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Anspiel »Auf dem Friedhof neu geboren«

Ein Anspiel Text: Mk 5,1-20 (Lk 8,26-39 / Mt 8,28-34)

Schuster: Übermorgen ist das Kleid fertig, der Mantel dauert vielleicht noch einen Tag länger, aber ich habe mit meinen zwei Gehilfen schon genug Überstunden gemacht, um den Privataufträgen der Römer gerecht zu werden. Schließlich kommen sie extra über den See. - Wohin darf ich es Ihnen schicken? Sind Sie auf der Durchreise?
Kunde: Nein, nein, ich bin von hier. Ich hole es aber selbst ab, ich habe noch keine eigene Adresse.
Schuster: Ah so, ich verstehe, Sie sind aus der Fremde zurückgekehrt und wollen sich jetzt hier niederlassen. Aber geboren sind Sie hier in Gerasa?
Kunde: Ja, sogar zweimal!
Schuster: Bitte?
Kunde: Sie haben recht gehört: ich wurde hier in Gerasa zweimal geboren.
Schuster: Prima, ein neuer Witz! Den müssen Sie mir erklären, so was kommt immer gut an bei der Kundschaft...
Kunde: Nein, das ist kein Witz, das ist Tatsache.
Schuster: Bitte?
Kunde: Ja, es stimmt. Das erste Mal wurde ich vor vielen Jahren in dem Haus neben der Herberge am Brunnen geboren, wann das war, weiß ich allerdings nicht mehr. Und das zweite Mal gestern, unten am See.
Schuster: Ja, jetzt verstehe ich, Sie meinen das im übertragenen Sinn. Gestern, bei dem Sturm, kamen Sie mit dem Schiff über den See und hatten gleich einen Unfall, daher auch die vielen frischen Schrammen und Flecken. Da fühlt man sich wie neugeboren, kenne ich, kenne ich.
Kunde: Nein, mit dem Sturm gestern habe ich nichts zu tun.
Schuster: Nicht? Ja waren Sie dann in der Sklaverei? Ihre Handgelenke sehen bös' aufgescheuert aus, wie von Ketten.
Kunde: Ja, ich war in der Sklaverei. In der Sklaverei Satans!
Schuster: Pst! Nicht so laut! Sie sind hier zwar nicht mehr im Gebiet des Herodes, aber Philippus ist auch gerade kein Engel und wenn er sich bei seinem Bruder lieb Kind machen will, schickt er Sie einfach wegen Majestätsbebeleidigung hinüber. Beide sind echte Teufel!
Kunde: Nein, ich meine Satan selbst. Zweitausend Dämonen haben mich und meinen Freund gequält.
Schuster: Na, zweitausend scheint etwas viel! Tiberias ist zwar eine recht große Garnisonsstadt, aber zweitausend Römer gibt es nicht einmal dort - außerdem sollten Sie wirklich leiser reden!
Kunde: Nein, ganz im Gegenteil, ich will es laut hinaus rufen, damit es jeder hört - ich bin frei! frei! frei!
Schuster: Wer hat Sie denn freigelassen?
Kunde: Jesus, Jesus von Nazareth!
Schuster: Wie, fängt der jetzt so an? Da haben die Juden ja gleich einen Grund, ihn zu verhaften. Wie geschah denn das?
Kunde: Mein Freund, oder besser mein Leidensgenosse und ich sahen ein Schiff direkt unterhalb der Gräber auf den Strand laufen, und plötzlich kam es wieder in uns hoch. Wir nichts wie hin, aber wir konnten sie nicht über}`allen, wir prallten vor ihnen richtiggehend ab - ja, und dann warf es uns hin und schrie aus uns: » Was willst du, Jesus, du Sohn Gottes, des Allerhöchsten? Ich bitte, ich beschwöre dich, quäle uns nicht vor der Zeit!«...
Schuster: Quälen? Jesus quält doch niemanden! Sie reden aber wirres Zeug, ich glaube, Sie phantasieren das alles nur! Unten am See wollen Sie gewesen sein? Dort wagt sich niemand hin! Die ganze Straße ist unpassierbar, alle müssen den unbequemen Weg über unsere Stadt nehmen, und das nur wegen so zwei Wilden!
Kunde: Diese zwei Wilde gibt es nicht mehr!
Schuster: Sind sie endlich tot?
Kunde: Nein, nur die Schweine sind tot.
Schuster: Also doch! Endlich sind sie tot! Endlich!
Kunde: Wer, die Schweine? Sie sind wohl Jude?
Schuster: Ich? Nein. ich habe selbst ein paar Schweine auf der Wiese, die Römer zahlen gut. Ich meine doch aber die Irren!
Kunde: Ja, die leben noch, sie gehen sogar frei durch die Stadt.
