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Gruselgeschichte am Lagerfeuer

Sieben alte Hexen

Es war einmal, vor rund 700 Jahren, in einem weit entfernten Land namens Siebenbürgen, als sieben böse Hexen in einer Höhle zu Fuße eines großen Berges lebten. Die Älteste der sieben Hexen hieß Sieberella und war angeblich über 700 Jahre alt. Aber auch die jüngste der Hexen, ihr Name lautete Siebenstein, hatte schon 77 Jahre auf dem krummen Buckel.

Jede 7. Nacht flogen die Hexen auf ihren Besen in das kleine Dorf, welches in der Nähe ihrer Höhle lag und verbreiteten dort Angst und Schrecken. So hatte Sieberella, die Älteste, große Freude daran, schöne Frauen in Kröten zu verwandeln. Sieberinne, die zweitälteste, vernichtete die Ernte auf den Äckern, so dass die Bauern nichts mehr zu essen hatten. Siebylle, mit der Hakennase, ließ die Nasen ihrer Opfer bald eben so groß und hässlich wie ihre eigene, wachsen. In der Gestalt eines großen Wolfes kam Siebenanelle, die vierte der Schwestern, in das Dorf und fiel über die Menschen her. Siebolinne, die Gerissene, nahm hingegen gerne die Erscheinung von einzelnen Dorfbewohnern an, mischte sich so unter das Volk und trieb allerlei Schabernack. Die rothaarige Siebenjolina ließ einen starken Sturmwind aufbrausen, der selbst große Männer mit Leichtigkeit in die Luft wirbelte und fort trug. Doch war die jüngste der Schwestern, Siebenstein, beileibe die Grausamste und ließ ihre Opfer auf der Stelle zu Stein erstarren.

Die Bewohner des kleinen Dorfes lebten so in ständiger großer Furcht. Niemand war unter ihnen, der nicht mindestens ein Familienmitglied oder einen Freund durch den Zauber der bösen Hexen verloren hatte. Immer mehr Menschen verließen das kleine Dorf und die Zurückgebliebenen verbarrikadierten sich vor jeder siebten Nacht in ihren Häusern und beteten, dass sie die Hexen heute verschonen würden.

Natürlich waren auch ein paar Mutige unter ihnen, die kämpfen wollten, um sich gegen die Sieben zur Wehr zu setzen. Doch niemand, der es versuchte, mit den alten Schwestern aufzunehmen, kam lebendig von den sieben Bergen zurück. Dafür waren Sieberella und ihre Schar in der darauf folgenden Spuknacht jedes Mal besonders grausam und rächten sich furchtbar an den Menschen des kleinen Dorfes.

Doch eines Tages kam es, dass ein neuer König, namens Achim der Achte, die Regierung über das Land übernahm. Als er von dem bedauernswerten Schicksal der Bewohner des kleinen Ortes hörte, zögerte er keinen Moment und brach sofort mit einer Armee auf, um ihnen zur Hilfe zu eilen.

Mit Pauken und Trompeten ritt Achim der Achte in dem Dorf ein und nahm Quartier in dem einzigen Gasthof des Ortes. Noch am selben Tage schickte er, gegen den Rat aller Bürger, seine Soldaten los, um die Hexen zu töten. Doch die Soldaten kehrten, wie schon so viele vor ihnen, nie mehr zurück. Alle wurden sie von den Hexen verzaubert und grausam getötet.

Daraufhin ließ der König alle Bewohner auf dem Marktplatz zusammenkommen. „Bürger des Dorfes!“ sprach Achim der Achte zu ihnen. „Die sieben Hexen haben meine Armee getötet, darüber bin ich sehr traurig, aber wir dürfen nicht aufgeben. Wer hilft mir und zieht mit mir hinaus zu den sieben Bergen, um die bösen Hexen ein für allemal zu besiegen?“ Doch niemand wollte Achim den Achten auf diesem Weg begleiten, denn alle hatten zu große Angst vor den Hexen und fürchteten, genau wie die Soldaten, einen grausamen Tod zu finden.

Der König war zwar enttäuscht, aber er war auch ein sehr weiser Herrscher. „Wo die Kraft von 1000 Schwertern nichts ausrichten kann“, dachte er sich, „bedarf es oft einer List, um siegreich zu bleiben.“ Er zog sich in das Wirtshaus zurück und grübelte die ganze Nacht darüber nach, wie den Hexen wohl beizukommen sei. Früh am Morgen, der Hahn hatte bereits gekräht, wusste er, was er zu tun hatte.

