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Klettern mit Kindern und Jugendlichen

Outdoor-Aktivitäten: Klettern  / Bild Nr. 15690768
Outdoor-Aktivitäten: Klettern ©: Alexander Raths - Fotolia

Die eigenen Grenzen überwinden und dabei den Körper an Bewegungsmuster gewöhnen, die Kindern und Jugendlichen in der modernen Welt längst abhanden gekommen sind. Das sind einige Beweggründe dafür, dass Klettern ein wichtiges Element in der Erlebnispädagogik darstellt. Der Grund dafür: Alle Muskeln von Kopf bis Fuß werden trainiert und während die Teilnehmer allmählich in luftige Höhen klettern, überwinden sie zugleich die eigenen Grenzen. Denn selbst eine geringe Höhe von wenigen Metern löst von oben betrachtet bei den meisten Teilnehmern einer Klettergruppe bereits ein mulmiges Gefühl, wenn nicht gar erste Anflüge von Höhenangst, aus.

Verantwortung für andere übernehmen

Ein eherner Grundsatz beim Klettern lautet: Keiner geht allein, sondern ist grundsätzlich mit mindestens einem Partner verbunden. Diese Sicherungsmaßnahme kann im Ernstfall, wenn eine Seilschaft fernab im Gebirge unterwegs ist, Leben retten. In der Erlebnispädagogik dient diese Maßnahme einem anderen Ziel: Die Teilnehmer lernen, Verantwortung für sich selbst und für andere zu übernehmen. Denn im schlimmsten Fall könnte ein eigener Fehltritt zur Folge haben, dass der Partner mit in die Tiefe gerissen wird.

Zwar sind die Teilnehmer in Kletterschulen zusätzlich durch Sicherungsseile geschützt. Jedoch nimmt diese Sicherungsmaßnahme den Teilnehmern nicht die Illusion, dass sie sich in der Kletterwand einzig und allein auf sich, ihre körperlichen Fähigkeiten und den Partner verlassen können. Das stärkt nicht nur das Selbstbewusstsein des Einzelnen, sondern auch den Teamgeist aller Gruppenmitglieder.

Klettern am Übungsfelsen
Klettern am Übungsfelsen | ©: www.praxis-jugendarbeit.de

Klettergarten oder Halle?

Nach Möglichkeit sollte das gemeinsame Klettern in einem Klettergarten statt in einer Halle stattfinden. Hier kann die Gruppe üblicherweise ungestört von anderen gemeinsam klettern, zudem lassen sich Kletterrouten mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden bewältigen. Die Gruppe kann also an einem Tag mehrfach das Abenteuer Klettern bewältigen und bei jedem neuen Versuch den Schwierigkeitsgrad steigern.

Klettern in der Kletterhalle  / Bild Nr. 186248
Klettern in der Kletterhalle | ©: S.-Hofschlaeger - pixelio.de

Klettern am Klettersteig  / Bild Nr. 8887807
Klettern am Klettersteig | ©: Andrea Huntemann - Fotolia

Ein positiver Nebeneffekt besteht darin, dass die Teilnehmer die Natur sehr viel intensiver erleben als in einer anonymen Kletterhalle. Die Natur lässt sich hervorragend in das erlebnispädagogische Abenteuer integrieren. Beispielsweise mit einem Picknick im Grünen nach der Veranstaltung, bei welchem die Teilnehmer über ihre Eindrücke während des Kletterns sprechen können. Auch mögliche Konflikte lassen sich hier im Gespräch lösen. So kann es während der Kletterpartie durchaus dazu kommen, dass einer der Teilnehmer beim Klettern einen Fehler macht, der einen anderen Teilnehmer möglicherweise ins Haspeln bringt. Wird das nicht anschließend angesprochen und geklärt, kann daraus ein unterschwelliger Konflikt erwachsen.

Und schließlich gehört das Aussprechen von Fehlern oder Missverständnissen auch zur Vertrauensbildung, die ein wichtiges Element bei diesem erlebnispädagogischen Angebot darstellt. Denn zumindest ein Grundvertrauen dem anderen gegenüber ist zwingend erforderlich, wenn ein Bergsteiger mit seiner Seilschaft in die unbekannte Welt der Berge aufbricht.


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