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Eur-Olympiade

Fundgrube für Programm- und Spieleideen
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Eine Reise durchs geographische Europa, angelehnt an mehr oder weniger kuriose Wettbewerbe der einzelnen Länder.

Bevor die Olympiade mit den jeweilogen Wettspielen starten kann, werden zuerst Mannschaften benötigt. Hierzu gibt es vorbereitete Zettel mit Begrüßungsformeln in so vielen europäischen Sprachen, wie es Mannschaften geben soll, von jedem Zettel 4-6 Exemplare, damit sich Mannschaften mit 4-6 Spielern bilden können. So kommt später jeder oft genug an die Reihe, kann aber auch einmal aussetzen.

Die Teilnehmer ziehen jetzt einen Zettel und suchen dann die anderen, die ebenfalls einen Zettel in "ihrer" Sprache gezogen haben. In dieser Zusammensetzung bilden sie ab jetzt die "Nationalmannschaften" (je nach Landessprache ihres Zettels) für die Olympiade. (In unserem Fall sind Dänemark, Griechenland, Großbritannien, Italien, Schweden und Spanien angetreten.)

Dann starten die eur-olympische Disziplinen. Zuerst gibt es immer eine kurze Information zur jeweiligen Sportart, danach folgt das Spiel, dass sich an diese Sportart anlehnt.

Italien - antikes Wagenrennen

Eine der ältesten Sportarten der Welt ist das Wagenrennen.

Bereits vor über 2500 Jahren war es Teil der olympischen Spiele. Die Gewinner solcher Wagenrennen waren damals so etwas wie Superstars. Üblicherweise fuhr ein solches Gespann mit entweder zwei oder vier Pferden, und ungefährlich war so ein Rennen definitiv nicht. Die Römer z.B. wickelten die Zügel um den Arm, um sie besser halten zu können, wurden bei einem Sturz dann aber oft mitgeschleift.

In Rom kann man noch heute den "Circus Maximus" bestaunen, der extra für diese Rennen gebaut wurde.

Spielidee

Ein Mitglied der Mannschaft sitzt auf einem Rollbrett, und hält sich an einem Seil fest, dessen Enden die anderen Mannschaftsmitglieder festhalten und den "römischen Wagen" so über eine bestimmte Strecke ziehen (gern auch mit Wendepunkt). Hier kann man die Zeit nehmen und evtl. auch gegeneinander antreten lassen.

Mannschaft Zeit Rang Wertung
Dänemark      
Griechenland      
Großbritannien      
Italien      
Schweden      
Spanien      

1. Rang = 6 Punkte, 2. Rang = 5 Punkte usw.

Material: Rollbretter o.ä., Seil

Frankreich - Weltmeisterschaft im Strandschneckenweitspucken

Dass Franzosen gern einmal Schnecken essen, ist bekannt. Dass sie sie auch zum Sport benutzen, vielleicht weniger.

In Moguériec, einem nordbretonischen Küstendorf, findet seit 1996 jährlich die Weltmeisterschaft im Strandschneckenweitspucken statt. Littorina littorea, so heißt die Strandschnecke tatsächlich, ist mit einer harten Schale gut angepasst an das harte Le-ben in der Gezeitenzone. Unbestrittener Meister der Algenfischer Alain Jourden. Jedes Mal, wenn er eine Schnecke sehe, spucke er sie weit. Und teilweise leben auf einen Quadratmeter bis zu 100 Schnecken. Alain hält den Rekord mit 10,41 Metern. Einzig sein Sohn Thierry könnte ihm Konkurrenz machen, der spuckte immerhin schon 9,58 Meter.

2006 gewann mit Marion Zahn eine Deutsche mit 5,61 den Titel bei den Frauen.

Übrigens: Der Wettkampf stellt keine Gefahr für die Schnecken dar, sie überleben alle unbeschadet.

Spielidee

Jedes Mitglied der Mannschaft bekommt eine Strandschnecke (bzw. ausweichend eine Kastanie). Alle Mannschaften starten an einer Startlinie, der jeweils erste spuckt seine Kastanie, der Landepunkt der Kastanie ist dann der Startpunkt für den zweiten Spieler usw. Hier hat man dann den direkten Vergleich, welche Mannschaft die größte Weite geschafft hat.

