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Winner and Loser

Eine Bibelarbeit bzw. Gedanken zu „Unsere Treue - Gottes Treue“

„Gott ist treu“

Die Teilnehmer werden in sechs Gruppen eingeteilt und durchlaufen genauso viele Stationen. Die Stationen beschäftigen sich mit verschiedenen Situationen aus Josefs Leben, in denen er entweder Winner oder Loser war. Von der Geschichte Josefs aus wird dann die Brücke zu unserem Leben geschlagen. An jeder Station erspielen sich die Gruppen eine Anzahl von Treuetalern, an den Winner-Stationen mehr als an den Loser-Stationen.

Zum Abschluss treffen sich alle Gruppen zum großen Finale an einer letzten Station. Um dort teilnehmen zu dürfen, müssen die Gruppen ihre „Gott ist treu“ – Karte abgeben.

Spielerklärung:

  1. Jedes Team zieht eine Karte aus einem Kartenstapel. Auf den Karten sind die Werte –3, -2 , -1, +1, +2 und +3 abgedruckt. Zusätzlich erhält jedes Team eine „Gott ist treu“ – Karte.
  2. Die zwei Teams, die jeweils gegeneinander antreten, treffen sich an ihrer ersten Station und spielen dort ihre Karte aus. Das Team mit dem höheren Wert gewinnt und darf an der Winner – Station bleiben. Das andere Team geht zur Loser – Station.
  3. Das Team an der Winner – Station gibt seine Karte ab und darf sich eine neue Karte ziehen (es gibt an dieser Station nur negative Karten, was die Teilnehmer allerdings nicht wissen). An der Loser – Station passiert das gleiche (hier gibt es nur positive Karten).
  4. Nachdem die Aufgabe an der jeweiligen Station erledigt wurde, erhält die Gruppe Treuetaler. Da die Treuetaler im Spielverlauf unwichtig sind, kann der Mitarbeiter nach eigenem Belieben und eigenen Kriterien Treuetaler verteilen.
  5. Die Gruppen werden zur nächsten planmäßigen Station geschickt, wo sie wieder gegeneinander antreten.
  6. Winner – Stationen (1, 3 und 5): An diesen Stationen treffen die Gruppen aufeinander und spielen darum, wer die Station besuchen darf.

Station 1 (Winner): Josef bei Potifar (Genesis 39,1-20a)

Josef macht Karriere bei Potifar. „Er [Potifar] machte ihn zu seinem persönlichen Diener, übergab ihm sogar die Aufsicht über sein ganzes Hauswesen und vertraute ihm die Verwaltung seines ganzen Besitzes an.“ Josef ist erfolgreich. Er steigt auf, aber er hebt nicht ab. Auch in den guten Zeiten bleibt Josef Gott treu und schlägt deswegen auch das Angebot von Potifars Frau aus: „Wie könnte ich da ein so großes Unrecht begehen und mich gegen Gott versündigen?“

  • Wie läuft es bei mir, wenn es mir gut geht?
  • Kann ich damit umgehen oder hebe ich total ab?
  • Bin ich Gott auch in guten Zeiten treu und denke an Ihn?

Station 2 (Loser): Josef in der Zisterne (Genesis 37)

Mit einem Schlag ist Josef der Loser. „Als Josef bei seinen Brüdern ankam, zogen sie ihm sein Obergewand aus, das Prachtgewand, das er anhatte. Dann packten sie ihn und warfen ihn in die Zisterne.“ Da hockt Josef nun in der Zisterne. Was werden seine Brüder mit ihm machen? Werden sie ihn umbringen? Nach der Sonnenseite als Liebling seines Vater lernt Josef jetzt durch den Hass seiner Brüder die Schattenseite des Lebens kennen. Jetzt ist Josef der Loser.

  • Was ist, wenn ich auf der Schattenseite des Lebens bin / wenn ich ganz unten bin?
  • Gibt es solche Erlebnisse bei mir?
  • Wie war das bei Jesus? War er auch einmal ganz unten?

Station 3 (Winner): Josef, der Liebling seines Vaters Jakob (Genesis 37,1-4)

„Jakob hatte Josef von allen seinen Söhnen am liebsten, weil er ihm erst im Alter geboren worden war. Deshalb ließ er ihm ein prächtiges Gewand machen.“ Wie sieht das bei dir aus? Geht es dir eigentlich gut? Fällt dir irgendwas ein? Oder gehörst du auch zu den vielen Leuten, die meistens nur die negativen Sachen im Leben sehen? Josef ging es durch seinen Vater wirklich gut. Bist du durch Gott, den Vater, auch reich gesegnet?

  • Schreibe möglichst viele Sachen auf, für die du Gott (in deinem Leben) dankbar sein kannst!

