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Schlittenfahren – worauf achten?

Mit dem Plastikschlitten voll Speed die Rodelbahn runter
Mit dem Plastikschlitten voll Speed die Rodelbahn runter
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Gemeinhin gilt Rodeln als harmloser Freizeitspaß, der im Winter nahezu von Jedermann betrieben werden kann. Schließlich brauchen die Rodler nur einen Schlitten, warme Kleidung und natürlich einen geeigneten Hügel, um den Spaß im Schnee genießen zu können. So harmlos, wie es auf den ersten Blick scheint, ist dieser Winterspaß aber doch nicht. Von ein paar Prellungen, über den Schlüsselbeinbruch, bis hin zu einem längeren Krankenhausaufenthalt aufgrund mehrerer Brüche gab es schon alles, was man mit Jugendlichen auf der Piste erleben kann. Um das dies alles nicht passiert hier eine Zusammenstellung an Tipps.

Popo-Rutscher
Der Popo-Rutscher
©: Pircher Karl, pixelio.de

Denn auch beim Rodel können Unfälle vorkommen, meistens aus Unachtsamkeit und Übermut, oder weil man sich nicht an die Regeln hält. Hinzu kommt, dass man beim Rodeln weniger oft einen Helm trägt (außer man befindet sich in einer extra präparierten Rodelbahn), als zum Beispiel beim Skifahren. Zwar gibt es beim Skifahren und Snowboarden noch etwas mehr Unfälle, aber gleich dahinter folgen Rodelunfälle.

Weil auf präparierten Bahnen mit einem modernen Schlitten Geschwindigkeiten von 50 km/h und mehr möglich sind, kommt es häufig zu Unfällen beim Lenken oder beim Abbremsen. Und abseits der Pisten zum Beispiel auf einem engen Waldweg, oder Forstweg reizt so manchen Rodler eine rasante Abfahrt – ohne unvorhergesehene Hindernisse einzuplanen. Und auch Zusammenstöße mit festen Hindernissen oder Menschen, die auf der Piste herumlaufen, sind keine Seltenheit. Ein derartiger Sturz kann im ungünstigsten Fall zu schweren Verletzungen im Brust- und Kopfbereich führen. Mit einer sorgfältigen Vorbereitung und einem wachsamen Auge auf der Piste wird das Rodeln aber zu einem harmlosen und unbeschwerten Freizeitvergnügen.

Worauf sollten die Rodler achten?

Vor der ersten rasanten Fahrt auf der Piste ist zunächst ein kritischer Blick auf die Rodelbahn und die eigene Ausrüstung notwendig. Aber auch die Verhaltensregeln auf der Piste sollten bekannt sein. Schließlich hat die Sicherheit absoluten Vorrang.

>Den Hang nur auf einer Seite wieder hoch laufen.
Den Hang nur auf einer Seite wieder hoch laufen.
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Mit dem Radschlauch ist es am gefährlichsten zu rutschen. Bild 17948860
Mit dem Radschlauch ist es am gefährlichsten zu rutschen.
©: Lucky Dragon - Fotolia

Die Pistenauswahl

Anfänger, aber auch geübte Rodler sollten zu Beginn der Wintersaison eine nicht zu steile Rodelbahn auswählen, damit sie wieder ein Gefühl für das Rodeln bekommen und sich mit ihrer Ausrüstung vertraut machen können. Bevor sich die Rodler auf ihren Schlitten setzen, sollten sie außerdem einen kritischen Blick auf die Rodelbahn oder die Piste werfen. Denn wer mögliche Hindernisse wie Bäume oder Absperrungen schon vorher kennt, kann rechtzeitig gegenlenken und ist während der Fahrt nicht zu einer schnellen Reaktion gezwungen. Auch sollte sich die Rodelbahn in einer ausreichenden Entfernung zu Winterwanderwegen und Loipen befinden, wo unvermutet Spaziergänger oder Langläufer auftauchen können. Diese Gefahr kann auch bei ausgewiesenen Rodelbahnen in Skigebieten bestehen. Zur Sicherheit kann das Gelände vorab einmal begangen werden, allerdings am Rand der Piste, um andere Schlittenfahrer nicht zu behindern.

