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Ermutigung – Der Weg aus der Mutlosigkeit

Ermutigung  Bild: 21484931
Ermutigung | ©: ehrenberg-bilder - Fotolia

Die mit Abstand wirkungsvollste Kraft in der pädagogischen und psychologischen Arbeit ist die der Ermutigung. Es ist eine Kraft um Menschen zu proaktiven und positiven Veränderungen im eigenen Denken, Fühlen und Erleben zu bewegen. Es ist nicht nur die Hauptaufgabe von Pädagogen und Psychologen, sondern auch vor allem von den Eltern. Sie müssen ihre Kinder zu einem selbstbestimmten Leben ermutigen. Dazu ist es wichtig herauszufinden, wie die eigenen Sprösslinge zu motivieren sind und dann genau dies zu tun. Denn Ermutigung ist vor allem immer eines, dass was als ermutigend empfunden wird. Dabei kann dies auf ganz unterschiedliche Arten und Weisen geschehen. Jedes Anzeichen von Aufmerksamkeit und Interesse kann für ein Kind als ein Signal der Ermutigung interpretiert werden. Wie zum Beispiel die Aufnahme in eine neue Gemeinschaft, die Unterstützung bei einer komplizierten und schwierigen Aufgabe oder auch das ehrlich gemeinte und auch so ankommende Kompliment kann eine starke ermutigende Wirkung haben. Aber auch ganz einfache Dinge wie ein freundliches Lächeln, verbale oder rhetorische Zustimmung und der gegenseitige Respekt untereinander sind Faktoren von Ermutigungen. Immer wenn sich jemand durch eine Handlung oder eine Aussage etwas besser und stärker als zuvor fühlt, dann ist dies eine ermutigende Geste gewesen.

Damit eine Ermutigung aber wirklich auch als eine solche ankommen kann und nicht wie ein leeres Versprechen wirkt, muss die Ermutigung authentisch sein. Es ist nämlich so, dass wir Menschen es in vielen Fällen ganz genau erkennen ob etwas nur so daher gesagt oder wirklich ehrlich gemeint ist. Wenn jemand wie wild mit Komplimente um sich wirft, dann werden diese nach kurzer Zeit ihre Wirkung verlieren. Es hat also weniger etwas mit Techniken und Tricks zu tun, als viel mehr mit aufrichtigem Respekt für unsere Mitmenschen. Stimmt die innere Haltung nicht mit der äußeren überein, dann wird die Ermutigung in vielen Fällen kaum eine Wirkung haben. Um andere Menschen zu ermutigen ist es also essential Akzeptanz und möglichst auch Respekt für die Meinungen, Interessen und Gefühle der Mitmenschen zu empfinden. Denn nur auf diese Weise können wir ein wirklich stärkendes Gefühl des Mutes bei anderen Menschen auslösen. Erst mit ehrlich gemeinten und stärkenden Aussagen können wir unsere Mitmenschen dazu ermutigen mehr beziehungsweise noch mehr aus ihrem Leben zu machen. Bevor wir allerdings ermutigen, sollten wir wissen, wie wir nicht entmutigen.