Station 4 (Loser): Josef wird enttäuscht (Genesis 40)

Josef deutet die Träume des Bäckers und des Mundschenks. Dadurch hat er die Hoffnung aus dem Gefängnis freizukommen: „Aber vergiss mich nicht, wenn es dir gut geht! Tu mir den Gefallen und empfiehl mich dem Pharao! Bring mich aus diesem Kerker! Man hat mich aus dem Land der Hebräer entführt, und auch hier in Ägypten habe ich nichts Unrechtes getan. Ich bin ohne jede Schuld in diesem Loch.“ Doch Josefs Hoffnung wird enttäuscht. Zwei weitere Jahre muss er im Gefängnis bleiben, bis sich der Mundschenk an ihn erinnert.

  • Welche Erwartungen an Gott hast/hattest du?
  • Bist du enttäuscht worden?
  • Gibt es Hoffnung in deinem Leben?

Station 5 (Winner): Josef als Stellvertreter des Pharaos (ab Genesis 41,37)

Josef steigt durch den Pharao zum zweitmächtigsten Mann Ägyptens auf. „Du sollst mein Stellvertreter sein und mein ganzes Volk soll deinen Anordnungen gehorchen. Nur die Königswürde will ich dir voraushaben. Ich gebe dir die Vollmacht über ganz Ägypten.“ In dieser wichtigen Position koordiniert Josef die Getreideversorgung des Landes. Als überall Dürre ausbricht und nur Ägypten von einer Hungersnot verschont bleibt, bietet sich die einmalige Gelegenheit: Er könnte sich an seinen Brüdern, die um Getreide bitten, für alles, was sie ihm angetan haben, bitterlich rächen. Josef der Winner und seine Brüder die absoluten Loser? Josef verpasst seinen Brüdern eine Lehre, aber letztendlich versöhnt er sich doch mit ihnen.

  • Gibt es in meinem persönlichen Umfeld auch Loser?
  • Wie gehe ich mit ihnen um?
  • Wie ging Jesus mit Losern um?

Station 6 (Loser): Josef im Gefängnis (Genesis 39,19 – 41,1)

Josef hat es geschafft: Er ist die rechte Hand Potifars, allerdings nicht lange. „Potifar ließ Josef festnehmen und in das königliche Gefängnis bringen.“ Unschuldig landet Josef im Gefängnis. Was jetzt? Wie wird es weitergehen? Josef ist mal wieder ganz unten und hat keine Ahnung, was auf ihn zukommen wird. Vielleicht sitzt er für den Rest seines Lebens im Gefängnis. Vielleicht ist er für den Rest seines Lebens der Loser und kommt nicht wieder hoch.

  • Kennst du Personen in der Bibel, die ganz unten waren? (Hiob, Psalmbeter, ...)
  • Was würdest du tun, wenn du ganz unten bist? (Beten / mit anderen sprechen / Freunde aufsuchen)

Abschlußstation: Gott ist treu

Josefs Leben ist ein ständiges Auf und Ab. Mal ist er der Winner und reitet ganz oben auf der Welle und dann ist er plötzlich wieder ganz unten. Sonnen- und Schattenseiten wechseln sich ab. Eigentlich nichts besonderes, oder? Das kennt schließlich jeder.

Wenn man in der Bibel Josefs Geschichte nachliest, dann findet man etwas anderes, vielleicht auch unerwartetes. Immer tauchen kurze Sätze auf, die ganz unscheinbar sind, aber eine große Bedeutung haben. Da steht z.B. „Gott aber half ihm, so dass ihm alles glückte, was er tat.“ oder „Aber der Herr in seiner Treue stand ihm bei.“ In Josefs Leben zählt nicht, ob er Winner oder Loser ist, sondern die Treue Gottes. Und Josef bleibt Gott auch treu. - Treue. Gott ist treu. Josef ist treu. Das hört sich gut an, aber wie sieht’s eigentlich aus mit der Treue? Wie sieht’s bei uns aus mit der Treue?

Treue ist Trend

Treue ist Trend - zumindest wenn man den Umfragen im Internet glauben darf. Treue wird wieder wichtiger - gerade unter jungen Leuten. Man erwartet, dass andere gegenüber einem treu sind und man will auch selbst treu sein. Aber wenn man genauer hinschaut liegt genau da das Problem. Mit der Treue ist es gar nicht so einfach. Wie oft ist man enttäuscht, wenn andere einem untreu sind. Wenn Versprechungen gemacht werden und nicht gehalten werden. Wie oft ist man enttäuscht, wenn man selbst untreu ist. Wenn man anderen gegenüber nicht treu ist oder vielleicht sogar sich selbst untreu wird. Wenn man seinen eigenen Anforderungen nicht gerecht wird. Treue ist nicht so einfach.