Mannschaft Rang Wertung
Dänemark    
Griechenland    
Großbritannien    
Italien    
Schweden    
Spanien    

1. Rang = 6 Punkte, 2. Rang = 5 Punkte usw.

Material: Kastanien, Korken o.ä.

Großbritannien - Weltmeisterschaft im rohe Eier werfen und fangen

Kommen wir nach England.

Hier gibt es unzählige Weltmeisterschaften - vom Schneckenrennen über Schienbeintreten, Frettchen- in-der-Hose-tragen bis zum Käserollen.

In Swaton findet jährlich die Weltmeisterschaft im Eierwerfen statt, natürlich ausgerichtet durch die "Egg-Throwing-Federation". Der Ursprung dieses Sports geht wohl auf das Jahr 1322 zurück. Damals hatte nur der Abt des Klosters von Swaton Hühner, und jeder, der in die Kirche kam, bekam ein Ei.

Als aber eines Tages der örtliche Fluss Hochwasser hatte, schleuderten die Mönche die Eier zu den wartenden Menschen, die wegen der Flut nicht bis zur Kirche kommen konnten.

Daraus entwickelte sich dann das Eierwerfen - je zwei Werfer stehen sich gegenüber und werfen sich ein rohes Ei zu. Bleibt es ganz, gehen beide einen Schritt auseinander und werfen erneut. Die Mannschaft, die das Ei unbeschädigt über die größte Distanz wirft, gewinnt.

Spielidee

Zwei Mitglieder der Mannschaft stehen sich in 1 m Entfernung gegenüber. Eine gefüllte Wasserbombe muss dem Gegenüber zugeworfen werden. Bleibt sie heil, bleibt die Mannschaft im Spiel. Alle, die im Spiel bleiben, gehen jetzt einen Meter weiter auseinander, die Wasserbombe wird wieder geworfen usw.

Wenn die Wasserbombe platzt, scheidet die Mannschaft aus.

Sieger ist die Mannschaft, bei der die Wasserbombe die meisten Würfe und die größte Entfernung übersteht.

Mannschaft Rang Wertung
Dänemark    
Griechenland    
Großbritannien    
Italien    
Schweden    
Spanien    

1. Rang = 6 Punkte, 2. Rang = 5 Punkte usw.

Material: Wasserbomben

Schottland - Highland Games, Disziplin Team-Slalom

Weiter geht es nach Schottland.

Von hier stammen die Highland Games, das sind sportliche Wettkämpfe, zu denen sich die schottischen Clans treffen. Highland Games gibt es viele, inzwischen nicht nur in Schottland, sondern überall in der Welt. Bekannte Disziplinen sind das Baumstammwerfen, Steinstoßen und Hammerwerfen, außerdem Dudelsackspielen und Highland-Dancing.

Unsere heutige Disziplin ist der Team-Slalom.

Spielidee

Hier braucht es einen Parcours und eine lange Holzstange/dünner Stamm/Balken/Bierbank. Die gesamte Mannschaft muss diesen Balken durch den Parcours tragen, der natürlich etwas enger abgesteckt ist, als der Balken lang ist.

Die Zeit wird gestoppt, die schnellste Gruppe gewinnt.

Mannschaft Zeit Rang Wertung
Dänemark      
Griechenland      
Großbritannien      
Italien      
Schweden      
Spanien      

1. Rang = 6 Punkte, 2. Rang = 5 Punkte usw.

Material: Bierbank (die getragen werden muss), hohe Stangen, um einen Parcours abzustecken, Stoppuhr

Schweiz - Wilhelm Tell

Die Schweiz hat ihren eigenen Nationalhelden - Wilhelm Tell.

Er soll um 1300 gelebt haben. Zu dieser Zeit lässt der grausame Landvogt einen Hut auf eine Stange stecken und befiehlt, dass seine Untertanen diesen grüßen. Wilhelm Tell weigert sich allerdings, woraufhin der Landvogt befiehlt, dass man dem Sohn von Wilhelm Tell einen Apfel auf den Kopf legt, den Wilhelm Tell mit der Armbrust durchschießen soll. Andernfalls soll der Sohn getötet werden.

Wilhelm Tell gelingt der Schuß, er wird aber gefangen genommen, kann dann fliehen und tötet den Landvogt.