Schuster: Nein! Das darf nicht wahr sein!
Kunde: Halt, halt hören Sie doch mal genau zu, was ich sage: sie gehen sogar FREI durch die Stadt. FREI!!!
Schuster: Das ist es ja gerade!
Kunde: Ja, das ist es gerade. Das ist das Wunder!
Schuster: Wunder?
Kunde: Ja, Wunder! Die zwei Wilden waren einmal Wilde, jetzt sind sie zahm, sie fressen sogar aus der Hand!
Schuster: Und wer hat das hingekriegt?
Kunde: Jesus, Jesus von Nazareth!
Schuster: Und wie?
Kunde: So, wie ich eben anfing: als der Dämon so zu Jesus geschrieen hatte, fragte der ihn, wie er hieße und der sagte »Legion«, weil er massig viele war. Und dann hat Jesus sie aus den zwei Wilden hinausgejagt.
Schuster: Jesus hat Dämonen ausgetrieben?
Kunde: Sag ich doch, zweitausend Stück sogar.
Schuster: Wo waren denn die alle?
Kunde: In ganzen zwei Mann.
Schuster: Und wo sind sie jetzt?
Kunde: Im See. Ja, im See. - Also, Jesus jagt die Dämonen raus und die fangen an zu betteln, nicht in die Hölle fahren zu müssen, sie wollten viel lieber in die Schweine fahren. Und das hat er ihnen dann auch erlaubt.
Schuster: Besessene Schweine? Wenn das die Römer hören, ist das Geschäft gelaufen.
Kunde: Ist es ohnehin, die Schweine sind tot, die Dämonen haben sie ins Wasser gehetzt.
Schuster: Alle?
Kunde: Die ganze Herde jedenfalls, zweitausend Stück.
Schuster: Wir sind ruiniert, unser ganzes Geschäft ist futsch! Wo dieser Jesus aber auch hinkommt gibt es Ärger!
Kunde: Unsinn! Frieden gibt es, Ruhe, Leben!
Schuster: Leben? Die Schweine sollen doch tot sein.
Kunde: Schweine, Schweine - ich hör immer nur Schweine! - Ich, ich lebe! Und mein Freund lebt auch!
Schuster: Ja, und?
Kunde: Ja und, ja und! Wir leben, leben, leben!!! Mann, verstehen Sie denn immer noch nicht? Ich war einer von diesen Besessenen aus den Gräbern! Ich!!!
Schuster: Barmherzigkeit!
Kunde: Ja, Barmherzigkeit! Gottes Barmherzigkeit hat mich befreit! Früher war ich bei lebendigem Leibe tot, verdammt in die Gräber, gezwungen, mich selbst und andere zu quälen und zu schlagen, ein nacktes, blutiges Monster - und jetzt bin ich frei! Ich lebe! Nie wieder Fesseln, nie wieder Überfälle, nie wieder Selbstzerstörung!
Schuster: Und das hat Jesus getan?
Kunde: Ja, Jesus von Nazareth!
Schuster: Und wie?
Kunde: Na, ganz einfach: er hat die Dämonen rausgeworfen.
Schuster: Einfach so?
Kunde: Ja, einfach so.
Schuster: Der Junge kennt Tricks!
Kunde: Tricks? Was für Tricks? Jesus hat keine Tricks, Jesus hat Vollmacht, göttliche Vollmacht!
Schuster: Woher wissen Sie das?
Kunde: Na, zum einen haben das die Dämonen in mir laut genug geschrieen und zum andern habe ich das am eigenen Leibe erfahren.
Schuster: Wo ist Jesus? Ich muss ihn sehen!
Kunde: Fort.
Schuster: Wieso fort?
Kunde: Weil er die Schweine hat absaufen lassen. Ihre Herren Kollegen in Sachen Viehzucht und Römerhandel haben es mit der Angst zu tun bekommen, als sie sahen, dass zwei Besessene zweitausend Schweine kosten. Hier herum gibt es noch genügend Besessene und wenn jeder eintausend Schweine schwer ist, dann ruiniert das den Handel.
Schuster: Ja und?
Kunde: Deswegen haben sie ihn gebeten zu gehen.
Schuster: Sind die verrückt? Wenn das wirklich wahr ist, was Sie da sagen, dann brauchen wir ganz dringend diesen Jesus! - Ja, aber warum sind Sie nicht mit Jesus gegangen?
Kunde: Wollte ich ja, aber er sagte, ich solle hier bleiben und allen erzählen, was Gott an mir getan hat.
Schuster: Gott? Ich denke...
Kunde: Verstehen Sie immer noch nicht? - Jesus ist Gott!
Schuster: Jesus selbst ist Gott?
Kunde: Ja, Jesus ist Gott! Deshalb hat er doch Macht über Dämonen und kann sie austreiben, deshalb habe ich doch jetzt neues Leben! - Und jetzt brauche ich noch einen Schuster, ich habe noch einen weiten Weg vor mir.

Peter Blöcher

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