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JIM-Studie 2020 – alles wie erwartet und etwas neues

JIM-Studie 2020 zur Mediennutzung
JIM-Studie 2020 zur Mediennutzung
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Seit 23 Jahren erstellt der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest jährlich eine Studie zum Verhalten und den Umgang von Jugendlichen mit verschiedenen Medien. JIM steht hierbei als Kürzel für Jugend, Information, Medien. In der Studie des Jahres 2020 wurden 1002 Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren zu ihrer aktuellen Mediennutzung befragt.

Keiner der befragten Jugendlichen wird von sich behaupten können, je ein auch nur ähnliches Jahr wie 2020 erlebt zu haben. Schulschließungen machten einen bisher unbekannten Begriff populär, den Distanz-Unterricht. Allerdings zeigt hier die Studie auch deutlich auf, wie schlecht es um die digitale Ausstattung im deutschen Schulwesen steht. Nur ein Fünftel der befragten Schüler konnten sich mittels Videokonferenz in einen Live-Unterricht einklinken. Der Distanz-Unterricht fand hauptsächlich über E-Mails statt. Dabei können die Schüler selbst durchaus über entsprechende technische Mittel verfügen. Praktisch jeder (99 %) der befragten Schüler/innen besitzt ein Smartphone und zu 98 % sogar einen Laptop beziehungsweise hat im Haushalt Zugang zu den Geräten. Das dies so ist, verdanken die befragten Jugendlichen vor allem dem Corona-Virus, denn nur ein Jahr zuvor sah die mediale Ausstattung nicht so gut aus. Im Durchschnitt stieg der Besitz von Smartphones, Laptops und Tablets bei den Jugendlichen um 10 %, was weit über den normalen jährlichen Steigerungsraten liegt.

Nicht nur die digitalen Medien werden stärker genutzt

Dass sich in der Nutzung der Geräte ebenso eine deutliche Steigerung zeigte, ist wohl kaum verwunderlich, wobei die Streamingdienste mit ihren Videos die klaren Sieger waren. Fernsehen hingegen war bei den Jugendlichen sogar rückläufig in der Nutzung.

Buch lesen
Das Buch als Medien-Klassiker auch bei Jugendlichen noch beliebt
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Dafür konnte ein anderer Medien-Klassiker bei den Jugendlichen Boden gut machen. Das Buch, wobei sich zwar nicht der prozentuale Anteil von täglichen Bücher-Lesern unter den Jugendlichen erhöhte (35 % der Befragten), wohl aber die Lesedauer, und zwar um gut 20 Minuten pro Tag. Diese 35 % der Leser gedruckter Publikationen sind aber nur die Spitze des Eisbergs. Noch einmal 19 % greifen innerhalb von 14 Tagen zum Buch, weitere 33 % lesen einmal pro Monat und so sinkt der Anteil derjenigen Jugendlichen, die nie ein Buch zur Hand nehmen, auf 15 %. Das sind 3 % weniger als im Vorjahr und damit haben hochgerechnet rund 186.000 Jugendliche quasi durch Corona zum oder wieder zum Buch gefunden.

Das E-Book hingegen tut sich bei Jugendlichen deutlich schwerer, selbst unter den Bedingungen einer Pandemie. Von den befragten Jugendlichen haben 62 % noch nie ein E-Book gelesen. Im Jahr 2019 waren es sogar 75 %, die sich nicht für das elektronische Buch erwärmen konnten. Das ist zwar auch eine deutliche Steigerung für das E-Book, aber im Verhältnis dazu, wie lange es nun schon E-Books auf dem Markt gibt, ist dies immer noch kein Wert, der das E-Book in Zukunft in eine favorisierte Stellung bei der Mediennutzung von Jugendlichen bringt. Dafür hat ein relativer Neuling im Jahr 2020 richtiggehend Furore gemacht, der Podcast. Dieses Medienformat wurde 2019 in der JIM-Studie noch nicht einmal erwähnt, dafür sagten 2020 von den befragten Jugendlichen 62 % aus, das sie teils täglich, wöchentlich oder monatlich den einen oder anderen Podcast hören. Dabei ist die Produktion eines Podcasts nicht sonderlich aufwendig. Vielleicht ein Werkzeug für Jugendleiter, seiner oder ihrer Gruppe ein Thema näherzubringen?

Januar 2021

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