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Christsein im Alltag

Oder

Was hat ein Nutellabrot mit Jesus zu tun?

Ich habe heute ein Nutellabrot dabei. Das habe ich vorhin extra noch liebevoll gestrichen. So ein Nutellabrot ist ja an sich eine feine Sache. Das schmeckt gut, da sind ein ganzer Haufen Vitamine drin oder auch Cerealien. Und es macht satt. Zumindest eine Zeit lang. Man könnte sich natürlich noch darüber streiten, welche Schokocremesorte die beste ist. Nutella oder Nutoka oder Nusspli oder sonst irgendeine. Das ist eigentlich schon eine sehr wichtige Frage, aber für heute soll sie uns einmal nicht weiter interessieren.

Die Frage, die ich mir gestellt habe, ist nämlich folgende. Ich hab in der Bibel einen Vers gelesen, in dem Jesus sagt:

„Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern.“

Johannes 6,35

Was hat jetzt Jesus eigentlich mit einem Brot zu tun? Oder vielleicht sogar mit einem Nutellabrot?

Brot des Lebens. Das klingt irgendwie ganz anders als „Nutellabrot“ oder „Frühstücksbrot“. Brot des Lebens – Lebensbrot. Da steckt anscheinend mehr dahinter. Ich habe mal überlegt, was für Stellen mir in der Bibel einfallen, wo es auch um Brot geht, und die mir vielleicht weiterhelfen. Und ich hab auch was gefunden. Das ist ein Vers, den ihr bestimmt schon einmal gehört habt. Und zwar (Mt 26,26-28): „Während der Mahlzeit nahm Jesus ein Brot, sprach das Segensgebet darüber, brach es in Stücke und gab es seinen Jüngern mit den Worten: „Nehmt und esst, das ist mein Leib!“ Dann nahm er den Becher, sprach darüber das Dankgebet, gab ihnen auch den und sagte: „Trinkt alle daraus; das ist mein Blut, das für alle Menschen vergossen wird zur Vergebung ihrer Schuld. Mit ihm wird der Bund in Kraft gesetzt, den Gott jetzt mit den Menschen schließt.“

Das hat Jesus damals zu seinen Jüngern beim letzten Abendmahl gesagt, an dem Abend vor seiner Kreuzigung. Kreuzigung Jesu, Vergebung unserer Schuld. Da hat’s bei mir „Klick!“ gemacht. Da hab ich verstanden, was es mit diesem Brot des Lebens auf sich hat.

Noch einmal zurück zu unserem Nutellabrot. Nutella hat vor allem einen ganzen Haufen Kalorien – Brot auch. Wenn man so ein Brot isst, ist man schnell satt und der Hunger wird fürs erste gestillt. Nutellabrot stillt den Hunger.

Jesus sagt: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern.“ Also wenn ich normal Hunger habe, esse ich z.B. ein leckeres Nutellabrot. Aber was für einen Hunger muss ich haben, dass ich am liebsten ein „leckeres“ Lebensbrot essen würde?

Das ist der Hunger nach Vergebung, das ist der Hunger nach wahrer Freiheit, das ist der Hunger nach dem Leben, das nur Jesus geben kann. Jesus ist das Brot des Lebens. Jesus kann diesen Hunger stillen.

Jesus vergibt uns unsere Schuld. Wenn wir das annehmen und Jesus in unser Leben lassen, dann ist das, was bis jetzt zwischen uns und Jesus gestanden hat, einfach weg. Kurzes Beispiel: Ich hab mal eine Freundin angelogen und war nicht ehrlich ihr gegenüber. Als erstes war das für mich in Ordnung. Das war der einfachste Weg für mich. Aber nach ein paar Wochen ist mir aufgegangen, dass das voll daneben war. Das hat richtig in mir gebohrt. Da hab ich genau diesen Hunger nach Vergebung gespürt, den Hunger nach Freiheit. Das war nicht einfach für mich, das zuzugeben und mir das vergeben zu lassen, aber hinterher war ich wieder frei.

Jesus starb am Kreuz für uns. Wenn wir Jesus annehmen, dann wird der Hunger nach Vergebung, der Hunger nach Leben gestillt. Jesus schenkt uns Freiheit von unserer Schuld und von den Dingen, die uns gefangen nehmen, die uns nicht loslassen, die die Kontrolle über unser Leben haben wollen.

