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Suchtprävention bei Spielautomaten: Ein Dossier

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Spielautomatensucht: da steht man schnell mal ganz ohne Geld,
Hemd und Hose da.
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Immer wieder ist in den Medien von Glücksspielsüchtigen zu lesen, die neben ihren Suchtproblemen zudem von ihren daraus resultierenden Geldsorgen nicht mehr los kommen. Kritisiert wird hierbei vor allem der Staat, der aufgrund der nicht unerheblichen „Vergnügungssteuer“ zu wenig gegen dieses Problem unternehme. Doch ist dies wirklich so? Wird die Glücksspielsucht in Deutschland einfach so hingenommen oder existieren bereits umfangreiche und nachhaltige Präventionsmaßnahmen? Dieser Frage soll anhand von unterschiedlichen Quellen in Form eines Dossiers auf den Grund gegangen werden.

1. Entstehung und Suchtpotenziale von Spielautomaten

Spielautomaten sind bunte und glitzernde Geräte, die landesweit in Kneipen oder auch in Spielhallen in unterschiedlichster Form zu finden sind. Per Münzeinwurf wird die Mechanik ins Laufen gebracht. Es dauert nicht lange und der Spieler weiß, ob er gewinnt oder eben verliert. Diese Schnelligkeit sowie Einfachheit dieser Glücksspielart ist letztlich entscheidend für den Erfolg. Allerdings gelten vor allem Slot-Maschinen als Glücksspielform mit hohem Suchtpotenzial. Aus diesem Grund sind Spielautomaten vom Gesetzgeber reguliert, um den Verbraucher letztlich zu schützen. So ist beispielsweise das Aufstellen der Geldspielautomaten lediglich in Spielhallen und Gaststätten erlaubt, wobei diese auf zwölf bzw. drei in der Anzahl begrenzt sind.

1.1 Geschichte und Bedeutung der Automaten

Der erste bekannte Spielautomat mit Geldgewinn wurde von Charles Frey 1887 in San Francisco entwickelt. Als sogenannte Liberty Bell betitelt, gilt der Automat als Vorreiter für den bekannten Einarmigen Banditen. Erstmalig gelang es einem mechanischen Gerät, automatisch Geld auszuwerfen, weshalb dem Liberty Bell als Automat so eine große Bedeutung zugemessen wird. Es folgten fortan weitere Automaten wie 1891 der Poker-Automat sowie 1908 der Operator Bell, die in ihrer Entwicklung weitere Meilensteine der Spielautomatenbranche bedeuteten. Als weiterer Meilenstein galt schließlich die Entwicklung des elektronischen Spielautomaten vom Automatenhersteller Bally, genannt Money Honey. Dieser besaß die Fähigkeit, auch größere Geldsummen auszahlen zu können und wird als Mitbegründer der computerbasierten Geräte genannt. Diese Entwicklung war schließlich für das Aufkommen der Video-Spielautomaten 1976 mit entscheidend.

Im Internetzeitalter kann im Grunde nicht mehr die Rede von einem Automaten sein, schließlich nimmt die Zahl der Online-Spiele stetig zu. Dennoch erfreut sich der Spielautomat im Netz als Onlinespiel großer Beliebtheit, was letztlich an den zahlreichen Online-Anbietern erkennbar ist.

1.2 Unterschiede innerhalb der Unterhaltungsautomaten

Mit Spielautomaten werden in erster Linie von den meisten Menschen Geräte in Verbindung gebracht, die in Spielhallen zu finden sind und dem Glücksspiel zugeordnet werden. Dennoch lassen sich Spielautomaten in unterschiedliche Bereiche aufteilen: Spielautomaten mit Geldgewinn sowie Spielautomaten ohne Geldgewinn. Da all jene Automaten das Vergnügen zum Ziel haben, zählen diese zu den Unterhaltungsautomaten.

Insgesamt gehören die Geldspielautomaten zu den bedeutendsten Geräten in diesem Bereich, was die im Umlauf befindliche Anzahl betrifft sowie den Gewinn, der durch die Geräte generiert werden kann.

1.3 Glücksspielsucht als gesellschaftliches Phänomen

Insgesamt sind 200.000 Spielsüchtige in Deutschland bekannt. Ein nicht unerheblicher Anteil der Bevölkerung also, wodurch diese Suchtform längst nicht mehr als Problem von Randgruppen gesehen wird. Es ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, welches zunehmend Beachtung findet, nicht zuletzt durch die unerforschten Konsequenzen des Glücksspiels im Internet.

