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Weihnachtsanspiel
Von Weihnachtsmännern, Wichteln und Engeln

Personen:

  • Chef:
  • Mutter:
  • Kind:
  • Mann:
  • Weihnachtsmann 1:
  • Weihnachtsmann 2:
  • Weihnachtsmann 3:
  • Wichtel:
  • Engel:
  • Bettler:

Weihnachtsmannszene (1)

(Chef sitzt im fetten Sessel raucht Zigarre und liest Brief; drückt auf Knopf der Sprechanlage)
Chef: Dann schicken Sie mal unseren Herrn Weihnachtsmann zu mir ins Büro. (schaut auf die Uhr) Wir haben es jetzt Punkt 17:30. Bis spätestens 17:45 will ich die Weihnachtsmanngeschichte geklärt haben. Sie können dann schon mal den Arbeitsvertrag fertig machen, Sie wissen schon, den mit dem Kleingedruckten. Na dann zack an die Arbeit.
(Chef liest wieder Brief, es klopft an der Tür, Chef schaut nicht auf)
Chef: (schroff) Herein!
(3 Weihnachtsmänner treten ein und grüßen; Chef schaut erst nach einer Weile auf)
Chef: So dann wollen wir mal, ... was ist denn das? Gleich 3 Bewerber dieses Jahr? In Zeiten von 1 Euro Jobs und Harz 4 wird wohl jeder Nebenverdienst in Betracht gezogen wie? (Chef lacht als einziger) Aus der Zeitungsannonce haben sie sicherlich entnommen, dass ich nur einen Weihnachtsmann brauche. Also, wer will freiwillig gehen? (3 Weihnachtsmänner schauen sich an, aber keiner geht) Gut, wenn keiner gehen will, dann machen wir‘s kurz . (Zeigt auf Weihnachtsmann 1) Ihre Maske sieht lachhaft aus, sie können gehen. Tut mir leid aber so sehen vielleicht die Weihnachtmänner bei El Qaida aus! Aber gibt‘s da überhaupt welche? (Weihnachtsmann 1 schaut Chef mit großen Augen an) Was schauen Sie mich denn so an? Sie sind raus, so ist das nun mal in der heutigen Zeit. Der Schwächste fliegt. Den Ausgang finden Sie?
Weihnachtsmann 1: Was sind Sie bloß für ein aufgeblasener Fatzke.
Chef: (lacht erhaben) Nennen Sie mich, wie Sie wollen. Aber verlassen Sie endlich mein Büro!
(Weihnachtsmann 1 geht und knallt Tür)
Chef: Da waren’s nur noch 2. Aber 2 sind immer noch einer zu viel. Will jetzt einer freiwillig gehen?
Weihnachtsmann 3: Ich kauf mir doch nicht extra die ganze Weihnachtsmannverkleidung bei C&A und geh dann freiwillig.
Chef: Ich schätze ja Ihre Opferbereitschaft sehr, dass Sie keine Kosten gescheut haben um einen guten Weihnachtsmann abzugeben. Aber leider haben Sie sich gerade selber ins Aus befördert. Ich stell doch keinen Weihnachtsmann ein, wo die Hälfte der Kinder schon weiß, das er nicht echt ist, weil genau diese Verkleidung bei C&A im Schaufenster hängt. Tut mir leid, aber so läuft nun mal das Geschäft.
Weihnachtsmann 3: Wissen Sie eigentlich, was mich dieses blöde Kostüm gekostet hat?
Chef: Was wollen Sie von mir? Dass ich Ihnen Ihr Kostüm bezahle? Das ist Ihr Risiko, so läuft das heute bei jedem halbwegs seriösen Bewerbungsgespräch.
Weihnachtsmann 3: Seriös? Das sind Sie mit Sicherheit nicht. (zieht Maske aus, wirft sie dem Chef ins Gesicht und schmeißt Zeitung vom Tisch)
Chef: (drückt den Knopf zur Sprechanlage) Frau Berthold, bitte rufen Sie den Sicherheitsdienst. Hier wird grad jemand handgreiflich gegen mich.
Weihnachtsmann 3: Lassen Sie’s gut sein. Ich finde den Weg alleine zur Tür. (geht)
Chef: (rückt sich Krawatte zurecht) Was stehen Sie so angewurzelt da, Sie dürfen Ihrer Freude ruhig Ausdruck verleihen. Wie wohl unschwer zu erkennen ist, sind Sie jetzt der einzige Weihnachtsmann hier. Sie haben den Job.
