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Christen im alten Rom

Die ansteigenden Sitzreihen des Pompejus- Theaters sind bis auf den letzten Platz besetzt. Selbst in den Säulengängen drängen sich Hunderte von Besuchern. Die Logen sind für den Kaiser und seinen Hofstaat reserviert. Senatoren in ihren feierlichen Togen (Mehrzahl von Toga. (Das ist das alte römische Obergewand, das als ein langes Tuch getragen wurde.)), hohe Offiziere mit silbern glänzenden Brustharnischen und die reichen Ritter mit ihrem unvermeidlichen Schwarm von Klienten (Ein Halbfreier, der zur "Familie" der Patrizier gehörte) erscheinen. Jeder will gesehen und bemerkt werden. Plötzlich schmettern Tubaklänge, das Stimmengewirr ebbt ab. Alle Köpfe drehen sich zur Kaiserloge: Kaiser Nero erscheint und betritt seine Loge. Die im Zuschauerraum verteilten Soldaten und bezahlten Beifallsrufe beginnen zu klatschen. Die Menge stimmt ein Der Vorhang geht auf. Das Spiel beginnt.

In einer der ersten Reihen des Theaters sitzen zwei junge Männer: Caius Fabius Quintilianus und sein Freund Marcus Claudius Lucanus. Caius gehört zum Hof des Kaisers. Doch in letzter Zeit steht er bei Nero nicht mehr sonderlich in Gunst. Am liebsten wäre Caius der ganzen Vorstellung ferngeblieben. Seit er Christ geworden ist stoßen ihn diese Vergnügungsfeiern ab. Aber das Fernbleiben wäre sein Todesurteil. Es ist nicht ratsam, Nero zu reizen. Auch Marcus glaubt an Jesus Christus. Er weiß noch genau, wie er vor einigen Monaten dem Herrn Jesus seine Sünden bekannt hat. Seitdem wollen seine Verwandten nichts mehr von ihm wissen. Mit einem Christen möchten sie nichts zu tun haben.

"Sieh mal", sagt Marcus zu seinem Freund Caius, "der Herrscher des römischen Imperiums umgibt sich mit Schauspielern und Tänzern. Nero verschwendet Millionen an sie!" Die Zuschauer in der Umgebung der beiden Freunde fangen an zu zischen. Sie können die Schauspieler auf der Bühne nicht mehr gut verstehen. Verdächtige Gestalten drängen sich durch die Sitzreihen auf sie zu. Ein Nachbar flüstert Caius zu: "Vorsicht, Freund! Die Geheimpolizei!" - Sofort schweigen alle. Es ist gefährlich in Rom, anderer Meinung zu sein als der Kaiser. In diesem Augenblick verkünden Theaterdiener den Befehl des Kaisers, die ersten Sitzreihen zu räumen. "Jetzt kommt wieder! eines von seinen Riesenkonzerten, wo die Bühne nicht ausreicht", raunt Marcus seinem Freund zu.

Caius erwidert mit einem Lächeln: "Das gibt uns die ersehnte Gelegenheit. Wir können diesem abstoßenden Treiben entkommen, ohne dass es bemerkt wird." "Morgen Abend, kurz nach Sonnenuntergang, wollen wir uns wieder zum Gebet treffen. Diesmal bei Rufus. Sag den anderen Bescheid, und seid vorsichtig. Ich habe das Gefühl, wir werden beobachtet." Es ist gefährlich in jener Zeit, Christ zu sein. Dennoch, Marcus, Caius, Rufus und viele andere lieben Jesus Christus so sehr, dass sie bereit sind, ihr Leben zu riskieren.

Eine drückende Julihitze liegt sogar nachts über den Straßen und Plätzen Roms. Schlaflos wälzt sich Valerius in seiner kleinen Kammer unter dem Dach des mehrstöckigen Mietshauses. Kaum eingeschlafen wird er wieder geweckt: Das Rollen der Räder von Gemüsekarren auf dem Steinpflaster verkündet den Beginn eines neuen Tages. Valerius gehört zu dem Heer der Arbeitslosen in Rom. Einige treffen einander täglich in den Vorzimmern gewisser reicher Patrizier (Mitglieder der adeligen Familien), die ihnen für Hilfsdienste und Gelegenheitsarbeiten einige Sesterzen (Römische Währung) zu verdienen geben. Seitdem Valerius zu den Klienten eines gewissen M. Claudius Lucanus gehört, geht es ihm etwas besser. In dessen großem Haus gibt es oft etwas zu tun. Auch sonst ist der Herr recht freigebig. Er gehört einer neuen Gruppe von Gläubigen mit dem Namen "Christen" an. Jedes Mal, wenn der Herr sich mit seinen Klienten trifft, hält er zuerst eine kurze Rede über den neuen Glauben. Diese Worte klingen Valerius so völlig neu und anders. Er versteht auch nicht alles. Aber ihm ist doch ein Satz im Gedächtnis geblieben: "Dieser Jesus, den die Christen als Gott verehren, hat gesagt: ,Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben.'" Wenn er an diesen Satz denkt, bricht in Valerius eine tiefe Sehnsucht auf: "Wenn das möglich wäre, all die Sorgen und Nöte, die Last des Gewissens los zu werden!" Bei den unzähligen Göttern Roms, denen er schon geopfert hatte, hat er nie Ruhe gefunden.

