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„Wenn Du den anderen ändern willst, dann ändere dich selbst!“

Wie oft haben wir das schon erlebt, dass wir uns ärgern, wenn Kinder oder Jugendliche in unseren Gruppen sich falsch verhalten, zum wiederholten Male was falsch gemacht haben, gerade im Umgang mit anderen Gruppenmitgliedern. Am liebsten wollen wir, dass derjenige sich ändert, am liebsten wollen wir ihm das sagen. Doch wie sagen wir es am besten?

Die Hammermethode wäre einfach zu sagen: „das war aber nun völlig falsch, was Du da gemacht, gesagt, (nicht) getan hast“. Das bewirkt zunächst einmal eine konfrontative Haltung des anderen, eine Verteidigungshaltung, bei gleichzeitigem Ausschalten des Gehirns zum Nachdenken. Ich denke so kann man kaum den anderen gewinnen.

Miteinander Kommunizieren  / Bild Nr. 27195072
Miteinander Kommunizieren
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Wenn Du aber versuchst dem Kind/Jugendlichen Deine Empfindungen, Deine Gefühle zu beschreiben, wie sein Verhalten bei Dir (und vermutlich auch bei den anderen Gruppenmitgliedern) ankam, was es ausgelöst hat an Gekränktheit, Enttäuschung, Wertschätzung, Unsicherheiten etc., dann wird der andere seine Verhaltensweise überdenken. Zudem liegt es vermutlich auch nicht in der Absicht des Kindes mit seinem Verhalten absichtlich andere Kinder zu verletzen und durch ein positiv gegebenes Feedback vom Jugendleiter kann man dem anderen helfen, sein Verhalten zu überdenken.

Ohne Kritik (Du machst alles falsch…), ohne Bedrängung (du musst Dich ändern, sonst….) können wir dem Gegenüber Vorschläge machen (versuche es doch mal auf diese Art….), wie es bei anderen bessere Gefühle gegenüber einem selbst auslösen würde.

Wichtig finde ich, dass so ein Gespräch auf Augenhöhe stattfindet, also das Kind bzw. der Jugendliche sich akzeptiert fühlt so wie es/er ist, auch sein negatives Verhalten, und dass es merkt, dass Dir viel an dem Kind/dem Jugendlichen liegt. Dann hast Du die besten Chancen, dass über Deine Vorschläge nachgedacht wird – denn auch das Kind, bzw. der Jugendliche möchte ja ankommen, bei Dir und den anderen.

Vermutlich dürften viele Jugendliche diese Art des Feedbacks nicht gewohnt sein, denn meistens kennt man von den Eltern nur Kritik und muss sich immer eine Liste von Fehlverhalten anhören. Doch indem ich dem Jugendlichen meine Gefühle mitteile, die sein Verhalten auslöst spiegele ich ihm die Auswirkungen seines Verhaltens zurück ohne ihn irgendwie anzugreifen, sondern er bekommt das Gefühl, da meint es einer ehrlich und kritisiert nicht sofort, oder droht mit Strafen.

Und wenn der Jugendliche anfängt sich über seine Wirkung auf andere bewusst zu werden, lernt dieser, sich selber zu beobachten und lernt auch, sein Verhalten zu ändern.

Und um wieder auf das Anfangsstatement zurückzukommen; „Wenn Du den anderen ändern willst, dann ändere dich selbst!“ soll für uns Jugendleiter heißen, dass wir diese Art des Feedback Gebens lernen müssen. Gewohnt sind wir sicherlich die Art und Weise des Kritisierens, des Strafens – so wie wir es selbst erlebt haben und es fällt nicht einfach unser Verhalten hier zu ändern. Aber wenn es gelingt, dann hilft es dem anderen indem wir ihn ernst nehmen und helfend zur Seite stehen wollen, letztendlich hilft es auch uns selbst.

Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken.
Galileo Galilei

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