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Die Strapazen der Reise

10.Andacht zum Thema Freizeiten und Reisen

Eins ist klar. Es gibt nichts umsonst auf der Welt. Wenn du ein Ziel erreichen möchtest, dann mußt du auch einiges auf dich nehmen um diese Ziel zu erreichen. Je höher das Ziel gesteckt ist, je weiter es weg ist, um so mehr mußt du auf dich nehmen, um es zu erreichen. Mal 2-3 Stunden mit dem Flugzeug nach Spanien zu fliegen, das ist ja ganz schön, aber 18 Stunden nach Australien, daß hat auch mit Strapazen zu tun. Für manch einen ist diese Reise dadurch unattraktiv geworden. Diese Reisestrapazen waren denen zu viel! Die Zeitumstellung kann einen den Kreislauf dann noch total durcheinander bringen so daß der Urlaub gewisse Streßerscheinungen bekommt. Bei alle dem ist natürlich ein Ziel, daß mit Mühen und manchen Einschränkungen erreicht wird doppelt so viel wert, wie ein geschenktes Ziel.

Genau das war auch der Reiz in meinen jungen Jahren, wenn wir durch Osteuropa getrampt sind und Hochgebirgstouren gemacht haben. Es ist nicht Jedermanns Sache ca. 30 kg Gepäck 1 ½ Wochen durchs Gebirge zu schleppen nur um ein paar Murmeltiere zu sehen und die Aussicht zu genießen.

Für den, der das aber macht, der erlebt die Bergwelt als einen einzigartigen Teil von Gottes großartiger Schöpfung. Ich erinnere mich jetzt noch an Details verschiedener Reisen die ich auf diese Weise unternommen habe. Da gab es die verschiedensten Schwierigkeiten, angefangen von den Grenzkontrollen, über Verhaftungen, sengende Sonne am Straßenrand, Nächte im Straßengraben oder auf dem Bahnhof, Unwetter im Hochgebirge und vieles andere mehr. Diese Strapazen ließen das Ziel am Ende in einem ganz anderen Licht erscheinen. Dagegen weiß ich von den Reisen nach Schweden, Norwegen, Schottland oder Griechenland nicht mehr all zu viel. Durch die DM können wir zwar in jedes Land reisen, aber das, ohne große Anstrengungen. Wer das Geld hat, der fährt wohin er möchte. So ist inzwischen ein Teil der Menschen geprägt, mit möglichst wenig Anstrengung große Ziele zu erreichen. Kein Wunder daß die Ziele immer Utopischer und verrückter werden. Eine Fahrradtour ist nicht mehr in, eine Kanutour zieht auch nicht mehr. Dort muß man sich ja anstrengen. Vom Wandern ganz zu schweigen. Mit der Seilbahn auf die Zugspitze, dort Kaffeetrinken und wieder zurückfahren. Das sind die Erlebnisse und Ziele der Neuzeit. Von daher erklärt sich auch, daß der christliche Glaube nicht sehr attraktiv ist. Denn wer glaubt, der hat ja Gebote und Richtlinien, die eine gewisse Anstrengung bedeuten, so meint man jedenfalls. Den Lohn der Nachfolge, den sieht Otto Normalverbraucher nicht. Und manchmal haben die Kritiker auch recht. Das Christsein hat nicht nur Sonnenseiten. Da führt Gott uns manchmal Wege, die wir erstens nicht verstehen und die 2. Mit sehr viel Mühen verbunden sind. Wen du aus dem Glauben heraus lebst, dann kannst du ja oft gar nicht anders als gegen den Strom zu schwimmen. In einer Welt zu leben, wo kaum noch Werte oder Maßstäbe gelten, das ist nicht einfach.

Ein Freund, der in Rumänien als Christ unter der kommunistischen Diktatur lebte, sagt mir mal vor vielen Jahren:

Es ist leichter als Christ in der Verfolgung zu leben als in der Anfechtung. Ich denke manchmal daran, daß er eigentlich recht hatte. Ich möchte die Zeiten nicht mehr zurückholen, merke aber, wie schwierig es ist, konsequent seinen Glauben zu leben.

Wenn du nicht möchtest, daß deine Kinder in der Schule Joga mitmachen, wenn du hin und hergerissen bist, weil die Punktspiele deines Vereines ausschließlich Sonntags sind, wenn du nicht das Finanzamt übers Ohr haust; - du wirst merken, man hat es oft nicht leicht. In DDR Zeiten fand ich es da einfacher. Wer konfirmiert wurde, der hatte sowieso seine Bemerkungen in der Kaderakte und die Fronten waren geklärt.

Aber mit jeder gemeisterten Schwierigkeit wird dein Glaube fester. Tja und weil wir einen gnädigen Gott haben, dürfen wir auch die Vergebung in Anspruch nehmen, wenn wir die eine oder andere Schwierigkeit nicht gemeistert haben. So was finde ich großartig. Ich wünsche dir den Mut, sich auch auf manche Strapazen des Christseins einzulassen. Denke immer daran, daß ein unbeschreiblich schönes Ziel auf einen jeden von uns wartet, der da glaubt.

Autor: Friedbert Reinert, CVJM Thüringen.
Er hat eine ganze Andachtsreihe zum Thema Freizeiten oder Urlaubsreisen zur Verfügung gestellt. Hier geht es zur Übersicht.

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