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Vor allem bei Hitzetagen mit Temperaturen von über 40 Grad Celsius ist das Baden eine gute Möglichkeit, sich abzukühlen. Doch das Ganze birgt Gefahren – die DLRG meldete 26 Badetote am heißesten Wochenende im Juni 2026. Die DLRG betont zudem, dass es sich bei den Toten ausschließlich um männliche Personen handelte. Und das ist keine Ausnahme – bereits 2025 waren laut DLRG-Statistiken 82 % aller Badetote männlich. Wir schauen uns an, wie man sich beim Baden richtig verhält und Gefahren vermeidet. Außerdem fragen wir uns: Warum unterschätzen vor allem Jungen und Männer die Gefahren beim Baden?
Das DLRG meldete 26 Badetote am heißesten Wochenende im Juni 2026. Die DLRG betont zudem, dass es sich bei den Toten ausschließlich um männliche Personen handelte. Warum ist dem so?
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Männer und Jungen verfügen häufig über ein großes Selbstbewusstsein und Geltungsbedürfnis. Sie überschätzen ihre eigenen Fähigkeiten und trauen sich mehr zu, als sie sollten. Gefahren wie Strömungen werden unterschätzt und können schnell zu einer lebensgefährlichen Falle werden.
Auch mangelnde Fitness birgt eine große Gefahr. Schwimmt man zu weit aufs Wasser hinaus, kann die Kraft fehlen, um wieder zurück an Land zu kommen. Auch Strömungen und Wellen können die Kräfte schnell schwinden lassen. Daneben beachten viele Männer nicht, dass man im höheren Alter und nach längeren Sportpausen nicht mehr so fit ist, wie man es vielleicht einmal war. Hinzu kommen mangelnde Schwimmfähigkeiten. Vor allem Jungen, die gerade erst das Schwimmen lernen, sind gefährdet. Und hinzu kommt die oben genannte Selbstüberschätzung, welche dann die Gefahren außer Acht lässt und die eigene Leistung als zu hoch einschätzen.
Alkohol ist eine der größten Risiken beim Baden. Die Hemmschwellen fallen, Blutgefäße weiten sich, die Motorik ist eingeschränkt und das Einschätzen von Gefahren ist beeinträchtigt. Zwar werden Sommertage am Badesee gerne mit einem Bier kombiniert, allerdings sollte man aufs Schwimmen nach dem Konsum von Alkohol unbedingt verzichten.
Einen Kälteschock kann man bekommen, wenn man in kaltes Wasser springt und sich vorher bei heißen Temperaturen im Freien aufgehalten hat. Dieser große Temperaturunterschied bringt eine Kettenreaktion von körperlichen Symptomen mit sich, die nicht nur für junge Schwimmer, sondern auch für erfahrene Sportler zur tödlichen Gefahr werden kann.
Der Kälteschock setzt biologische Vorgänge im Körper in Gang und führt zu Beginn zum unkontrollierten Atemreflex. Passiert das unter Wasser – zum Beispiel nach einem Sprung – kann Wasser in die Lunge gelangen und zum sofortigen Ertrinken führen. Doch auch an der Oberfläche wird der Atem zur Gefahr – es kommt zu einer Hyperventilation, bei der der Betroffene viel Wasser schluckt.
Auch das Herz ist bei einem Kälteschock betroffen. Durch die abfallende Temperatur ziehen sich die Blutgefäße schlagartig zusammen und das Blut wandert in die Körpermitte. Für das Herz bedeutet das harte Arbeit, denn es muss gegen einen hohen Druck ankämpfen. Im schlimmsten Fall kann das zu Herzrhythmusstörungen oder einem Herzinfarkt führen. Vor allem ältere Menschen sind von dieser Gefahr des Kälteschocks betroffen, da sie aufgrund ihres höheren Alters gegebenenfalls an Vorerkrankungen und Bluthochdruck leiden.
Der Kälteschock ist nicht nur unmittelbar nach dem Eintauchen ins Wasser ein Risiko. Bleibt man zu lange im eisigen Wasser, droht nach einigen Minuten das Muskelversagen. Durch die niedrigen Temperaturen kühlen Nerven und Muskeln aus, versteifen sich und man wird stark in der Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Im tiefen Wasser führt das häufig zum direkten Ertrinken, da man sich nicht mehr aus eigener Kraft an der Wasseroberfläche halten kann.
