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Anspiel zur Weihnachten

Mitwirkende: Kind, Mutter, Vater, Maria und Josef



1. Szene (Wohnzimmer, Mutter schmückt den Tannenbaum fertig, Vater liest Zeitung)

Mutter: Es ist kalt hier.
Vater: Ach quatsch.
Mutter: Doch, es ist kalt.
Vater: Warum sagst du das?
Mutter: Weil ich friere. Ich hab schon zwei Pullover an.
Vater: Es ist aber warm.
Mutter: Was glaubst du denn dann, warum ich friere.
Vater: Weil – ach laß. (schmeißt seine Zeitung auf den Tisch, geht zum Kamin) Dann geh ich halt noch mal den Kamin anheizen.


(Mutter holt in der Zeit Paprika und fängt an zu schneiden)
(Vater kommt wieder, setzt sich in den Sessel und liest weiter Zeitung)

Vater: (blickt verärgert von seiner Zeitung auf) Mensch, hör doch mal auf damit!
Mutter: Womit?
Vater: Na mit diesem klopfen. Wie will man denn da in Ruhe seine Zeitung lesen.
Mutter: Klopfen? Ich schneide Paprika. Du hast vorhin noch vor Hunger gejammert.
Vater: Was? Jammern nennst du das? Ich hab lediglich gefragt, wann es denn Essen gibt. Das war eine rein informative Frage.
Mutter: Nun reg dich nicht auf. Du könntest ... stopp, warte mal.
Vater: Was?
Mutter: Still!
Vater: Was ist denn?
Mutter: Na draußen ...
Vater: Hörst du jetzt noch Stimmen? Kein Wunder, von dieser Klopferei ...
Mutter: Nun sei doch mal still!
Vater: Ich sag doch gar nichts. Keinen Ton. Bin still wie ein Grab. Nur du hackst und schwatzt dummes Zeug. Was ist also?
Mutter: Wahrscheinlich nichts. (Geht wieder ihrer Arbeit nach)
Vater: Aha.
Mutter: Das Öl ist alle. Ich geh mal schnell rüber zu Schneiders und hol welches. (Bindet sich Schürze ab und verlässt das Zimmer)


2. Szene (Wohnzimmer, Kind kommt)

Vater: Es ist um 7.
Kind: Dreiviertel.
Vater: Um halb 7 war ausgemacht.
Kind: Hab ich was verpasst?
Vater: Ich dachte du hilfst heut auch mal ein bisschen mit.
Kind: Mir reichen Chips und Pfefferkuchen.
Vater: Jetzt sei mal vernünftig. Wir wollen es uns doch schön machen heute.
Kind: Falls du damit meinst, wir sollten wieder mal singen: „Alle Jahre wieder“ und so, vergiß es. Aus dem Alter bin ich raus. (setzt sich aufs Sofa und schaltet Fernseher ein – man hört Reportage aus dem Obdachlosenmilieu)
Vater: Was sollen wir Männer uns auch mit dem Küchenzeugs rumplagen. (setzt sich in den Sessel und liest weiter Zeitung)


3. Szene (Wohnzimmer, Mutter kommt)

Mutter: Was ist denn da draußen los in der Garage, da brennt Licht!
Kind: Achso, das Licht brennt? Du meinst bestimmt die Straßenlaterne davor.
Mutter: Komm, ich bin doch nicht blöd. Außerdem hab ich auch Stimmen gehört. (Zum Vater gewandt) Sollen wir die Polizei rufen?
Kind: Stopp. Macht mal langsam. Dafür gibt es ne ganz einfache Erklärung.
Mutter: Ja und die wäre?
Kind: Ja, also. Naja das war...Wie soll ich euch das erklären ...
Vater: Los raus mit der Sprache. Oder ist das etwa unser Weihnachtsgeschenk – Eine hohe Stromrechnung?
Kind: OK, OK. Heute Nachmittag haben mich zwei Typen angequatscht. Das eine war wohl ne Frau. Die hatte noch son Bündel in den Armen, vielleicht n Baby oder so ... Naja egal. Jedenfalls kamen sie nicht mehr weiter. Hatten kein Geld mehr für Fahrkarten und so. Wie die aussahen glaub ich denen das so gar.
Vater: Aber du hast doch nicht etwa ...
Kind: Doch ich hab sie erst mal in die Garage gelotst. Ich dachte so für n paar Nächte ...
Mutter: Aber ...
Vater: (bestimmend) Sofort gehst du runter und erklärst ...
Kind: ... dass es nicht geht. Ja, ja heut ist ja Weihnachten.
Mutter: Vergiß nicht, es sind 2000 Jahre vergangen.
Vater: Und alles ist völlig anders.
Kind: OK, ich gehe runter. Aber heut nacht dreht sich nichts mehr! (geht)


4. Szene (Garage, Josef und Maria unterhalten sich)

Maria: Mir ist frisch.
Josef: Heizgeräte gibt es hier nicht. Aber da hinten liegt Holz.
Maria: Tatsächlich! Da sind auch drei Kanister Benzin. Das gäbe ein großartiges Lagerfeuer.
Josef: Ja und zur Feier des Tages würde die Feuerwehr heute mit Sekt spritzen.
Maria: Ich glaub uns wird auch so warm. (Nickt zum Radio)
Josef: Ein Radio.
Maria: Mach an. Mir ist nach tanzen.
Josef: Warte noch lieber zwei, drei Tage. So kurz nach der Geburt ...
Maria: Mir ist heute so. Komm!


