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Reden und Wandel

Bibelarbeit zu Jakobus 3

Summary

Mit Hilfe von 5 Bildern, die Jakobus verwendet wird der Jakobusbrief Kapitel 3 erarbeitet. Ein Denkzettel schließt den Abend ab.
Die Kernaussage dieser Bibelarbeit lautet: Die Zunge - klein aber oho und schnell werden wir unglaubwürdig - nicht nur durch das was wir manchmal sagen, sondern auch durch das, was wir (nicht) tun..

Diese Bibelarbeitsreihe wurde praxis-jugendarbeit.de von christ-online.de zur Verfügung gestellt. Bitte beachten Sie die Copyrightvermerke jeweils am Seitenende.

Hinweise zur Durchführung der Bibelarbeit

Die Bibelarbeit fordert besonders diejenigen heraus, die Gottes Wort in Form von Predigt, Bibelarbeit, Andacht, erzählen von biblischen Geschichten usw. weitergeben. Schlussendlich lässt sie sich natürlich auf alle anwenden, denn jeder weiß wie gefährlich und böse die „Zunge” sein kann.

Zur Vorbereitung für die Bibelarbeit sollte der Leiter sich mit den fünf Bildern (Jak 3,3-12) vertraut machen. Was ist typisch für diese Bilder und was will Jakobus damit sagen?

Die Bibelarbeit umfasst einen Gruppenarbeitsteil. Fünf oder sechs Leute pro Gruppe einteilen. Jede Gruppe setzt bei einem anderen der fünf Punkte an. Zeit: 15 Minuten. Anschließend werden die Ergebnisse im Plenum vorgestellt und auf OHP-Folie geschrieben. Das ist der Hauptteil der Bibelarbeit. Die Bibelarbeit schließt mit einem Denkzettel ab. Der ist zur persönlichen Nachbesinnung für zuhause gedacht.

Vorbereitungen:

Arbeitsblatt kopieren und vor der Bibelarbeit aushändigen, damit man mitschreiben kann.

1. Hallo Leute: Was ihr sagt, ist unglaubwürdig!

Bibeltext

Werdet nicht viele Lehrer, meine Brüder, da ihr wisst, dass wir ein schwereres Urteil empfangen werden; denn wir alle straucheln oft. Wenn jemand nicht im Wort strauchelt, der ist ein vollkommener Mann, fähig, auch den ganzen Leib zu zügeln. (Jakobus 3,1-2)

Hintergrund

Jakobus ist sehr besorgt. Bei den Christen (aus jüdischem Hintergrund kommend), an die er schreibt, gibt es große Fehlentwicklungen. In Jakobus 3 beschäftigt er sich mit dem wichtigen Thema der „Weitergabe des Wortes Gottes” einerseits - und des Lebens des Verkündigers andererseits. Gottes Wort weiter zu geben (Predigt, Bibelarbeit, Andacht, biblische Geschichten erzählen u.ä.) war und ist eine sehr wichtige Aufgabe in der christlichen Gemeinde. Und offensichtlich war das „Amt des Lehrers” und der „Dienst des Lehrens” bei den Empfängern des Jakobusbriefes sehr begehrt (Jak. 3,1). Trotzdem der Lehrdienst keine leichte Aufgabe ist, waren manche sogar der Ansicht, dass sie diese mit Bravour lösten (Jak 3,1-2). Doch das Gegenteil war der Fall: Ihre scharfen Zungen, getrieben von Eifersucht und Eigennutz (Jak 3,14), strichen viel richtig Gesagtes glatt durch. Ja noch mehr: Durch ihre negative innere Haltung stifteten sie viel Unheil und Unfrieden (Jak 3,16).

Merksatz

Ein Lehrer, der nicht lebt was er verkündigt, der wird ein schweres Urteil von Gott empfangen.

2. Die Zunge – klein, aber oho!

In einfachen Bildern erklärt Jakobus die Funktion und die Wirkung der Zunge. Er macht damit klar, wo das Grundproblem für denjenigen liegt, der Gottes Wort weitergibt.

Gruppenarbeit:

Sprecht über die Bedeutung der fünf Bilder und erläutert, was Jakobus damit sagen will.