Vor allem in Jugendgruppen sind Mutproben ein häufiges Phänomen. Doch was im ersten Moment lustig erscheint, wird schnell zur Lebensgefahr. Zu Mutproben können Sprünge in unbekanntes Gewässer oder das Durchqueren eines Sees gehören. Bei Sprüngen werden Felsen unter der Wasseroberfläche häufig zum Verhängnis, bei langen Schwimmstrecken schwindet die Kraft.
Gruppenzwang kann Jungen oder Männer dazu verleiten, mit ihren Freunden mithalten zu wollen. Vor allem in neuen Gruppen wollen sie sich gerne beweisen und orientieren sich daran, wie die anderen handeln – auch, wenn das Verhalten nicht mit dem eigenen Können und der eigenen Kraft übereinstimmt. Und der Gruppenzwang verleitet die Jugendlichen zu Taten, die allein nie ausgeführt worden wären.
Badespaß am Meer - aber immer an die Sicherheit denken
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Statt sich schlagartig ins Wasser zu werfen, sollte man sich langsam abkühlen, um den Körper an die neuen Temperaturen zu gewöhnen. Dafür kann man bis zur Hüfte ins Wasser gehen und sich mit den Händen Wasser über die Arme, in den Nacken und über die Brust schöpfen. Dadurch wird der Körper behutsam sensibilisiert.
Man sollte niemals ins Wasser springen – dafür gibt es direkt mehrere Gründe. Nicht nur Gestein am Boden oder eine zu geringe Tiefe können zum Verhängnis werden, vor allem wenn das Wasser trüb ist und man die Bodenverhältnisse nicht erkennen kann. Aber beim Sprung ins kalte Wasser kann der plötzliche Temperaturunterschied die Gefahr eines Kälteschocks mit sich bringen. Deswegen gilt: Lieber langsam ins Wasser gehen, statt springen. Vor allem nach dem Sport und dem Sonnenbaden, wenn der Körper aufgeheizt ist, ist diese Regel überlebenswichtig!
Alkohol sollte niemals konsumiert werden, wenn man im Anschluss schwimmen gehen will. Man kann nicht nur Risiken schwerer einschätzen, sondern die größte Gefahr liegt in der Weitung der Blutgefäße. Ziehen diese sich durch kaltes Wasser schlagartig zusammen, kann das zu einem Kreislaufkollaps führen.
Schwimmen gehen sollte man nur in Gewässern, die man kennt und die als Badestelle gekennzeichnet sind. Hier sind häufig Badeaufsichten und andere Gäste vor Ort, die im Ernstfall helfen können. Außerdem werden bei Risiken wie Strömungen oder Verunreinigungen im Wasser Flaggen aufgehängt, die das Baden verbieten. Vermeide das Baden in Gewässern, wo Schiffe unterwegs sein könnten. Ebenso sollte man nicht in der Nähe von Wehren, oder Kanälen baden.
Am besten geht man niemals alleine an einer unbekannten Badestelle ins Wasser. Mindestens eine weitere Person sollte am Ufer warten, um in einer Notsituation unterstützen und Hilfe rufen zu können. Denn überschätze Deine eigene Kraft nicht, selbst wenn Du mit einer aufblasbaren Luftmatratze oder Schwimmhilfe unterwegs sein solltest. Denn die Gefahr vom „Abgetrieben werden“ oder plötzlich ins Wasser fallen (Kälteschock) sind nicht zu unterschätzen.
Nach dem Essen sollte man etwa eine Stunde warten, bevor man ins Wasser geht. Der Körper ist nach einer Mahlzeit mit der Verdauung beschäftigt – kommt körperliche Anstrengung durchs Schwimmen hinzu, kann das zu Schwindel und Übelkeit führen, was das sichere Schwimmen erschwert.
Bei aufziehendem Unwetter mit Gewitter, oder bei starkem Wind sollte jeder das Wasser sofort verlassen. Gerade wer mit einem kleinen aufblasbaren Schlauchboot auf dem Gewässer unterwegs ist, kann bei ungünstigem Wind weit abgetrieben werden.