Wie wir unsere Mitmenschen entmutigen

Es gibt ein paar Dinge die wir uns verinnerlichen sollten um unsere Freunde, Schützlinge und alle anderen Menschen um uns herum nicht zu entmutigen. Damit wir nicht unbeabsichtigt ein entmutigendes Verhalten an den Tag legen, ist es wichtig zu wissen welches Verhalten andere Menschen entmutigt. Viele Menschen kritisieren sehr gerne, denn dabei fühlen sie sich besser. Das liegt daran, dass dadurch dann die eigenen Fehler unter den Tisch fallen. Sie suchen regelrecht nach den Fehlern bei anderen Menschen, um sich selbst aufgrund der eigenen Fehler nicht mehr ganz so schlecht zu fühlen. Das ist keine böse gemeinte Verhaltensweise, es ist eher ein sich Vergleichen um zu sehen, dass die eigenen Missgeschicke keine Ausnahme darstellen und auch die Anderen nicht perfekt sind. Erst wenn uns diese Verhaltensweise bei uns selbst bewusst geworden ist, können wir auch anfangen daran zu arbeiten. Wir müssen nicht alles sagen was wir denken, wir können auch des Öfteren anfangen unsinnige Kritik und böse Worte für uns zu behalten und somit unseren Mitmenschen etwas Gutes zu tun. Es gibt von Sokrates das Modell der 3 Siebe. Dabei muss alles was wir anderen Menschen sagen bei ihm durch mindestens eines dieser Siebe durchlaufen können. Das erste Sieb, ist das Sieb der Wahrheit. Das Zweite, ist das Sieb der Güte und das dritte ist jenes der Notwenigkeit. Wenn eine Aussage also weder wahr, gut noch notwendig ist, dann ist es höchstwahrscheinlich etwas Belastendes und die gesprochenen Worte vielleicht nicht unbedingt Wert. Dieses Modell deckt natürlich nicht alles ab, jedoch ist es eine schöne Methode um sich selbst über seine eigenen Aussagen bewusster zu werden.

Wenn wir anderen Menschen keinen Respekt und auch keine Akzeptanz gegenüber bringen, dann laufen wir Gefahr damit die Menschen in unserem Umfeld zu entmutigen. Die absoluten Ermutigungskiller sind Enttäuschung, Beleidigung, Kritik und vor allem Akzeptanz- und Respektlosigkeit. Mit Kritik ist dabei nicht gemeint, dass wir kein hilfreiches Feedback mehr geben sollen, sondern das diese Kritik nicht übertrieben und unsinnig sein darf. Bei jeder Kritik sollte vorher an die 3 Siebe gedacht und erst dann abgewägt werden, ob die Wahrheit wirklich gesagt werden muss oder vielleicht doch nicht. Wollen wir kritisieren um zu ärgern und zu bestrafen oder um zu helfen und zu verbessern ist die entscheidende Fragen, die Frage nach unserer Absicht. Wenn das Ziel unserer Kritik es nicht ist zu helfen, dann ist unser Ziel den Anderen kleiner zu machen und zu ärgern. Das kommt dann auch meistens exakt so an. Natürlich ist der Grund für dieses Verhalten meistens auch einfach der Abbau von Frustrationen über die Handlungen dieser Person. Um dadurch dann eine wenig Erleichterung zu erfahren. Doch dies ist nur ein kleiner Trost für einen eigentlich ziemlich großen Preis. Denn wenn wir damit dazu beitragen, eine bereits entmutigte Persönlichkeit noch weiter zu entmutigen. Dann sollten wir dafür auch die Verantwortung übernehmen und uns eingestehen, dass wir zumindest einen kleinen Teil der Schuld tragen. Schuld in dem Sinne, dass diese Person es durch unser Verhalten noch schwerer im Leben hat. Dieser Hintergedanken kann uns dabei helfen, wenn man sich ärgert oder wütend ist, einfach mal nichts zu sagen. Das ist natürlich noch keine Strategie um zu ermutigen, aber immerhin eine um nicht zu entmutigen.

