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Mitarbeiter-Leitfaden : Was macht einen guten Mitarbeiter aus?

Mitarbeiter-Leitfaden von Patrick Heß

Mitarbeiter in einer Gemeinde zu sein ist oft nicht einfach. Egal, in welchem Bereich und es gibt viele Bereiche innerhalb der Gemeinde. Meistens unterscheiden sie sich anhand der speziellen Fähigkeiten, die dort benötigt werden. So ist es durchaus sinnvoll für eine Band ein Musikinstrument zu beherrschen oder singen zu können oder als Prediger gerne anderen Menschen Themen vor zu tragen. Dabei ist nicht aus zu schließen, dass alle diese Fähigkeiten erlernt werden können. Neben diesen speziellen Fähigkeiten sind andere Eigenschaften erforderlich, unabhängig von dem Bereich in dem man mitarbeitet. In diesem Aufsatz werden verschiedene Tipps aufgeführt, die m.E. existentiell wichtig sind um ein guter Mitarbeiter zu werden. Diese Dinge sind dabei auf die Kinder- und Jugendarbeit bezogen, verlieren damit aber ihre Gültigkeit nicht für die Arbeit mit Erwachsenen.

Kein Mitarbeiter ist von Anfang an perfekt und kein Mitarbeiter wird am Ende perfekt sein. Immer wieder kommt es zu Situationen in denen gelernt werden kann, die neu sind und daher bedacht werden müssen. Nur wer stetig an sich arbeitet und verbessern will, kann auf Dauer effektiv arbeiten und Menschen positiv prägen. Daher sind diese Punkte keine Voraussetzungen, sie sind Anregungen zur Weiterentwicklung. Diese Liste ist auch nicht vollständig, vermutlich werden einige Punkte ergänzt werden müssen. Dennoch kann sie eine Hilfe sein um neue Perspektiven auf die Mitarbeit in der Gemeinde und zur persönlichen Entwicklung zu geben. Am Ende jedes Punktes werden daher verschiedene Anregungen stehen, die bei der Entwicklung dieser sozialen Fähigkeiten helfen sollen. Zuletzt soll erwähnt werden, dass die Reihenfolge nicht mit der Wichtigkeit der Punkte einhergeht. Die Ausnahme bildet der erste Punkt.

Der wichtigste Grundsatz:

Egal welche Arbeit du machst, egal wie groß oder klein, wie anspruchsvoll oder nicht, egal wie wichtig oder unwichtig, egal was du tust, wenn du nicht mit Gott zusammenarbeitest, wirst du nicht erfolgreich sein in deiner Arbeit. Denn ER ist es, für den wir Jugendkreise ausrichten, Geländespiele in der Jungschar anbieten oder Andacht vorbereiten. Wie das Volk Israel in der Wüste nicht einfach einen Weg suchte, nach Hinweisen auf den kürzesten Weg heraus Ausschau hielten, sondern von Gott geführt wurden durch seine Anwesenheit als Wolken- oder Feuersäule (lies es ruhig nach 2. Mose 13 und 40), so kann Gemeindearbeit nur durch die Führung und in der Beziehung zu Gott gelingen. Daher ist dies der wichtigste Punkt.

Gott allein sollte der Mittelpunkt jedes Mitarbeiters und jeder Gemeindearbeit sein. Auf seine Aufgaben und Worte gilt es sich aus zu richten, da wir sonst nicht sein gutes Ziel erreichen, sondern umher irren könnten wie es das Volk Israel 40 Jahre in der Wüste tat (dies findest du ebenfalls in 2.Mose). Gott ist ein Gott der Beziehung, einer Beziehung mit dir und seiner Gemeinde. Dies muss an erster Stelle stehen.

  • Verbringe Zeit mit Gott. Dazu kannst du verschiedene Dinge ausprobieren. Vielleicht ist die Natur ein guter Ort für dich mit Gott in Kontakt zu kommen. Probiere es aus. (Mehr dazu im Workshop „Neun Wege Gott zu lieben“

  • Studiere die Bibel. Vielleicht ist das Neue Testament etwas für dich oder eine Hörbuch- Variante. Kommentare zur Bibel oder Bibellexika können ebenfalls hilfreich und interessant sein.

  • Sprich mit anderen Christen. Es ist selten hilfreich Dinge alleine zu tun, besonders dann nicht, wenn andere Menschen mehr Erfahrung haben und dir mit Rat und Tat zur Seite stehen. Nutze diese Chance, du wirst sicher Menschen kennen, mit denen du reden kannst.

