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Laser Tag: ein umstrittenes Freizeitvergnügen

Laser-Tag
Laser-Tag | ©: www.spielt-lasertag.de
Ein Bericht über die Lasertag Arena in Berlin

Langsam aber sicher erfreut sich das Freizeitvergnügen Laser Tag, das ursprünglich für die US-Streitkräfte entwickelt worden war, auch in Deutschland wachsender Beliebtheit. Bei Pädagogen und Jugendschützern ist der Freizeitspaß jedoch höchst umstritten. Denn Sinn und Zweck des Spieles ist es, mit einer Laserwaffe gegnerische Mitspieler zu treffen und möglichst viele Punkte zu erzielen.

Darum geht es in Laser-Tag

Vom Prinzip her ist Laser Tag allerdings mehr als nur ein tumbes Ballerspiel. Denn die Spieler müssen - allein oder im Team - auf einem In- oder Outdoorparcours verschiedene Aufgaben bewältigen. Weil sie sich gegenseitig am Lösen der Aufgabe hindern sollen, tragen sie eine Weste mit Sensoren sowie einen Infrarotsignalgeber, der meist Laserpistole oder Phaser genannt wird.

Paintball  / Bild Nr. 35625251
Paintball | © Pavel Losevsky - Fotolia

Damit ähnelt Laser Tag Paintball, bei dem sich die Spieler gegenseitig mit Farbkugeln, die aus Luftdruckwaffen abgefeuert werden, beschießen. Bei Paintball jedoch steht der kriegerische Charakter des Spiels absolut im Vordergrund. Da es beim Markieren des Gegners zu - teilweise - nicht unerheblichen Verletzungen wie Prellungen oder Blutergüssen kommen kann, ist dieser Sport für Jugendliche tabu. Laser Tag dagegen kann auch von jüngeren Spielern gespielt werden. Während in den USA schon Sechsjährige spielen dürfen, liegt die Grenze in Deutschland zwischen zwölf und 16, wobei die Jugendlichen meist von einem Erziehungsberechtigten begleitet werden müssen. Eine bundesweit einheitliche Regelung gibt es allerdings nicht.

Laser Tag hingegen war ursprünglich nicht als Sport oder Freizeitspaß gedacht, sondern wurde vom US-Militär entwickelt. Die Laser-Tag-Ausrüstung stellte für die Militärs eine günstige Übung für Gefechtsübungen dar, in welchen vor allem taktische Elemente im Vordergrund stehen. Und genau diese taktischen Elemente machen auch die besondere Faszination dieses Strategiespiels aus.

Welche Variationen werden gespielt?

Fans des Laser Tags schätzen, dass das Strategiespiel sowohl In- als auch Outdoor in zahlreichen Variationen gespielt werden kann. Bei den meisten Spielvarianten scheiden einzelne Mitspieler aus, nachdem sie eine bestimmte Zahl von Treffern erhalten haben. Bei einigen Matches müssen die Spieler außerdem zu einer Basisstation zurück, um die Phaser wieder aufzuladen, nachdem sie eine bestimmte Anzahl von Schüssen abgegeben haben. Diese Spieloption schätzen vor allem erfahrenere Spieler, weil dabei mehr taktische Finesse an den Tag gelegt werden muss.

Gängige Variationen sind:

Highlander

Bei einem Highlander-Match kämpft jeder gegen jeden, dabei können die Spieler ihre Energie nicht aufladen. Wer zu viele Treffer abbekommen hat, scheidet aus. Der letzte Spieler auf dem Parcours hat gewonnen.

Teamspiele

Beim Teamspiel tritt eine rote gegen eine grüne Mannschaft an, wobei beide Mannschaften gleich groß sein sollten. Gewinnen kann die Mannschaft nur, wenn die Mitspieler gut zusammen agieren und sich taktisch gut verhalten. Entweder werden die Punkte für die einzelnen Treffer zusammengezählt oder die Teams müssen eine bestimmte Aufgabe erfüllen. Die wohl bekannteste Variation dürfte "Capture the Flag sein". Hier müssen die Teams nicht nur die eigene Basis verteidigen, sondern zugleich auch die gegnerische Basis erobern.

Varianten mit einem Ungleichgewicht

Samurai

Eine Mannschaft erhält zu Beginn einen Bonus, indem die Mitglieder mehr Treffer verkraften können, dafür hat diese Mannschaft weniger Mitglieder. Wegen der Unterzahl müssen diese sehr gut miteinander agieren können.