Spielidee

Statt mit einer Armbrust schießen die Mannschaften Tennisbälle mit einem Gymnastikband-Katapult auf ein Ziel (ein Ball auf einem umgedrehten Eimer). Zwei Mitglieder der Mannschaft halten die Enden des Gymnastikbandes fest, der dritte legt den Tennisball in die Mitte des Bandes, zieht und zielt (wie eine überdimensionierte Steinschleuder). Jede Mannschaft hat 5 (oder 10) Schuss, pro Treffer gibt es einen Punkt.

Mannschaft Treffer Rang Wertung
Dänemark      
Griechenland      
Großbritannien      
Italien      
Schweden      
Spanien      

1. Rang = 6 Punkte, 2. Rang = 5 Punkte usw.

Material: Eimer, Ball (als Ziel), Gymnastikband, Tennisball (zum Zielen)

Deutschland - Gummistiefelweitwurf

Die nächste Sportart wurde vermutlich in Finnland von Seeleuten erfunden, aber inzwischen gibt es auch in Deutschland einen Sportverband für den Gummistiefelweitwurf, und 2007 fand die Weltmeisterschaft auch in Deutschland statt.

Zur Technik gibt Wikipedia folgenden Hinweis: "Die Schwierigkeit besteht darin, dass der Stiefel im Vergleich zum Hammer oder zum Diskus in der Luft sehr schnell an Geschwindigkeit verliert, da er nicht so aerodynamisch ist. Die Kunst besteht darin, den Stiefel im richtigen Einstellwinkel zum Wind durch die Luft rotieren zu lassen. Durch die Drehungen, die auch bei anderen Wurfsportarten üblich sind, zieht der Stiefel noch den einen oder anderen Meter."

Spielidee

Jeweils einer pro Mannschaft tritt pro Runde an.

Die Mannschaft mit dem weitesten Wurf gewinnt die Runde.

Die Mannschaft, die die meisten Runden gewinnt, gewinnt das Spiel.

Mannschaft 1 2 3 4 Summe Wertung
Dänemark            
Griechenland            
Großbritannien            
Italien            
Schweden            
Spanien            

Die jeweils beste Mannschaft pro Runde hat den ersten Rang usw.

Nach allen Runden werden alle "Ränge" addiert (wird eine Mannschaft bei 3 Runden z.B. einmal zweiter, einmal vierter und einmal erster, hat sie 2+4+1 = 7 "Spiel-" Punkte), die Mannschaft mit der niedrigsten Gesamtsumme hat den Gesamtsieg und erhält 6 Punkte, die nächsthöhere Summe erhält 5 Punkte usw.

Material: Gummistiefel, Marker für die Weiten der einzelnen Versuche (Bodennägel mit Teamflagge)

Finnland - Frauentragen

In Finnland findet einmal jährlich die Weltmeisterschaft im Frauentragen statt.

Ein Mann trägt eine Frau durch einen 253,5 Meter langen Parcours, auf dem es Rasen-, Kies- und Sand-Strecken gibt, außerdem muss er zwei trockene und zwei Wassergräben von etwa 1m Tiefe aufweisen.

Wenn er die Frau nicht trägt, darf der Mann auch nicht weiterlaufen.

Diese Sportart geht zurück auf den Räuber Herkko Rosvo-Rinkainen, der Ende des 19.Jahrhunderts in einigen finnischen Dörfern Frauen entführt haben soll.

Spielidee

Statt einer Frau wird ein Mitglied der Mannschaft von zwei anderen (auf welche Art, bleibt den Spielern überlassen) über eine bestimmte Strecke getragen. Die schnellste Mannschaft gewinnt.

Mannschaft Zeit Rang Wertung
Dänemark      
Griechenland      
Großbritannien      
Italien      
Schweden      
Spanien      

1. Rang = 6 Punkte, 2. Rang = 5 Punkte usw.

Material: Stoppuhr, Parcours

Diese Idee wurde mit Kindern der 5.-7.Klasse im Rahmen einer Aktion zum Thema Europa als Europa-Olympiade - Eur-Olympiade – durchgeführt. Die Wettkämpfe und Spielideen kamen bei den Kindern und Jugendlichen sehr gut an.

Zugesendet von Ivonne R aus Niederorschel

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