Jugendarbeit ist Beziehungsarbeit.

In der Jugendarbeit ist entscheidend einen guten Draht zu den Jugendlichen zu haben. Damit ist nicht gemeint mit jedem netten Smalltalk über die Schule, Musik oder sonst was führen zu können, wenn dies auch ein wichtiger Bestandteil ist. Vielmehr geht es darum eine Basis des Vertrauens zu schaffen und damit eine Atmosphäre in der sich die Kinder, Teens und Jugendlichen wohl fühlen. Dies geschieht nicht von heute auf morgen, dies geschieht auch nicht durch bestimmte Techniken und Methoden wie die Fernbedienung an deinem Fernseher.

Beziehungen können dort entstehen in denen Menschen sich ehrlich begegnen und sich ernst genommen wissen. Beziehungen können dort wachsen, wo Menschen merken, dass sie gemocht und wert geschätzt werden. Beziehungen können dann zu starken und engen Freundschaften werden, wenn jeder Beteiligte merkt, dass er dem anderen vertrauen kann. Keine der folgenden Punkte kann dir garantieren, dass dies passiert. Es sollen damit auch keine Punkte genannt werden, die es einfach abzuarbeiten. Aber sie können dir helfen besser mit Menschen um zu gehen.

  • Interessiere dich für deine Jugendlichen. Frage sie, wie es ihnen geht, frage sie nach der Schule, frage sie nach dem Elternhaus. Interesse an anderen Menschen ist das A und O von Beziehungen und müssen daher von ehrlicher Natur sein.

  • Denke an für sie wichtige Termine und Themen. Frage nach, wie z.B. das Handballspiel letzte Woche gelaufen ist. Frage nach, wie es mit den Schwierigkeiten im Englisch- Unterricht läuft, ob er zurechtkommt. Wenn du mit einem Jugendlichen redest, geht es nicht in erster Linie um dich, sondern um den Jugendlichen.

  • Akzeptiere, wenn Jugendliche nicht positiv reagieren. Jedem Menschen ist es überlassen, ob er mit einer anderen Person redet oder nicht, oder er ihn mag oder nicht. Lerne das zu akzeptieren. Nicht immer findet man einen guten Draht zu einer anderen Person oder die andere Person möchte dies nicht. Das ist in Ordnung.

  • Begegne Jugendlichen möglichst vorurteilsfrei. Oft kommt es vor, dass über Jugendliche schon einiges bekannt ist, positives oder negatives. Lasse dich von solchen Vorausdeutungen nicht beeinflussen, sondern lerne den Jugendlichen kennen ohne im Hinterkopf zu haben, was anderen über ihn sagen.

Sei zuverlässig.

Oft schon gab es Menschen, die viele Sachen sagten, aber wenige umsetzten. Auch im Teenkreis gab es schon Mitarbeiter, die zwar betonten regelmäßig kommen wollten, es aber nicht taten. Genau da fängt Zuverlässigkeit an. Zuverlässig zu sein heißt zu den Worten zu stehen und sie zu tun. Jeder Mitarbeiter muss sich auf andere Mitarbeiter verlassen können, denn sonst steht er eventuell alleine da oder wichtige Absprachen werden nicht eingehalten und gefährden die gesamte Gruppe. Auch wenn es heute eine weit verbreitete Volkskrankheit zu sein scheint möglichst unverbindlich zu sein und Termine oder Absprachen nicht unbedingt einzuhalten, kann damit keine gute Jugendarbeit gemacht werden.

  • Schreibe dir wichtige Absprachen und Termine auf.

  • Überlege, ob du die Dinge wirklich schaffen kannst. Wenn nicht, lehne sie ab.

  • Beantworte E-Mails, Telefonate möglichst direkt.

  • Gewöhne dir Pünktlichkeit an. Besser 15 Minuten zu früh, als 5 Minuten zu spät.

Probiere dich aus.

Jeder Mensch hat Begabungen, die Bibel spricht eindeutig davon. Jesus erzählt ein Gleichnis von einem Geschäftsmann, der eine Auslandsreise machen will. Daher ruft er seine Verwalter an und verteilt sein Geld an diese Männer, damit sie damit arbeiten sollen. Verschiedene Verwalter bekommen unterschiedlich viel Geld. Nach der Auslandsreise bestellt der Geschäftsmann sie zu sich um zu prüfen wie sie mit seinem Geld umgegangen sind. Jeder der mit dem Geld gearbeitet hat, es anlegte oder ähnliches lobt er, nur den einen Verwalter, der das Geld aus Vorsichtsgründen sicher verwahrt hat, den tadelt er.