(Weihnachtsmann 2 steht regungslos da und sagt keinen Ton)
Chef: Nun sagen Sie doch einen Ton und ihre dämliche Maske können Sie jetzt auch abnehmen. Das werden Sie sich später noch oft genug wünschen.
(Weihnachtsmann 2 zeigt immer noch keine Reaktion)
Chef: (ärgerlich) Was soll das? Red ich hier mit einer Attrappe oder was? Wollen Sie nicht endlich Ihre Klappe aufmachen?
Weihnachtsmann 2: Pass gut auf. Du hast die Wahl: freundlich oder arrogant, human handeln oder nur an deinen eigenen Profit denken, dich als etwas Besseres sehen oder den Anderen genauso achten. Denke gut nach, du hast die Wahl! Nutze deine 2. Chance!
(Chef starrt Weihnachtsmann 2 kreidebleich an)
Licht flackert und geht schließlich aus. Licht geht nach 10s wieder an. Weihnachtsmann 1 und 3 stehen wieder vor dem Schreibtisch des Chefs. Die Uhr zeigt wieder 17:30.
Chef: (schaut auf die Uhr und erschrickt) 17:30? Wie ist das möglich? (Schaut zu den Weihnachtsmännern) Wo ist denn der 3. Weihnachtsmann?
(Weihnachtsmann 1 und 3 schauen sich ungläubig an)
Weihnachtsmann 1: In der Annonce stand doch 17:30! Ich war sogar schon eine Viertel Stunde eher hier ...
Chef: Und, und was ist mit dem 3. im Bunde? Wo haben Sie den 3. Weihnachtsmann denn gelassen?
Weihnachtsmann 3: Was denn für ein 3. Weihnachtsmann. Außer uns ist niemand hier, der den Job will.
Chef: (zögerlich) Achso, wie auch immer. Aus der Zeitungsannonce haben sie sicherlich entnommen, dass ich nur einen Weihnachtsmann brauche. Also wer will freiwillig gehen?
(Licht beginnt zu flackern und Chef zuckt zusammen)
Chef: (verlegen) Äh freiwillig gehen was red ich da, was ich meine ist unser Land braucht wieder freie und willige Weihnachtsmänner die hinaus in die Welt gehen und ...
Weihnachtsmann 1: (verwirrt) Was meinen Sie? Ich versteh nur Bahnhof!
Weihnachtsmann 3: Geht’s Ihnen gut? Sie sehen irgendwie krank aus.
Chef: Keinesfalls meine Herren. Ich bin Weihnachten nur immer hin und weg, weil man ja gerade an Weihnachten so viel Gutes tun kann.
Weihnachtsmann 1: So, Gutes tun. Ich hoffe bloß ich bekomm davon auch was ab.
Chef: Wissen Sie was, ich biete Ihnen beiden den Job an. Einer von Ihnen nimmt das Obergeschoss des Kaufhauses, der andere das Untergeschoss. Ich denke ein Stundenlohn von 10 Euro ist ganz o.k., oder?
Weihnachtsmann 3: Das ist aber wirklich großzügig von Ihnen.
Weihnachtsmann 1: Gibt es denn da einen Haken bei der ganzen Sache.
Chef: (drückt Knopf von der Sprechanlage) Vergessen sie die Verträge... Nein natürlich nicht Sie sollen nur das Kleingedruckte weglassen. Und bitte gleich 2 davon. Äh wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, nein es gibt natürlich keinen Haken an der Sache.
Weihnachtsmann 3: Und was meinten sie zu Ihrer Sekretärin mit „Kleingedruckten“?
Chef: Äh ja, das muss sehr missverständlich für Sie klingen. Normalerweise drucken wir allgemein nur sehr klein um äh, um ja, Druckertinte zu sparen. Ihre Verträge werden aber selbstverständlich in Großschrift gedruckt, damit hier gar nicht erst der Verdacht geweckt wird, es könnte einen Haken geben.
Wichtelszene (2)
(Mutter und Kind „schlendern“ durch das Kaufhaus, Mutter ist in Eile und sichtlich genervt, hält Kind an der Hand und schleift ihn hinterher)
Kind: Mami schau mal da, der Weihnachtsmann.
Mutter: Ja ja. Die sieht man doch jetzt an jeder Ecke. Komm schon. Wir müssen uns beeilen.
Kind: (bleibt stehen) Der da sieht aber aus wie der echte Weihnachtsmann. Das ist doch der echte Weihnachtsmann Mami, stimmts.
Mutter: Kann schon sein. Aber komm jetzt. Ich hab noch soviel zu erledigen.
