Quelle: www.Praxis-Jugendarbeit.de | 3000 Spiele, Andachten, Themen und Ideen für die Kinder- und Jugendarbeit
nur für den privaten Gebrauch | Eine Veröffentlichung - egal wo - ist ohne Zustimmung nicht erlaubt.

Es gibt ja schon ein paar Artikel zum Thema Gesellschaftsspiele auf Praxis Jugendarbeit und welche Spiele sich vielleicht gerade für die Gruppenstunde eignen würden. Auch zu Zeiten von Corona waren Gesellschaftsspiele plötzlich wieder angesagter - leider auch das Spiele-Daddeln vor dem PC oder auf dem Handy. Was blieb damals auch einem anders übrig?
Aber nun sollen diese Seiten eine Zusammenstellung der Spiele des Jahres der letzten 30 Jahre geben und eine Auflistung und Beschreibung der Klassiker, die einfach nicht totzukriegen sind und seit vielen vielen Jahren auf der Beliebtheitsskala weit oben rangieren und immer wieder gerne gespielt werden. Oder weil in meiner Zeit als Jugendleiter diese Spiele immer gut ankamen und auf Freizeiten gut eingesetzt werden konnten.
Ganze Gruppenstunden lassen sich spielen: Schachturniere, Mühle- Dame Turniere, Quizabende, oder Spielenächte mit ein paar Spielstationen wie Börsenspiel, Hase & Igel, Scotland Yard, Einfach Genial, oder auch länger andauernde Spiele wie Phase 10, Monopoly oder Risiko.
Brett- bzw. Gesellschaftsspiele spielen kostet Zeit. Manche Familien haben dazu keine Lust, oder nehmen sich nicht die Zeit. Da ist es einfacher die Kinder vor den Fernseher zu setzen, oder heutzutage ein Handy bzw. Tablett zu geben, um dass die Kids dann darauf spielen können und man hat für die nächsten Stunden seine Ruhe. Sehr bequeme Einstellung…, aber leider keine gute Lösung für das Kind.
Denn bei Brettspielen können die Kinder und Jugendlichen vieles auf spielerische Art & Weise lernen. Fähigkeiten die aus der Sicht „Entwicklung des Kindes“ für das spätere Leben ungeheuer wichtig sind, welche aus psychologisch, pädagogischer Sicht dem Kind Stabilität, Selbstsicherheit & mentale Ruhe geben. Nicht zuletzt eignen Spiele sich gut um die Neugier zu wecken, sind also motivationsfördernd. Und gerade in der Gemeinschaft mit Gleichaltrigen macht Spielen noch einmal mehr Spaß. Und wenn die Kinder und Jugendliche das Spielen in der Familie nicht gewohnt sind, so hat die Kinder- und Jugendarbeit hier die Möglichkeit mit einer Reihe von Spielen das „nachzuholen, was vielleicht im Elternhaus versäumt“ wurde.
An alle Eltern: nehmen Sie sich die Zeit mit Ihren Kindern zu spielen, denn Sie fördern Ihr Kind.
Ein paar der Punkte, die für die Entwicklung des Kindes wichtig sind, sollen hier genannt sein:
Durch das gemeinsame Spielen werden Interaktion & Zusammenarbeit untereinander gefördert.
Im Leben gibt es Regeln und Gesetze. Im Spiel, sozusagen das „Leben im Kleinen“ lernen die Kinder sich an die Regeln zu halten. Wer die Regeln bricht macht das Spiel kaputt, zerstört auch die Gemeinschaft und den Spaß am Spiel.
Das ist ein ganz wichtiger Aspekt. Wer verliert schon gerne? Man möchte ja selbst immer zu den Siegern zählen. Von daher gehört das Verlieren lernen auch zum Spielen. Im späteren Leben läuft auch nicht immer alles glatt und es wird Niederlagen geben. Damit umgehen zu lernen ermöglichen Brett- und Gesellschaftsspiele, als ein erster Schritt. Hey und noch ein Punkt: das kleine Kind hat ja schon gelernt mit Niederlagen umzugehen: beim Laufen lernen. 100x umgefallen und immer wieder aufgestanden. Und so muss es auch beim Spielen sein. Verlieren gehört dazu, ist kein Beinbruch und beim nächsten Spielversuch klappt es vielleicht schon besser. Wer beim Spiel eine Niederlage nicht so ernst nimmt hat es später leichter.
