansehen. Dominik verspürt jetzt aus irgendeinem Grund ein unbeschreiblich starkes Bedürfnis, das auch zu tun. Er zieht sich die Hose herunter und beginnt an sich herumzuspielen. Dabei schaut er wie magnetisiert auf die Blondine aus dem Film, die gerade dabei ist, sich überall einzuseifen. Pascal wird es ganz heiß und ihn überkommt so ein komisches Gefühl. Immer schneller bewegt sich seine Hand da unten und plötzlich schießt ein weißes Zeug vorne aus seinem Penis heraus. „Aaah!“ Pascal atmet schwer, er ist noch immer erregt, aber irgendwie entspannt. Für ein paar Momente setzt er sich auf das Sofa, um sich zu beruhigen.

„Scheiße, der ganze Boden ist voll mit dem Zeug!“ Pascal erschrickt fürchterlich, weil ihm schlagartig klar wird, dass sein Bruder sofort wissen würde, was er getan hat, wenn er sein Sperma (Pascals Mutter hat ihm mal erklärt, dass das weiße Zeug Sperma heißt und der Samen des Mannes ist) hier finden würden. Deshalb rennt er schnell ins Badezimmer, macht sich unten sauber, zieht sich wieder an, putzt mit Klopapier sein Sperma im Wohnzimmer auf und spült es dann im Klo hinunter. Als er wieder aus dem Badezimmer kommt, hört er, wie jemand den Schlüssel in der Haustüre rumdreht. „Mist, Dominic kommt heim!“ wie von der Tarantel gestochen nimmt er die DVD aus dem Recorder, gibt sie in die Box zurück, läuft die Treppe nach oben und schafft es gerade noch rechtzeitig, die Pornos wieder unter den Socken zu verstecken, bevor sein Bruder in das Zimmer kommt.
„Hey Pascal! Was machst du denn in meinem Zimmer? Du weißt doch, dass du hier nichts zu suchen hast!“
Pascal wird ganz rot im Gesicht, aber Gott sei Dank fällt ihm eine gute Ausrede ein. „Ich suche meinen neuen Spiderman. Hast du mir den genommen?“
„Ach so. Ja, habe ich.“ Dominik öffnet seine Schultasche und holt das Heft heraus.
„Man, das war verdammt knapp, denkt sich Pascal, als er zurück ins Wohnzimmer geht.

In den nächsten Wochen nimmt sich Pascal immer häufiger DVDs von seinem Bruder, um sich damit selbst zu befriedigen. Am Anfang ist er dabei, aus Angst erwischt zu werden, noch sehr vorsichtig. Doch mit der Zeit wird er immer routinierter und onaniert an manchen Tagen sogar mehrmals. Pascal ist mittlerweile regelrecht süchtig nach Sexfilmen. Das geht sogar soweit, dass er Freunden absagt, die mit ihm Fußball spielen wollen, nur damit er nicht ein paar Stunden verpasst, in denen er sich ungestört seinen Pornos widmen kann.

Wie bei jeder anderen Sucht auch, tritt bei Pascal schließlich der Effekt auf, dass er immer mehr braucht, um seine Bedürfnisse zu befriedigen. Mittlerweile kennt er die Pornos seines Bruders in- und auswendig und findet sie nicht mehr so aufregend, weil er jede Szene schon mindestens fünf mal gesehen hat. Dominik kauft sich jetzt keine neuen Filme mehr, was zum einen daran liegt, dass diese Art DVDs nicht ganz billig ist und zum anderen sicher auch daran, dass Dominik seit einiger Zeit eine feste Freundin hat. Manchmal, wenn Pascal sieht, wie glücklich die beiden zusammen sind, muss er an Steffi denken und wie schön es wäre, wenn sie auch so eine Beziehung hätten. Doch auch in den letzten Wochen ist es ihm nicht gelungen, Steffi seine Gefühle zu beichten. Pascal hätte nicht gedacht, dass die Liebe so eine komplizierte Sache sein kann und ist frustriert darüber, dass er seiner Steffi nicht näher kommt. Um wie viel einfacher ist es da, sich einen Porno anzusehen! Die Frauen in den Filmen sind zwar nicht echt, aber mit denen muss man nicht reden und sie sind auf Knopfdruck bereit. Der inzwischen 15 Jährige hat eine neue, schier unerschöpfliche Quelle für Pornos gefunden – das Internet! Jede freie Sekunde sitzt er nun vor dem Computer und sucht nach Sexseiten. Dabei muss er zwar ständig auf der Hut sein, dass er nicht auf Seiten kommt, für die man teuer bezahlen muss. Aber auch damit findet er sich rasch zurecht und Pascal löscht auch nach jedem Surfen den Browserverlauf, damit seine Eltern nicht merken, dass er auf Sexseiten war. Das Faszinierende am Internet ist für Pascal nicht nur die Menge, die er sich runterladen kann. Im Gegensatz zu den DVDs seines Bruders, findet er hier auch immer härtere Pornos. Bilder von nackten Frauen alleine reichen ihm schon fast nicht mehr als Anreiz für seine Phantasie bei der Selbstbefriedigung aus.