Als Valerius auf die Straße tritt, wird er blass vor Schreck. Soweit sein Blick reicht, ist der Nachthimmel rot vom Feuerschein! Die Gegend am Circus Maximus scheint völlig in Flammen zu stehen. Der aufkommende Wind treibt die Flammen vorwärts. Alle Bemühungen der städtischen Feuerwehren sind um- sonst, die ganze Talstadt ist ein Feuermeer!

Die von den Feuerwänden gejagte Volksmenge wälzt sich zum Schloss des Kaisers. Die Empörung der Menschen steigert sich zu ohnmächtiger Wut durch ein Gerücht, das sich verbreitet: Der Kaiser selbst hat die Stadt anstecken lassen. Das gesamte Palastviertel ist jedoch von kaiserlichen Truppen abgeriegelt. In zehnfach gestaffelter Reihe stehen die Prätorianer da wie ein Damm, um die Menschenwogen aufzuhalten. Valerius eilt zum Haus des M. Claudius Lucanus. Das Haus steht in einem der vornehmeren Stadtteile, die das Feuer noch nicht erreicht hat. Doch auch Marcus Claudius ist in Aufbruchstimmung.

"Valerius, sei gegrüßt. Ich bin so froh, dass du dem Feuer entkommen bist." Aber Lucanus ist in tiefer Sorge. "Ich bete für meine Sklaven, die noch in der Stadt sind. Einige haben ihre christlichen Freunde dort. Sie haben sich meine Erlaubnis geholt, ihnen aus den brennenden Insulas herauszuhelfen. Die Viertel der Armen sind am schlimmsten dran!" Valerius zuckt zusammen. Das ist es, was die Christen von anderen unterscheidet! Er ist nicht einen Augenblick auf die Idee gekommen, anderen Römern zu helfen. Sein erster Gedanke war der Rettungsweg zu Claudius Lucanus. Als ob Lucanus Valerius' Gedanken erraten hätte, fährt er fort: "So wie diese tapferen Männer hätte auch unser Herr Jesus gehandelt. Er hat sich ja selbst am Kreuz geopfert, um uns Erlösung von unseren Sünden und Leben zu schenken." Da lässt der Türsteher einen neuen Besucher ein: Caius Fabius Quintilianus, Marcus' Freund am Kaiserhof. Caius ist leichenblass: "Die Christenhetze beginnt!

Nero hat sein brennendes Rom vom Dach des Palastes aus besungen. Dieser Wahnsinnige! Und um sich vor der Wut der Menge zu schützen, behauptet er jetzt, die Brandstiftung in Rom ginge auf das Konto der Christen. Und die Leute wollen es glauben. Sie beginnen schon ..."

Valerius, Caius und Marcus Lucanus überlebten die Christenverfolgung unter dem wahnsinnigen Nero im Jahr 64 nach Christus auf dem Landgut der Lucanus-Familie. In dieser Zeit wurde vermutlich der Apostel Paulus mit dem Schwert hingerichtet.

  • Glückselig der Mann, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen, und nicht steht auf dem Weg der Sünder, und nicht sitzt auf dem Sitz der Spötter.
    (Psalm 1,1)
  • Liebt nicht die Welt, noch was in der Welt ist.
    (1. Johannes 2,15)
  • Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen.
    (Matthäus 11,28)
  • Indem ihr alle eure Sorgen auf ihn werft, denn er ist besorgt für euch.
    (1. Petrus 5,7)
  • Ich suchte den HERRN, und er antwortete mir; und aus allen meinen Beängstigungen errettete er mich.
    (Psalm 34,4)

(Quelle: "Der Kompass" Ausgabe 2000, ein Tageskalender für Kinder und junge Leute. Die Geschichte durfte mit freundlicher Erlaubnis in die Materialsammlung aufgenommen werden.)
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