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Jahreslosung 2027
„Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; hab keine Angst, denn ich bin dein Gott!“

(Jesaja, Kapitel 41, Vers 10)

Die Jahreslosung 2027 spricht ein Thema an, was Kinder und Jugendliche eigentlich ansprechen müsste. Denn Furcht & Angst ist etwas, das uns allen begegnet, was uns alle mehr oder weniger beschäftigt. Daher eignet sich diese Jahreslosung um mit den Kids zusammen das Thema Furcht & Angst zu vertiefen.

Es gibt verschiedene Einstiegsmöglichkeiten, die je nach Situation und Gegebenheiten eingesetzt werden können.

Angst

Möglichkeit 1: Fragen stellen und ins Gespräch zum Thema Angst kommen

  • In welchem Zusammenhang hast Du schon einmal Angst verspürt?

  • Was hat Dir geholfen Deine Angst zu überwinden?

  • In welchen Situationen begegnet Dir Angst?

  • Was macht Dir Angst?

  • Furcht: was bedeutet Furcht?

  • Gibt es einen Unterschied zwischen Furcht haben und Angst haben? Oder sind das nur 2 Wörter, die das gleiche meinen?

  • Welche Wörter fallen einem ein, wenn man Angst bzw. Furcht hat? Z.B. Unsicherheit, Misserfolg, Leistungsdruck, Zurückweisung, Zukunftsangst, Alleinsein/Einsamkeit, Sterben, Krankheit, Verlassen werden, nicht geliebt werden,… Gibt es noch weitere Begriffe?

  • Was sind die Folgen von Angst? z.B. Mutlosigkeit, Rückzug, Unsicherheit,... Gibt es noch weitere Folgen?

  • Was nimmt einem die Angst? Z.B., wenn jemand dich an die Hand nimmt, dich führt, Dir eine Lösung aufzeigt.

  • …

Möglichkeit 2: das Angst Barometer

Anhand einem anonymen Angst-Barometer klebt jeder Jugendliche Klebepunkte in die Bereiche die am meisten Sorgen bereiten. Das hat den Vorteil, dass sich niemand outen muss, aber das Ergebnis gibt visuellen Gesprächsstoff. Die Beispielfelder kann man etwa in dieser Form vorbereiten:

  • Schule/Zukunft

  • Soziale Kontakte/Dazugehören/Schönheitsideale

  • Klimakrise/Weltgeschehen/Kriege

  • Versagen/Fehler machen.

Ich denke, dass diese Begriffe wie Unsicherheit, Misserfolg, Leistungsdruck, Zurückweisung, Zukunftsangst, Alleinsein/Einsamkeit, Sterben, Krankheit, Verlassen werden, nicht geliebt werden sich da einsortieren lassen. Oder aber man erweitert sein Plakat um diese Felder. Das Angst-Barometer ist nur eine Idee um anonym ins Gespräch zu kommen und erfordert natürlich etwas Vorbereitung.

Variante zur Vorbereitung: Oder die Felder (Stichworte) werden zuvor gemeinsam gesammelt, auf ein Plakat geschrieben und anschließend darf jeder seine Klebepunkte kleben inwiefern das jeweilige Thema die Angst/Furcht beeinflusst (Skala 1 bis 10, wobei 10 dann eine sehr starke Angst/Furcht bedeutet)

Exkurs: Ich denke man muss auch den Begriff Angst und Furcht sich mal näher betrachten. Wie kann man den beschreiben, was könnten Unterschiede sein? Bei Dorsch, Lexikon der Psychologie wird die Furcht als etwas konkretes, eine klare und greifbare Gefahr definiert, welche von außen kommt. Die Angst hingegen ist etwas diffuses, nicht eindeutig benennbares Gefühl. Die Angst kommt eher von innen heraus, ein Gefühl der Beklemmung, aber es ist nicht gerade eine konkrete Bedrohung zu erkennen.

Vielleicht sind das Spitzfindigkeiten um diese 2 Wörter Furcht & Angst, welche in der Jahreslosung verwendet werden zu unterscheiden. Fest steht: jeder wird mit der Furcht bzw. Angst schon mal konfrontiert gewesen sein. Da lassen sich sicherlich Situationen benennen.

Umgang mit der Angst

Doch wie gehen wir mit der Angst und unserer Furcht um? Darf man Angst haben? Darf man sich fürchten? Was macht die Angst, was macht die Furcht mit uns? Wie sind wir erzogen worden?