Trotz dieser neuen Quelle für seine Pornofilme, ist Pascal aber überhaupt nicht glücklich. Irgendwie wünscht er sich momentan nichts mehr, als dass er mit Steffi so eine tolle Beziehung hätte, wie die seines Bruders ist. In letzter Zeit ist Pascal auch irgendwie aufgefallen, dass er sich immer gerade dann, wenn er sich besonders einsam fühlt, Pornos ansieht. Mehr und mehr flüchtet er sich so in eine Scheinwelt, in der Mädchen und Frauen nur reine Sexualobjekte sind. Außerdem ist Pascal durch den häufigen Konsum dieser Filme mittlerweile so abgestumpft, dass ihm das Onanieren keine rechte Befriedigung mehr verschafft. Er will endlich richtigen Sex haben – koste es, was es wolle. Und so kommt es, wie es kommen muss.

An einem heißen Sommertag, wenig später, ist Pascal zusammen mit ein paar Freunden im Freibad. Doch während die anderen Jungs schwimmen oder Volleyball spielen, ist Pascal nur damit beschäftigt, die Mädchen auf der Liegewiese zu beobachten und in Gedanken auszuziehen. Vor allem eine Frau mit einer sehr weiblichen Figur hat es ihm angetan und er kann den Blick nicht mehr von ihr lassen. Natürlich merkt die Frau, dass Pascal sie permanent anstarrt. Und weil ihr das auf die Dauer wohl zu unangenehm ist, packt sie schließlich ihre Badesachen zusammen und geht Richtung Umkleide. Pascal ist aber so angeturnt und steht wohl auch durch die Pornos unter solchem Druck, dass er nicht anders kann, als ihr wie in Trance zu folgen. Vorsichtig öffnet er die Tür zur Damendusche, durch die die Frau eben verschwunden ist, geht hinein und sieht sich vorsichtig um. Er weiß natürlich, dass er das nicht darf, aber er ist einfach zu scharf darauf, diese tolle Frau nackt zu sehen. Und tatsächlich, dahinten bei den Garderobeschränken steht sie und beginnt sich gerade auszuziehen. Pascal versteckt sich hinter einer Säule, von wo aus er sie ungesehen beobachten kann, ohne selbst gesehen zu werden. Die Szene kommt ihm fast wie ein Porno vor und beinahe automatisch beginnt er sich bei diesem Anblick selbst zu befriedigen. Doch er kommt damit nicht weit. „Hab ich dich erwischt! Du mieser Spanner!“ Der Bademeister hatte gesehen, wie Pascal in die Damenumkleide gegangen ist und war ihm gefolgt. „Eigentlich muss ich jetzt die Polizei holen...“
Doch als er sieht, dass Pascal furchtbar zu weinen beginnt, lässt der Bademeister nochmals Gnade vor Recht ergehen und informiert weder die Polizei noch seine Eltern. Dafür darf Pascal aber nicht mehr dieses Schwimmbad besuchen und außerdem muss er versprechen, dass er so etwas nie wieder tut.
Als Pascal auf sein Rad steigt, um nachhause zu fahren, zittern ihm noch immer die Knie. „Puh, das war verdammt knapp.“

Doch dieser Vorfall gibt Pascal auch irgendwie zu denken. Er weiß ja genau, dass das was er da gerade getan hat, falsch und armselig war. Außerdem hat er auch Angst davor, dass er in Zukunft völlig die Kontrolle über sich und sein Handeln verlieren könnte, wenn er weiter so viele Pornofilme ansieht. Als er zuhause ankommt, sieht er wieder seinen großen Bruder, der gerade schmusend mit seiner Freundin auf der Terrasse sitzt. „In Wirklichkeit vereinsame ich eigentlich durch diese blöden Pornos nur und verliere den Kontakt zu vielen Menschen. Viel lieber hätte ich auch eine richtige Freundin, so wie sie mein Bruder hat.“ Wie ein Blitz trifft Pascal diese Erkenntnis und er wird davon ganz traurig.