Gedanken über Mitmenschen und die Angst nicht genug zu sein

Ein weiterer Schritt wie wir bei der Entmutigung unserer Mitmenschen mithelfen sind unsere persönlichen Gedanken. Es scheint zunächst etwas paradox, wie unsere Gedanken andere entmutigen sollen, aber sie tragen wirklich dazu bei. Alles was wir tun durchläuft einen dreiteiligen Kreislauf. Erst wird etwas gedacht, dann bekommen wir in Bezug auf das gedachte ein Gefühl und schließlich handeln wir meistens aufgrund des Gefühls. Wenn wir nun sehr viel schlechtes über jemanden denken, dann werden wir schlechte Gefühle in Bezug auf diese Person bekommen und das führt sehr schnell unweigerlich zu einem, wenn auch oft unbewusst, negativem Verhalten dieser Person gegenüber. Damit ist nicht gemeint, man dürfe und solle nicht mehr schlecht über andere Menschen denken, sondern die Idee dahinter ist die Anzahl an negativen Gedanken zu reduzieren und sich nicht mehr so lange auf die negativen Aspekte eines Menschen zu konzentrieren. Dazu zählt natürlich auch nicht mehr so schlecht über andere zu reden, wenn diese nicht im Raum sind. Die üble Nachrede verstärkt dieses negative Verhalten in Bezug auf die Person eher, als dass es den Frust abbaut. Die Devise sollte lauten, loslassen und die Menschen eben so zu akzeptieren wie sie nun mal sind. Wir alle haben eines gemeinsam, die Angst nicht genug zu sein. Wir wollen Bedeuten sein und dafür auch gewürdigt werden.

Diese tief in verwurzelte Angst nicht genug zu sein besteht durchweg durch alle Kulturen. Es ist daher nicht unwahrscheinlich, dass wir mit dieser Angst bereits geboren sind. Wenn jetzt ständig kritisiert, genörgelt und geschimpft wird, dann spricht dies genau diese Angst in uns an. Das gefährlich dabei ist, dass wir der Kritik immer mehr anfangen zuzustimmen, besonders in jungen Jahren. Nicht gefestigte Persönlichkeiten, wie insbesondere Kinder und Jugendliche fangen dann an zu glauben was sie hören und können so nur sehr schwer zu starken Persönlichkeiten heranwachsen. Sinnfreie und böse gemeinte Kritik verstärkt dann nur noch die Selbstzweifel und führt zu einem schwachen Selbstvertrauen. Daraus wiederum ergibt sich dann, dass sich die jungen Menschen beim nächsten Versuch noch unsicherer fühlen. Wenn es dann wieder nicht funktioniert, dann ist dies die Bestätigung dafür, dass sie nicht genug sind. Ein Teufelskreis nimmt seinen Lauf. Ob wir nach dem ersten Versuch von etwas Neuem entmutigt oder ermutigt sind, hängt maßgeblich davon ab, ob wir an einer neuen Sache Spaß finden oder ob wir gleich wieder aufgeben. Dazu trägt jeder mit ermutigendem und entmutigendem Verhalten bei. Wenn jeder Misserfolg für einen entmutigten Menschen eine Bestätigung dafür ist nicht genug zu sein, dann potenziert sich diese Wirkung mit jedem Mal. Kommt dann noch jemand von außen und hilft nach indem er unnütze Kritik oder ähnliches äußert, dann ist das Aufgeben fast schon vorprogrammiert.

