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Der untenstehende Ablauf von einem (katholischen) Kreuzweg für Kinder wurde von Gemeindepastoral Andreas Steinhauser durchgeführt und zugesandt.

Kinderkreuzweg

Ausgangspunkt bei der Ölbergstation

  • Pfarrer:
    Wir beginnen den Kreuzweg heute beim Ölbergbild. Jesus ist allein. Er hat Angst und betet zu Gott. Seine Freunde schlafen. Seine Feinde werden bald kommen, um ihn zu holen. Einige Tage vorher, hatte er noch viele begeisterte Anhänger. Sie haben ihm beim Einzug in Jerusalem mit Palmblättern zugewunken. Sie haben sogar ihre Kleider ausgezogen, damit er wie auf einem Teppich darüberreiten konnte. Jetzt, wo es ihm schlecht geht, ist keiner bei ihm!

  • 1. Kind:
    Wenn jemand berühmt ist und im Mittelpunkt steht, hat er viele Freunde. Wenn es ihm aber schlecht geht, oder er einen Fehler gemacht hat, will keiner mehr etwas mit ihm zu tun haben. Auch wir suchen uns lieber die als Freunde aus, die von allen bewundert werden: die Starken und die Gescheiten. Die, die sich alles trauen. Die, die schöne Spielsachen und Kleider haben. Vielleicht hätten andere Kinder einen Freund viel nötiger.

  • 2. Kind:
    Für alle Menschen, die allein sind und keine Freunde haben, die ihnen beistehen, legen wir nun dieses Bild eines traurigen Kindes vor unserem Holzkreuz.

1. Station: Jesus wird zum Tod verurteilt

  • Pfarrer:
    Jesus wird zum römischen Statthalter in Jerusalem gebracht. Er heißt Pilatus und ist sehr mächtig. Er allein kann entscheiden, ob jemand zum Tod verurteilt wird oder nicht. Als Jesus vor ihm steht, findet Pilatus nichts Böses an ihm. Trotzdem lässt er es zu, dass die Soldaten Jesus foltern und dass er gekreuzigt wird. Er will nicht am Tod Jesu Schuld sein und wäscht seine Hände in Unschuld. Er unternimmt aber auch nichts, um Jesus zu retten.

  • 3. Kind:
    Manchmal sehen wir, wie jemand ungerecht behandelt wird. Oder wir sehen, wie Stärkere gemein zu einem Schwächeren sind. Wir sind aber zu feig, um einzugreifen und dem Unschuldigen zu helfen.

  • Pfarrer:
    Hören wir dazu eine kurze Geschichte: Ich hatte einen Traum:
    Ein Mensch stand nach seinem Tod vor Gott und sprach: "Siehe, Herr, ich habe deine Gebote beachtet, habe nichts Unrechtes, Böses oder Schlechtes getan. Herr, meine Hände sind rein." Gott antwortete: "Ohne Zweifel, deine Hände sind rein, doch sie sind leer."

  • 4. Kind:
    Zum Zeichen für alles Leid, das durch Feigheit nicht verhindert wird, legen wir eine Dornenkrone vor unser Kreuz auf dem Boden.

2. Station: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schulter

  • Pfarrer:
    Jesus wird zum Tod verurteilt. Er muss den schweren Holzbalken selber durch die Straßen von Jerusalem tragen. Viele Menschen stehen am Wegrand und sehen zu. Keiner greift ein. Keiner hilft ihm.

  • 5. Kind:
    Viele unschuldige Menschen müssen leiden. Sie leiden unter schweren Krankheiten, Behinderungen, Armut, Krieg, Not und Hunger. Wir erfahren vom Leid der anderen - im Fernsehen, in der Zeitung, in der Schule ...... Oft wollen wir es aber gar nicht hören, wollen unsere Ruhe haben, schauen einfach zu und dann weg.

  • 6. Kind:
    Zum Zeichen für alle traurigen Nachrichten, die wir täglich durch die Zeitungen und das Fernsehen erfahren, hängen wir einen Zeitungsausschnitt ans Kreuz.

