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Strenge Erziehung produziert Schulversager

Angst vor Kritik, vor Schlägen   Bild: 45208026
Strenge Erziehung und Gewaltanwendung | ©: Markus Bormann - Fotolia

Wie eine Studie der Universität Pittsburgh namens „Maryland Adolescent Development in Context“ aufzeigte, führt eine besonders strenge Erziehung vielfach zu schlechten schulischen Leistungen und oft sogar zu Schulversagen. Der Grund: Jugendliche, die mit harter Hand erzogen werden, orientieren sich weniger an ihren Eltern, sondern in hohem Maß an ihren Freunden. Die befragten Jugendlichen gaben an, dass sie viel Zeit mit ihren Freunden verbringen, statt Hausaufgaben zu machen oder zu lernen. Sie sind auch eher dazu bereit, Regeln zu brechen, um ihre Freunde zu behalten. Indikatoren für eine „harte Erziehung“ galten bei dieser Untersuchung Schläge ebenso wie Anschreien oder das Androhen von körperlichen oder verbalen Strafen.

So wurde die Studie durchgeführt

Rochelle Hentges und eine Gruppe von Forschern hatten für ihre Langzeitstudie der Universität Pittsburg insgesamt Daten von über 1000 Teilnehmern gesammelt und ausgewertet. Das Ziel bestand darin, zu untersuchen, welchen Einfluss die sozialen Bedingungen auf die psychologische und akademische Entwicklung bei Heranwachsenden im Alter von zwölf bis 21 Jahren haben. Unter anderem wurde erfasst, in welcher Form sie körperlichen oder verbalen Attacken der Eltern ausgesetzt waren. Weitere Fragen widmeten sich den Themen Sexualität, kriminelles Verhalten sowie den Interaktionen mit Gleichaltrigen. Schließlich wurde auch nach dem höchsten erreichten Bildungsabschluss gefragt.

Dabei stellten die Forscher fest, dass Kinder, welche in der siebten Klasse aggressiv und streng erzogen wurden, zwei Jahre später die elterlichen Regeln als weniger wichtig ansahen als ihre Freunde und andere Gleichaltrige. Daraus wiederum sei in der elften Klasse ein riskanteres Verhalten resultiert. Mädchen – so die Ergebnisse der Studie – werden früher sexuell aktiv, während Jungen eher zu einem kriminellen Verhalten neigen als Jugendliche, die moderat erzogen werden. Dadurch werde der schulische Erfolg insgesamt beeinflusst. Denn die Betroffenen haben wesentlich höhere Abbruchraten in der High-School oder im College.

Gewalt folgt auf Gewaltfrei

Durch einen gewalttätigen Erziehungsstil werde ein „Komplex kaskadenartiger Prozesse“ ausgelöst. Dadurch werde ein gegenwartsorientiertes Verhalten gefördert, während zukunftsorientierte Bildungsziele in den Hintergrund treten. „Jugendliche, deren Bedürfnisse nicht durch ihre primären Bezugspersonen erfüllt werden, können Bestätigung bei Gleichaltrigen suchen“, sagt Hentges. Das könne natürlich auch auf eine ungesunde Weise geschehen, wodurch gesteigerte Aggression, kriminelles Verhalten und ein frühes Sexualverhalten entstehen können. Langzeitziele wie etwa ein höherer Bildungsabschluss würden dagegen vernachlässigt.

Für Holger Ziegler von der Universität in Bielefeld sind diese Zusammenhänge nicht überraschend. Durch die Studie werde klar bestätigt, „dass sich Beschimpfungen und Körperstrafen nicht gedeihlich auf die Entwicklung junger Menschen auswirken.“ Der Erziehungswissenschaftler hatte bereits 2013 in einer Studie belegt, dass nahezu ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen von Erwachsenen manchmal oder oft geschlagen werden.

(Quelle: dpa Meldung Februar 2017)

Anschreien – Androhen – Schlagen: die Ohnmacht der Eltern

Den Eltern liegt etwas an der Erziehung der Kinder, an einer guten Ausbildung. Die Voraussetzungen hierfür sind gute schulische Leistungen. Viele der Eltern sind verzweifelt, wenn es nicht so klappt und tendieren dann zu „strengem Verhalten“ in der Erziehung. Vielfach ist es eigentlich die Ohnmacht der Eltern, die sich hier im Anschreien, Androhen oder in den Schlägen zeigen. Gerade das Gegenteil wird (langfristig) bewirkt. Das Kind, der Jugendliche verliert die Orientierung an den Eltern und orientiert sich lieber an Freunden bzw. „Leidensgenossen“.

Die Studie sollte den Eltern zu denken geben. Mehr Gelassenheit gegenüber den eigenen Kindern, mehr Gespräche anstatt Schläge, sich vielleicht sogar psychologische Beratung holen, zahlen sich langfristig aus. Ein schlagendes Argument in Form von Schlägen war noch nie gut. Die Geborgenheit und Bindung zu den Eltern geht verloren, stattdessen suchen sich die Kids andere Orientierungspunkte.

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