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Motivation
Motivation ist – laut Lexikon - die Verursachung
eines Verhaltens
Das Thema Motivation kann ganze Bibliotheken füllen. Von
daher hier nur ein kurzer Aufriss des Themas und ein paar Gedanken,
wer, wie, durch wen und was motiviert wird.
Warum macht man etwas (z.B. Jugendarbeit)?
- Weil es dafür (keine) Kohle gibt?
- Weil es Freude macht?
- Weil es „IN“ ist?
Woran liegt es, dass Du Deine Gruppenmitglieder nicht
motivieren kannst?
- Weil Du nicht motivieren kannst?
- Weil Du selber keinen Bock hast?
- Weil die Gruppenmitglieder keinen Bock haben?
Warum gelingt es manchen Gruppenleitern besser und
manchen gar nicht, ob eine Gruppe mitzieht? Wie
kann es sein, dass es Gruppen gibt, die tagelange Wanderstrapazen
auf sich nehmen, auf hartem Steinboden, oder bei Wind und Wetter
unter freiem Himmel übernachten und andere Gruppen kaum hinter
dem Ofen vorzulocken sind?
Ich denke, dass das etwas mit Vertrauen, Akzeptanz, Einsatz und
einer gehörigen Portion Begeisterungsfähigkeit und
Motivationsfähigkeit zu tun hat. Ja und wenn es Dir nicht
gelingt ein gutes Vertrauensverhältnis aufzubauen, dann wird
es Dir auch nicht gelingen jeden in Deiner Gruppe zu
motivieren.
Motivieren bedeutet im Lateinischen „bewegen“. Du
musst bewegen können, Du musst bewegt werden, Du musst Dich
selber bewegen lassen um andere bewegen zu können.
Von daher befassen wir uns hier mit den drei Rollen
- I. Du als Verantwortlicher in der Jugend- und Gemeindearbeit
musst Deine Jugendleiter(Innen) und Mitarbeiter(Innen) motivieren
können.
- II. Du als Jugendleiter in der Jugend- und Gemeindearbeit musst
motiviert sein.
- III. Du als Jugendleiter in der Jugend- und Gemeindearbeit
musst Deine Gruppe motivieren können.
I
Du als Verantwortlicher in der Jugend- und Gemeindearbeit musst
Deine Jugendleiter(Innen) und Mitarbeiter(Innen) motivieren
können.
Gar nicht so einfach. Es ist jedoch unabdingbar die Kräfte
zu wecken, die in Mitarbeitern stecken. Geld gibt es ja in der
ehrenamtlichen Jugendarbeit keins. Geld würde auch nicht
motivierend sich auswirken, allerhöchstens
„mobilisierend“. Was sind nun die Motivationsfaktoren,
die Du einsetzen kannst?
-
Ziele:
Ein gesetztes Ziel erzeugt Erfüllungskräfte. Je klarer
und attraktiver das Ziel ist, um so höher wird sich die
Motivation ergeben, dieses Ziel unbedingt erreichen zu wollen. Eine
zu hohe Messlatte (Überforderung), wie eine zu niedrige
Messlatte (Unterforderung) wären jedoch absolute
Motivationskiller.
-
Feedback:
Ein positives Feedback spornt an, aber auch eine gut vermittelte
und begründbare (positiv verpackte) Kritik bzw. Empfehlung,
sollte gegeben werden.
-
Verantwortung:
Delegiere Verantwortung an Deine Mitarbeiter. Das ist ein
Vertrauensbeweis und zugleich Motivationsfördernd.
-
Kleine Gesten:
kleine Gesten, wie ein Danke, ein kleines Geschenk als
Anerkennung, ein Geburtstagsgruß kommen an.
-
Erfolg sehen:
lass Deine Mitarbeiter den Erfolg sehen und am Erfolg teilhaben.
Ohne Erfolgsaussichten, oder ausbleibende Erfolgserlebnisse, wird
die Motivation nachlassen.
-
Vorbild:
wer andere zu irgendetwas motivieren will, der muss selber
motiviert sein. Mitarbeiter schauen sehr genau hin – wer
selbst kein Vorbild ist, kann auch die Mitarbeiter nicht
motivieren, ihre Arbeit „vorbildlich“ zu tun.
-
Spielräume:
nicht alles muss so laufen wie eh und je und nach einem genau
festgeschriebenen Muster. Lasse Deinen Mitarbeitern die
Spielräume und Entscheidungsfreiheiten ihr Ziel zu erreichen.
Viele Wege führen nach Rom!
-
Veränderungen zulassen:
Wenn etwas seit Jahr und Tag immer gleich abläuft, ist das
demotivierend. Deshalb – Tapetenwechsel. Routine ist ein
Motivationskiller.