Natürlich sind auch Frauen beim Baden Gefahren wie einem Kälteschock ausgesetzt. Allerdings kommt es hier deutlich seltener zu tödlichen Unfällen. Sind Männer also wirklich risikobereiter?
Tatsächlich gibt es verschiedene Studien, die die Risikobereitschaft von Männern und Frauen untersucht haben und die Ergebnisse zeigen ein deutliches Bild: Männer gehen im Durchschnitt öfter Risiken ein und setzen sich dadurch eigentlich vermeidbaren Gefahren aus. Das bestätigt unter anderem eine Studie des DIW Berlin von 2011, die zum Schluss kommt: Männer wagen mehr! Außerdem nehme die Risikobereitschaft laut einer Studie des Max-Planck-Institutes von 2016 mit dem Alter ab, was erklären könnte, warum zu den Badetoten häufig auch Jugendliche gehören.
Ein möglicher Grund ist außerdem die Erziehung. Mädchen werden in der Regel früher für mögliche Gefahren sensibilisiert. Dadurch können sie ihr eigenes Handeln und Risiken besser einschätzen und sind häufig bedachter und zurückhaltender. Im Gegensatz dazu traut man Jungen eher mehr zu und überträgt ihnen häufig schon früher Eigenverantwortung. Dieses Bild & Erwartung an Jungs führt bei Jungs zur Selbstüberschätzung und blendet Gefahren aus. Denn die Erwartungshaltung „stark zu sein“, mit jeder Situation fertig werden zu müssen, keine Angst oder Schwäche zeigen zu dürfen sind sicherlich einige Aspekte, die zu diesem Ergebnis führen. Alkohol, Gruppenzwang, nicht als Hasenfuß dastehen zu wollen tun ihr Übriges.
In der Ideensammlung gibt es viele Spiele am und im Wasser. Es gibt bereits auch einen Beitrag zu den Baderegeln. Trotzdem kann es nie schaden mit den Kindern und Jugendlichen vor dem Baden gehen nochmals und erneut auf die Gefahren hinzuweisen. Vor allem die Kids auch die Themen „Mutproben“ „Selbstüberschätzung“ und „Gruppenzwang“ zu erläutern, die dann dazu führen, dass man Dinge tut, die man eigentlich (allein) nicht tun würde. Man schaltet das Gehirn aus! Es ist ja niemandem geholfen, wenn es zu Badeunfällen kommt, nur weil man meint sich was beweisen zu müssen, oder um ja nicht blöd dazustehen.
Und was den Alkohol betrifft – dürfte bei eher älteren Jugendlichen ein wichtiges Thema sein – erfordert dies von jedem Jugendleiter besondere Aufmerksamkeit und Durchsetzungsvermögen. Denn das Denken und Selbsteinschätzung der Jugendlichen wird durch den Alkohol ja noch mehr eingeschränkt.
Du kannst ruhig mit Deiner Jugendgruppe einmal darüber nachdenken, warum gerade Jungs bei (tödlichen) Badeunfällen besonders betroffen sind.
Juli 2026
Programmtipp: Spiele am BachSpiele am Bach, Baden im Bach und fetzige Wasserspiele im Fluss. In der Sammlung gibt es über 140 weitere Wasserspiele.
Mutproben - Risiko Erlebnis BedürfnisMutproben: Das Risiko-Erlebnis-Bedürfnis bei Kindern und Jugendlichen ist groß. Es gibt verschiedene Ursachen warum Kinder oder Jugendliche mitunter lebensgefährliche Mutproben unternehmen. Doch die Kinder und Jugendlichen sind aufgrund ihrer Entwicklung (körperlich, geistig und aufgrund der geringeren Lebenserfahrung) noch gar nicht in der Lage die Gefahren für sich und andere als solche zu erkennen bzw. einzuschätzen.
Coole Jungs – eigentlich überhaupt nicht coolWenn man hinter die Kulisse sehen könnte, dann würde man bei vielen obercoolen Jungs eine innere Verzweiflung erkennen. Stattdessen versuchen Jungs durch möglichst cooles Auftreten sich unangreifbar, ja unnahbar zu machen.
Aufsichtspflicht und Baderegeln beim Baden mit einer JugendgruppeBeim Baden mit einer Jugendgruppe im Meer, Fluß oder See, aber auch im Freibad und Hallenbad sind ein paar Baderegeln zu beachten.
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