Die Rodelbahn sollte außerdem durchgehend ausreichend breit sein, damit sich die Rodler gegenseitig ausweichen können und nicht behindern. Auch der Auslauf der Rodelbahn sollte großzügig bemessen sein, um die Unfallgefahr zu reduzieren. Tabu sollten Bahnen sein, die an Parkplätze, Straßen oder Gewässer grenzen oder die von einer Mauer begrenzt werden.

Die richtige Kleidung

Die Kleidung sollte warm und wetterfest sein. Hose und Pullover sollten auch nicht nass werden, wenn der Rodler tatsächlich stürzt. Deshalb empfiehlt sich beispielsweise die Kombination aus Skihose und Anorak. Keinesfalls sollten die Rodler auf Handschuhe verzichten, weil sie dann notfalls auch einmal in den Schnee greifen können, um das Bremsen oder das Lenken zu unterstützen.

Feste und hohe Schuhe mit einer griffigen Sohle verhindern nicht nur, dass Schnee eindringen kann, sondern erleichtern auch den Aufstieg und das Bremsen. Wichtig: Der Schaft sollte auf jeden Fall über die Knöchel reichen, weil sich dadurch die Gefahr einer Verletzung im Sprunggelenk oder am Knöchel reduzieren lässt. Sicherheitshalber sollte auch nicht auf einen Helm verzichtet werden, weil sich dadurch Verletzungen am Kopf vermeiden lassen.

Eine Skibrille und eine Stirnlampe runden schließlich die Ausrüstung ab. Die Brille sorgt jederzeit für eine freie Sicht, auch wenn es plötzlich zu schneien anfängt oder bei einer rasanten Fahrt Schneespritzer auf den Rodler einstürzen. Die Stirnlampe hingegen dient eher der Sicherheit auf dem Heimweg.

Der Schlitten, bzw. das Teil mit dem man den Berg runterfahren will

Zwar erfreuen sich Plastikbobs und Plastikuntersätze immer größerer Beliebtheit, auch weil sie oft höhere Geschwindigkeiten ermöglichen als herkömmliche Schlitten aus Holz. Jedoch lassen sich diese oft nur schwer steuern oder Bremsen, auch wenn sie eine Bremskralle besitzen. Wer sich einen neuen Schlitten kaufen möchte, sollte darauf achten, dass dieser ein TÜV-Siegel oder das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit besitzt. Wichtig ist, dass der Besitzer den Schlitten gut lenken und bremsen kann. Das lässt sich am besten bei einer Testfahrt mit einem ähnlichen Modell herausfinden. Diese können entweder beim nächsten Skiverleih oder bei Sportgeschäften, die Sportgeräte verleihen, testweise ausgeliehen werden.

Auf dem Plastikrutscher den Berg runter. Bild: 80530
Auf dem Plastikrutscher den Berg runter. Jedoch vorsicht: mit dem Kopf voraus
am besten nur mit Helm. ©: Stephanie Hofschlaeger, pixelio.de

Welche Voraussetzungen muss der Rodler mitbringen?

Allein rodeln sollten Kinder grundsätzlich erst dann, wenn sie den Schlitten sicher lenken und auch zum Stehen bringen können. Kinder unter sechs Jahren sollten in keinem Fall alleine rodeln, bei älteren Kindern ist dies abhängig von ihrer Erfahrung auf dem Schlitten und davon, wie verantwortungsbewusst sie auf die Rodelbahn gehen.

Sicherheit geht vor

Plastikbob: etwas zu schnell unterwegs gewesen
Plastikbob: etwas zu schnell unterwegs gewesen
©: berggeist007, pixelio.de

Der Schlittenfahrer sollte sich vor der Abfahrt gründlich aufwärmen. Das erhöht die Reaktionszeit und reduziert die Verletzungsgefahr. Grundsätzlich muss der Schlittenfahrer mit Blick in die Fahrtrichtung sitzen. Eine aufrechte Sitzposition mit leicht nach hinten geneigtem Oberkörper gewährleistet die optimale Kontrolle über den Schlitten. Zudem ist in dieser Position der Kopf besser vor Verletzungen geschützt.

