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Wanderungen und Bergtouren

Wanderfreizeiten
Wanderungen am Meer | ©: www.praxis-jugendarbeit.de

Wandern und Bergtouren in der Gruppe bieten neben Bewegung und einem intensiven Naturerlebnis noch zahlreiche weitere Vorteile, die sich im Rahmen der Erlebnispädagogik nutzen lassen. Allerdings sollten die Pädagogen und Jugendleiter dabei Rücksicht auf die Struktur der Gruppe nehmen und nicht unbedingt mit einer allzu schwierigen Tour beginnen, um den gewünschten Effekt zu erreichen.

Eine gemeinsame Wanderung ist ideal, wenn sich die Teilnehmer vorab noch nicht kennen. Bewegungsmuffel müssen gewissermaßen ihren eigenen Schweinehund überwinden, damit sie den Anschluss zur Gruppe nicht verlieren, während trainierte Jugendliche lernen, auf die schwächeren Teilnehmer Rücksicht zu nehmen. Auch Eigenschaften wie Hilfsbereitschaft und gegenseitige Rücksichtnahme lassen sich dabei ideal trainieren. Nur allzu leicht kann sich einer der Teilnehmer beispielsweise den Fuß verstauchen, weil er falsch aufgetreten ist. Er ist dann auf die Hilfe der Gruppe angewiesen, um ans Ziel zu kommen.

Wanderfreizeiten mit Jugendlichen
Wanderfreizeiten mit Jugendlichen | ©: www.praxis-jugendarbeit.de

Die Führer sollten außerdem anregen, dass die Gruppe in der Pause oder nach einem langen Wandertag am Lagerfeuer über das Erlebte und die Empfindungen dabei spricht. Ein wichtiger Aspekt dabei: Jeder wird ernst genommen, dadurch lässt sich vermeiden, dass sich die Gruppe in einzelne Grüppchen zersplittert und einzelne Teilnehmer nicht isoliert werden. Auch wenn sich ein Teilnehmer vielleicht in den Augen der anderen daneben benommen hat, sollte das angesprochen werden. Nur dann kann die Gruppe zusammenwachsen und jeder lernt die Stärken und Schwächen des anderen kennen.

Warum ist der Zusammenhalt wichtig?

Nach einer Kennenlerntour kann ruhig eine etwas schwierigere Strecke in Angriff genommen werden. Die stärkeren Teilnehmer motivieren die Schwächeren und diese wissen, dass sie von ihren Kameraden notfalls auch Hilfe bekommen, falls das erforderlich sein sollte. Sie können sich dann auch intensiver auf den Weg und die Natur konzentrieren und vielleicht so manchen Schatz entdecken, der ihnen sonst entgangen wäre.

Outdoor-Aktivitäten: Klettersteig und Bergtouren  / Bild Nr. 26014034
Outdoor-Aktivitäten: Klettersteig und Bergtouren ©: Andreas P - Fotolia

Wann lohnt sich eine Bergtour?

Eine Bergtour empfiehlt sich, sobald sich die Teilnehmer gegenseitig kennen und sich gegenseitig einschätzen können. Vor allem bei anspruchsvollen Kletterpartien, wo sie Hindernisse unter Umständen nur gemeinsam überwinden können. Andererseits werden besonders wagemutige Teilnehmer aus Rücksicht auf die Gruppe davon abgehalten, unnötige Risiken einzugehen. In jedem Fall wird durch das gemeinsame Erlebnis und durch das Bezwingen der anspruchsvolleren Tour der Teamgeist gestärkt.

unwegsame Wanderrouten
unwegsame Wanderrouten | ©: www.praxis-jugendarbeit.de

Was können die Teilnehmer für sich mitnehmen?

Bei gemeinsamen Wanderungen und Bergtouren stärken die Teilnehmer Fähigkeiten, die auch im schulischen und später im beruflichen Alltag anwenden können. So lernen sie, dass sich viele Probleme in Teamwork sehr viel einfacher lösen lassen als im Alleingang. Einmal in der Gruppe gelernt zu haben, aufeinander Rücksicht nehmen zu müssen, erleichtert es den Teilnehmern zudem, sich später in eine neue Gruppe oder ein Team zu integrieren. Sie profitieren von dem Gefühl, einmal gelernt zu haben, dass sie gemeinsam ein Ziel erreicht haben.

Wer mehrere Tage gemeinsam unterwegs ist, lernt sich einzuordnen. Absondern, zurückziehen oder einfach Aufgeben ist nicht. Der Weg ist das Ziel. Zuhause bei der Familie kann man sich bedienen lassen, hier auf einer Wandertour muss man alles selber tragen und lernen für sich und die anderen zu sorgen. Zu Hause ist man schnell dabei zu sagen: „Das kann ich nicht, das schaffe ich nicht!“ und Schwupps haben die Eltern einem geholfen. Hier in der Gemeinschaft der Gruppe, von gleichaltrigen Freunden überlegt sich jeder es dreimal zu sagen, ich kann das nicht, ich will nicht mehr. Sich durchbeißen lernen und durchhalten – und nicht vorschnell Aufgeben sind wichtige Erfahrungen.

Der Jugendleiter muss natürlich ein Blick dafür haben, wer am Ende seiner Kräfte ist. Letztendlich sind ja auch die anderen Gruppenmitglieder dafür da, demjenigen zu helfen, der nicht mehr kann. Auch Übermut, Selbstüberschätzung haben auf Wanderungen und im Besonderen bei Bergtouren überhaupt nichts zu suchen.

Wanderfreizeiten mit Jugendlichen: ‹bernachten - nix mit 5 Sterne Hotel
‹bernachten - nix mit 5 Sterne Hotel | ©: www.praxis-jugendarbeit.de

Wanderung am Ostseestrand entlang
Wanderung von Strand zu Strand | ©: www.praxis-jugendarbeit.de

Jugendgruppe auf einer Wanderung an der Ostsee
Jugendgruppe auf einer Wanderung an der Ostsee | ©: www.praxis-jugendarbeit.de


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