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Rhetorik - der geborene Redner?

Jeder von uns erfährt täglich, wie wichtig es ist sachgerecht artikulieren, argumentieren und diskutieren zu können.

Was nützt eine gute Idee, wenn sie nicht formuliert, nicht präsentiert und schon gar nicht "rübergebracht" werden kann? Von daher sind die Gestaltungsmittel der Rhetorik wie Körpersprache, Sprechtechnik und Sprachverwendung wichtige Dinge, auf die es zu achten gilt.

Da der Glaube bekanntlich aus der Predigt kommt (Röm10,14ff), ist jede Verkündigung in der Jugendarbeit gleichzeitig ein Redeauftrag. Von daher kann es nicht schaden ein paar Regeln der Rede zu beherrschen. Nicht jeder ist der geborene Redner bzw. Rhetoriker, aber ein paar Regeln der Rhetorik, können wenigstens im Ansatz nie schaden. Wer als Jugendleiter schon das Reden gelernt hat, der kann diese Erfahrungen später im Berufsleben ebenfalls verwenden.

Also „lerne fürs Leben“

Rhetorik / Bild Nr. 56542840
Rhetorik | ©: lassedesignen - Fotolia

Deine Körpersprache!

  • Aufrecht und locker gehen
  • Blickkontakt aufnehmen
  • Gestik und Mimik im Griff haben
  • An die Nase, Mund oder Kinn fassen zeigt Unsicherheit
  • Griff ans Ohr wenn der andere was sagt ist eine Art „Bestrafungsgeste“
  • Gefaltete Hände vor der Brust zeigen Verkrampfung und Unsicherheit
  • Verschränkte Arme zeigen Ablehnung
  • Zeige Dich offen, interessiert und zugewandt

Du als Persönlichkeit!

  • Versuche dich nicht zu verstellen
  • Sei selbstbewusst und präsentiere Dich und das Thema, so wie Du es bist und kannst.
  • Es nützt nichts sich überall „einzuschmeicheln“ oder in den „A.... kriechen“ und als Idiot herauszukommen.

Welches Thema willst Du rüberbringen?

  • Ohne Inhalte nützt die beste Rhetorik nichts. Die besten Rhetoriker sind wahrscheinlich die Politiker. Viel sagen, mit möglichst wenig konkretem Inhalt.
  • Überlege was Du mit dem Thema erreichen möchtest und wie Du es am sinnvollsten „rüberbringst“
  • Versuche das Thema positiv zu gestalten, das dem Zuhörer die Möglichkeiten eröffnet. Negative Inhalte, Kritik, Tadel bzw. negative Aussichten hört keiner gerne

Sei gut vorbereitet – unterschätze das nicht.

  • Eine gute Vorbereitung ist nur durch eins zu ersetzen – eine bessere Vorbereitung!
  • Suche einen packendes Beispiel, einen Aufhänger
  • Fange mit Brainstorming an indem Du alles mal aufschreibst, was Dir zum Thema einfällt.
  • Gruppiere und strukturiere Deine Gedanken anschließend.
  • Ergänze die einzelnen Gedanken mit Stichwörtern, Beispielen etc.

Vermeide einen chaotischen, unstrukturierten Aufbau

  • Überprüfe den logischen Aufbau und gruppiere ggf. um, oder streiche was heraus, was eventuell nicht ganz in die Logik passt (der Zuhörer muss ja folgen können und ein Gedankensprung, oder ein Logikbruch wäre da unpassend)
  • Versuche durch einen guten Einstieg/Aufhänger die Aufmerksamkeit zu gewinnen.
  • Lege Deine Argumentationskette fest indem Du das stärkste Argument an den Schluss der möglichen Argumente legst, das schwächste Argument vor das stärkste Argument, die übrigen Argumente (nur nicht so viele bitte), kommen an den Anfang. So ist eine Steigerung zu erkennen, sowie die direkte Gegenüberstellung zwischen „schwarz-weiß“ bzw. „schwach-stark“.
  • Lege deine Schlussaussage/Fazit in einer kurzen zusammenfassenden Weise fest, die gleich nach dem stärksten Argument kommt und den Zuhörer Deiner Meinung folgen lässt (oder auch nicht!).

Setze die Zuhörerbrille auf!