2.1. Das Bild vom Pferd

Was soll das Bild vom „Pferd” in Bezug auf die Funktion der Zunge deutlich machen?

  • Wenn wir aber den Pferden die Zäume in die Mäuler legen, damit sie uns gehorchen, lenken wir auch ihren ganzen Leib. (Jakobus 3,3)
  • Über den kleinen Zaum im Maul des Pferdes beherrscht man das Pferdes insgesamt. Der Zaum ist nur ein kleines Teil, aber die Macht, die man damit ausübt, ist groß. Genauso ist es mit dem Menschen. Die Zunge ist auch nur ein kleines Glied. Aber durch ihren Einsatz entscheidet der Mensch, wem er insgesamt dient.
  • Macht über die Zunge haben - mich im Zaum haben.

2.2. Das Bild vom Schiff

Was soll das Bild vom „Schiff“ in Bezug auf die Funktion der Zunge deutlich machen?

  • Siehe, auch die Schiffe, die so groß und von heftigen Winden getrieben sind, werden durch ein sehr kleines Steuerruder gelenkt, wohin das Trachten des Steuermanns will. (Jakobus 3,4)
  • Die mächtigen Winde der See treiben das Segelschiff voran. Aber wohin das große Schiff fährt, das entscheidet der (vergleichsweise schwache) Steuermann dadurch, wie er das Steuerruder (das so klein und gar nicht mächtig ist) einsetzt.
  • Macht über die Zunge ausüben - meine Richtung bestimmen.

2.3. Das Bild vom Feuer

Was soll das Bild vom „Feuer“ in Bezug auf die Wirkung der Zunge deutlich machen?

  • So ist auch die Zunge ein kleines Glied und rühmt sich großer Dinge. Siehe, welch kleines Feuer, welch einen großen Wald zündet es an! Und die Zunge ist ein Feuer, die Welt der Ungerechtigkeit. Die Zunge zeigt sich unter unseren Gliedern [als diejenige], die den ganzen Leib befleckt und den Lauf des Daseins entzündet und von der Hölle entzündet wird. (Jakobus 3,5-6)
  • Ein kleines Feuer vermag einen ganzen Wald anzuzünden. Die Natur des Feuers ist es, dass es immerzu anzündet. Es kann nicht anders. So ist die Zunge, die nicht im Zaum gehalten wird. Negatives Reden wird zu einer Sucht. Wer sich daran gewöhnt, der kann nicht mehr anders. Er muss immerzu zündeln, immer Negatives versprühen. Dauerhaftes negatives Reden macht einen Menschen zu einem Menschen mit einer negativen Gesinnung. Er wird zum Werkzeug der Hölle.
  • Mich missbräuchlich ausleben – zerstörend werden.

2.4. Das Bild vom Bändigen der Tiere.

Was soll das Bild vom „Bändigen der Tiere” in Bezug auf die Beherrschbarkeit der Zunge deutlich machen?

  • Denn jede Art, sowohl der wilden Tiere als der Vögel, sowohl der kriechenden als der Seetiere, wird gebändigt und ist gebändigt worden durch die menschliche Art; die Zunge aber kann keiner der Menschen bändigen: [sie ist] ein unstetes Übel, voll tödlichen Giftes. (Jakobus 3,7-8)
  • Der Mensch versteht sich darauf, Wildheit zu zähmen. Bei Tieren ist ihm das, mit Strenge und Geduld, vielfach gelungen. Die Zunge jedoch ist nicht zu bändigen. Sie ist unbeherrschbar. Mit einem Wort (Biss), richtet sie verheerendes (tödliches Gift) an.
  • Mich nicht beherrschen können - andere zerstören.

2.5. Bilder von der Quelle, dem Feigenbaum, dem Weinstock und dem salzigen Wasser

Was sollen die Bilder von „der Quelle”, vom „Feigenbaum”, vom „Weinstock” und vom „salzigen Wasser” in Bezug auf das Grundproblem der Zunge deutlich machen?

