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Filmtipp: In einer besseren Welt

In einer besseren Welt
In einer besseren Welt
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Der Oscar prämierte dänische Film „In einer besseren Welt“ der Regisseurin Susanne Bier darf als absolutes Ausnahme-Drama gelten. Behandelt er doch in 113 Minuten aktuelle Themen wie Mobbing, Gewalt, Freundschaft, aber auch Rache, eingebettet in eine realistisch erzählte Geschichte, die sich tatsächlich so zutragen könnte.

Die Handlung des Films

Hauptfigur von „In einer besseren Welt“ ist der schwedische Arzt Anton, der regelmäßig in einem Flüchtlingslager im Sudan arbeitet. Weil häufig von zu Hause abwesend ist und auch nicht allzu viel von ehelicher Treue hält, lebt er mittlerweile getrennt von seiner Frau und sogar die Scheidung steht im Raum. Schmerzlicher als für die Ehefrau ist die ständige Abwesenheit des Vaters für seinen Sohn Elias. Dieser bräuchte eigentlich sehr viel mehr von seinem Vater, als den regelmäßigen Kontakt über Skype. Denn der Junge leidet nicht nur unter der Trennung der Eltern, sondern auch unter Mobbing in der Schule, wo er von den Klassenkameraden etwa als "Rattengesicht" beschimpft wird.

Die Situation ändert sich für Elias erst, als mit Christian ein neuer Mitschüler in seine Klasse kommt. Der „Neue“ lebt bei seinem verwitweten Vater, den er unterschwellig für den Tod der Mutter verantwortlich macht. Christian wagt es als einziger Schüler, Elias Peinigern die Stirn zu bieten: Er beobachtet eines Tages, wie der Anführer der Mobber Elias auf die Toilette folgt. Daraufhin überfällt er diesen Jungen, schlägt ihn mit einer Fahrradpumpe zusammen und hält ihm ein Messer an die Kehle, um ihn dazu zu zwingen, Elias künftig in Ruhe zu lassen. Als daraufhin die Polizei ermittelt, bestreiten sowohl Elias als auch Christian, dass der andere Junge mit einem Messer bedroht worden sei. Dieses Erlebnis schweißt Elias und Christian enger zusammen und sie werden Freunde.

Die Situation eskaliert

Als sich Elias kleiner Bruder mit einem anderen Kind prügelt, spitzt sich die Situation zu: Der zwischenzeitlich anwesende Vater Anton trennt die Streithähne, wird jedoch daraufhin vom Vater des anderen Jungen geohrfeigt. Elias und Christian können nicht verstehen, warum er sich das hat gefallen lassen, woraufhin Anton den Schläger zur Rede stellt und erneut Ohrfeigen kassiert.

Vor allem Christian, der den Hass auf den eigenen Vater in diesen Menschen projiziert, sinnt auf Rache. Er findet Feuerwerkskörper in der Werkstatt seines Großvaters und will mit Elias eine Bombe bauen, um das Auto des Schlägers in die Luft zu sprengen. Das wiederum bringt Elias in einen moralischen Konflikt, an dem die Freundschaft fast zerbricht. Weil Anton bereits wieder in Afrika ist, kann ihm dieser in seinem Dilemma nicht helfen und Elias macht bei Christians Plan mit. Als die Bombe zündet, wird Elias schwer verletzt. Christian will den Freund im Krankenhaus besuchen, wird aber nicht vorgelassen, woraufhin er Selbstmord begehen möchte. Im buchstäblich letzten Moment wird er gerettet. Christian versöhnt sich mit seinem Vater.

Eine neutrale Perspektive

„In einer besseren Welt“ lebt von der neutralen Perspektive, mit der Susanne Bier die Geschichte erzählt. Sie wertet nicht und hält ihre subjektive Meinung außen vor. Dadurch zwingt sie den Zuschauer dazu, sich mit den moralischen Fragen des Films selbst auseinanderzusetzen. Nicht nur die Erzählweise, sondern auch das hervorragende Drehbuch und die exzellente Kameraführung machen das Werk zu einem herausragenden Film. Denn die spannende Geschichte und die fast idyllischen Bilder lassen das Geschehen auf der Leinwand umso tiefer unter die Haut gehen.

Umsetzung für die Jugendarbeit

Der Film ist sehr vielschichtig, werden doch verschiedene Themen angesprochen über die man mit Jugendlichen reden kann.

Sehr zentrale Themen:

  • Mobbing: einer wird gemobbt, ein anderer hilft dem Mobbingopfer und setzt sich mit Gegengewalt für ihn ein.

  • Freundschaft: niemand verpfeift den anderen, beide halten zueinander, egal was kommt. Gemeinsam geht man durch dick und dünn.

  • Anstiftung/Mitläufer: aus Angst den Freund zu verlieren macht man mit, auch wenn man ein ungutes Gefühl dabei hat.

  • Hass: blinde Wut und Hass verleitet zu Taten, deren Folgen kaum zu überblicken sind.

Weitere Themen:

  • Eltern: keine Zeit für die Kinder, obwohl sich die Kinder einen Gesprächspartner wünschen. Die Kinder fühlen sich allein und sich selbst überlassen.

  • Gewalt: Gewalt erzeugt Gewalt

  • Überzeugung: der Vater von Elias verzichtet auf Gewalt. Trotzdem hat er im Camp aufgegeben und den Gewalttäter dem Mobb überlassen.

Alles in Allem ein sehr schöner Film. Ich bin mir sicher, dass die Jugendlichen jeder für sich selbst eines dieser oben genannten Themen entdecken und beschreiben können.

Mit diesem Fragen kommst Du ins Gespräch:

  • Was hat euch an dem Film ganz besonders gut gefallen (bzw. beeindruckt), und warum?

  • Was konntet ihr am besten nachvollziehen (nachempfinden)?

  • Gab es Szenen und Situationen in dem Film, welche ihr schon selbst in ähnlicher Form erlebt habt?

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Februar 2015

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