II
Du als Jugendleiter in der Jugend- und Gemeindearbeit musst
motiviert sein.
Die Motivation des jeweiligen Jugendleiters ist eine wichtige
Voraussetzung um die Gruppe zu irgendetwas zu motivieren. Keine
Gruppe lässt sich mitreißen, wenn der Gruppenleiter nicht
motiviert ist. Die eigene Motivation ist daher wichtig.
Stelle Dir selbst ein paar Fragen und beantworte sie Dir ganz
ehrlich
- Wie geht es Dir gerade? Bist Du im Stress, leicht reizbar und
müde? Eigentlich keine Zeit?
- Oder bist Du voller Tatendrang und Energie?
- Was erwartest Du konkret von der nächsten Gruppenstunde,
oder der geplanten Freizeit, oder der geplanten gemeinsamen Aktion?
Warum gehst Du dann hin? Warum machst Du da mit? Willst Du was
erleben? Willst Du den Gruppenmitgliedern was vermitteln, oder nur
einfach mit diesen zusammen sein?
Wie kann ich mich nun zu etwas motivieren, wenn ich absolut
keinen Bock (mehr) habe?
Solltest Du also gerade keine so große Motivation
verspüren, dann mache Dir mal Gedanken was Dich motivieren
könnte, bzw. warum Du Dich motivieren lassen
kannst/konntest.
Was motiviert Dich?
- eine tolle Gemeinschaft mit Action, Fun, Party, Pizza, Spaß,
Sport und Spiel
- viele Leute (die aus Deiner Gruppe, die Teilnehmer der
Freizeit, die Konfirmanden und Konfirmandinnen, die anderen
Mitarbeiter(Innen))
- eine entsprechende Anerkennung und wenn „was
zurückkommt“ (Geben und Nehmen!)
- weil Du ehrgeizig bist und etwas fertig bringen
möchtest,
- weil Du (einem) Menschen etwas Gutes tun willst und weil es
Spaß macht mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten
- weil Du von etwas überzeugt bist und weil Dich etwas
(an)treibt
- weil Du jemanden/Leute kennenlernen willst
- weil Du was schaffen möchtest, den Stress und das Chaos
liebst und Herausforderungen suchst
- weil Du Dich einfach ZuHause fühlst, Entspannung und
Gemeinschaft suchst
Sofern das ein oder andere nicht zutrifft, wird Deine Motivation
–je nach Gewichtung der Faktoren- niedriger ausfallen.
Vielleicht fallen Dir auch noch ein paar weitere Dinge ein, die
Dich motivieren.
Was hindert Deine Motivation?
- Du bist müde, ausgepowert und kannst Dich zu nichts
aufraffen.
- Andere Interessen sind aufgetreten, eine Freundin/ein Freund
vielleicht. Oder die Schule, das Studium, der Beruf nimmt Dich so
in Beschlag, dass Dir die Kraft und die Motivation fehlt, Dich auch
noch um Deine Gruppe zu kümmern.
- Die Gemeinschaft, die Leute wirken nicht (mehr) motivierend auf
Dich – irgendwie ist die Luft raus – früher war
alles besser (dieser Satz hört man seit Generationen,
dürfte aber eigentlich nicht zutreffend sein, denn sonst
würden wir in der Steinzeit landen)
- Du stehst alleine da und siehst einen riesigen Berg vor Dir.
Das ist manchmal schon deprimierend, aber soll man deshalb
aufgeben? Bei manchen erzeugt das aber auch gerade das Gegenteil:
„Jetzt erst recht“, oder „Augen zu und
durch“, oder „jetzt wird in die Hände gespuckt und
geackert“.
Tipp
- Teile Dir die Zeit ein und überlege Dir kleine
Schritte
- Plane die einzelnen Schritte und gehe diese konsequent an
- Versuche Mitstreiter zu finden, aber plane auch ein, dass Du
keine findest
- Halte Dir immer eine Rückfallposition offen (Alternativen
ausarbeiten und im Notfall einsetzen)
III
Du als Jugendleiter in der Jugend- und Gemeindearbeit musst Deine
Gruppe motivieren können.
Wenn Du Deine Gruppe zu irgendeiner Sache motivieren willst,
dann musst Du Dir ein paar Gedanken über die Gruppe und die
jeweiligen Gruppenmitglieder machen. So kannst Du Dich leichter auf
die Gruppe einstellen und um einiges besser Motivierend wirken.
Was erwarten die Teilnehmer von Dir, von dem Programm, von der
Freizeit? Manches sind vielleicht auch Erwartungen, die sich eher
im Unterbewusstsein abspielen.
- Gemeinschaft?
- Über Themen reden können? soziales Verhalten
lernen?
- Akzeptanz?
- In Ruhe gelassen zu werden?
- Vertrauen?