Kind: Oh, wenn das der echte Weihnachtsmann ist, dann will ich da auch hin. Guck mal Mutti den Kindern da hat er gerade Geschenke gegeben.
Mutter: Ich hab doch nein gesagt. Wir haben jetzt keine Zeit dafür. Geschenke kriegst du auch von uns.
Kind: Ich war aber noch nie beim echten Weihnachtsmann.
(Kind reist sich los und rennt zum Weihnachtsmann; Mutter rennt hinterher erreicht es aber erst als es schon beim Weihnachtsmann angekommen ist)
Weihnachtsmann: Na mein Kind. Du willst wohl auch ein Geschenk vom Weihnachtsmann haben? Kannst du mir denn auch ein Liedchen singen oder ein Gedicht aufsagen?
Mutter: Nein kann sie nicht! (zu Kind) Los, nun komm endlich!
Weihnachtsmann: Dann will die Mutti dir vielleicht helfen?
Mutter: Ganz bestimmt nicht!!!
(Wichtel kommt angelaufen und hört zu)
Kind: Bitte bitte Mutti. Das dauert doch auch nur ganz kurz.
Mutter: (ärgerlich) Auch nicht nur ganz kurz. Ich hab jetzt keine Zeit für diesen Quatsch.
Wichtel: Ja, ja so ist das mein Kind. Da machen die Eltern den Kindern zu Weihnachten die größten Geschenke, aber Zeit ist Ihnen zu kostbar. Die verschenken Sie nicht.
Mutter: Was verstehst denn du davon. Du bist doch selber noch ein Kind.
Wichtel: Ich weiß mehr als du denkst, z.B. dass dein Kind sich wünscht, dass du mehr Zeit für sie hast.
Mutter: Mein Kind ist glücklich. Sie hat doch alles, was sie braucht. Letztes Jahr hat sie sogar ein Kindermotorrad bekommen, dass war nicht billig.
Wichtel: Du siehst doch selber, die Spielsachen von deinem Kind liegen nur in der Ecke und es langweilt sich. Sogar das teure Motorrad steht nur noch im Schuppen rum.
Mutter: Woher weißt du denn das? Aber wir geben doch ständig so viel Geld für unser Kind aus.
Wichtel: Ja, damit das Kind mit sich selber zu tun hat und Ihr eure Zeit nicht dafür opfern müsst. Was ist dir also wichtiger? Dein Kind oder deine Zeit. Du hast die Wahl. Nutze deine 2. Chance.
Licht flackert und geht kurz aus, Wichtel verschwindet
Mutter: Wo ist denn der Wichtel hin?
Kind: Wo ist ein Wichtel?
Weihnachtsmann: Hier gibt’s schon lange keine Wichtel mehr. Zu teuer meint der Chef.
Mutter: Aber ich hab mich doch grad unterhalten!
Weihnachtsmann: Das letzte was Sie gesagt haben war: Ich hab keine Zeit für diesen Quatsch. Eine sehr kurze Unterhaltung!
Mutter: So? Das hab ich zuletzt gesagt. Merkwürdig!
Weihnachtsmann: Das finde ich auch. Bis jetzt wollte keine Mutter ihr Kind vom Weihnachtsmann wegzerren.
Mutter: Da muss ich mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt haben. Ich meinte natürlich: “Aber sing nicht irgendeinen Quatsch. Für so was hat der Weihnachtsmann keine Zeit.“
Kind: Dann kann ich also was vorsingen?
Mutter: Na klar. Den echten Weihnachtsmann (zwinkert Weihnachtsmann zu) sieht man ja auch nicht alle Tage.
Weihnachtsmann: Na das will ich wohl meinen. Was möchtest du denn singen?
Kind: Dann sing ich „Oh, du fröhliche“.
Weihnachtsmann: Schön, aber bitte alle Strophen. Hat die Mutti noch soviel Zeit?
Mutter: Ich hab alle Zeit der Welt. Die Einkäufe können warten.
Bettlerszene (3)
(Mann schlendert Straße entlang, an der Ecke steht ein Bettler)
(Bettler klimpert auf einem Minikeyboard herum, vor ihm steht ein Schild: „Danke für Ihre Spende und frohe Weihnachten)
Mann: (bleibt kurz stehen, stößt mit Fuß gegen Hut, schüttelt nur den Kopf und geht weiter)
Bettler: (ruft hinterher) Danke für Ihre Spende und frohe Weihnachten.
Mann: (dreht sich um und geht zurück) Was haben Sie gesagt?
Bettler: Danke für Ihre Spende und frohe Weihnachten.
