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Drogenmissbrauch bei Kindern & Jugendlichen

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Drogenmissbrauch bei Kindern & Jugendlichen | ©: evgenyatamanenko - Fotolia

Der Missbrauch von Drogen ist eine der größten Gefahren im Kinder- und Jugendalter. Gerade Heranwachsende sind besonders empfänglich für derartige Verlockungen. Sie sind noch nicht gefestigt im Leben, haben ihre Persönlichkeit oft noch nicht abschließend gefunden.

Ärzte und Wissenschaftler schlagen Alarm. In den letzten Jahren ist eine wahre Flut neuer Drogen nach Deutschland gekommen, und mit ihnen ist die Zahl der Drogentoten erstmals seit vielen Jahren wieder gestiegen. Das Thema Drogenmissbrauch ist also aktueller und brisanter denn je.

Um welche Drogen geht es hier?

Grundsätzlich um jede Art von Drogen. Angefangen von den weichen Drogen (auch Einstiegsdrogen genannt) wie Alkohol, Cannabis, Marihuana über Amphetamine (Ecstasy, LSD usw.), bis hin zu den harten Drogen wie Heroin, Kokain oder – ganz aktuell – Crystal Meth, stellen heute unzählige Stoffe eine Gefahr für Kinder und Jugendliche dar. Inzwischen ist es sogar oftmals Usus, nicht den „klassischen Weg“ über die weichen hin zu den harten Drogen einzuschlagen, sondern gleich mit den gefährlichsten Substanzen (z. B. Crystal) zu beginnen.

Warum werden Kinder und Jugendliche drogensüchtig?

Eine pauschale Erklärung dafür gibt es nicht. Sowohl die Erziehung als auch die individuelle Konstitution bzw. die Persönlichkeit können Einfluss darauf haben, ob ein Kind oder ein Jugendlicher dem Drogenmissbrauch verfällt oder nicht. Grundsätzlich muss eine Unzufriedenheit in Verbindung mit dem Wunsch nach Veränderung im Leben vorhanden sein, um nach Drogen zu greifen. Die reine Neugier reicht nach Meinung von Experten meist nicht aus - zumindest nicht, um in eine dauerhafte Drogensucht abzurutschen. Der Wunsch nach Veränderung kann z. B. aus Langeweile und aus schulischer/beruflicher Überforderung resultieren, aber auch einfach daraus, wie die anderen sein zu wollen.

Ein weiterer, oft anzutreffender Grund für eine Drogensucht ist die Bewältigung von traumatischen Erlebnissen. Solche Erlebnisse können beispielsweise aus Missbrauch, Gewalt oder auch Vernachlässigung resultieren.

Woran erkenne ich, dass mein Kind Drogen nimmt?

Es gibt eine ganze Reihe von Anzeichen, die auf eine Drogensucht bei einem Kind oder Jugendlichen hinweisen können. Natürlich können einzelne Symptome auch auf andere Gegebenheiten hindeuten. Häufen sich die Anzeichen jedoch, sollte man als Eltern hellhörig werden. Ein solches Anzeichen kann beispielsweise abnehmender Appetit sein. Hat Ihr Kind immer gerne gegessen und verweigert plötzlich die Nahrungsaufnahme? Oft geht das Ganze einher mit einem auffallend blassen Teint und stumpfen, müden Augen. Weitere körperliche Symptome sind Zittern, vermehrter Schweiß, ständige Müdigkeit und eine große Nervosität.

So viel zu den körperlichen Anzeichen, die auf eine Drogensucht hinweisen können. Aber auch geistig/seelisch lassen sich in der Regel deutliche Symptome beobachten. Haben Sie beispielsweise das Gefühl, Ihrem Kind fehle plötzlich die Freude am Leben? Und das, wo es doch früher ein solcher Sonnenschein war. Oder kapselt sich Ihr Kind ab, hat plötzlich einen anderen Freundeskreis oder geht kaum noch aus dem Haus? Lassen die Leistungen in der Schule, beim Sport etc. sichtbar nach? All das können Anzeichen für eine Drogensucht sein.

So handeln Sie richtig, wenn Ihr Kind Drogen nimmt

Wut, Verzweiflung, Ratlosigkeit sowie das Gefühl, bei der Erziehung des eigenen Kindes versagt zu haben. All das sind Gefühle, die bei Eltern aufkommen, wenn sie von der Drogenabhängigkeit ihres Kindes erfahren. Als Betroffener müssen Sie diese Gefühle so weit wie möglich in den Hintergrund stellen, denn jetzt ist aktive Hilfe gefragt. Vorwürfe und Schuldzuweisungen würden das Ganze nur noch schlimmer machen, Ihr Kind verschließt sich dann höchstwahrscheinlich komplett vor Ihnen. Suchen Sie daher ein offenes Gespräch auf eine möglichst sanfte Art und Weise. Sprechen Sie Ihr Kind auf Ihre Vermutungen an, aber erwarten Sie nicht, dass es sich Ihnen sofort öffnet. Ein einziges Gespräch mit dem Gedanken, die ganze Sache aus der Welt zu schaffen, reicht nicht aus. Reden Sie Klartext, stellen Sie aber keine strikten Verbote auf oder überfordern Ihr Kind durch Erwartungen, die es nicht auf Anhieb erfüllen kann. Eventuell kann es helfen, über eigene Erfahrungen im Bereich Drogen zu sprechen, ohne die Sache dabei zu verharmlosen. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass Sie ihm helfen möchten und es nicht für sein Verhalten verurteilen. So kann es Vertrauen fassen und wird sich mit größerer Wahrscheinlichkeit kooperativ zeigen.