1.3.1 Definition Spielsucht

„Die Spielsucht wird in Psychologie und Psychiatrie auch bezeichnet als pathologisches (krankhaftes) oder zwanghaftes Spielen. Die Spielsucht zeigt sich unter anderem darin, dass es einem Betroffenen nicht möglich ist, der Versuchung zu widerstehen, sich an Glücksspielen oder Wetten zu beteiligen.“
Quelle: http://symptomat.de/Spielsucht

Spielsucht zeichnet sich weiterhin dadurch aus, dass sich der Süchtige zum einen über die Konsequenzen des Spielens oder Wettens bewusst ist, zum anderen aber nicht in der Lage ist, das Spielen zu stoppen. Sein Handeln und auch Denken wird vollständig von der Sucht vereinnahmt, was einer Drogen- oder Alkoholsucht im Prinzip in nichts nachsteht. Besonders sind hierbei junge Männer unter 30 Jahren betroffen. Die eine Ursache gibt es wie bei anderen Suchtformen nicht. Gründe können im Umfeld, in bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen oder aber auch im erhöhten Stressaufkommen zu finden sein. Meist überschneiden sich mehrere Ursachen, so dass eine eindeutige Zuordnung oftmals nicht möglich ist. Eine Heilung von der Sucht kann meist nur über eine Psychotherapie und/oder Gruppengespräche erzielt werden.

Typische Symptome sind unter anderem: intensive Beschäftigung mit dem Spiel, Zunahme von immer höheren Einsätzen, aggressives Verhalten bzw. Persönlichkeitsveränderungen, Geldnot aufgrund des Spiels

1.3.2 Suchtpotenziale im Vergleich


Spielautomatensucht - soziale Vereinsamung und Verzweiflung
Quelle und ©: Pixabay.com © geralt

Das Glücksspiel umfasst verschiedenste Arten an Spielen, die in irgendeiner Form mit dem meist zufälligen Gewinn einhergehen. Neben Geldspielautomaten sind deshalb auch Spiele wie Roulette, Poker, Skat, Lotto oder auch das Glücksrad beispielhaft zu nennen. Jedes dieser Spiele kann bei Menschen zu einer Sucht werden. Allerdings unterscheiden sie sich untereinander vom jeweiligen Gefährdungspotenzial. Dieses ist wiederum laut automatisch-verloren.de von sieben Faktoren maßgeblich abhängig:

  1. Ein schneller Spielablauf schafft Nervenkitzel und motiviert für weitere Spiele.

  2. Schnelle Verfügbarkeit des Gewinns reizt den Spieler.

  3. Scheinbare Einflussnahme des Spielers durch Einbezug in das Spiel steigert Motivation.

  4. Scheinbar realwirkende Zwischengewinne wirken reizvoll.

  5. Höhe der Gewinnsumme motiviert.

  6. Form des Spieleinsatzes ist entscheidend; je unkomplizierter, desto besser.

  7. Physische Erreichbarkeit des Spiels wichtig für vermehrtes Spielen.

Aus diesen Gefährdungsfaktoren ergeben sich für folgende Glücksspiele unterschiedliche Suchtpotenziale:

2. Aktuelle Suchtsituation in Deutschland: Widersprüchliche Ergebnisse

Nach Betrachtung der Unterhaltungsautomaten und der allgemeinen Suchtpotenziale sollen im Folgenden aktuelle Zahlen und Tendenzen der Geldspielautomaten in Bezug zum Suchtverhalten untersucht werden. Hierfür lassen sich eine Studie sowie ein Gutachten als Informationsquelle heranziehen, die einen ersten Überblick über die aktuelle Situation in Deutschland gewähren.

2.1 Steigender Trend bei Geldspielautomaten

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) untersucht im Zwei-Jahres-Takt das Glückspielverhalten sowie die Glücksspielsucht der deutschen Bevölkerung. Hierfür führt die Forschungsinstitution eine Repräsentativbefragung bei den 16- bis 65-Jährigen stichprobenartig durch. In der aktuellsten Untersuchung von 2013 wurden insgesamt 11.501 Probanden zu ihrem Verhalten in Bezug zum Glücksspiel befragt.

