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Albert Einstein - Demütigung und die verhängnisvollen Folgen

Demütigung bzw. geistige Unterdrückung durch verständnislose und egozentrische Lehrer tut schweren, untilgbaren Schaden im kindlichen Gemüt, der gar oft das spätere Leben verhängnisvoll beeinflusst.
(Albert Einstein)

Was will Einstein mit dieser Aussage zur Demütigung sagen?

Egal ob nun Lehrer, Jugendleiter, Erzieher oder Eltern – Einstein meint hier eine ganz bestimmte Form des Erziehungs-Umganges von Erwachsenen mit Kindern. Er weist auf den Schaden hin, welcher diese Form an „Erziehungsstil“ beim Kind in seinem Gemüt – damit meint er die psychische Verfassung – auslöst und sogar sich für das ganze spätere Leben auswirken kann. Kleinigkeiten, kleine Demütigungen, oftmals sogar ganz unüberlegt von den Erwachsenen eingesetzt, aber mit immensen Auswirkungen für die Entwicklung des Kindes. Vieles ist erst im Erwachsenenalter zu erkennen, oder feststellbar (sofern man da selbst nachforscht), aber die Ursachen für Depressionen, Minderwertigkeitsgefühle, oder Ängsten liegen oftmals in solch erlebten Demütigungen im Kindes- oder Jugendalter.

Demütigung und die verhängnisvollen Folgen   Bild: 288767
Demütigung und die verhängnisvollen Folgen
©: Stephanie Hofschlaeger, pixelio.de

Was heißt eigentlich Demütigung?

Die Demütigung zielt auf den Selbstwert des Anderen ab, möchte das Selbstwertgefühl, die Würde und letzten Endes den Willen des Anderen „brechen“.

Man muss nicht einmal physische Gewalt ausüben – denn das wäre ja strafbar – sondern es geht auch ganz subtiler, indem man psychische bzw. seelische Gewalt ausübt. Da reichen schon ein paar verächtliche Aussagen, bestimmte abfällige Gesten, oder eine öffentliche (vor der Klasse, vor der Gruppe) vorgenommene demütigende Handlung bzw. Aussage.

  • Wie dumm kann man eigentlich nur sein…

  • Dumm geboren

  • Das kannst Du ja sowieso nicht

  • Du bist zu blöd zum ….

Das sind nur ein paar Beispiele und jeder wird sich vielleicht erinnern, dass man diese „Sätze“ selbst schon verwendet hat und sich eigentlich nichts dabei gedacht hat. Doch die Auswirkungen können beim Betroffenen groß sein und zu einem lebenslangen seelischen Ballast werden.

Was heißt geistige Unterdrückung?

Kinder sind sehr kreativ, wollen ausprobieren, experimentieren und lernen. Kinder sollten eine eigene Meinung und Haltung entwickeln dürfen, ohne dass diese ihnen aufgezwängt wurde. Kinder möchten mit ihren Ansichten und Meinungen ernst genommen werden. Doch die geistige Unterdrückung besteht darin, dass man den Kindern schon gar nicht zuhört, das ein oder andere als dumm, als Schnapsidee, als unrealistisch etc. abtut. Wie kann sich ein Kind frei entwickeln, wenn es so eingeschränkt wird, wenn es gar Angst bekommt was Falsches zu sagen?

Warum kommt es überhaupt zu solchen demütigenden Situationen? Und was sind die Folgen?

  • Der Erzieher/Lehrer/Jugendleiter hat selbst Mangel an Bedürfnissen und möchte diesen Mangel ausgleichen. Er setzt bewusst die Form der Demütigung ein um seine Bedürfnisse an Macht (wer sein zu wollen, was zu sagen haben, wichtig zu sein) zu befriedigen. Er sieht nur sich selbst (egobezogen), seine Bedürfnisse, aber er sieht nicht das Kind mit seinen Bedürfnissen (an Wertschätzung, am Lernen wollen, mit seinen Fragen).

  • Die Folgen sind beim Gruppenteilnehmer, beim Schüler, beim Kind jedoch eine Verunsicherung (ich mache es falsch, ich kann nichts, ich bin abgelehnt), was wiederum bewirkt, dass das Kind Angst vor Kritik, vor dem Fehler bekommt und dadurch Hemmungen entwickelt irgendetwas in Zukunft ausprobieren zu wollen bzw. anzugehen. Das Selbstvertrauen des Kindes hat Schaden genommen - in manchen Fällen enormen Schaden.

Tipps für die Jugendarbeit

Kindheitserlebnisse
Kindheitserlebnisse, wie zum Beispiel Demütigungen haben
Auswirkungen auf das gesamte Leben.
©: www.praxis-jugendarbeit.de

Diese Gedanken zum Thema Demütigung möchte ich jedem Jugendleiter ans Herz legen. Auch wenn der ein oder andere sagt „ich habe meine Kids lieb und wertschätze sie“, so bin ich mir sicher, dass das ein oder andere doch unbedacht gesagt oder getan wird, was dem Anderen wehtut und seelische Gewalt ausübt. Sich dessen bewusst zu werden, sich selbst einmal zu reflektieren ist der erste Schritt um bewusster mit Kindern und Jugendlichen umgehen zu lernen.

  • Versuche selbst einmal solche ähnlichen Situationen in Deinem Leben aufzuspüren, wo es Dir ähnlich ergangen ist. Wie hast Du Dich gefühlt? Was hast du gedacht? Was hat es bewirkt, welche Folgen hatte es für Dein Handeln? Vielleicht gelingt es Dir dann Dich in das Kind hineinzuversetzen, wie es ihm nun ergehen muss.

  • Sei verständnisvoll und sei geduldig: das Kind, der Schüler hat ja noch nicht so die (Lebens)Erfahrung und Wissen wie Du.

  • sei nicht egozentrisch, sondern sehe den Schüler, das Gruppenmitglied als gleichwertig an

  • unterdrücke bzw. tue nicht die Meinung des anderen ab

  • akzeptiere das Kind und unterstütze es

  • lass die Jugendarbeit sein, wenn Du das Kind demütigen musst nur um Deine eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.

Januar 2015

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