Kann ich mich mit den anderen freuen, kann ich deren Emotionen verstehen? Wie stelle ich mich auf die anderen Mitspieler ein, oder bin ich da der Egoist und sehe nur mich selbst?
Zusammen spielen, Vorgehensweisen abstimmen, gemeinsam gewinnen oder auch verlieren, oder mache ich lieber alles alleine?
Ein Kind kann nur Selbstbewusstsein erlangen, wenn es eine Aufgabe selbst zu lösen versucht. Wird ihm diese Aufgabe abgenommen (man meint es ja gut….), hat man dem Kind nichts gutes getan. Aber kann ein Kind/Jugendlicher eine Aufgabe selber irgendwie lösen, dann gewinnt es wieder ein Stück mehr an Selbstbewusstsein. Ganz Wichtig!
Manche Spiele wie z.B. Mühle, Dame, Halma, oder Vier gewinnt fördern das logische Denken.
Neben dem logischen Denken gehören auch eine Portion taktisches und strategische Denken und Vorgehen dazu. Gerade bei solchen Spielen wie Schach, oder Stratego, oder auch Risiko kommen diese Eigenschaften gut zum Vorschein.
Das ist so eine Sache mit der Konzentration. Die Kinder und Jugendlichen haben oftmals Schwierigkeiten sich zu konzentrieren, in der Schule, oder bei den Hausaufgaben. Bei solchen Spielen wie z.B. Schach, Dame, Mühle lernen die Kinder und Jugendlichen, dass mit etwas Konzentration man zum Erfolg kommen kann.
Auch das Denken kann man fördern. Wer nur stumpf vor dem Tablett, oder vor dem Fernseher sich berieseln lässt schaltet mit dem Denken ab. Beim Spielen wird das Denken angeregt: Regeln beachten, Vorgehensweise sich überlegen, an Lösungen arbeiten usw.
Wenn das Denken nicht gefördert wird, dann ist es mit der Erinnerung auch nicht weit her. Und nehmen wir das Beispiel Schule: kann das Kind sich was behalten? Solche Spiele wie Memory, Kreuzworträtsel, oder das ein oder andere Quizspiel fördern die Erinnerungs- oder Merkfähigkeit, oder entwickeln gar Techniken sich was zu merken.
Wie werden Entscheidungen getroffen, was muss ich abwägen um ans Ziel zu kommen? Letztendlich spielt die Entscheidungsfindung auch im späteren Leben eine Rolle um Führungskompetenz aufzubauen.
Diese Kompetenz hat ein wenig mit dem gerade vorgenannten Begriff zu tun. Kann ich Probleme lösen? Wie kann ich diese lösen? Komme ich zu einer Entscheidung unter Abwägung aller Möglichkeiten? Jede Aufgabe ist eine Chance.
Die mentale Gesundheit ist auch ein wesentlicher Punkt beim Spielen. Spiele müssen Spaß machen. Spiele sind auch ein „Ablenkungsfaktor“, ein „Erholungsanker“ im Leben. Gemeinsam lachen, sich freuen, Spaß haben lässt einen zur Ruhe kommen. Das ist wichtig für die mentale Gesundheit. Zudem werden beim gemeinsamen „Spaß haben“ und Eintauchen in das Spiel eventuell vorhandene Ängste aus der realen Welt abgebaut.
Aus den ganzen vorgenannten Punkten kann man sagen, dass unterschiedliche Bereiche des Gehirns trainiert werden.
Spiele wie Fang den Hut, Spitz pass auf, oder das ein oder andere Quizspiel erfordern Konzentration & Reaktionsschnelligkeit.
Bei solchen Spielen wie z.B. Trivial Pursuit, Tabu, Scrabble wird der Wortschatz und die sprachliche Ausdrucksweise unterstützt.
Ganz nebenbei lässt sich bei einigen Spiele auch noch was lernen. Zum Beispiel geografische Kenntnisse bei dem Spiel Deutschlandreise, Weltreise, allgemeine Kenntnisse bei dem ein oder anderen Quizspiel, wirtschaftliche Zusammenhänge z.B. bei Monopoly oder dem Börsenspiel.
[ © www.praxis-jugendarbeit.de | 3000 Spiele, Bastelideen, Quizfragen für Partyspiele, Kindergeburtstag, Freizeiten, Gruppenstunde, Spielstrassen, Kinderfest etc. ]