Die Ergebnisse zeigen in erster Linie einen allgemeinen Rückgang des Glücksspiels innerhalb der Bevölkerung, vor allem was das Lotto-Spielen betrifft. Hier ist bereits anzumerken, dass dieser Trend, trotz steigender Anzahl an Internet-Angeboten oder auch dem Eurojackpot, seit Jahren zu beobachten ist. Insgesamt kann der stärkste Rückgang beim allgemeinen Glücksspiel seit 2007 festgestellt werden.

Ausnahme stellt hingegen die Nutzung der Geldspielautomaten dar. Hier kann vor allem bei jungen Männern zwischen 18 und 25 Jahren ein deutlicher Anstieg festgehalten werden:

  • Zwischen 2007 und 2013 Vervierfachung der Glücksspiele am Automaten bei 18- bis 20-jährigen Männern

  • Zwischen 2007 und 2013 Verdopplung der Glücksspiele am Automaten bei 21- bis 25-jährigen Männern

Dieser Umstand ist laut der BZgA besonders aufmerksam zu betrachten, da gerade bei Geldspielautomaten das höchste Suchtpotenzial sowie die höchste Anzahl an Glücksspielsüchtigen zu verzeichnen ist. So seien zumindest 28,6 Prozent der Glücksspieler als problematisch zu deklarieren bzw. als suchtgefährdet einzustufen.


Quelle: nach BZgA; Forsa © Statista 2014

Dabei sind auch hier vor allem junge Männer im Alter zwischen 18 und 20 Jahren betroffen. Die Studie stellte drei suchtfördernde Faktoren heraus: junge Altersgruppe, männliches Geschlecht, oftmals Migrationshintergrund und Arbeitslosigkeit. Wird der Anteil der jungen suchtgefährdeten Männer außer Acht gelassen, kann kein erhöhter Anteil an Glücksspielsüchtigen laut vorgestellter Studie festgehalten werden.

(Quelle: http://www.bzga.de/forschung/studien-untersuchungen/studien/gluecksspiel/?sub=81; Studie als PDF abrufbar)

2.2 2013 gaben Deutsche weniger Geld für Automatenspiele aus

Laut einem Artikel der Sächsischen Zeitung würden Bundesbürger weniger Geld für Spielautomaten ausgeben als noch vor einigen Jahren. Grund wäre unter anderem, dass, aufgrund von verschärften gesetzlichen Auflagen, die Anzahl der Automatengeräte sinkt. (Der Artikel zum Nachlesen unter: http://www.sz-online.de/nachrichten/studie-bundesbuerger-geben-weniger-geld-an-spielautomaten-aus-2751386.html). In dem besagten Artikel stützt sich der Redakteur auf ein Gutachten des Ifo-Instituts, welches im Auftrag des Verbandes der Deutschen Automatenindustrie die Wirtschaftsentwicklung von Unterhaltungsautomaten untersuchte. Bei näherer Betrachtung der Studie wird vor allem eines deutlich:

  • Die Gesamtanzahl der Unterhaltungsautomaten, zu denen sowohl Automaten mit als auch ohne Geldgewinn zählen, geht insgesamt zurück. Allerdings beruht diese Tendenz vor allem auf der Tatsache, dass Automaten ohne Geldgewinn mehr und mehr an Relevanz verlieren. Ein nicht unerheblicher Grund dürfte hierbei die stetige Weiterverbreitung von Onlineangeboten sein.

  • Auch der Bestand an Geldspielautomaten ist im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Werden allerdings die Stückzahlen allein der letzten vier Jahre betrachtet, also 2010 bis 2013, scheint die Tendenz insgesamt steigend zu sein.

  • Insgesamt macht der Anteil der Automaten mit Geldgewinn einen erheblich größeren Anteil aus als jene ohne Geldgewinn.

Wie auch in dem Zeitungsartikel thematisiert, stellt das Gutachten erhebliche Einbußen in der Branche fest, die durch schärfere Regulierungen seitens der Gesetzgebung festzustellen sind. Auch hier wird als Hintergrund die gezieltere Vermeidung von zusätzlichen Suchtpotenzialen gesehen.