Jeder Mensch ist mit Talenten ausgestattet, du und ich, und wir sind aufgefordert sie zu nutzen. Doch oft wissen wir gar nicht genau, was wir überhaupt können. Manchmal denken wir auch, dass dieses Talent nicht sehr hilfreich ist. Und hofft kennen wir unsere Gaben sehr genau, setzen sie aber nicht ein. Jesus sagt aber eindeutig, dass wir sie einsetzen sollen, denn wir wurden von Gott damit ausgestattet. Wir wurden damit ausgestattet, damit wir Gewinn bringen!

  • Lass dich auf neue Dinge ein und probiere neue Dinge aus.

  • Entwickle deine Gaben weiter.

  • Mache einen Gabentest.

  • Bereite alleine oder mit einem erfahrenen Mitarbeiter ein Spiel, eine Andacht, eine Bibelarbeit, …., selber vor.

Sei vorbereitet.

Nichts ist schlimmer und wirkt schlimmer als nachlässige Vorbereitung. Was für Klausuren und Hausaufgaben gilt, gilt erst recht für die Jugendarbeit. Deine Teilnehmer werden merken, wenn du nicht gut vorbereitet bist. Das kann mal passieren, sollte aber niemals zur Regel werden. Denn gut vorbereitete Spiele, Bibelarbeiten oder inhaltliche Themen zeigen wie viel Mühe du dir gemacht hast und das drückt Wertschätzung aus. Außerdem wird es dann viel eher einen reibungslosen Ablauf geben. Ebenso wird sich ein gut geplanter Abend auf die Disziplin der Kinder auswirken. Wenn du erst noch gucken musst, wo du welches Spiel spielen willst oder welche Materialien du noch brauchst, dann entsteht häufig Frust oder leere Zeit in der Kinder leicht ablenkbar sind.

Genauso wichtig ist es Regeln und Vorgehensweisen im Voraus zu durch denken. Ein nicht zu Ende gedachtes Spiel nimmt jede Spielfreude im Nu weg. Also achte auf deine Vorbereitung.

  • Überlege dir im Voraus, was du wo, wann und wie machen willst. Es ist nicht immer nötig einen zeitlichen Ablaufplan zu machen, aber es ist wichtig sich vorher Gedanken zu machen, was du überhaupt tun willst. Hier eine kleine Checkliste, die sich auf Spieleabende bezieht:

    • Was willst du machen?

    • Wo willst du es machen? Was brauchst du für ein Gelände? Wald? Wiese? Ruhiger Sitzbereich?

    • Musst du vorher etwas vorbereiten? Muss ein Spielfeld abgesteckt werden? Müssen Materialien bereitgelegt werden? Müssen Materialien an die Kinder verteilt werden?

    • Sind die anderen Mitarbeiter eingeweiht? Kennen sie ihre Aufgaben und die Regeln?

    • Hast du die Regeln bis zu Ende gedacht? Was könnten die Kinder alles tun? Was für Möglichkeiten haben sie? Willst du etwas verbieten oder muss es dazu Sonderregeln geben?

    • Müssen Sicherheitshinweise beachtet werden? Gibt es Verletzungsmöglichkeiten? Ist eventuell ein Notsignal nötig, dass anzeigt, dass das Spiel pausiert wird?

    • Wie ist das Bewertungssystem? Gibt es Punkte? Oder Punktabzüge? Und wofür? Sorge hier für Transparenz.

  • Beachte, dass manchmal unvorhergesehen Dinge geschehen können. Scheue dich dann nicht flexibel zu reagieren und wenn nötig das Spiel und seine Regeln anzupassen oder einen inhaltlichen Abend an ein neues Thema anzupassen.

  • Bereite dich früh genug vor. Oft ist das nicht möglich. Ich weiß das. :-) Trotzdem ist es besser früher als später anzufangen. So kommst du auf die besten Ideen und neue Ideen wachsen heran. Und du hast noch genug Zeit Materialien zu besorgen.

Ich hoffe die Gedanken zum Thema „Mitarbeiter“ konnten dir helfen. Natürlich ist das nicht alles und es gäbe viel mehr zu sagen. Wenn dir etwas wichtig ist, was ich vergessen habe, es wird sicher etwas geben, dann schreibe mir ruhig. Ich freue mich weiter zu lernen. Meine e-Mail-Adresse lautet: hess.patrick{add}gmx.net

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