3. Station: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz

  • Pfarrer:
    Jesus ist müde und schwach. Das Kreuz ist schwer. Es drückt ihn zu Boden. Jesus hat sicher große Schmerzen. Doch er bleibt nicht liegen. Er steht wieder auf und geht weiter.

  • 7. Kind:
    Uns scheint oft unser Leben so schwer. Unsere Sorgen und Probleme bedrücken uns. Jesus, gib uns die Kraft, niemals aufzugeben und immer wieder neu zu beginnen.

  • 8. Kind:
    Als Zeichen dafür, dass auch Kinder Sorgen haben und möchten, dass man ihre Probleme ernst nimmt, legen wir dieses Schulheft vor das Kreuz.

4. Station: Jesus begegnet seiner Mutter

  • Pfarrer:
    Maria hat Jesus immer begleitet, in guten und in schlechten Tagen. Nun muss sie mit ansehen, wie ihr Sohn leidet. Sie kann ihm nicht helfen, doch sie leidet mit ihm. Ihre Nähe gibt Jesus Kraft, das Kreuz zu tragen.

  • 9. Kind:
    Mütter wollen für ihre Kinder nur das Beste. Wenn Kinder krank sind, Schmerzen haben oder Probleme, leiden die Mütter mit. Sie möchten ihren Kindern Leid ersparen. Nicht helfen zu können, ist schwer zu ertragen.

  • 10. Kind:
    Für alle Mütter, die mit ihren Kindern schwere Zeiten durchleben müssen, zünden wir eine Kerze an und stellen sie vor das Kreuz.

5. Station: Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

  • Pfarrer:
    Jesus hat keine Kraft mehr. Ein Bauer muss ihm helfen. Er heißt Simon von Cyrene.

  • 11. Kind:
    Manchmal brauchen auch wir Hilfe und wir sind froh, wenn dann jemand da ist, der Zeit hat und uns beisteht. Jesus, lass uns erkennen, wer unsere Hilfe braucht.

  • 12. Kind:
    Als Zeichen für Simon von Cyrene, der Jesus geholfen hat, das schwere Kreuz zu tragen, legen wir diese Gartenschere vor das Kreuz.

6. Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

  • Pfarrer:
    Jesu schwitzt unter der Last des Kreuzes. Er leidet unter dem Spott der Menschen, die an der Straße stehen. Eine Frau sieht seine Not. Sie heißt ........ Sie weiß, dass sie Jesus nicht helfen kann. Und doch will sie ihm zeigen, dass sie ihm helfen möchte: sie reicht Jesus ein Tuch zum Abtrocknen seines Gesichtes.

  • 13. Kind:
    Jesus, ein freundliches Wort, ein Lächeln von uns macht andere Menschen froh. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die das miteinander leichter machen und Freude ins Leben der Menschen bringen.

  • 14. Kind:
    Als Zeichen dafür, dass wir zueinander gut sein wollen, fassen wir uns alle bei den Händen.

7. Station: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

  • Pfarrer:
    Jesus ist schon so erschöpft, dass er das Kreuz nicht mehr halten kann. Er fällt zum zweiten Mal zu Boden. Aber er wird nicht liegen bleiben. Er steht wieder auf und geht seinen Weg bis zum Ende.

  • 15. Kind:
    Oft sind wir mutlos, wehleidig und voller Selbstmitleid. Jesus zeigt uns, dass wir uns von unseren Sorgen und Nöten nicht unterkriegen lassen sollen. Er gibt uns Mut, immer wieder aufzustehen.

  • 16.Kind:
    Als Zeichen für unsere kleinern und größeren Wehwehchen legen wir ein Verband vor das Kreuz.

8. Station: Jesus spricht zu den weinenden Frauen

  • Pfarrer:
    Am Kreuzweg Jesu stehen Frauen und weinen. Trotz seines Leidens sieht Jesus die Not der anderen.

  • 17. Kind:
    Manche Menschen sind blind für die Not der anderen. Sie sagen: "Mir hilft ja auch keiner!" Uns Kinder aber macht es traurig, wenn andere in Not sind und weinen.

  • 18. Kind:
    Wir wollen uns die offenen Augen für das Leid der anderen bewahren. Als Zeichen berühren wir ganz vorsichtig unsere Augen.