Professionelle Hilfe bei drogensüchtigen Kindern & Jugendlichen

Manchmal geht es nicht ohne professionelle Hilfe – insbesondere dann, wenn Eltern bei einer bereits fortgeschrittenen Drogensucht keinen Zugang mehr zu ihrem Kind finden. Das Netz an Beratungsstellen und Hilfseinrichtungen ist in Deutschland inzwischen sehr engmaschig. Hier eine Auswahl der wichtigsten Adressen:

  • http://www.suchtmittel.de/seite/interaktiv/suchtberatung/

    Internetpräsenz des Vereins „Suchtmittel e. V.“ mit einer über 1.600 Adressen umfassenden Datenbank. Enthält viele Links zu regionalen Beratungsstellen.

  • http://www.drk.de/angebote/hilfen-in-der-not/suchtberatung.html

    Angebote im Bereich Suchtberatung vom Deutschen Roten Kreuz.

  • http://www.bzga.de

    Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung – erste staatliche Anlaufstelle für alle Gesundheitsthemen.

  • http://www.sucht-und-drogen-hotline.de/

    Gemeinsames Angebot der Drogennotrufe aus verschiedenen deutschen Städten.

  • http://www.beratung-caritas.de

    Online-Beratungsangebot des Caritasverbandes. Mit kostenlosem Ratgeber und vielfältigen weiterführenden Infos und Links.

Jugendarbeit mit drogensüchtigen Kindern & Jugendlichen

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Drogenmissbrauch bei Kindern & Jugendlichen | ©: michaeljung - Fotolia

Für den Jugendleiter ist es ebenso schwierig wie für die Eltern, bei einem Kind oder Jugendlichen eine Drogensucht zu erkennen. Allerdings kann es für ihn leichter sein, an den Betroffenen heranzukommen, da hier in der Regel ein anderes Autoritätsverhältnis besteht. Oftmals vertrauen sich betroffene Kinder und Jugendliche sogar von selbst dem Jugendleiter an, was sie bei Eltern oder Lehrern niemals tun würden.

Dieses große Vertrauen kann der Jugendleiter nutzen, um Zugang zum Betroffenen zu finden und erste Schritte zu unternehmen, damit ein Ausweg aus der Abhängigkeit gefunden werden kann. Dabei sollte immer das Gespräch unter vier Augen gesucht werden, denn der Abhängige empfindet seine Sucht als Schwäche, die er ungern vor anderen zugibt. Wichtig: Versuchen Sie nicht, das Kind bzw. den Jugendlichen mit Ihrem Aktionismus zu überrumpeln oder zu etwas zu zwingen. Das geht fast immer nach hinten los. Eine sanfte, gefühlvolle Vorgehensweise ist gefragt, verbunden mit einem ausreichenden Maß an Zeit.

Soll das Problem Drogen in der Gruppe angesprochen werden, so geschieht dies in der Regel in Form der Suchtprävention. Bitte beachten Sie dazu die Tipps und Ratschläge in unserem Artikel zu diesem Thema: Suchtprävention

Was tun, wenn Drogen in der Jugendgruppe auftauchen?

In der Regel kommen in die normale Jugendgruppen und Freizeitarbeit keine drogensüchtigen Kinder oder Jugendliche. Aber es kann trotzdem vorkommen, dass es darunter 1-2 Jugendliche gibt, die bereits in Kontakt mit Drogen kamen, ggf. sogar auch Drogen (alles was darunter fällt) mit in die Jugendgruppe mitbringen. Der aufmerksame Jugendleiter wird das merken, entweder wird er hellhörig, was die Kids so reden und tuscheln, wenn sie sich irgendwie zurückziehen, ungestört sein wollen, oder er wird direkt damit konfrontiert.

Hier muss er zum Schutz der anderen Kinder und Jugendlichen eingreifen. Er kann es nicht zulassen, dass irgendwelche Drogen ausprobiert werden von neugierigen Kids. Ein behutsames Gespräch mit dem Jugendlichen, der das Zeugs mitgebracht hat ist erstmal nötig und eine Klarstellung, dass in die Gruppe keine Drogen mitgebracht werden dürfen. Ein Rauswurf ist erst in Erwägung zu ziehen, wenn der Jugendliche sich nicht daran hält. Ideal wäre es natürlich, wenn der drogengefährdete Jugendliche sich helfen lassen könnte und helfende Gespräche entstünden.

Aber auch Gespräch mit der Gruppe über Drogen und die Verführung und Anfänge zum Drogenkonsum ist wichtig.

Natürlich muss der Jugendleiter ab sofort sehr wachsam sein und sich ggf. auch professionelle Unterstützung und Mediation holen.

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