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Marketing / Werbeideen für die Jugendarbeit

Wer nicht wirbt, der stirbt. So lautet eine alte Weisheit in der Werbung, die heute aktueller denn je ist. Das Freizeitverhalten von Kindern und Erwachsenen hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Nie war die Konkurrenz unter den Freizeitbeschäftigungen insbesondere für Kinder und Jugendliche größer. Zuhause locken die Spielekonsole und das Internet mit seinen sozialen Netzwerken und weiteren Spielmöglichkeiten, so dass viele Kinder und Jugendliche heute nicht mal einmal mehr einen Bruchteil ihrer Freizeit draußen verbringen, verglichen mit den Gewohnheiten noch vor einigen Jahren.

Öffentlichkeitsarbeit und Werbung / Bild Nr. 56504934
Öffentlichkeitsarbeit und Werbung | ©: Trueffelpix - Fotolia

Ein gutes Beispiel dafür sind die Pfadfindergruppen und entsprechenden Vereine, welche seit geraumer Zeit unter einem Mangel an Zulauf zu leiden haben. Welches Kind bzw. welcher Jugendliche interessiert sich heute schon noch dafür, spannende Freizeiten in Zeltlagern zu verbringen, mit Gleichaltrigen und Betreuern rund um das Lagerfeuer zu sitzen und stimmungsvolle Lieder zu singen?

Wer in der Jugendarbeit zu Hause ist und diese auch in Zukunft erhalten möchte, sollte also entsprechende Maßnahmen zur Werbung ergreifen.

Doch wie wirbt man in der Jugendarbeit richtig?

Die Möglichkeiten, Marketing zu betreiben, sind heute so vielfältig wie nie zuvor. Ob klassisch per Zeitungsannonce, über das Radio, vielleicht sogar im Fernsehen oder ganz modern im Internet - unzählige Möglichkeiten stehen offen, um Jugendveranstaltungen im gewünschten Umkreis bekannt zu machen. Nicht zu vergessen die klassischen Handzettel bzw. Flyer, welche mittlerweile von fast jeder Druckerei günstig hergestellt werden können, und mit denen insbesondere bei der Werbung in der direkten Nachbarschaft oftmals gute Erfolge erzielt werden.

Apropos Nachbarschaft: Hier gilt es zunächst zu eruieren, in welchem Umkreis die Werbung sinnvoll ist und somit geschaltet wird. Bei kleineren Veranstaltungen, die insbesondere Kinder und Jugendliche aus einer Gemeinde bzw. einer Stadt ansprechen sollen, macht es oft keinen Sinn, beispielsweise im Radio oder gar im Fernsehen zu werben. Meist kommt dies auch viel zu teuer. Auch über das Internet ist es schwierig, regional begrenzte Zielgruppen genau zu definieren und letztendlich auch zu erreichen. In diesem Fall machen also Handzettel oder auch Anzeigen in der örtlichen Tageszeitung deutlich mehr Sinn.

Die richtige Vorbereitung

Es ist nicht ganz einfach, effektiv zu werben und dabei die wichtigen Fakten nicht zu vergessen. Unter Marketingfachleuten hat sich in diesem Zusammenhang ein System durchgesetzt, bei dem vor Beginn jeglicher Ausarbeitung einer Kampagne zunächst sechs Fragen gestellt werden, die jeweils mit einem „W“ beginnen. Diese Fragen sind:

  • Was wird beworben?

  • Wann findet die Veranstaltung statt?

  • Wo findet die Veranstaltung statt?

  • Wer organisiert die Veranstaltung?

  • Wie wird die Veranstaltung durchgeführt (Genauer Ablauf)?

  • Was ist der Sinn bzw. der Hintergrund dieser Veranstaltung?

Tipp: AIDA Regel

Anhand der Antworten auf diese Fragen können die entsprechenden Informationen für eine effektive Werbung zusammengestellt werden. Bei der Gestaltung der Anzeige sollte Wert auf ein möglichst einfaches Layout sowie eine klare Textgestaltung gelegt werden, damit es nicht zu Missverständnissen kommt. Am übersichtlichen erscheint eine Anzeige, wenn zunächst die wichtigsten Informationen (also zum Beispiel die vorgestellten sechs „W-Fragen“) in Stichwortform beantwortet werden. Anschließend kann noch ein kleiner erklärender Fließtext folgen, der allerdings nicht zu lang ausfallen sollte.

Sobald die Anzeige steht, können Sie sich Gedanken darüber machen, wie diese nun verbreitet werden soll. Im Folgenden haben wir die wichtigsten Marketing-Methoden mit ihren individuellen Vor- und Nachteilen zusammengestellt, jeweils bezogen auf das Marketing für Veranstaltungen in der Jugendarbeit.