9. Station: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz

  • Pfarrer:
    Wieder fällt Jesus hin und liegt am Boden. Sein schwerer Weg ist fast zu Ende.

  • 19. Kind:
    Manche Menschen meinen, dass ihr Leben keinen Sinn mehr hat. Sie brauchen jemanden, der ihnen neuen Mut und Hoffnung macht.

  • 20. Kind:
    Auch wir Kinder können anderen das Leben schwer machen. Als Zeichen dafür legen wir diesen Stein vor das Kreuz.

10. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt

  • Pfarrer:
    Sie nehmen Jesus alles weg, sogar seine Kleider. Die Soldaten würfeln darum, wer sie behalten darf. Schutzlos ist Jesus den Blicken der Menschen ausgeliefert.

  • 21.Kind:
    "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem anderen zu." Diesen Spruch kennt wohl jeder. Trotzdem machen wir uns immer wieder über andere lustig und blamieren sie.

  • 22.Kind:
    Jesus hat uns eine "Goldene Regel" hinterlassen: "Alles was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen!" Diesen Satz aus dem Neuen Testament legen wir vor unser Kreuz.

11. Station: Jesus wird an das Kreuz genagelt

  • Pfarrer:
    Was die Menschen mit Jesus getan haben, ist so furchtbar, dass wir es uns kaum vorstellen können. Es macht uns traurig und betroffen.

  • 23.Kind:
    Macht zu haben über andere ist ein Gefühl, das viele Menschen toll finden. Auch bei uns Kindern gibt es das, dass Größere und Stärkere andere, die sich nicht wehren können, unterdrücken und ihnen weh tun.

  • 24.Kind:
    Wie legen einen Nagel vor das Kreuz. Er soll uns daran erinnern, dass Jesus immer auf der Seite der Schwächeren war. Er hat die Menschen geliebt bis zum Tod und seine Macht nie missbraucht. (Nagel in ein Holzbrett schlagen)

12. Station: Jesus stirbt am Kreuz

  • Pfarrer:
    Jesus stirbt. Sein Kreuzweg ist zu Ende.

  • 25.Kind:
    Wir fürchten uns vor dem Sterben und es ist schrecklich traurig, wenn ein Mensch, den wir lieben, stirbt. Aber Jesus hat auch diese Angst der Menschen vor dem Sterben durchgemacht.

  • 26.Kind:
    Wir wollen an alle denken, die um einen lieben Menschen trauern und legen als Zeichen der Sterblichkeit dieses Todesanzeige vor das Kreuz.

12. Station: Jesus wird ins Grab gelegt

  • Pfarrer:
    Jesus wird ins Grab gelegt, wie man Samenkörner in die Erde legt. So wie aus den Körnern Früchte wachsen, wird Christus von den Toten auferstehen.

  • 27. Kind:
    Nach jedem Winter kommt ein neuer Frühling, nach jeder Nacht geht wieder die Sonne auf. Wir müssen Sterben, um das neue Leben zu bekommen.

  • 28. Kind:
    Als Zeichen für unseren Glauben an die Auferstehung und unsere Hoffnung über den Tod hinaus, legen wir diese Blume vor das Kreuz.

Materialliste für den Kreuzweg mit Kindern

  • Ölbergstation: Bild eines traurigen Kindes
  • 1. Station: Dornenkrone
  • 2. Station: Zeitungsausschnitt (Kriegsbild)
  • 3. Station: Schulheft
  • 4. Station: eine Kerze
  • 5. Station: Gießkanne
  • 6. Station: bei den Händen fassen
  • 7. Station: Verband (für Wunden)
  • 8. Station: vorsichtig die Augen berühren
  • 9. Station: großer Stein
  • 10. Station: Zettel mit der "Goldenen Regel"
  • 11. Station: Nagel + Brett + Hammer
  • 12. Station: Blume

  • allgemein:
    - Funkmicro
    - Kreuz und Kreuzträger
    - Zettel für Kinder
    - Hocker
    - Gotteslob


(Autor: Gemeindepastoral Andreas Steinhauser (www.kj-wen.de), www.praxis-jugendarbeit.de zur Verfügung gestellt im März 2005)

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