Der Anfang ist sehr entscheidend

Ermutigungen und Entmutigungen haben einen riesigen Einfluss auf den Ablauf eines Lebens. Die Mutter von Arnold Schwarzenegger wurde einmal interviewt und auf Fragen zur Kindheit des jungen Arnold antwortete die Frau unter anderem, dass sie egal welche sinnlosen und unrealistischen Ziele ihre Junge äußerte, sie ihn immer bestätigte und ermutigte. Wie wir alle wissen, wurde er nicht nur Bodybuilding Champignon, Filmstar, sondern auch Gouverneur von Kalifornien. Entscheiden sind also auch die familiären Verhältnisse, in manchen Familien sind die Umstände für Kinder gar so, dass es fast unmöglich ist zu einer mutigen Persönlichkeit zu werden. Das hat auch weniger etwas mit Fürsorge und Liebe zu tun, als viel mehr etwas mit der Vorbildfunktion des Umfelds. Es ist für Eltern kaum möglich ihre Kinder zu motivieren und zu ermutigen, wenn sie selbst recht mutlos sind. Selbst wenn sie dies dann doch fertigbekommen, ist es noch kritisch. Kinder lernen immer durch nachahmen ihrer Eltern und wenn diese ein mutloses Verhalten aufzeigen, dann werden Kinder dies wahrscheinlich erst einmal übernehmen. Anschließend kommen sie in die Schule und sollten sie dort immer noch zu eigenständig sein, dann werden sie ermahnt und mit Strafen zurecht gestutzt. Danach werden sie stetig mit Noten bewertet und wenn ihnen der Frontalunterricht nicht liegt, dann verlieren sie wieder. Als ob das noch nicht genug wäre, kommt noch dazu dass nachgewiesen wurde, dass Lehrer sich am Anfang ein Bild von den Kindern machen und es für diese dann fast unmöglich ist dieses Bild wieder zu kippen. Ein am Anfang entmutigter Schüler wirkt selbst wenn er sich selber wieder ermutigt für den Lehrer oft immer noch sehr faul. So machen wir dann mit unserem Druck- und Leistungssystem aus einem wissbegierigem und mutigem Wesen, ein mutloses und ängstliches Geschöpf. Die elementarsten Gründe liegen dabei also hauptsächlich in der Erziehung und unserem Schulsystem. Daher ist es umso wichtiger in jungen Jahren schon dagegen zu steuern. Diesen natürlich Prozess, mutig durchs Leben zu gehen können Jugendleiter dann sehr gut in einer Jugendgruppe wieder aufleben lassen.

Ermutigung
Ermutigung: auch wenn man nicht gleich ins Schwarze trifft nicht sofort aufgeben, sondern dran bleiben.
©: www.praxis-jugendarbeit.de

Tipps für ein ermutigendes Klima in Jugendgruppen

Wenn Kinder und Jugendlichen im Elternhaus, oder in der Schule keine Ermutigung erleben, oder nur weitere Entmutigungen, dann wird es auch für Jugendleiter in der Jugend- und Sozialarbeit schwierig diese Kinder wieder zu ermutigen. Es ist wie ein Tropfen auf den heißen Stein – aber trotzdem gibt es die Chance – gerade weil die Kinder und Jugendlichen raus aus dem Schulstress, raus aus dem „Elternhausstress“ oder „anstrengendem familiärem Umfeld“ sind und in der Jugend- und Freizeitarbeit andere Möglichkeiten bestehen.

Denn sie werden manchmal mit mehr als einem Jahrzehnt der Mutlosigkeit konfrontiert und haben es daher nicht einfach die Kinder wieder einigermaßen in eine bessere Richtung zu schieben. Um dies dann doch zu schaffen, müssen die Pädagogen selbst sehr mutige und gefestigte Persönlichkeiten sein, denn sonst wird der meiste Eifer ins Leere gehen. Ganz wichtig dabei ist es, die bereits angesprochenen Fehler zu vermeiden, also nicht zu kritisieren, zu bewerten und zu bemängeln. Sondern ganz im Gegenteil, die Missgeschicke runter zu spielen und die Kinder immer wieder zu ermutigen.

Um ein gutes Klima in einer Jugendgruppe zu bekommen sind Akzeptanz und der Respekt voneinander der wohl wesentlichste Faktor. Alle Kinder müssen sich untereinander akzeptieren und auch von der Leitung der Jugendgruppe müssen die Kinder Akzeptanz erfahren. Es ist wichtig sich nicht auf die Fehler und Schwäche zu fokussieren, sondern auf die Stärken. Was nicht heißen soll, dass Schwächen nicht ausgebessert werden können, sondern nur, dass der Hauptfokus eher auf den Stärken liegen sollte. Wenn es aber Schwächen in wichtigen emotionalen Bereichen gibt, dann sollten auch diese angegangen werden. Denn wer emotional zu schwach ist, der hat es im Leben sehr schwer. Aber auch den emotional schwächeren Kindern muss Toleranz und Respekt entgegen gebracht werden. Wenn solche Kinder aber trotzdem unangebracht und ohne Respekt behandelt werden, dann muss interveniert werden.