Mann: Was soll das, hä? Willst du mir jetzt ein schlechtes Gewissen machen oder wie?
Bettler: (verunsichert) Nein. Haben Sie noch mal vielen Dank. Gott segne Sie.
Mann: (schreit Bettler an) Was glaubst du eigentlich wer du bist, hä?
(Bettler schaut ängstlich umher)
Mann: Jetzt schau mich gefälligst an ,wenn ich mit dir rede! Ich bekomme bestimmt kein schlechtes Gewissen, weil ich euch (schaut ihn von unten nach oben an) Schmarotzern nichts gebe. Ich bestimmt nicht.
Bettler: Das, das muss ein Missverständnis sein. Ich wollte Sie nicht verärgern.
Mann: So, ein Missverständnis. Zu welcher Bettlersorte gehörst du eigentlich. Zu denen, die alles versaufen oder zu den Schwindlern die um die Ecke ihren Mercedes zu stehen haben? Einsperren sollte man euch.
Bettler: (beginnt wieder Keyboard zu spielen)
Mann: (wird noch wütender) Was bildest du dir eigentlich ein du Gauner? Willst du jetzt wieder auf die Tränendrüse drücken, so an Weihnachten?
Bettler: (zaghaft) Bitte gehen Sie jetzt. Sie stören meine Arbeit. Frohe Weihnachten. Gott segne Sie.
Mann: Jetzt pass mal auf du Schwindler. Ich lass mich doch von dir hier nicht einschüchtern. Was versteckst du eigentlich hinter der Sonnenbrille? Soll wohl nicht gleich jeder sehen, dass du gestern wieder voll besoffen warst. Reißt ihm die Sonnenbrille vom Kopf.
Engel: (bleibt stehen und sucht in seinem Portmonee und legt 50 Euro in den Hut)
Mann: Hab ich da gerade richtig gesehen? Sie haben diesem Bettler 50 Euro in seinen Hut geworfen.
Engel: Da hast du sogar sehr richtig gesehen.
Bettler: Danke, danke. Frohe Weihnachten und ein frohes neues Jahr und schöne Ostern wünsche ich auch schon mal. Sie sind ein guter Mensch. Gott segne Sie.
Engel: Gott segnet dich auch mein Freund.
Mann: Sind Sie noch ganz bei Trost? Erst geben Sie dem Bettler 50 Euro, dann nennen Sie ihn Ihren Freund und zu aller letzt segnen Sie ihn noch. Mir scheint als kämen Sie aus einer anderen Welt. Das ist doch bloß ein Schwindler, Gauner oder Säufer. Sind Sie sich im Klaren, dass dieser Penner das Geld sowieso gleich wieder versäuft oder das Geld überhaupt nicht nötig hat?
(Nimmt 50 Euro wieder aus dem Hut) Hier, stecken Sie ihr Geld schon wieder ein.
Engel: Was geht es dich an, wie viel ich diesem hilfsbedürftigen Menschen gebe.
(nimmt Mann das Geld aus der Hand und legt es wieder in den Hut)
Frage dich lieber warum du nichts gibst.
Mann: Das kann ich Ihnen sehr gern sagen. Ich bin davon überzeugt, dass das alles nur Schwindel ist. Selbst wenn ich mich irren sollte. Jeder ist für sein Schicksal selbst verantwortlich. Soll er doch selber dafür arbeiten, dass es ihm wieder besser geht. Unsereins schuftet das ganze Jahr und dieser Schwindler verdient sich sein Geld mit dem Mitleid anderer Leute.
(zu Bettler) Aber ich hab bestimmt kein Mitleid mit dir , du Betrüger.
Engel: Jetzt höre mir einmal gut zu. Was hast du dafür getan, dass du sehen kannst und nicht blind auf die Welt gekommen bist wie dieser Bettler? Was hast du dafür getan, dass du eine gute Schulbildung hattest und nicht von deinen Eltern in ein Heim abgeschoben wurdest, so wie dieser Bettler. Was hast du dafür getan, dass du in dieser Gesellschaft angesehen bist und nicht ausgegrenzt wirst wie dieser Bettler? Was hast du nun dafür getan, dass du besser dran bist als dieser Bettler? Hast du darauf eine Antwort?
Du hast nun die Wahl. Achten oder verachten, Mitleid haben oder herzlos sein, von dem etwas abgeben was dir eigentlich nur zufällt oder alles für dich behalten, was du auch nur geschenkt bekommen hast. Denke gut nach, du hast nun die Wahl. Nutze deine 2. Chance.