Jeder Schlittenfahrer sollte außerdem auf Sicht fahren und nur so viel Tempo machen, dass er den Schlitten jederzeit abbremsen kann. Vor allem an unübersichtlichen Stellen sollte der Schlittenfahrer nicht stehenbleiben, etwa nach einem Sturz oder um auf seine Freunde zu warten. Will er andere überholen, sollte er auf einen ausreichenden Abstand achten und zur Sicherheit einen Warnruf ausstoßen, um einen Zusammenstoß zu vermeiden.

Um ihre Aufsichtspflicht nicht zu verletzen, müssen Erwachsene die Kinder auf der Rodelbahn im Auge behalten. Das gilt zumindest so lange, bis die Eltern sicher sein können, dass die Kinder mit der angebrachten Vorsicht auf die Piste gehen. Denn falls es zu einem Unfall kommt, bei dem Dritte geschädigt werden, machen sie sich unter Umständen einer Verletzung der Aufsichtspflicht schuldig. Das gilt insbesondere, wenn die Kinder jünger als sieben Jahre sind.

Plastikbob am Schlittenhang
Mit dem Plastikbob am Schlittenhang fahren
©: www.praxis-jugendarbeit.de

Rodeln und Schlittenfahren mit der Jugendgruppe

Ein Jugendleiter hat beim Schlittenfahren mit seiner Gruppe ein paar Regeln zu beachten, die sich aus dem gerade vorgetragenen Punkten ergibt.

Schlittenhang, Rodelpiste

  • Geeigneter Hang mit ausreichendem Auslauf und Breite

  • Keine Hindernisse und Gefahrenquellen

  • Keine Vereisungen, oder auch herausschauender Untergrund (Steine, etc.)

  • Die erste Abfahrt sollte der verantwortliche Gruppenleiter vorneweg einmal durchführen

Verhaltensregeln

  • Bei Unfällen sofort die Bahn verlassen

  • Alle laufen auf einer Seite des Hanges wieder nach oben (man einigt sich zuvor auf rechte oder linke Seite)

  • Kein Queren des Hanges beim Hochlaufen

  • Rücksichtnahme und Abstand halten, keine absichtlichen Rempeleien

Rodelverhalten

  • Beobachten ob die Kinder- und Jugendlichen sich an die Regeln halten

  • Beobachten wie gut die Kids den Schlitten beherrschen, ob das Lenken und Bremsen gelingt

  • Beobachten, ob Übermut und Rücksichtslosigkeit mit im Spiel ist

  • Je nachdem eingreifen und ggf. Verhaltensregeln anpassen

Auf was ist besonders zu achten, wo lauern Gefahren?

Der Radschlauch als Schlitten
Der Radschlauch als Schlitten: gefährlich, wenn der Schlittenhang zu steil ist,
Felsen oder Bäume im Wege stehen könnten und wenn kein Auslauf vorhanden ist.
©: www.praxis-jugendarbeit.de

  • Über (hohe) Hindernisse Schanzen, kann zu schweren Stürzen führen

  • Auf dem Bauch liegend, mit dem Kopf voraus in ein Hindernis hineinrasen

  • Wenn zu viele Personen auf einem Schlitten sitzen führt das für die nachfolgenden Fahrer zu einem Hindernis. Entweder Abstand halten oder warten bis das volle „Pistentaxi“ unten angekommen ist.

  • Plastiktüten, oder gar Radschläuche sind besonders schnell unterwegs und nicht gut zu lenken. Bei Plastiktüten können vereiste Passagen bzw. herausragende Steine zu Verletzungen führen.

  • Bei längeren Rodelbahnen die schwierigen und gefährlichen Passagen notfalls am Rand zu Fuß hinter sich bringen, gerade dann, wenn man die Strecke noch nicht so gut kennt.

Januar 2015

Die klassische Schlittenkette
Die klassische Schlittenkette
©: www.praxis-jugendarbeit.de

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