In dem Bibelvers von vorhin heißt es: „Mit ihm wird der Bund in Kraft gesetzt, den Gott jetzt mit den Menschen schließt.“ Gott schließt einen Bund mit uns, oder besser gesagt: Gott schließt Frieden mit uns Menschen.

Jetzt hab ich mich gefragt, ob das eigentlich schon alles ist. Ich meine: Ich hab heute früh ein Nutellabrot gegessen, aber irgendwie hab ich trotzdem schon wieder Hunger. Wie ist das jetzt? „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern.“ Wie? Nicht hungern? Wie soll das gehen?

Wenn wir zu Jesus kommen, fängt alles erst an. Wenn Jesus in unser Leben kommt, dann kommt er nicht einfach kurz vorbei und vergibt uns unsere Schuld, sondern er will dableiben. Kein Fünf-Minuten-Spontanbesuch sondern ein Daueraufenthalt. Und das ist gut. Deswegen kann Jesus auch unseren Hunger stillen. Weil er in unserem Leben bleibt. So ein Nutellabrot ist mehr oder weniger schnell verdaut und die Nährstoffe aufgebraucht. Jesus nicht. Jesus bleibt in unserem Leben. Er gibt uns Kraft zum Leben und Kraft zum Glauben. In der Bibel heißt es sogar, dass mit dem Tag, an dem Jesus in dein Leben kommt ein ganz neues Leben anfängt. Eine neue Ära sozusagen. „Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern.“ Keinen Tag, keine Stunde.

So weit, so gut. Trotzdem find ich das nicht so einfach. Was ist das jetzt eigentlich? Das hat sich jetzt ja alles sehr gut angehört, aber irgendwie hab ich das doch noch nicht so richtig verstanden.

Oft geht es einem so, dass doch der Hunger zwischendurch kommt. Vor allem dann, wenn man so im Alltag unterwegs ist. Schule, irgendwelche anderen Dinge, die man zu tun hat, Streit mit irgendjemand, Stress. Alles ist so anstrengend. Jedenfalls merkt man wie die eigene Kraft immer mehr verschwindet. Man merkt, dass die Energie nicht reicht, das eigentlich das nächste Nutellabrot oder in diesem Fall das nächste Lebensbrot nötig ist. „Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern.“ Jesus lässt uns nicht im Regen stehen. Er hat gesagt, dass er unseren Hunger stillt, und das hält er auch ein. Aber wie?

Da ist schon mal der erste Punkt: Wir dürfen ganz fest darauf vertrauen, dass Jesus in unserem Leben ist. Jesus ist dabei. Wir dürfen darauf vertrauen, dass wir nie allein sind, wirklich nie, und dass er uns Kraft gibt. Das verliert man leicht aus den Augen und dabei ist es die beste Grundlage, auf die wir uns stellen können.

Und schon kommt der zweite Punkt: Jesus redet zu uns, z.B. durch die Bibel. Manchmal denkt man – auch als Christ - dass die Bibel mehr so ein Geschichtenbuch ist, wo mehr oder weniger interessante Geschichten von mehr oder weniger interessanten Leuten darin stehen. Viele haben tolles erlebt. Schön, aber was hat das mit mir zu tun? Die Bibel ist viel mehr. Die Bibel ist das Wort Gottes. Wir dürfen nachlesen, was Menschen mit Gott erlebt haben. Wir dürfen nachlesen, was Jesus gesagt hat. Und vieles hat Jesus nicht nur zu den Menschen damals gesagt, sondern sagt er heute auch zu uns. Wenn wir in der Bibel lesen, dürfen wir erfahren, was Gott mit uns vorhat und womit er uns beschenken will. Das sind jetzt nur ein paar Worte über das, was Jesus bereit für uns hält. „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern.“

Wir können uns jeden Tag zehn oder fünfzehn Minuten Zeit nehmen, um in der Bibel zu lesen, am besten gleich in der früh. Dann werden wir erfahren, dass Jesus uns Kraft für den Tag gibt.

Ich nehme mir jeden Tag in der Frühe etwas Zeit zum Bibellesen. Manchmal sind das zehn bis fünfzehn Minuten, manchmal sogar noch ein bisschen länger. Das sind Zeiten, in denen ich zur Ruhe komme, in denen ich Ermutigung bekomme, für das was ansteht, wo ich Kraft für den Tag schöpfen kann. Manchmal ist es auch eine Herausforderung. Nicht alles, was in der Bibel steht, ist immer ganz einfach.

