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Suchtpotenzial Onlinekonsum und die eigene soziale Ausgrenzung

Wer heute in einem Alter von über 35 ist, der wird die eigene Kindheit und Jugend noch weitgehend ohne Internet erlebt haben. Gerade für solche Menschen offenbart sich im Rückblick eine große Kluft zwischen den damaligen Lebensgewohnheiten von Kindern und Jugendlichen und denen heutiger Heranwachsender.

Interessant ist, dass die heutigen Erwachsenen insbesondere die Veränderungen durch das immer populärer werdende Internet äußerst kritisch betrachten. Regelmäßig tauchen in den sozialen Netzwerken Sprüche auf, die ironisch oder sogar sarkastisch beleuchten, dass es doch damals viel einfacher war, sich mit seinen Freunden zu verabreden bzw. zu treffen - man ging einfach zu ihnen nach Hause. Heute schreiben sich Kinder und Jugendliche Hunderte von Nachrichten, ohne sich dabei persönlich zu sehen. Und das, obwohl man oftmals in direkter Nachbarschaft lebt.

Zerstört das Internet also das gesamte Sozialleben und somit auch die Bindungsfähigkeit unserer Kinder und Jugendlichen?

Eine kürzlich durchgeführte Studie der Universitätsmedizin Mainz schlägt in dieser Richtung Alarm. So fanden die Wissenschaftler heraus, dass bereits rund 3,4 Prozent aller Jugendlichen das Internet suchtartig nutzen. Unter suchtartig versteht man hierbei eine Nutzung von mehr als sechs Stunden pro Tag und der zunehmende Verlust der Kontrolle über die Nutzung des Internets. Weitere knapp 14 Prozent der befragten Jugendlichen nutzen Internetdienste am Computer oder auf dem Smartphone zwar noch nicht suchtartig, jedoch exzessiv und ausufernd. Also in einer Art Vorstufe zum bereits angesprochenen suchtartigen Verhalten.

Übrigens: Die Studie fand auch heraus, dass Jungen und Mädchen das Internet etwa gleich viel nutzen. Wer heute noch glaubt, dass das Internet insbesondere ein Medium für Jungen wäre und sich die Mädchen lieber im realen Leben bewegen, der liegt inzwischen gründlich falsch.

Die Folgen des exzessiven Onlinekonsums

Die Studie beschäftigte sich nicht nur mit den bereits erwähnten statistischen Erhebungen, sondern auch mit den Folgen eines exzessiven Onlinekonsums insbesondere bei Jugendlichen. Durch Befragungen fand man heraus, dass Jugendliche, die extrem häufig Onlinespiele, Filmportale, Erotikangebote etc. nutzen, zunehmend die Bindung zu ihren Freunden verlieren, bzw. insgesamt eine schlechtere Bindung zu anderen Menschen aufweisen. Und es geht noch weiter: Solche Jugendliche vertrauen ihren Freunden weniger als jene, die das Internet nur sporadisch nutzen.

Somit grenzen sich Jugendliche durch einen exzessiven Internetkonsum quasi selbst aus, verlieren viele Interessen, vernachlässigen soziale Kontakte, leben zunehmend einseitig und verlieren nach und nach die Bindungsfähigkeit zu ihren Mitmenschen.

Neben den mangelnden sozialen Kontakten insbesondere zu ihren Freunden leiden Jugendliche, die das Internet besonders viel nutzen, auch unter familiären Problemen und oft unter nachlassenden schulischen Leistungen. Der übermäßige Internetkonsum wirkt sich somit in fast allen Bereichen des Lebens eines Jugendlichen negativ aus.

Was kann gegen exzessiven Onlinekonsum von Jugendlichen getan werden?

Ein Entgegenwirken dieser Entwicklung ist schwierig. Ab einem gewissen Alter können Jugendliche selbst entscheiden, ob sie ihre Zeit lieber mit Freunden im realen Leben oder im Internet verbringen. Und da der Wandel in der Gesellschaft bereits so weit vollzogen ist, dass der Großteil aller Jugendlichen viel Zeit im Internet verbringt, muss hier erst ein Teufelskreis durchbrochen werden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Aufklärung. Jugendlichen sollte - idealerweise bereits von Seiten der Schule - klargemacht werden, welche Gefahr ein exzessiver Onlinekonsum mit sich bringt. Die Vorteile von persönlichen Treffen und Aktivitäten im realen Leben sollten in diesem Zusammenhang entsprechend hervorgehoben werden, so dass sich mit der Zeit (hoffentlich) ein Trend zur Rückbesinnung auf solche Aktivitäten entwickelt

Jugendarbeit & Smartphones

Jeder Jugendleiter kennt die Situation: da kommen 10 Jugendliche in die Jugendgruppe und mindestens 8 davon sind permanent mit ihrem Handy beschäftigt. Je nach Programmpunkt ist das ziemlich nervig. Auch für Gespräche nach der Gruppenstunde ist kaum Zeit, weil der Jugendliche ja sofort schauen muss, wer gerade online ist um mit diesem zu chatten.

Ein Handy komplett zu verbieten in die Jugendgruppe (oder aufs Ferienlager) mitzunehmen ist ziemlich unmöglich durchzusetzen. Selbst den Schulen gelingt dies nicht, die Schüler haben trotzdem alle eines dabei und spicken hin und wieder aufs Handy, gerade dann wenn es lautlos vibriert.

Aber ein abwechslungsreiches interessantes Programm kann dazu beitragen, dass die Kids für 60 Minuten mal ohne Handy in der Hand auskommen können.

Dass Handys den Programmablauf stören, bzw. in der Schule man nicht konzentriert dem Unterricht folgen kann, dürfte jedem Kind bzw. Jugendlichen klar sein. Ein Gespräch darüber, bzw. über die Ergebnisse obiger Studie mit den Kids zu sprechen kann bei dem einen oder anderen Jugendlichen dazu führen, dass er vielleicht zukünftig bewusster damit umgeht.

Oder er stellt fest:

  • das Handy hat mich voll im Griff
  • ich bin ja eigentlich schon süchtig
  • ich vernachlässige alle meine realen sozialen Kontakte
  • ich verstecke mich hinter meinem Smartphone und fühle mich da wohler, als in einer face to face Begegnung.

Und noch etwas zu den „jüngeren“ Jugendleiter(innen): auch diese gehören dieser Handy/smartphone Generation an. Wenn diese nun auch noch permanent sich von ihrem Handy ablenken lassen, dann kann auch keine gut durchgeführte (und vorbereitete) Gruppenstunde durchgezogen werden.

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