Eine Ausgrenzung von Kindern aus der Gruppen muss unterbunden und darf auf keinen Fall geduldet werden. Es darf nicht zugelassen werden, dass die Kinder sich gegenseitig beleidigen oder gar verletzen. Insbesondere die ausgestoßenen Kinder müssen sehen, dass ihr Peiniger zu Rechenschaft gezogen wird, damit sie überhaupt wieder Vertrauen aufbauen können. Dabei ist es aber auch ganz wichtig, dass den Kindern gelehrt wird sich selbst durchzusetzen und nicht verletzen zu lassen. Sowohl mit den Rüpeln, als auch mit dem ausgestoßenen Kind muss einzeln gesprochen werden. Dabei ist es wichtig aufmerksam zuzuhören, Interesse und zumindest auch ein wenig Verständnis selbst für unangebrachtes Verhalten zu zeigen. Ganz nach dem Grundsatz, nur wer mich versteht, dem höre ich auch zu. Wenn sich das Verhalten aber gar nicht ändern lässt, dann darf auch nicht vor einem zumindest zeitweisen Ausschluss von Gruppe zurückgeschreckt werden. Auch muss dem ausgestoßenen Kind mit Tipps und Ratschlägen beiseite gestanden werden und ihm klar gemacht werden, wie es sich selbst verteidigen kann.

In jeder Jugendgruppe sollten auch in angemessenem Rahmen regelmäßig grundsätzliche Diskussion über das Verhalten in der Gruppe geführt werden. Dabei sollten sowohl der Umgang miteinander, als auch Vorurteile und die eigenen Gedanken der Kinder zur Sprache kommen. Nur, wenn man mit den Kindern gemeinsam redet, dann können Probleme erkannt und auch gelöst werden.

Tipps für Ermutigung

Die Fehler die andernorts gemacht werden mit Kritik, Nörgelei, zur Bestleistung antreiben, Schimpfen führt doch nur dazu, dass das Kind/der Jugendliche immer weniger Selbstvertrauen in sich selbst gewinnt – es ihm sozusagen genommen wird – und er letzten Endes kapituliert:

  • „Es hat ja doch keinen Zweck.“

  • „Niemand kann ich es recht machen.“

  • „Ich kann das ja eh nicht.“

Das Gefühl „nicht zu genügen“, „nicht gut genug zu sein“, „bei den anderen nicht anzukommen“ macht sich breit – und kann dazu führen, dass man sich

  • ausgeschlossen,

  • unfähig,

  • ungenügend sieht

und sich in Folge dessen immer weiter zurückzieht um weitere Entmutigungen zu vermeiden. Letztendlich machen sich Versagensängste breit. Nun kommt es darauf an, dass diese bisherigen entmutigenden Erlebnisse und Erfahrungen nicht noch weiter „von außen“ geschürt werden.

Ermutigung
Ermutigung: man muss auch mal was wagen und darf nicht aus
lauter Angst schon davor verzagen.
©: www.praxis-jugendarbeit.de

Tipps für Deine Gruppenarbeit

  • An einer Aufgabe dranbleiben:

    Wenn ein Kind sehr schnell aufgibt, zum Beispiel beim Basteln, oder bei einem Spielabend, dann soll es ermuntert werden dran zu bleiben, es nochmals zu versuchen. Und wenn sich dann ein erster sichtbarer kleiner Erfolg einstellt, dann ist das Anlass dafür auch den Rest noch zu schaffen. Lieber kleine Aufgaben, die zu schnellen sichtbaren Erfolgen führen, also vielleicht eine tatsächliche Überforderung an Aufgabenstellung.