„Es ist zu befürchten, dass 2014 – trotz der sich bessernden Konjunktur und der steigenden Konsumbereitschaft – angesichts der unverändert schlechten Rahmenbedingungen für das gewerbliche Geldspiel die Umsätze auf der Ebene der Aufstellunternehmer weiter rückläufig sein werden.“ (ifo Institut (2014), Wirtschaftsentwicklung Unterhaltungsautomaten 2013 und Ausblick 2014, Seite 23)

(Quelle: http://www.vdai.de/ima2014/ifo-wirtschaftsstudie-dt.pdf; Gutachten als PDF abrufbar)

3. Prävention der Spielsucht in Deutschland

Aus den vorherigen Punkten ersichtlich, stellen Geldautomaten ein hohes Suchtrisiko dar, weshalb im Folgenden die Frage im Raum steht, welche Maßnahmen allgegenwertig getätigt werden. Hierfür werden an drei Beispielen unterschiedliche Präventionsmaßnahmen aufgezeigt.

3.1 Bundesweite Aktionstage zur Aufklärung

Bild: 66121413 Professionelle Hilfe ist nötig um aus der Suchtproblematik herauszukommen
Professionelle Hilfe ist nötig um aus der Suchtproblematik herauszukommen
©: Photographee.eu - Fotolia.com

Aufgrund dessen, dass das Suchtpotenzial im Besonderen bei Geldspielautomaten als vergleichsweise am höchsten eingestuft wird, konzentrieren sich zahlreiche Präventions- und Hilfsangebote auf dieses Thema. Beispielsweise wird jährlich ein Bundesweiter Aktionstag gegen Glücksspielsucht organisiert, an dem sich zahlreiche Städte in Deutschland beteiligen. Im Jahr 2013 nahmen beispielsweise allein in Bayern zahlreiche größere und auch kleinere Städte wie München, Passau oder Bayreuth teil und boten Interessierten unterschiedlichste Veranstaltungen und Aktionen. In dem Bundesland wird die Zahl der Süchtigen auf rund 28.000 Betroffene und die Zahl der Gefährdeten auf rund 34.000 geschätzt, wobei dies die nachweisbaren Zahlen sind. Die Dunkelziffer liegt vermutlich deutlich höher. Dementsprechend ist der Handlungsbedarf allein in Bayern als hoch einzustufen, wodurch allein 65 verschiedene Einrichtungen sich dieser Aufgabe annehmen. Zu solchen Einrichtungen gehören nicht nur Beratungs- oder Therapieinstanzen, sondern auch acht Kliniken. Nichtsdestotrotz sind die Erfolgszahlen einer Therapie eher nüchtern einzuschätzen:

  • Ein Drittel der Therapierten bleiben von den Geräten entfernt,

  • Ein weiteres Drittel schränkt die Nutzung auf ein Mindestmaß ein,

  • und ein letztes Drittel kann keine Besserung oder gar Heilung erfahren.

(Quelle: http://www.br.de/nachrichten/aktionstag-spielsucht-bayern100.html)

3.2 Spielautomatenhersteller zeigen Verantwortung



Quelle und ©: commons.wikimedia.org © Graf Foto (CC BY-SA 3.0)

Hilfestellung existiert allerdings nicht nur von Seiten des Staates, der Organisationen oder Kommunen, sondern auch Automatenherstellerfirmen sind sich ihrer Verantwortung größtenteils bewusst. Sicherlich spielen hier auch Faktoren wie Imagegewinn und die wachsende Nachfrage seitens der Bevölkerung nach mehr Transparenz eine zentrale Rolle.

Zu den berühmtesten Geldspielautomatenherstellern dürfte die Gauselmann Gruppe aus Nordrhein-Westfalen zählen, die mit ihren Merkur-Geräten bereits in der ganzen Welt vertreten sind. Jene, die das Unternehmen kennen, wissen um die allerhand skurrilen Geschichten und Eigenheiten. Dennoch sieht sich das Unternehmen gleichermaßen in der Verantwortung, Glücksspielsüchtigen zu helfen. So unterstützt die Gauselmann Gruppe beispielsweise mit der namensgleichen Gauselmann Stiftung sowie der Stiftung Kinderfamilien-Hilfe Familien bei finanziellen Engpässen, wenn ein oder beide Elternteile zu den Glücksspielsüchtigen zählen. Ziel ist es, Kindern damit zu einem aus finanzieller Sicht möglichst normalen Leben zu verhelfen. Ein Schuldeingeständnis sind solche Aktionen allerdings nicht. Das Unternehmen sieht ganz klar den Spieler in der Schuld und nicht die Funktionsweise der Geräte.
(Quelle: http://www.casinoverdiener.com/merkur/gauselmann-gruppe.php)