  • Die Quelle sprudelt doch nicht aus derselben Öffnung das Süße und das Bittere hervor? Kann etwa, meine Brüder, ein Feigenbaum Oliven hervorbringen, oder ein Weinstock Feigen? Auch [kann] Salziges nicht süßes Wasser hervorbringen. (Jakobus 3,11-12)
  • Es ist unmöglich, dass eine Quelle gleichzeitig gutes und schlechtes Wasser hervor sprudelt. Es geht nur das eine oder das andere. Sie kann nur das hervorbringen, was ihrem inneren Wesen entspricht. Indem Jakobus das auf die Zunge anwendet, will er sagen, dass wir eine Veränderung von innen, vom Herzen her brauchen. Wenn unser Herz (unsere Natur, unser Wesen) von Jesus verändert wird, dann kommt auch aus unserem Mund, was in unserem Herzen ist.
  • Am Wesen entscheidet sich alles - ich brauche Wesens- (Herzens-) Veränderung.

Hinweis: Die Gelegenheit beim Zusammentragen nutzen und immer wieder praktisch werden (was bedeutet das für mein Leben?).

Aufeinander aufbauende Zusammenfassung der fünf Bilder:

Bild Gefahr / Problem Ziel
(1) Pferd / Zaum Unkontrolliert – unbeherrscht Mich im Zaum haben
(2) Schiff / Ruder Eigendynamik – mich treiben lassen Die Richtung bestimmen
(3) Feuer / Wald Zerstörerisch werden Zunge heilend einsetzen
(4) Tiere / zähmen Vergeblicher Versuch der Selbstveränderung Grundlegende Veränderung
(5) Quelle / süß und bitter usw.   Veränderung durch Wesenserneuerung

Erläuterung zur Tabelle:

(1) Es fängt damit an, dass ich mich in Zaum nehmen muss (Pferd / Zaum – mich selbst unter Kontrolle nehmen.)

(2) Sonst kommt eine eigendynamische Entwicklung in Gang. Nur wenn ich mich selbst beherrsche, kann ich auch meine Richtung bestimmen, die ich nehmen will (Schiff / Ruder – Richtung bestimmen).

(3) Daran entscheidet sich, was aus mir wird: Ob ich jemand werde, der zerstörerisch wirkt (Feuer / Wald – zerstörend) und damit zum Werkzeug des Teufels werde oder ob ich jemand bin, der mit der Zunge und der Verkündigung des Wortes heilt.

(4) Gegen die Selbstüberschätzung: Wer meint, dass er es aus eigener Kraft schafft, sich selbst zu beherrschen, dem sagt das Bild von den wilden Tieren, dass der Mensch Vieles schafft, aber sich selbst aus eigener Kraft zu beherrschen, das schafft er nicht!

(5) Das letzte Bild bringt die Lösung: Die Veränderung kann nur durch ein verändertes Wesen / Herz kommen. Und diese Veränderung bewirkt Jesus (davon spricht Jakobus 1,18: „... wiedergeboren durch das Wort der Wahrheit...“).

3. Glaubwürdig Reden!

Wer den Mut hat, Gottes Wort weiter zu geben, der muss sich an göttlichen Maßstäben messen lassen. Entweder er lebt was er lehrt (Reden und Wandel) - dann ist er glaubwürdig! Oder die Worte und das Leben widersprechen sich - dann ist er ein Lügner! Wenn es um die „Verkündigung” und den „Verkündiger” geht, kennt Jakobus nur zwei Möglichkeiten: Echt oder unecht. Weisheit von oben oder kluge Sprüche?

  Weisheit von oben Kluge Sprüche
Woran kann man erkennen, ob jemand glaubwürdig redet oder ob er nur große Worte macht? (Jak 3,13-14) Daran, ob er nur redet, oder ob er auch lebt was er lehrt.
Daran, ob er nur Richtiges zu sagen weiß, oder ob er Wahrheit verständnisvoll und weise sagt.
An dem, was er im Herzen hat: Eifersucht und Eigennutz!
Ob er sich selber rühmt!
Was kennzeichnet die „Weisheit von oben“ und was die „irdische, sinnliche, teuflische Weisheit“? (Jak 3,16-17) Rein, friedvoll, milde, folgsam, voller Barmherzigkeit, gute Früchte, unparteiisch, ungeheuchelt Zerrüttung und jede schlechte Tat

Nur wer glaubwürdig (Rede und Wandel im Einklang) redet (Gottes Wort weiter gibt), kann auch überzeugend reden. Nicht große und kluge Worte überzeugen. Wirklich überzeugen können nur Worte von Gott, die in seiner Weisheit gesagt und gelebt werden! Das Ergebnis wird sein, dass der, der so redet und lebt, viel Segen empfangen wird (Jak 3,18).