- Action, Abenteuer, Erlebnisse, Bestätigung, Grenzen
erleben
- In welcher Stimmung befinden sich die Teilnehmer? Sind sie
müde und lustlos? Oder unternehmungslustig? Was geht gerade
ab? Was ging zuvor ab? Das so genannte „Blitzlicht“
würde hier zum Einstieg helfen. Jeder darf sagen, wie er/sie
gerade so drauf ist, was einen gerade beschäftigt etc.
Überlege Dir anschließend die Pannen, die Dir
während einer Gruppenstunde begegnen können.
Panne Nummer 1:
Du bist motiviert, hast alles gut vorbereitet die Teilnehmer
haben aber keinen Bock mitzumachen. Da hilft nur eins
„Flexibilität“, „Spontanität“ und
„Improvisation“. Super wäre es natürlich,
wenn Du ein entsprechendes Ersatzprogramm parat hast, oder Dein
Programm kurzfristigst anpassen oder umstellen kannst. .
Panne Nummer 2:
Die Gruppe freute sich auf ein Programmpunkt, aber Du hattest
keine Zeit oder keine Lust (fehlende Motivation) etwas
vorzubereiten. Wer und was reißt nun das Programm noch rum?
Vielleicht gibt es einen anderen Jugendleiter, der etwas
motivierter ist wie Du und den Programmpunkt übernimmt, oder
Du kannst Dich trotzdem noch überwinden das Programm wie
geplant durchzuziehen.
Panne Nummer 3:
Du bist nicht motiviert, die Teilnehmer sind nicht motiviert.
Niemand kann motiviert werden. Soll ja mal vorkommen. Tja dann
– einfach wieder alle nach Hause gehen.
Panne Nummer 4:
Alle sind motiviert: ist eigentlich keine Panne sondern
Spitzen-Klasse. Um dass alle motiviert bleiben für etwas
Auflockerung, Abwechslung und Spannung sorgen. Wir wollen ja nicht,
dass es doch noch jemanden gibt, dem plötzlich die Motivation
fehlt.
Welche Möglichkeiten bestehen nun, die Gruppe bzw. den
Einzelnen zu motivieren?
Ein Patentrezept gibt es natürlich nicht. Vieles hängt
mit Erfahrung zusammen und wird auch mit der Zeit sich
entwickeln.
- Emotionen ansprechen und begegnen, das heißt reagiere auf
die jeweilige Stimmung innerhalb der Gruppe, begegne jedem
persönlich. Die Gruppe muss lernen mit Emotionen umgehen zu
können. Das fördert den Zusammenhalt der Gruppe in sich
und verstärkt die Bindung zu Dir als Gruppenleiter. Zudem
zeigst Du Verbindlichkeit und Nöte, Ängste und
Bedürfnisse des Einzelnen lassen Dich nicht einfach kalt. Das
merken die Jugendlichen.
- Überfordere die Gruppe nicht. Es gibt Gruppen die sind
erst ganz neu am Entstehen. Manch andere Gruppen existieren schon
seit Jahren. Die Gruppe muss sich jeweils finden und gemeinsam
wachsen. Passe daher die Motivation an die Gruppensituation/Phase
an.
- Je höher der Nutzen, je klarer das Ziel – desto
höher die Motivation. Ein Wettkampfabend lässt sich
leichter durchführen, wenn für den Sieger ein Preis
winkt. Warum ansonsten sich anstrengen. Eine Wanderfreizeit ohne
genau festgelegte Übernachtungsplätze ist vielleicht
für den ein oder anderen auch motivierender, weil das
Abenteuer lockt. Gut es gibt auch immer welche, die alles ganz
genau geplant haben wollen.
- Lasse eine klare Linie und Struktur erkennen. Fasse Ergebnisse
zusammen und mache dadurch die Linie und Struktur deutlich. Wenn
keiner zum Schluss kapiert hat um was es geht, dann fehlt die
Motivation etwas zu tun, oder nochmals wiederzukehren.
- Delegiere Aufgaben an Deine Gruppenmitglieder, übertrage
Verantwortung. Vielleicht lassen sich die etwas älteren
Teilnehmer auch als Stationenhelfer einsetzen. Das sind wichtige
Erfahrungen und die Teilnehmer erleben plötzlich einen
Rollenwechsel. Ein demotivierter Teilnehmer kann so plötzlich
motiviert werden.
- Klare Regelungen sind motivierend, unklare Regeln oder gar
keine sind demotivierend, vor allem in den Fällen, wenn
anschließend eine unerwartete oder ungerecht empfundene
Reaktion erfolgt.
- Probleme sollten angesprochen werden. Das „Zuhören
können“ ist dabei wichtig.
- und im Übrigen gelten die Punkte unter Punkt Römisch
I.
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