Er ging in die Kirche des Dorfes, holte sich dort einen Kerzenleuchter mit sieben Armen und brach noch vor Sonnenaufgang zu den Hexen auf. Ein paar Dorfbewohner, die um diese Zeit schon auf den Beinen waren und sahen, was Achim der Achte da machte, rieben sich nur verwundert die Augen und dachten bei sich, der König sei entweder verrückt geworden oder er wolle sich feige aus dem Staub machen.

Kurz bevor es Mittag wurde, hatte Achim der Achte die Höhle der sieben Hexen erreicht. Als er dort die vielen Leichen seiner Soldaten sah, hätte er am liebsten auf dem Absatz kehrt gemacht, aber schließlich war er der König und Könige laufen nicht einfach davon!

So nahm er allen Mut zusammen und rief: „Kommt raus ihr Hexen! Ich bin König Achim der Achte, und ich bin gekommen, um euerem bösen Treiben ein Ende setzen!“ Da zuckten Blitze am Himmel gefolgt von lautem Donner, Nebel zog auf und plötzlich, wie aus dem Nichts, standen die sieben Hexen vor König Achim.

„Sieh da, sieh da. König Achim der Achte. Du bist ja ganz alleine, wo sind denn alle deine Soldaten?“ grunzte Sieberella. „Ach ja richtig, die haben wir ja gestern alle getötet.“ Die Hexen lachten bitterböse.

„Schweig still, alte Hexe!“ entgegnete ihr der König mutig. „Ich brauche keine Armee, um euch zu besiegen.“

Da lachten die Hexen noch böser als zu vor. „Soll ich mich in einen Wolf verwandeln“ fragte Siebenanelle, „und ihn in Stücke reißen?“„Nein, der Sturm soll ihn in die Luft wirbeln und an den Felsen zerschmettern!“ rief Siebenjolina. „Aber zuerst soll den König eine schöne Nase zieren!“ Siebylle hob schon ihren Zauberstock, aber Sieberella unterbrach sie. „Er gehört mir. Mir alleine. Ich werde ihn in einen Frosch verwandeln und er soll in Zukunft unser Haustier sein, das wir mit Fliegen und Maden füttern werden.

Doch die Drohungen ließen König Achim kalt. Die Hexen nahmen ihn als Gegner nicht ernst und verhielten sich deshalb genau so überheblich, wie er erwartet hatte. Achim der Achte gähnte demonstrativ und verhöhnte die sieben Schwestern: „Und ihr wollt große, mächtige Hexen sein? Dabei könnt ihr alle nur einen einzigen Zaubertrick. Ihr langweilt mich zu Tode.“ Diesmal war es Achim der Achte, der schallend zu lachen begann. „Sich in einen alten Wolf zu verwandeln oder jemanden eine lange Nase wachsen lassen, das kann doch mittlerweile jede drittklassige Zauberkünstlerin an meinem Hofe. Ich kannte aber einmal einen wirklich großen Magier, der hat etwas gekonnt, das ihr bestimmt nicht beherrscht.“

„Ha!“ lachte Sieberella. „Wir beherrschen jeden Trick dieser Erde, uns ist kein Zauber fremd.“

„Das müsst ihr mir erst beweisen!“ forderte König Achim die Hexen heraus. Jetzt hatte er sie da, wo er sie haben wollte. „Dieser Zauberer“, sprach er weiter, „konnte sich nämlich in die Flamme einer Kerze verwandeln!“

„Ha. Ha. Was soll daran schwierig sein?“ fragte Siebenjolina. „Das können wir natürlich auch!“

„Dann beweist es mir,“ sprach der König und hielt den Hexen den siebenarmigen Kerzenleuchter vor die schiefen Nasen. Sieberella murmelte einen kurzen Zauberspruch und schon im gleichen Augenblick brannte jede der Hexen als Flamme auf einer der sieben Kerzen des Leuchters.

Darauf hatte König Achim aber nur gewartet. Er nahm den Kerzenleuchter und löschte blitzschnell eine Kerze nach der anderen und blies damit auch den alten Hexen ihre sieben Leben aus.

Als der König in das Dorf zurückkehrte und die Menschen hörten, dass er sie für immer von den Hexen befreit hatte, war die Freude groß, und sie hielten acht Tage lang ein rauschendes Fest ab. An jedem der ersten sieben Tage wurde der Tod einer der Hexen gefeiert und schließlich, am achten Tag, ließen sie König Achim den Achten, den tapferen Helden, der sie von den Hexen befreit hatte, hochleben.

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