4. Denkzettel

Die Bibelarbeit schließt mit einem Denkzettel ab. Der ist zur persönlichen Nachbesinnung für zuhause gedacht.

  • Weshalb ist die „Zunge” so gefährlich?
  • Wo liegen deine persönlichen Schwachpunkte, wenn es um deine „Zunge” geht? Wo und wem gegenüber verhältst du dich immer wieder falsch?
  • Was ist dein Ziel? Was möchtest du erreichen im Gebrauch deiner „Zunge”? Wie willst du dahin kommen? Tue Buße vor Gott! Triff Vereinbarungen mit Gott!

Lothar Jung

Kopiervorlage 1

 

1. Hallo Leute: Was ihr sagt ist unglaubwürdig!

Ist dieser Satz (für Dich!) zutreffend?

2. Die Zunge - klein, aber oho!
2.1. Das Bild vom Pferd

Was soll das Bild vom „Pferd” (Jakobus 3,3) in Bezug auf die Funktion der Zunge deutlich machen?

2.2. Das Bild vom Schiff

Was soll das Bild vom „Schiff” (Jakobus 3,4) in Bezug auf die Funktion der Zunge deutlich machen?

2.3. Das Bild vom Feuer

Was soll das Bild vom „Feuer” (Jakobus 3,3-6) in Bezug auf die Funktion der Zunge deutlich machen?

2.4. Das Bild vom Bändigen der Tiere

Was soll das Bild vom „Bändigen der Tiere” (Jakobus 3,7-8) in Bezug auf die Funktion der Zunge deutlich machen?

 

2.5. Das Bild von der Quelle, dem Feigenbaum, dem Weinstock und dem salzigen Wasser

Was sollen diese Bilder (Jakobus 3,11-12) in Bezug auf die Funktion der Zunge deutlich machen?

Zusammenfassung der fünf Bilder

Bild Gefahr / Problem Ziel
(1) Pferd / Zaum    
(2) Schiff / Ruder    
(3) Feuer / Wald    
(4) Tiere / zähmen    
(5) Quelle / süß und bitter usw.    

3. Glaubwürdig Reden!

Wer den Mut hat, Gottes Wort weiter zu geben, der muss sich an göttlichen Maßstäben messen lassen. Entweder er lebt was er lehrt (Reden und Wandel) - dann ist er glaubwürdig! Oder die Worte und das Leben widersprechen sich - dann ist er ein Lügner! Wenn es um die „Verkündigung” und den „Verkündiger” geht, kennt Jakobus nur zwei Möglichkeiten: Echt oder unecht. Weisheit von oben oder kluge Sprüche?

  Weisheit von oben Kluge Sprüche
Woran kann man erkennen, ob jemand glaubwürdig redet oder ob er nur große Worte macht? (Jak 3,13-14)    
Was kennzeichnet die „Weisheit von oben“ und was die „irdische, sinnliche, teuflische Weisheit“? (Jak 3,16-17)    

 

Denkzettel

Weshalb ist die „Zunge” so gefährlich?

Wo liegen deine persönlichen Schwachpunkte, wenn es um deine „Zunge” geht? Wo und wem gegenüber verhältst du dich immer wieder falsch?

Was ist dein Ziel? Was möchtest du erreichen im Gebrauch deiner „Zunge”? Wie willst du dahin kommen? Tue Buße vor Gott! Triff Vereinbarungen mit Gott!

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Quelle/Copyright: Dieser Artikel stammt aus dem christ-online-MAGAZIN (Ausgabe 5/2003), eine Mitarbeiterzeitschrift der Christlichen Jugendpflege e.V. Das Kopieren für Gruppenstunden ist erlaubt. Die Verwendung - auch auszugsweise - für andere Publikationen, insbesondere im Internet, oder für gewerbliche Zwecke bedarf der vorherigen Absprache/Genehmigung des Herausgebers! Kontakt über: www.christ-online.de

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