(Josef macht Radio an. Tanzen zu irgendeinem Radiolied)

Josef: Halt!
Maria: Was ist?
Josef: Sei still! Ich dachte, ich hätte was gehört. Willst du mal nachschauen?
Maria: (geht zum Baby, dich eingepackt in alte Decke) Ich glaube er schläft.
Josef: Hast du Hunger?
Maria: Ein bisschen.
Josef: Wir haben nichts mehr. Ich habe das Brot liegenlassen.
Maria: Macht nichts. Bis morgen früh halte ich durch. Dann werden wir was auftreiben.
Josef: Ich werd noch mal nach dem Kleinen sehen. (geht zum Kind, Maria folgt ihm, beide schauen auf das schlafende Kind)


5. Szene (Garage, Kind kommt)

Kind: Ihr könnt hier nicht bleiben. Es tut mir leid, meine Alten ...
Maria: Nein?
Kind: Diese Nacht könnt ihr ja hier pennen.
Josef: Na wenigstens etwas. Wenn es auch nur eine Nacht ist ...
Maria: Schöne Bescherung!
Kind: Genau da muss ich jetzt hin. Hier ist noch etwas für heute Abend. (Gibt 2 Decken und etwas zu essen.) Na ja dann nichts für Ungut, die Geschenke warten. Tschüß bis morgen! (Kind verlässt Garage)
Josef: (packt Essenspaket aus)
Maria: Was ist da drin?
Josef: Oh, toll! Käse, Brot, Äpfel, Saft ... Das reicht länger als heute Abend.


6. Szene (Wohnzimmer, Kind kommt herein)



(Mutter und Vater singen Weihnachtslied, Kind setzt sich aufs Sofa und dreht Däumchen)

Vater: (hört auf mit singen) Naja dann lassen wir das eben. Zu zweit macht es ja auch keinen Spaß.
Kind: Bescherung?
Mutter: Immer mit der Ruhe. Erst wird angestoßen. (schenkt in 3 Gläser ein)
Vater: (hebt sein Glas) Na dann auf einen schönen Weihnachtsabend.(stoßen alle an)
Kind: (trinkt Glas ganz schnell aus) Aber jetzt, oder?
Mutter: Du kannst es ja kaum erwarten. Na dann pack mal aus.


(Kind geht unter Tannenbaum und packt Geschenke aus)

Kind: (sichtlich enttäuscht, aber noch in der Hoffnung, dass das 2. Geschenk besser ist) Aha ein Atlas. (Legt ihn gleich wieder beiseite)
Vater: Wir dachten für die Schule.
Kind: (packt 2. Geschenk aus) Ein Modellbaukasten? Ist der für dich Papa?
Vater: Nein, nein der ist schon für dich.
Kind: (reißt letztes Geschenk auf, hält Unterwäsche und Strickpuli hoch) Was soll denn das? Ich wollte doch eine Playstation und neue Fussballschuhe haben! Ihr seid echt voll blöd! (schmeißt Geschenk hin und rennt raus)
Vater: Da siehst du nun. Ein Junge freut sich doch nicht über Unterwäsche und Strickpulover.
Mutter: Achja, dein Super Modellbaukasten scheint ja auch nicht so angekommen zu sein.
Vater: Na dann heiligen Abend. (Schaltet Fernseher ein)


(Mutter geht aus dem Zimmer)



7. Szene (Garage, Kind kommt rein)

Kind: Na ihr, wie gehts?
Josef: Ich dachte bis morgen?
Maria: Bist du nicht bei der Bescherung?
Kind: Ach vergesst die Bescherung! Meine Eltern sind echt blöd!
Maria: Kind, wie redest du denn über deine Eltern?
Josef: Hast wohl nicht bekommen was du dir so gewünscht hast. Stimmts?
Kind: (etwas beschämt) Ja.
Josef: Weißt du bei uns ist auch nicht alles so gelaufen wie wir es uns gewünscht haben. Dann würden wir jetzt mit unserem Baby in einer warmen Stube sitzen und Weihnachten feiern. Aber unser Vater sorgt für uns, so dass ...
Kind: Euer Vater?
Maria: Ja wir meinen Gott. Er hat uns in dieser Nacht einen Schlafplatz besorgt und zudem noch etwas zu essen. Er wird uns auch weiterhin begleiten.
Kind: Da komm ich mir auf einmal ziemlich schlecht vor. Ihr habt gar nichts und seid trotzdem zufrieden. Wisst ihr was? Lasst uns drinnen zusammen Weihnachten feiern. Das kriege ich schon geregelt. Wenn vor 2000 Jahren schon kein Platz für euch war, so soll es heute aber anders sein.


(Maria und Josef schauen sich fragend an)

(Das Weihnachtsanspiel wurde eingesandt von Thomas Baberowski im Dez.2003)

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