3.3 Spielsuchtprävention übertragbar auf neue Suchtpotenziale

Da Automaten mittlerweile seit über 30 Jahren weltweit im großen Stil zu finden sind, ist die dementsprechende Forschung in Bezug auf Glücksspielsucht deutlich ausgeprägter als in anderen Bereichen wie beispielsweise dem Internet. Bekanntermaßen existiert das WorldWideWeb weitreichend seit den 90er Jahren und hat sich seither drastisch weiterentwickelt. Mit dem Web 2.0 und im speziellen der Faszination rund um die sozialen Netzwerke haben sich Nutzungsverhalten von solchen Medien deutlich verändert. Auch hier werden zum Teil starke Suchtpotenziale gesehen.

Internetsucht und Spielsucht liegen oftmals eng beieinander
Vernetzung im Internet: Internetsucht und Spielsucht liegen oftmals eng beieinander
Quelle und ©: Pixabay.com © bykst

Was soziale Netzwerke und deren Suchtpotenziale mit der Glücksspielsucht gemein haben? Eine US-Zeitschrift verglich eben diese beiden Felder miteinander, im Konkreten: Vergleich der Beschäftigung mit Facebook sowie der Beschäftigung mit Glücksspielautomaten. Laut deren Ergebnissen gleichen sich vor allem Aspekte wie das einfache Wiederholen von Handlungsweisen, zum Beispiel das Knopfdrücken am Automaten oder das Tippen/Scrollen am Computer. Laut Experten befinden sich die Nutzer/Spieler dann in der sogenannten Maschinenzone:

„Sie ist ein gewisser Rhythmus, eine Antwort auf einen fein-abgestimmten Rückmeldungs-Kreislauf, eine mächtige Verzerrung von Zeit und Raum. […] Vielleicht gewinnt man, vielleicht auch nicht. Dann kreisen die Gedanken nur mehr ums Wiederholen. Es geht um das Vergnügen der Wiederholung, um die Sicherheit des Kreislaufs.“

Glücksspielautomat: Den Spielern ist demnach bewusst, dass Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gewinnen werden, aber das Wiederholen erfülle die Menschen mit Sicherheit, einen erneuten Versuch einfach starten zu können.

Facebook: Informationen bzw. Neuigkeiten werden profan durchgescrollt, ohne das eine Nachricht wirklich Aufmerksamkeit erhält oder beantwortet wird. Es geht um das Wissen, durch einfache Handlungsweisen, Neuigkeiten zu erfahren. Das verschafft paradoxerweise Sicherheit.

Aus diesen Thesen heraus, lässt sich vermuten, dass ähnliche Therapieformen, wie auch bei der Glücksspielsucht angewendet, im Bereich der sozialen Netzwerke Anwendung finden können.

(Quelle: http://www.gulli.com/news/22169-us-zeitschrift-vergleicht-facebook-mit-spielautomaten-2013-08-09)

Fazit: Steigender Präventionsgedanke der Spielsucht in Deutschland erkennbar

Es ist insgesamt nicht bestreitbar, dass Geldspielautomaten ein hohes Suchtpotenzial inne haben. Dies geht aus aktuellen Zahlen und Fakten hervor, die in keinster Weise schön zu reden sind. Dennoch besteht ein hohes Maß an Aufklärung und Prävention in der deutschen Gesellschaft, sowohl auf staatlicher Ebene als auch bei den jeweiligen Unternehmen. Durch zunehmende gesetzliche Regulierungen (Näheres in folgender Dissertation ab Seite 20) der Geldspielautomaten und vermehrten Aktionstagen, Beratungsstellen sowie finanziellen Unterstützungen erhalten Betroffene zahlreiche Anlaufstellen, die in Zukunft hoffentlich die Dunkelziffer weitestgehend minimieren werden.

Quellen und weiterführende Informationen: http://www.vdai.de/ima2014/ifo-wirtschaftsstudie-dt.pdf

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