Wie sieht das jetzt im Glauben aus? Bei den Stationen ging es letztendlich auch immer um Treue: Bin ich Gott treu? Und wie wirkt sich diese Treue in meinem Leben aus? Zusätzlich konntet ihr noch Treuetaler sammeln und wahrscheinlich habt ihr auch einen ganzen Haufen zusammenbekommen.

Bei den Stationen ist euch sicherlich aufgefallen, dass es nicht leicht ist, Gott treu zu sein. Dass es im Leben nicht so leicht ist, Treuetaler zu sammeln. Dass wir Gott vielleicht sogar öfter untreu als treu sind. Dass wir als Loser nicht unbedingt den Blick auf Gott richten. Und als Winner denken wir auch nicht an ihn. Wenn du ein bisschen nachdenkst, fallen dir sicher genügend Dinge in deinem Leben ein, wo du Gott nicht treu warst, egal ob du es wolltest oder nicht. Das ist unsere Seite: Sind wir treu?

Auf der anderen Seite steht Gott. Aber da heißt es nicht: Ist Gott treu? Sondern: Gott ist treu! Da gibt es die „Gott ist treu“ – Karte, die letztendlich zählt. Nicht deine Treuetaler, sondern die Treue Gottes. Gott ist treu! - Das ist nicht einfach nur ein schöner Satz, den man praktisch immer anbringen kann, sondern da steht viel dahinter. Die Bibel ist voll von Gottes Treue. Da gab es unzählige Menschen, die Gottes Treue erlebt haben. Und die sich auf Gottes Treue verlassen haben. Allein schon in den Psalmen kann man das immer wieder lesen. Psalm 108,5: „Deine Gnade reicht, so weit der Himmel ist, und deine Treue, so weit die Wolken gehen.“ - Gott ist treu. Das durften Menschen in der Bibel erleben, als sie die Winner waren. Aber sie durften diese Treue genauso erleben als sie ganz unten und die Loser waren. Und sie durften sie auch in ihrer Untreue erleben. - Gott ist treu. Das kannst auch du erleben. Und du hast es sicherlich schon oft erlebt.

Gott ist treu. Das kannst du in allen Lebenslagen erleben. Egal ob du unten oder oben bist. Egal ob du treu oder untreu warst. Auf Gottes Treue ist Verlass. In der Bibel heißt es z.B. (nach 1.Johannes 1,9): „Wenn wir aber unsere Sünde bekennen, so ist er treu und gerecht und vergibt uns.“ Auch wenn wir untreu sind, können wir uns auf Gottes Treue verlassen. Und Gottes Treue ist keine halbherzige Treue. Nicht so, wie das bei uns vielleicht manchmal der Fall ist. „Jetzt hab ich dem versprochen, dass ich mit ihm treffe, dann muss ich auch hingehen. Aber eigentlich hab ich gar keine Lust.“ Gottes Treue ist anders. Gott ist treu und sagt voll und ganz Ja zu dir. Gottes Treue steht fest wie ein Felsen.

Das Fundament auf das Du dich verlassen kannst

Deshalb kann Gottes Treue auch das Fundament in deinem Leben sein. Auf Gottes Treue kannst du bauen. Auf Gottes Treue kannst du dich verlassen. Auf Gottes Treue kannst du vertrauen - egal ob du Winner oder Loser bist. Gottes Treue steht fest. Auf Gottes Treue kannst du deine Hoffnung setzen. Ganz konkret. Gott kann die feste Größe in deinem Leben sein. Wenn du eine feste Größe im Leben hast, dann kannst du ganz anders leben. Dann kannst du dich daran festhalten und bist nicht den Hochs und Tiefs deines Lebens ausgesetzt. Wenn du ganz genau wissen willst, wie das mit Gottes Treue ist, dann schau einfach mal in die Bibel. Da gibt es einen ganzen Berg von Lebensgeschichten, die von Gottes Treue erzählen. Und vor allem stehen in der Bibel viele Versprechen drin, die Gott gegeben hat. Gott ist treu. Er wird sie auch halten. Das kannst du von ihm erwarten. Und an den Versprechen Gottes kannst du dich auch festhalten, egal ob Winner oder Loser.

Übrigens: Wenn du Gott an deiner Seite hast, dann bist du immer ein Winner.

Spuren im Sand

(Margaret Fishback Powers)

Eines Nachts hatte ich einen Traum: Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn. Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten, Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben. Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand, meine eigene und die meines Herrn. Als das letzte Bild an meinen Augen vorüber gezogen war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte, dass an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn: „Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein. Aber jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist. Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am meisten brauchte?“

Da antwortete er: „Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen.“


Autor: Dieser Beitrag stammt von Christopher M., welcher noch zahlreiche andere Gruppenstundenentwürfe und Andachten zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank für diesen und andere Beiträge.

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