  • Passe Deine Rede der Gruppe an. Versuche die Gruppe da abzuholen, wo sie gerade steht. Versuche den Einzelnen gerade da abzuholen wo er steht. Ansonsten redest Du am Interesse des Einzelnen/der Gruppe vorbei.
  • Stelle den Einzelnen in den Mittelpunkt (er muss sich in der Rede sehen).
  • Was bewegt die Jugendlichen gerade? Welche Interessen sind gerade „In“? Wie kann ich die Jugendlichen da abholen ? Was bringt es dem Einzelnen/der Gruppe wenn ich jetzt dieses Thema bringe? (das ist die Kunst sich in die Gedankenwelt der Jugendlichen hineinzudenken/hineinzufühlen!)

Rede verständlich!

  • Überfordere die Jugendlichen/die Gruppe nicht
  • Versuche nicht abzulesen, sondern rede frei und in knappen, klaren Sätzen.
  • Wenn Du schon ablesen möchtest, dann vermeide lange, verschachtelte und langweilige (weil langatmige) Sätze
  • Beobachte die Zuhörer ob sie Deinen Sätzen verständlich folgen konnten

Zeige Emotionalität und Engagement

  • Gehe nicht auf Distanz mit dem Thema
  • Zeige durch Dein Engagement mit der Stimme Emotionen.
  • Baue die Jugendlichen auf, sprich sie direkt an. Formulierungen wie „vielleicht“, „eventuell“, „man sollte“ etc. zeigen nur, dass Du selber nicht überzeugt bist.
  • Zeige den Jugendlichen auch auf, dass ein Misserfolg nicht gleich ein Beinbruch ist. Dass auch Du selbst vielleicht in der selben Situation warst, selber Misserfolge hattest, selber dem ein oder anderen Argument nachgelaufen bist ...

Visualisierung ist wichtig

  • Ein reiner Textvortrag ist nach kurzer Zeit vergessen. Nur etwa 10% bleiben hängen.
  • Hören und Sehen – da bleibt schon wesentlich mehr hängen, etwa 50%
  • Hören und Sehen und Tun – da bleiben ca. 70-80% des Themas hängen
  • Also: benutze Bilder, Plakate als Aufhänger, eventuell ein Musikstück, welches zum Thema passt, oder gar einen Film
  • Verwende Gleichnisse und eine bildhafte Sprache – auch bereits in der Bibel wurde eine bildhafte Sprache von Jesus verwendet. Nur so konnte er das ein oder andere verständlich machen.

In der Kürze liegt die Würze: beachte die Redelänge

  • Sprich langsam (das kann man üben)
  • mach mal Pause
  • streue Wiederholungen ein, durch geschickte Umformulierung
  • wenn der erste anfängt unruhig zu werden, dann liegts vielleicht am Thema, an der fehlenden Verständlichkeit, oder aber weil Du eine zu lange Redelänge hast.

Reden will gelernt sein

  • Je öfters Du eine Rede hältst umso leichter wird Dir das Reden fallen
  • Nutze jede Möglichkeit (in der Schule, im Verein, im Studium, Im Beruf), wo Du vielleicht einen Vortrag, oder einen Bericht abliefern/vortragen darfst.
  • Lass Dich nicht entmutigen, wenns mal nicht so läuft und verstehe Kritik positiv – dass es beim nächsten Mal besser läuft und Du auf die Fehler vom letzten Mal achtest.

Hilfe! Ich bin ja so aufgeregt!

  • sieh es positiv, denn mit Lampenfieber kannst Du viel besser überzeugen.
  • Lampenfieber erhöht die Wachsamkeit und Deine Aufmerksamkeit

Kreativer Schlusspunkt

  • Überlege Dir einen kreativen Abgang, keine Show, aber einen auf den Punkt gebrachten Schlusspunkt.
  • Fordere zur Aktion auf. Der Schlusssatz: „vielen Dank für die Aufmerksamkeit“ ist das falsch. Da sind Deine Zuhörer gleich weg, ohne dass die von Dir beabsichtigte Wirkung eintreten kann. Ein Verkäufer wird nun zum Kauf auffordern, bei einer Einladung zur Jugendgruppe kann das auch das Ausfüllen eines Anmeldung sein, bei einer Spendenaktion das anschließende herumreichen der Kollekte. „Spenden Sie leise, das freut uns besonders“ wäre da so ein passender Spruch.
  • Überlege Dir den Abgang gut. Organisatorisch muss da ggf. das ein oder andere sofort im Anschluss klappen.

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