Zombie

Bei dieser Variante tritt der Zombie, also ein unsterblicher Spieler, gegen alle anderen an. Seine Aufgabe besteht darin, die übrigen Mitspieler zu infizieren. Diese wiederum können den Zombie mit ihren Treffern nur für einige Sekunden blockieren und damit versuchen, die Spielzeit zu überstehen.

Darüber hinaus können zahlreiche weitere Varianten gespielt werden. Bei Indoor-Anlagen sind etwa Darkgames in abgedunkelten Hallen äußerst beliebt. Im Gelände können hingegen auch groß angelegte Szenarien gespielt werden. Dazu gehören etwa Leibwächter-Szenarien, wo es darum geht, eine Person zu einem bestimmten Ziel zu eskortieren, ohne dass diese zu viele Treffer abbekommt.

Ein umstrittenes Spiel

Für die überwiegende Mehrheit der aktiven Spieler stellt Laser Tag ein spannendes Spiel dar, bei dem sie zugleich auch ihr Reaktionsvermögen und ihre Kondition trainieren können. Vor allem kritische Eltern sehen darin ein martialisches Treiben ähnlich digitalen Egoshootern, welche für Kinder und Jugendliche nicht geeignet ist. Sie kritisieren die militärische Herkunft von Lasertag. welches ein Nahkampftraining sei und Gewalt bagatellisiere.

Diesen militärischen Bezug kritisieren auch so manche Jugendschützer. In Rheinland-Pfalz, wo erst 16jährige Laser Tab spielen dürfen, wird die Entscheidung mit der eindeutigen Absicht begründet, andere Menschen mit einer Waffe zu treffen. Zudem sei das Empfinden wegen der körperlichen Anstrengung intensiver als bei Computerspielen. Es gibt aber auch Pädagogen, die Laser Tag als völlig unproblematisch sehen. Sie argumentieren, dass es bei Laser Tag in erster Linie um sportliches Fair Play gehe. Denn wenn nur der Aspekt der Gewalt betrachtet wird, müssten ihrer Meinung nach auch Schneeballschlachten oder Völkerball, ein beliebtes Spiel im Sportunterricht, verboten werden. Denn hierbei können sich die Spieler sogar ernsthaft verletzen.

Räuber & Gendarm
Räuber & Gendarm mit Kügelchpistolen in einem alten Gebäude
©: www.praxis-jugendarbeit.de

Diese Kontroversen sind allerdings nicht neu. Schon in der ersten Hälfte der 1990er Jahre, als die ersten Laserdromes in Deutschland öffneten, wurden diese ebenso kontrovers geführt. Die Lösung, um Kinder und Jugendliche von Killerspielen fernzuhalten, bestand damals darin, diese als Glücksspiel einzustufen, welches nur für Erwachsene erlaubt ist.

Lasertag - Umsetzung in der Jugendarbeit

Die Frage, ob es nun Sinn macht mit seiner Jugendgruppe in eine Lasertag-Arena zu gehen bleibt jedem Jugendleiter selbst überlassen. Ich kann mich noch gut an eine Freizeit erinnern, als die Jugendlichen in einer alten verlassen Militäranlage mit ihren Kügelchenpistolen Capture the Flag spielten. Anschleichen, täuschen und tarnen, Geschicklichkeit und Schnelligkeit sowie Spaß hatten die Jugendlichen. Gewalttätig sind die Jugendlichen nicht geworden. Und bei so manchem Geländespiel geht es auch darum, den Gegner zu überlisten – wenn auch nicht in der Art und Weise, wie man versucht einen Gegner beim Lasertag punktemässig zu treffen.

Geländespiele: anschleichen, täuschen und tarnen
Geländespiele: anschleichen, täuschen und tarnen | ©: www.praxis-jugendarbeit.de

Die Kids spielen heute so viele Computerspiele, manche sind regelrecht computersüchtig, so dass diese Art des Spiels wenigstens Bewegung und Kondition abverlangt. Und wenn es dem Jugendleiter in Verbindung mit einem solchen Event gelingt über das Töten, über das Abstumpfen von Gewalt zu sprechen – kann das auch ein Lerneffekt sein, zumindest ein guter Gesprächseinstieg. Klar eine Schneeballschlacht, wo ich versuche den Gegner zu treffen tut es da auch schon.

Früher haben wir Cowboy und Indianer gespielt, mit Blasrohr und Knete durch das Unterholz gejagt, mit Plastik-Kugelpistolen und einer Hosentasche voll Kügelchen in alten Gebäuden rumgespielt – und heute? Die selben Spiele – auf eine andere Art und Weise.

Dezember 2014

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