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Jugger – ein neuer Trendsport

Auch wenn Jugger auf den ersten Blick als Sport oder Spiel gefährlich aussieht, gilt dieser moderne Sport als geradezu ideale Methode für soziales Lernen und den Abbau von Aggressionen. Der Grund: Zum einen gilt als oberste Regel im Jugger, dass die Sicherheit vorgeht. Zum anderen vereint dieser Sport aber auch Elemente von Mannschafts- und Individualsportarten wie etwa Ringen oder Fechten in sich. Als Jugger werden sowohl das Spiel an sich als auch die Teilnehmer bezeichnet. Das Ziel des Spieles besteht darin, den Jugg, also den Spielball möglichst oft in das gegnerische Tor zu befördern. Während der Spieler einer Mannschaft einen Spielball führt, versuchen die anderen Teammitglieder, die gegnerische Mannschaft mit Hilfe von gepolsterten Sportgeräten daran zu hindern, dass sie Punkte machen. In einem wesentlichen Punkt unterscheidet sich Jugger übrigens von anderen Mannschaftssportarten: Hier sind gemischtgeschlechtliche Teams durchaus üblich und auch nach dem offiziellen Regelwerk zugelassen.

Wie ist Jugger entstanden?

Als Vorbild für den Sport diente die Handlung des Films „Jugger – Kampf der Besten“ aus dem Jahr 1989. Hier ziehen moderne Gladiatoren in der postapokalyptischen Welt des 23. Jahrhunderts von Dorf zu Dorf, um die örtliche Juggermannschaft herauszufordern, womit sie ihren Lebensunterhalt bestreiten. Das Spiel hatte der Drehbuchautor und Regisseur für diesen Film erfunden. Während Jugger im Film sehr brutal gespielt wird, ist dieser Sport in der Realität völlig ungefährlich.

Erstmals hatte eine Heidelberger Live-Rollenspieler-Gruppe namens „Die Dilettanten“ 1993 Jugger gespielt. Eine frühe Form des modernen Jugger wurde im Sommer 1993 auch auf dem DracCon VII ausgetragen. Ab diesem Zeitpunkt erfreute sich Jugger deutschlandweit wachsender Beliebtheit. Das aktuelle Regelwerk, welches das Drachenblut-Forum 2008 festgelegt hatte, entwickelte sich im Lauf der Zeit durch Ausprobieren.

Bereits 1995 fand in Hamburg das erste offizielle Jugger-Turnier statt, drei Jahre später wurde in Berlin die erste Deutsche Jugendmeisterschaft ausgetragen. Schließlich wurde 2003 eine deutsche Jugendliga eingeführt. Ebenfalls in Hamburg wurde 2007 ein Turnier mit internationaler Beteiligung ausgetragen.

Die wichtigen Grundsätze und Regeln im Jugger

Gespielt wird Jugger auf einer gleichmäßigen Ebene. Allerdings dürfen auf dem Gelände keine Unebenheiten vorhanden sein und der Untergrund sollte nicht zu hart sein. Als optimaler Spielgrund haben sich einfache Rasenflächen erwiesen. Trotzdem sollten die Spieler nicht auf einen entsprechenden Schutz für die Knie und die Ellenbogen verzichten. Das Spielfeld hat eine achteckige Form und ein Länge von insgesamt 40 Metern, wobei die Seitenlinie lediglich 30 Meter lang ist. Die Breite beläuft sich auf 20 Meter, die Grundlinie ist jedoch nur zehn Meter lang. Das eigentliche Spielfeld wird vor dem Spiel mit Linien abgegrenzt, wobei der Spielleiter entscheidet, ob das Betreten der Linien während des Spiels als „Aus“ gewertet wird.

Beim Tor handelt es sich um einen Schaumstofftrichter, in welchen der Spielball gesteckt werden muss, um einen Punkt zu erzielen. Von der Form her sieht der Trichter aus wie ein Kegelstumpf mit einer Basis von rund 50 Zentimetern. Auf der Oberseite dieses Kegelstumpfes befindet sich ein zwölf Zentimeter durchmessendes Loch, in welchem der Ball platziert werden muss.

Angelehnt an den Film wird bei Jugger ein aus Kunststoff hergestellter Hundeschädel verwendet. Während des Spiels darf dieser Ball nicht getreten werden.

Die Teams

Jede Mannschaft ist bis zu acht Spieler stark, allerdings dürfen sich zur gleichen Zeit nur fünf auf dem Spielfeld befinden. Einer der Spieler ist ein Läufer, alle anderen sind die sogenannten Pompfer. Weil der Läufer keine Pompfe trägt, ist er ungeschützt. Dafür ist er der einzige Spieler einer Mannschaft, der den Jugg aufnehmen darf, um ihn in das gegnerische Tor zu stecken. Die Aufgabe der Pompfer besteht darin, ihren jeweiligen Läufer zu schützen und ihm den Weg frei zu machen. Deshalb sind sie mit Pompfen, also mit Polsterwaffen, ausgerüstet.

So läuft ein Jugger-Spiel ab

Zunächst einmal müssen sich die Teams hinter ihrer jeweiligen Grundlinie aufstellen, während der Jugg in der Mitte des Spielfeldes platziert wird. Sobald der Schiedsrichter das Kommando zum Start gegeben hat, betreten die Mannschaften das Spielfeld. Die Aufgabe der Läufer ist es nun, den Jugg an sich zu nehmen und ins gegnerische Tor zu stecken. Gelingt dies, wird dies als ein Punkt gewertet und der Spielzug endet. Nun müssen sich die Mannschaften neu aufstellen. Grundsätzlich werden so viele Spielzüge gemacht, wie es bis zum Ablaufen der Zeit notwendig ist. Während im Film Steine an einen Gong geworfen werden, um die Zeit zu messen, werden im realen Sport Trommelschläge in einem Intervall von 1,5 Sekunden genutzt. Die reine Spielzeit in einer Halbzeit beträgt also 2:30 Minuten. Während des Spiels werden die Teams aber oft auch neu aufgestellt oder es erfolgen taktische Besprechungen, sodass ein Spiel durchaus bis zu 30 Minuten dauern kann.

Der Spielbetrieb

Juggermannschaften sind mittlerweile über ganz Deutschland verteilt und betreiben einen wöchentlichen Spielbetrieb. Darüber hinaus werden deutschlandweit zahlreiche Turniere veranstaltet, darunter auch eine Deutsche Meisterschaft.

Jugger-Trainer werden ist ganz einfache

Weil Jugger eine wichtige Rolle für den Abbau von Aggressionen und für das soziale Lernen spielt, werden mit schöner Regelmäßigkeit Fortbildungen zum Kursleiter angeboten, die auch durch den Berliner Turn- und Freizeitsport-Bund zertifiziert sind.

Weitere Informationen

Unter jugger.org findet ihr alles weitere Wissenswertes, sowie die aktuelle Fassung des Jugger-Regelwerks.

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Juni 2018

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