Mundpropaganda

Die gute alte Mundpropaganda ist die einfachste, günstigste und oft auch effektivste Möglichkeit, eine Jugendveranstaltung schnell bekanntzumachen. Dafür wird den Gruppenmitgliedern bzw. Veranstaltungshelfern aufgetragen, jeweils ihre Freunde, Verwandten und Bekannten mündlich zur Veranstaltung einzuladen. Gleichzeitig kann auch den neu Eingeladenen aufgetragen werden, ihrerseits wiederum Freunden und Bekannten von dem Event zu berichten. So entsteht ein viraler Effekt, durch den sich die entsprechende Werbebotschaft im Idealfall rasend schnell verbreitet und entsprechend viele Empfänger erreicht.

Die Gefahr bei der Mundpropaganda besteht allerdings darin, dass Informationen unvollständig oder falsch weitergegeben werden. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn sich der bereits angesprochene virale Effekt einstellt und die Botschaft durch viele Münder weitergetragen wird. Das richtige Weitergeben von Werbebotschaften ist schwierig nachzuvollziehen und zu kontrollieren, weswegen es angebracht ist, zur Unterstützung zumindest der ersten Gruppe - also den Veranstaltern bzw. Gruppenteilnehmern selbst - beispielsweise Handzettel mitzugeben. Diese können anschließend auch weitergereicht werden.

Flyer / Handzettel

Wie bereits erwähnt, können Handzettel eine wertvolle Unterstützung bei der Mundpropaganda sein, sie können ihrerseits aber auch separat für das Marketing im Rahmen der Jugendarbeit eingesetzt werden. Dafür verteilen sie die Gruppenmitglieder beispielsweise in der Nachbarschaft und werfen sie dort in die Briefkästen ein, oder legen diese zum Mitnehmen in Geschäften aus (zuvor aber bitte fragen). Bei größeren Events, deren Zielgruppe über die entsprechende Region hinausgeht, können Flyer auch durch die Post verteilt bzw. mit der Post verschickt werden.

Bei kleineren Veranstaltung kann es sinnvoll sein, die Gruppe selbst mit der Erstellung der jeweilige Handzettel zu beauftragen. So kann der Entwurf per Hand angefertigt werden, anschließend müssen die Zettel noch in einem Copyshop vervielfältigt werden. Bei wenigen Teilnehmern kann auch der eigene Drucker diese Aufgabe übernehmen.

Plakate

Die gute alte Plakatwerbung: Viele Werbetreibende halten sie heute für überflüssig und messen ihr kaum noch Bedeutung bei. Für regionale Veranstaltungen kann sie sich jedoch immer noch lohnen, insbesondere vor dem Hintergrund, dass diese Werbeform aufgrund der nachlassenden Nachfrage in den letzten Jahren immer günstiger geworden ist. Die Plakate selbst wiederum können von der Gruppe oder einem Mitglied am Computer entworfen werden, anschließend sollte eine Nachfrage bei der Gemeinde erfolgen, an welchen Stellen Plakatwerbung erlaubt ist.

Anzeigen in Zeitungen

Bei sehr stark regional ausgerichteten Veranstaltungen lohnen sich Anzeigen in Zeitungen nur dann, wenn die entsprechende Zeitung ebenso regional ausgerichtet ist. Infrage kommen beispielsweise kostenlose Wochenzeitungen, in denen Anzeigen in der Regel relativ günstig geschaltet werden können. Achten Sie auf genügend Vorlaufzeit, die entsprechende Anzeige sollte mindestens 2-3 Wochen vor der Veranstaltung veröffentlicht werden. Ein guter Tipp in diesem Zusammenhang sind auch die jeweiligen Gemeindebriefe, welche von den Kirchen aufgelegt und verteilt werden. Auch hier lassen sich Anzeigen günstig schalten, und die erreichbare Zielgruppe ist in der Regel recht groß.

Redaktioneller Beitrag in Zeitungen

Mit etwas Glück und guter Textvorbereitung kann auch ein redaktioneller Beitrag verfasst werden. Das bedeutet ihr schreibt einen Zeitungsartikel über das geplante Event bzw. Ferienlager. Hier gilt es ein paar Regeln zu beachten.

Wichtig: Immer in der neutralen 3.Person schreiben.

Wichtig: Eine gute aussagekräftige Überschrift (Ferienlager im Schwarzwald), sowie einen ersten Einleitungssatz, welcher dem Leser das Wesentliche mitteilt (In den Pfingstferien findet zum 10. Male das Pfingstlager im Schwarzwald vom Verein …. statt.).