„Obwohl. Vielleicht kann ich so eine Beziehung auch haben. Ich muss mich nur einfach mal trauen!“ Schließlich greift Pascal zu seinem Handy und ruft Steffi an.
„Hallo Steffi. Ich bin es, Pascal.“
„Hey Pascal! Schön, dass du mich mal anrufst. Wie geht es dir?“
„Gut, danke. Warum ich anrufe...“ Pascal ist doch wieder ein wenig schüchtern, „... es ist doch so ein schöner Tag heute und da habe ich mich gefragt, ob wir nicht... ob wir nicht etwas zusammen unternehmen könnten. Aber natürlich nur, wenn du dazu Lust hast.“
„Mann, Pascal!“ Steffi ist richtig glücklich. „Ich dachte schon, du fragst mich nie. Natürlich will ich.“

Seit kurzem sind die beiden jetzt auch fest zusammen. Geschlafen haben sie zwar noch nicht miteinander, da will sich Steffi noch Zeit lassen, aber trotzdem ist Pascal im 7. Himmel. Wenn er seine Steffi in den Armen hält und sie ihn küsst, ist das nämlich tausendmal besser als jeder blöde Pornofilm!

Anregungen für Fragen zu einem Gesprächseinstieg:

  • Könnt ihr Pascals Neugier verstehen?
  • Was für negative Folgen vom Konsumieren von Pornofilmen können entstehen?
  • Warum hat der Gesetzgeber verboten, dass Kinder- und Jugendliche Pornos anschauen dürfen?
  • Vor was wollte der Gesetzgeber schützen?

Lernziel:

  • Pornos sind nur eine Form der Geldmacherei, die auf die Triebe des Menschen abstellt.
  • Pornos und die damit verbundene Selbstbefriedigung führt zur Vereinsamung und letztendlich zur Unfähigkeit eine echte Beziehung einzugehen
  • Die Darstellungen des Geschlechtlichen in Pornoheftchen oder Filmen können gerade bei Jungen oder Männern starke sexuelle Erregungen bewirken.
  • Die Erregung drängt auf Entspannung, die oft nur über Selbstbefriedigung erreicht wird.
  • Zwar ist dann in diesem Augenblick der körperliche Geschlechtsbereich entspannt und befriedigt, jedoch die Bilder halten die seelische Spannung aufrecht und spannen bei Gelegenheit wieder den Unterleib ein.
  • Es entsteht ein Kreislauf zwischen Phantasiebildern und realem körperlichem Begehren, welches sich dann so weit steigern kann, dass man zum Spanner, oder gar zum Vergewaltiger wird.
  • Die gesehenen Bilder und sexuellen Vorstellungen lassen sich nicht einfach auslöschen und sind noch jahrelang da. Sie können einen Menschen (den einen mehr, den anderen weniger) so hart bedrängen und ihn dabei immer tiefer in die Begierde und/oder Einsamkeit stürzen.
  • Der Neugier nachzugeben, ist bereits ein Schritt in die falsche Richtung.
  • Die Flucht davor ist oft der einzigste Ausweg. (d.h. zum Beispiel wenn Deine Kumpels sich Pornofilme reinziehen wollen, dass Du dann einfach gehst, selbst dann, wenn Du dafür ausgelacht wirst).

Geeignete Bibelstellen:

  • 1.Korinther 6, 18-20
    Wisst ihr denn nicht, dass euer Körper der Tempel des Heiligen Geistes ist? Gott hat euch seinen Geist gegeben, der jetzt in euch wohnt. Darum gehört ihr nicht mehr euch selbst. Gott hat euch als sein Eigentum erworben. Macht ihm also Ehre durch die Art, wie ihr mit eurem Körper umgeht.

  • 2.Timotheus 2,22
    Fliehe die Begierden der Jugend! Jage aber nach der Gerechtigkeit, dem Glauben, der Liebe, dem Frieden mit allen, die den Herrn anrufen aus reinem Herzen.

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