Nun kommen wir schon an die Lösung bzw. den Umgang mit Angst oder der Furcht.

Ein Problem ist sicherlich, dass wir vermeiden unsere Angst zu zeigen. Wir zeigen lieber unsere coole Fassade. Niemand will als Angsthase dastehen. Aber in uns drinnen, steckt trotzdem die Angst, da hilft dann auch keine coole Fassade.

  • FOMO: (Fear of Missing Out) die Angst, nicht dazuzugehören oder etwas zu verpassen

  • Zukunft: Lohnt es sich überhaupt, Pläne zu machen? Das erzeugt Unsicherheit.

  • Perfekt sein zu wollen: Die Angst, zu versagen oder enttäuscht zu werden.

  • Einsamkeit: Das Gefühl, mit seinen Problemen allein zu sein.

Auch unsere Angst wurde beeinflusst, vor allem durch unsere Eltern. Denn viele unserer Ängste sind nicht mal unsere eigenen. Sie sind „vererbt“, oder „erlernt“ von unseren Eltern. Unsere Eltern wollten uns beschützen. Sie sagen: ‚Pass auf‘, ‚Tu das nicht‘, ‚Das ist zu gefährlich‘. Sie bauen einen unsichtbaren (gut gemeinten) Schutzschirm um uns. Und nach ein paar Jahren haben wir diese Ängste der Eltern so tief abgespeichert, dass wir denken, es wären unsere eigenen. Wir haben gelernt, uns vor Dingen zu fürchten, die wir eigentlich erst noch ausprobieren müssten.

Stelle Dich Deiner Angst. Lauf nicht davon. Wann hast du das letzte Mal trotz Angst etwas getan? Was war das für ein Gefühl danach? Bist Du daran vielleicht nicht sogar etwas daran „gewachsen“? Mach Dir klar, dass man Angst haben darf, aber sich nicht von der Angst niederdrücken lassen darf. Denn Ängste sind - wie wir gerade gelernt haben – ja oftmals nur ein blödes, unbestimmtes oder vererbtes Gefühl.

Angst kann aber auch etwas positives bewirken: Es liest sich zwar fast wie ein Widerspruch, aber Angst kann auch nützlich sein.

  • Würden wir auf Prüfungen lernen, wenn wir keine Angst hätten durchzufallen?

  • Würden wir nicht Beziehungen eingehen, wenn wir keine Angst vor dem Alleinsein hätten?

  • Angst kann aber auch vor Übermut bewahren. Das Gegenteil von Angst ist eigentlich Mut & Selbstbewusstsein. Aber Übermut oder Selbstüberschätzung blenden Gefahren aus. Daher ist Angst ganz hilfreich, dass wir uns nicht in unnötige Gefahren begeben.

  • Man kann sagen, dass die Angst uns hilft Probleme zu lösen um zu leben wie wir uns es wünschen. Den Kopf in den Sand stecken wäre ja „aufgeben“ und „vor der Angst davonlaufen“.

Und genau hier kommt die Jahreslosung 2027 ins Spiel

„Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; hab keine Angst, denn ich bin dein Gott!“

Wenn man mit Kirche nichts am Hut hat, klingt das erst mal nach einem billigen Trostpflaster. Aber übersetzt das mal ganz praktisch. Gott sagt hier nicht: „Ich zaubere deine Angst einfach weg.“ Das wäre ja viel zu einfach und zu schön um wahr zu sein. Er meint vielmehr: „Glaub deiner Angst nicht alles, was sie dir einredet. Wenn dein Kopf dir sagt, du bist allein und schaffst das nicht – bin ich da und halte dir den Rücken frei. Ich gehe mit dir mitten durch die Angst durch.“

Um es am Beispiel mit dem Lernen zu verdeutlichen: ja man darf Angst haben vor einer Prüfung. Aber vor lauter Angst den Kopf in den Sand zu stecken und lieber nicht zu lernen, würde Gott sagen: ich bin bei Dir, hab keine Angst, beiß dich durch, dann wird alles gut. Er nimmt Dir das Lernen nicht ab, aber er kann Dir helfen es ruhiger und ohne Angst anzugehen. Oder wie es weiter oben steht: Deine Angst ist oftmals ein blödes Gefühl und unbegründet, gibt ihr nicht recht und lass dich nicht niederdrücken.

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