Anschließend folgt der Beschreibungstext: was steht auf dem Programm, was erwartet die Teilnehmer, wer kann mitmachen/an wen richtet sich das Lager, etwas zum erfahrenen Leitungsteam etc etc. Wenn ihr noch 2-3 Bilder vom vergangenen Lager habt, dann digital beilegen. Der Text sollte eine halbe DIN A4 Seite nicht überschreiten. Der Redakteur in der Zeitung kürzt ansonsten überlange Passagen heraus. Die besten Chancen habt ihr wenn ihr alles mundgerecht formuliert, kurz und knackig, auf den Punkt gebracht. Keine Rechtschreibfehler und ansonsten gutes Deutsch sind selbstverständlich.

Werbespots im Radio

Unter den hier genannten Werbeformen sind Werbespots im Radio sicherlich eine Art Königsweg. Sie lohnen sich allerdings meist nur dann, wenn damit eine regional eingegrenzte Zielgruppe erreicht werden kann. Es kommen also eher kleinere Radiosender infrage, nicht die großen Radiostationen, welche im gesamten Bundesland oder zumindest in größeren Regionen senden. Die Preise für Werbespots im Radio sind sehr unterschiedlich, teilweise gibt es Rabatt für Jugendveranstaltungen, die durch die Kirchen oder durch Jugendgruppen organisiert werden. Achten Sie darauf, den Werbespot so kurz wie möglich und trotzdem aussagekräftig genug zu gestalten. In diesem Zusammenhang kann es sich lohnen, den ausgearbeiteten Werbespot einer kleinen Gruppe von Testhörern vorzutragen und diese anschließend zu fragen, ob sie alle wichtigen Informationen erhalten haben.

Kostenloser Hinweis im Radio

Auch das ist möglich. Plant ihr ein größeres Event, z.B. eine Musikveranstaltung, dann könnt ihr a) wie bei dem redaktionellen Zeitungsartikel dem Radiosender einen kurzen Abriss eurer Veranstaltung zusenden b) ein paar Freikarten zur Verlosung zur Verfügung stellen und c) in der Rubrik Veranstaltungen in der Region eure Veranstaltung ankündigen lassen. Setzt euch einfach mit dem Radio in Verbindung und fragt nach den Möglichkeiten einer Bekanntmachung einmal hin. Bezahlbare Werbespots dürften hier eher die Ausnahme sein – außer ihr findet einen Sponsor und habt viel Zeit für die Erstellung eines Spots.

Internet: Homepage & Facebook

Auch hier kann man ideal werben und die geplante Veranstaltung darstellen. Über die Flyer, Plakate, redaktionelle Zeitungsartikel werden Interessierte bzgl. weitergehenden Informationen und Anmeldungen auf die Webseite verwiesen. Dort kann man dann ausführlichst beschreiben, darstellen und werben. Bilder von vergangenen Veranstaltungen bzw. Ferienlager sollen Lust auf mehr machen.

Tipp: Der eigene Internetauftritt auf einen Blick

Kleine Werbegeschenke erhöhen die Aufmerksamkeit

Wer kennt nicht die Kugelschreiber mit Firmenaufschrift? Wie wäre es dann einmal mit dem Vereinslogo, bzw. der Webadresse eures Vereins?

Denn Werbeartikel sind eine unaufdringliche Werbeform, was gerade bei Jugendlichen zum entscheidenden Vorteil werden kann. Gleichzeitig kann die Werbebotschaft durch einen Werbeartikel unterstrichen werden. Vor allem aus dem Outdoorbereich lassen sich passende Werbeträger wie Blechtassen mit Vereinslogo auswählen, um zum Beispiel Jugendveranstaltungen oder Ferienlager zu bewerben, oder die Blechtasse mit Bild bzw. Lagermotto als bleibende Erinnerung an das Outdoorevent werden zu lassen. Auch eine gute Idee (zum Beispiel als Weihnachtsgeschenk) sind zum Beispiel ein Kompass, ein Outdoorbesteck, oder ein Survival-Kit.

Wichtig: Preislich gibt es eine recht große Spanne zwischen den Werbeartikeln. Es fallen sowohl teure Werbegeschenke wie auch die günstigen Give Aways unter diesen Begriff. Bei der Auswahl ist daher auf die Kosten zu achten. Werbeartikel lassen sich auch gut ergänzend zu anderen Werbemaßnahmen einsetzen und sollten daher nicht das ganze Budget aufbrauchen.

Werbung auf allen Kanälen

Wer viele Freizeitteilnehmer einladen will, oder wer ein gut besuchtes Konzert plant und keine Marketing-Agentur an der Hand hat, der muss alles selber machen. Ein kleiner Verein aus Hintertupfingen ist ja recht unbekannt – und um dass das Event in aller Munde ist und überregional, bzw. zumindest überörtlich bekannt gemacht werden soll, der muss schon auf allen Kanälen werben. Da reichen nicht nur Flyer, sondern möglichst viele verschiedene Maßnahmen der oben genannten Möglichkeiten.


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