Licht flackert und geht kurz aus, Engel verschwindet unauffällig, Bettler hat Sonnenbrille auf
Mann: Sie sind blind, dass wusste ich nicht. Bitte entschuldigen Sie mein liebloses Verhalten. Ich sehe Sie nun durch ganz andere Augen
(dreht sich um) Danke noch mal. (erstaunt) Nanu, wo ist er denn aufeinmal hin?
Bettler: Wer? Hier ist seit 2h keiner mehr vorbei gekommen, zumindest habe ich niemanden gehört.
Mann: Sie werden sich doch wohl noch an Ihren großzügigem Spender erinnern?
Bettler: Großzügiger Spender? Ich weiß ja nicht, was Sie unter großzügig verstehen, aber das meiste was ich mal von einer Person bekommen habe waren genau 2,67 Euro. War irgendso ein Amerikaner der seine restlichen Euros irgendwie loswerden wollte.
Mann: Na, Sie haben aber ein kurzes Gedächtnis.
(Nimmt Hut und sucht nach den 50 Euro) Wie, was wo sind denn...? Das verstehe ich nicht. Dann war das alles nur Einbildung?
Bettler: Ich verstehe nicht was sie meinen. Ich weiß nur, dass Sie meinen Hut grad in den Händen halten und dass ich blind bin. Ich hoffe nicht, dass Sie grad versuchen Geld aus meinem Hut zu nehmen.
Mann: Nein, natürlich nicht. (Stellt Hut zurück) So was würde ich doch nie machen. Na ja zumindest jetzt nicht mehr.
Bettler: Dann haben Sie früher also die blinden Bettler beklaut, oder wie.
Mann: Nein, natürlich nicht. So meinte ich das nicht, aber ist ja jetzt auch egal. Um Ihr Geld brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen.
Bettler: Um die paar Cents sowieso nicht!
Mann: Dann hoffe ich, ich kann etwas dran ändern.
(Nimmt Portmonee und legt auch 50 Euro in den Hut)
Bettler: Ich hab ja gar nichts klingeln hören. Also entweder ich werde hier grad verarscht, oder es ist so was, woran ich nicht mal im Traum denken würde.
(Nimmt 50 Euro aus dem Hut und fühlt den Wert) Was? 50 Euro? Hatte ich so einen Schein in meinem ganzen Leben überhaupt schon mal in den Händen?
(entschlossen) Nein, haben Sie vielen Dank, aber das kann ich nicht annehmen. Das ist zu viel. Sie konnten bestimmt nicht wechseln, wie?
Mann: Wenn das der Grund wäre. (hält Bettler sein Portmonee vor die Augen) Sehen Sie, ich habe genügend Kleingeld.
Bettler: Ich kann zwar nicht sehen, aber ich höre es. Was ist denn dann der Grund, sind Sie Millionär?
Mann: Oh, stimmt ja, hab ich ganz vergessen, dass Sie blind sind. Nein, ich bin kein Millionär. Aber mir hat quasi der Mann von vorhin die Augen geöffnet.
Bettler: Mann von vorhin? Hier war doch niemand weiter, oder sind meine Ohren schon so schlecht?
Mann: Richtig, richtig. Äh, natürlich nicht Ihre Ohren. Sie haben den Mann ja nicht gesehen.
Bettler: Ich sehe sowieso niemanden.
Mann: Natürlich. Es ist nur ... Ach lassen wir das. Das können sie sowieso nicht verstehen. Aber vielleicht erkläre ich es Ihnen so: Was kann ich dafür, dass ich sehen kann und was können Sie dafür, dass Sie blind sind!
Was kann ich dafür, dass ich arbeiten gehen kann und was können Sie dafür, dass Sie dazu nicht in der Lage sind? Somit gebe ich nur von dem etwas ab, wofür ich eigentlich selbst genauso viel oder wenig getan habe, wie Sie für Ihre Blindheit. Ich gebe vielleicht nicht einmal 1/1000 Prozent von dem was mir auch nur zugefallen ist bzw. geschenkt wurde. Also nehmen Sie die 50 Euro mit ruhigem Gewissen an. Es ist im Grunde genommen gar nichts.
Bettler: Haben Sie vielen, vielen Dank. Frohe Weihnachten und Gott segne Sie.
Mann: Sie ebenfalls. Ich glaube, nur ihm haben Sie das Geld zu verdanken. Nicht mir. Frohe Weihnachten. (Geht)

(Autor: Thomas Baberowski, www.praxis-jugendarbeit.de zur Verfügung gestellt im Juni 2007)

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