  • Nobody is perfect:

    Jeder hat so seine Stärken und Schwächen. Schlimm wäre es, wenn wir alles perfekt machen wollen und in jeder Disziplin nur top sein wollen. Das klappt bei keinem Menschen und das so ist auch gut so. Sich mit seinen Stärken und Schwächen akzeptieren zu lernen, das müssen wir an uns selbst akzeptieren lernen – aber auch den Kindern und Jugendlichen vermitteln. Es gibt nix Schlimmeres, als wenn das Gefühl aufkommt „ich genüge nicht“, „ich passe hier nicht her“. Also Perfektionismus ist tabu und sollte nicht gefördert werden. Stattdessen: Fehler machen ist erlaubt – denn nur dann kann man was lernen.

  • Fordern heißt fördern:

    Wir kennen das: zu schnell fangen wir an zu helfen, wenn es diesem Kind nicht gelingt aufs erste Mal eine Lösung selbst hin zu bekommen. Schnell ist die Aufgabe dann mit unserer Hilfe erledigt – leider hat das Kind dabei gar keine Chance erhalten es selbst zu probieren, noch ein x-tes Mal es zu probieren. Wir meinten es ja nur gut – haben dem Kind aber die Chance und den Mut genommen dran zu bleiben und nach einem ersten oder zweiten Misserfolg es nochmals zu probieren. Also: nicht gleich beispringen und dem Kind die Aufgabe aus der Hand nehmen, sondern lieber zu einem weiteren Versuch ermutigen. Vielleicht hilft ja ein kleiner Tipp…

  • Jeder genügt und ist akzeptiert:

    Wir hatten das ja schon weiter oben erwähnt: Kritik mag keiner, Meckerei und Niedermachen mag auch keiner. Wer andere nur immer kritisiert und versucht schlecht zu reden, der hat meistens ein eigenes Problem nämlich „die Angst selbst nicht zu genügen“, selbst zu den Entmutigten zu gehören. Also: der Jugendleiter sollte dies unterbinden. Niemand darf irgendwie fertig gemacht werden nur weil er was nicht so gut kann, bzw. kann er demjenigen ja auch mal den Spiegel vorhalten „so ganz perfekt bist du aber auch nicht“. In der Gruppe sollte dann zu gegebenem Anlass über diese Phänomene des Kritisierens gesprochen werden und jeder Jugendliche darf sich dann mal selber prüfen, was seine wirklichen Beweggründe sind. Vielleicht merkt der ein oder andere dann auch, „eigentlich bin ich ja auch da und dort mutlos“. Es ist ja viel schöner, wenn man sich gegenseitig in der Jugendgruppe hilft. Und niemand will ja selbst kritisiert werden. Wenn es dem Jugendleiter gelingt ein Klima des Wohlwollens, der gegenseitigen Akzeptanz und Unterstützung zu schaffen, dann ist viel gewonnen. Dann muss auch niemand mehr Angst haben „nicht zu genügen“.

Tipps für Jugendleiter

  • Kein Schubladendenken:

    Wir Menschen neigen sehr schnell dazu andere Menschen in Schubladen zu schieben. Und so kann es passieren, dass wir unsere Kinder und Jugendlichen ebenfalls in dumm und gescheit, in mutig und mutlos, in gut und böse einsortieren. Das ist jedoch falsch, denn mit so einem Menschenbild können wir nicht wirklich den Jugendlichen helfen, fehlt es uns selbst andere zu ermutigen. Und wenn wir einem Kind in unserer Gruppe mit solchen Gefühlen begegnen können wir dieses Kind unmöglich ermutigen.

  • Reden ist Silber – Schweigen ist Gold:

    Wozu wir auch schnell neigen ist vorschnell und unüberlegt zu kritisieren oder hinzuweisen. Was weiter oben bereits gesagt wurde: bevor Du anfängst was zu sagen denke erst mal nach und sieb durch, was Du sagen willst und ob es angebracht und nötig erscheint. Denn es gibt ja das Sprichwort: Reden ist Silber – Schweigen ist Gold. Und so manch schnell daher gesagte, rausgerutschte Kritik kann so verletzend und entmutigend für den Anderen sein, dass die gute Beziehungsarbeit innerhalb Deiner Jugendgruppe zerstört werden könnte.

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