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2. Einheit: Bühne frei, jetzt wird beschattet!

Die Schattenwand ist ein nettes Medium, das schnell faszinieren kann. Geht es euch wie mir, verliert ihr schnell die Zeit aus den Augen. Die Körperhaltung und die Darstellungen auf der Leinwand sind sehr unterschiedlich. Um an einem zweidimensionalen Umriss etwas erkennen zu können gehört schon etwas Wissen und Fantasie dazu. Und gerade da setzen wir an!

Schattenwand: Körperwahrnehmung durch pantomimische Darstellung

Ziel:

Körperwahrnehmung durch pantomimische Darstellung

Inhalt:

Darstellungen an der Schattenleinwand

Durchführung:

Es empfiehlt sich für diese Einheit ein dunkler oder gut abdunkelbarer Raum; oder ihr legt das Spiel einfach in spätere Abendstunden. Im Vorfeld dieser Einheit solltet ihr eine Schattenleinwand aufgebaut haben. Entweder fragt ihr nach, wo ihr so etwas her bekommt, oder ihr konstruiert selbst einen Rahmen und spannt dort ein Betttuch fest. Eine passende Lichtquelle stellt ein Overheadprojektor oder auch ein einfacher Baustrahler dar. Ihr solltet darauf achten, dass zwischen der Lichtquelle und der Leinwand genügend Bewegungsabstand für die Akteure bleibt. Sinnig ist auch, dass die Lichtquelle in etwa auf Körper- oder Kopfhöhe auf die Leinwand strahlt. Der Schatten wird so direkter auf die Leinwand projiziert und nicht unnatürlich gestreckt.

Hinter der Leinwand können nun alle möglichen Übungen durchgeführt werden. Ob ihr alltägliche Szenen aus Schule, Beruf und häuslicher Umgebung nachspielen lasst, oder Berufe anhand der pantomimischen Darstellung erraten möchtet, bleibt euch überlassen. Wichtig ist, dass vorher abgesprochen wird, dass diejenige(n) Person(en), die etwas hinter der Leinwand darstellen nicht sprechen und auch sonst keine Geräusche von sich geben.

Es kann im Vorfeld in der Gruppe auch geklärt werden, auf was man achten sollte, wenn man sich hinter die Schattenwand stellt. Auf was kommt es an? Worauf muss ich achten, wenn ich frontal zur Wand stehe und was erkennt man womöglich besser oder nur im Profil? All diese Dinge können natürlich auch erst von den Teilnehmern nach deren Darstellungen gesammelt werden. Eine Nachfrage, wie man das eben dargestellte besser erkennen hätte können bringt die meisten ganz von allein auf die Antworten.

Schattenleinwand Folgende Anregungen sind leicht umzusetzen: Fußballspieler, Tänzer, Straßenkehrer,... als Berufe; tanzendes Paar, Jugendliche in der Disco, schimpfende Eltern und beleidigtes Kind,... als Szenen des Alltags. Wem das noch nicht reicht, der kann einen Schritt weiter gehen und versuchen bestimmte Emotionen pantomimisch darzustellen. Die Schwierigkeit hierbei ist es natürlich, dass man nur den Schatten des Agierenden sieht, nicht aber seine Mimik und nur ungenau die Gestik. Wer einen Beruf, eine Emotion oder eine Szene errät kann mit einer eignen Idee hinter die Wand.

Wichtig bei dieser Einheit ist natürlich auch eine Reflexion am Schluss, welche Bezug nimmt auf die Tatsache, das hinter der Schattenwand nicht geredet werden darf und worin der Spaß oder mögliche Probleme bei der Darstellung lagen.

Weitergedacht:

Das Schattentheater kann natürlich mit Hilfe von Musik oder Theatertexten zu einem bühnenreifen Stück ausgebaut werden. Verschiedene Gegenstände können ins Spiel integriert werden. Bei einer längerfristigen Beschäftigung mit der Schattenwand muss darauf geachtet werden, dass bestimmte Darstellungen ganz klar erkennbar sind, denn Emotionen kann man als Schatten nicht mit Mimik ausdrücken – man muss auf andere Hilfsmittel der Gestik zurückgreifen.

Autor: Stephan Noppenberger, Thüngfeld im Juni 2010

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