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Ehrenamtliches Engagement – persönlichkeits- & kompetenzfördernd!

Ehrenamtliches Engagement - das klingt nach Gutmenschentum, nach solventen Familien, deren Kinder von den Eltern dazu angehalten werden, der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Im Zuge des immer weiter um sich greifenden Egoismus in unserer Gesellschaft und damit natürlich auch bei Kindern und Jugendlichen, ist ein ehrenamtliches Engagement für viele heute in etwa so attraktiv wie ein Besuch beim Zahnarzt zur Wurzelbehandlung.

Was diese Menschen nicht wissen: Eine ehrenamtliche Tätigkeit muss nicht zwingend nur Vorteile für diejenigen bringen, denen dadurch geholfen wird. Auch der ehrenamtlich Tätige selbst profitiert davon, wie eine vor einigen Jahren veröffentlichte Studie der Technischen Universität Dortmund zeigt. Insbesondere Kinder und Jugendliche können viel aus ihrer ehrenamtlichen Arbeit mitnehmen, für ihr eigenes Leben und ihre zukünftige Entwicklung.

Studie weist positive Effekte von freiwilligen Engagements erstmals empirisch nach

Im Rahmen der Studie führten die Wissenschaftler der TU Dortmund mehr als 70 Interviews mit engagierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen durch, die unter anderem für Jugendverbände, Schülervertretungen und viele andere Initiativen tätig sind. Die befragten Jugendlichen stammen aus den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Bayern und Sachsen. Um die Studie aussagekräftiger zu machen, wurden auch ca. 1500 Erwachsene befragt, die sich in ihrer Jugendzeit entsprechend engagierten. Darüber hinaus befragte man etwa 500 weitere Personen, die in ihrer Jugend kein solch freiwilliges Engagement zeigten.

Die Ergebnisse der Studie sind durchaus beeindruckend: Sie zeigen, dass sich ein freiwilliges bzw. ehrenamtliches Engagement in der Jugendzeit äußerst positiv auf die Entwicklung verschiedener Kompetenzen auswirkt, die im späteren Berufsleben eine wichtige Rolle spielen. Dies betrifft z. B. die Organisations- und Gremienkompetenzen, aber auch die allgemeine Leistungskompetenz.

Gerade im Hinblick auf die spätere Fähigkeit zum erfolgreichen Arbeiten im Team erweist sich eine ehrenamtliche Tätigkeit als geradezu ideale Vorbereitung. Die Studie hat außerdem gezeigt, dass ehrenamtlich engagierte Kinder und Jugendliche später allgemein höhere Berufsabschlüsse erlangen und somit beruflich zufriedener sind. Dies zeigte sich insbesondere im Vergleich mit den 500 befragten Menschen, die kein ehrenamtliches Engagement in ihrer Jugend zeigten. Unter ihnen befanden sich noch nicht einmal halb so viele mit einem Universitäts- bzw. Fachhochschulabschluss. Und auch die Berufswahl wird durch ein ehrenamtliches Engagement in der Jugendzeit sichtbar beeinflusst. Derart engagierte Menschen ergreifen wesentlich häufiger Berufe im Sozial-, Erziehungs- und Bildungsbereich. Auch in der Medizin sind sie öfter tätig.

Aus ehrenamtlich tätigen Jugendlichen werden ebensolche Erwachsene

Nicht verwundern dürfte indes, dass ein ehrenamtliches Engagement oft nach Ende der Jugendzeit nicht fürs Leben abgeschlossen ist, sondern auch im Erwachsenenalter weitergeführt wird. Mehr als 50 Prozent der Befragten im Rahmen der Studie, die bereits als Jugendliche ehrenamtlich tätig waren, engagieren sich auch im Erwachsenenalter in Hilfsorganisation, Vereinen usw. Auch in Parteien, Gewerkschaften und Bürgerinitiativen sind sie wesentlich stärker vertreten als jene Menschen, die in ihrer Jugend nicht ehrenamtlich tätig waren.

Und noch ein Effekt konnte beobachtet werden: Aktuell bzw. ehemals ehrenamtlich tätige Menschen sind wesentlich spendenbereiter als Menschen ohne ein solches Engagement. Sie spenden häufiger und auch höhere Summen.

Fazit

Es ist schön, wenn gut situierte Jugendliche durch eine ehrenamtliche Tätigkeit der Gesellschaft etwas von ihrem Wohlstand abgeben wollen. Doch das ist noch längst nicht alles. Allgemein wird die Entwicklung der Persönlichkeit durch ein solches Ehrenamt bei jedem Menschen positiv beeinflusst und sollte daher entsprechend forciert werden. Menschen, die in ihrer Jugend im Ehrenamt tätig sind, haben bessere Berufsaussichten, erzielen höhere Bildungsabschlüsse und bekommen letztendlich auch höhere Gehälter. Sie sind allgemein sozialer eingestellt, spenden mehr und organisieren sich im Erwachsenalter sehr oft in entsprechenden Wohltätigkeitsorganisationen. Es ist daher an der Zeit dafür zu sorgen, dass sowohl Kinder und Jugendliche selbst als auch die Eltern erkennen, dass ein ehrenamtliches Engagement eine echte WIN-WIN-Situation hervorruft. Sie wirkt sich sowohl positiv auf die Gesellschaft als auch auf das Leben des Wohltätigen aus.

Das Buch zur Studie

Buch Kompetenzerwerb im freiwilligen Engagement
Von: Wiebken Düx / Gerald Prein / Erich Sass / Claus J. Tully:
Eine empirische Studie zum informellen Lernen im Jugendalter
Mai 2008
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