Und etwas mache ich auch in diesen fünfzehn Minuten. Ich bete. Das ist auch gleich der dritte Punkt: Wir dürfen mit Jesus reden. Wir dürfen ihm alles erzählen, was uns bedrückt, was uns Sorgen macht und auch alles andere. Wir dürfen mit dem Herrn der Welt reden. Über alles. Wir dürfen mit Jesus über alles reden. Über unsere geheimsten Geheimnisse, über Dinge, die wir mit niemand anderem bereden. Alles. Und Jesus hört sich das nicht einfach nur an. Er handelt auch. Er steht uns bei und hilft uns. Er nimmt unsere Sorgen ernst. „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern.“ Durchs Gebet können wir die Verbindung zu Jesus aufrechterhalten.

Und dann hab ich noch einen vierten Punkt: Wir müssen nicht allein im Leben unterwegs sein. Jesus hat einmal gesagt (Mt 18,20): „Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ Gemeinschaft. Wir dürfen gemeinsam Christen sein. Wir dürfen gemeinsam zu Jesus kommen. Wir dürfen gemeinsam durchs Leben gehen. Wenn wir uns in Jesu Namen treffen, dann ist er mitten unter uns. Gemeinsam geht vieles leichter, das ist wahrscheinlich jedem klar. Deshalb ist das eine riesige Chance: Gemeinschaft. Eine Möglichkeit dazu ist, wenn wir in uns hier in der Gruppe treffen. Da können wir gemeinsam in der Bibel lesen, gemeinsam beten. „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern.“ Jesus hat für uns alle genug bereit.

Soviel erstmal zum Brot des Lebens und auch zu unserem Nutellabrot. Vielleicht habt ihr es gemerkt: Unser Gottesdienst steht doch eigentlich unter dem Thema „Christsein im Alltag“. Jetzt müßtet ihr euch eigentlich fragen: Was hat das alles, was ich bis jetzt gesagt habe, eigentlich mit Christsein im Alltag zu tun? Die Antwort ist ganz einfach: Das alles ist Christsein im Alltag. Frieden mit Gott – durch Jesus. Hören auf Gottes Wort. Reden mit Gott. Gemeinschaft. Das Alles ist Christsein im Alltag. Aber nicht ganz.

Bei ProChrist gab es ein Beispiel, wie man sich das gut merken kann. Das hieß: Eine Hand voll Leben. Ihr habt’s bestimmt schon gemerkt: Brot des Lebens – Hand voll Leben. Also: Frieden mit Gott – Hören auf Gottes Wort – Reden mit Gott – Gemeinschaft. Fehlt nur noch der kleine Finger.

Beim kleinen Finger geht’s um die Praxis. Da geht’s um unser Leben. Unser Glaube hat auch Auswirkungen. Auf das, was wir reden, wie wir handeln, einfach alles. Ein Leben mit Jesus hat Auswirkungen. Dafür steht der kleine Finger. Da gibt’s ganz verschiedene Auswirkungen: Mir wird plötzlich klar, dass es falsch ist, andere anzulügen. Dass es falsch ist, illegal Filme und CDs zu besorgen. Dass es falsch ist, anderen weh zu tun.

Und es gibt noch mehr Auswirkungen: Der kleine Finger steht auch für die Aufträge, die Gott uns gibt. Die können ganz verschieden sein. Wenn wir in der Bibel lesen, dann finden wir da Aufträge: Du sollst deinen Nächsten lieben, z.B.. Und viele andere mehr. Hier im CVJM mitzuarbeiten kann auch so ein Auftrag Gottes sein. Anderen von Gott weiterzuerzählen kann ein Auftrag Gottes sein. Deinem Mitschüler Mathe zu erklären, kann ein Auftrag Gottes sein. Gott gibt uns den Auftrag, die Liebe, die er uns gibt, an andere weiterzugeben. Alle diese Aufträge dürfen wir mit Gottes Hilfe ausführen. Das gehört auch zum Christsein im Alltag.

Eine Hand voll Leben. Frieden mit Gott – Hören auf Gottes Wort – Reden mit Gott – Gemeinschaft – Glaube hat Auswirkungen. Eine Hand voll Leben.

Und nachher esse ich mein Nutellabrot.


Autor: Dieser Beitrag stammt von Christopher M., welcher noch zahlreiche andere Gruppenstundenentwürfe und Andachten zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank für diesen und andere Beiträge.

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