Bau einer Schwitzhütte

Schwitzhütten gab es schon vor vielen tausend Jahren und wurden für rituelle Zwecke zur Reinigung von Körper, Geist und Seele verwendet. Besondern bei den Indianern in Nordamerika war die Schwitzhüttenzeremonie wichtig zur Reinigung, zur Vorbeugung und der Heilung bei Erkrankungen.

Wer sich hier nähers dafür interessiert, oder die Schwitzhüttenzeremonie nach diesem alten Brauch durchführen möchte, kann mal unter dem Stichwort Schwitzhütte bei Wikipedia nachlesen. Natürlich werden die Hütten auch nach einem ganz bestimmten Muster und Ritual gebaut. Für die Zwecke der Jugendarbeit und um eine Saunahütte selbst mit der Gruppe zu bauen und zum Saunieren zu benutzen, beschränken wir uns auf einfache und eher praktische Mittel.

Skizze zum Bau einer Schwitzhütte
Skizze zum Bau einer Schwitzhütte | ©: www.praxis-jugendarbeit.de

Bauanleitung der Schwitzhütte

Material: 7-9 Weidenruten (jeweils ca. 3 Meter), Haselnusszweige, Decken, Planen, Hordenpott, Schaufel, Brennholz, geeignete Steine, Schöpflöffel, Wassereimer

Die Schwitzhütte muss man sich wie ein kleines Kuppelzelt vorstellen, welches so dicht ist, dass die beim Aufguss entstehende Luftfeuchtigkeit (Dampf) nicht entweichen kann, so dass das Innere der Hütte sich aufheizt. Ob ihr nun ein großes Kuppelzelt verwendet (ohne Bodenplane) und darüber nochmals ein paar Planen und Decken legt, oder eine Hütte aus Weidenstäben baut, ist eigentlich egal. Hauptsache stabil und dicht – bzw. groß genug für ein paar Personen, aber nicht so groß, dass der entstehende Dampf die Hütte nicht aufheizen kann.

Wer aus Naturmaterialien seine Hütte bauen will sucht sich lange Weidenruten. Diese Ruten werden im Boden kreisförmig aufgestellt und etwas versenkt bzw. ggf. mit Zeltheringen/Holzpflöcken fixiert.

In einer knappen Stehhöhe von ca. 150-160 cm werden die Ruten zusammengebunden. Eventuell werden auf halber Höhe noch einmal rundherum Querverstrebungen mit eingebaut, oder mit Hilfe von Schnüren eine Querung gespannt. Die Konstruktion wird auf Stabilität geprüft und wird anschließend mit einer Plastikplane (oder mehreren BW-Ponchos) überspannt, darüber können dann zudem noch Tücher oder Baumwolldecken (oder zum Beispiel auch Kohtenbahnen, bzw. Jurtenplanen) gelegt werden. Die Folien bewirken, dass die Luftfeuchtigkeit bzw. der heiße Dampf besser im Inneren der Schwitzhütte bleibt. Zudem bitte darauf achten, dass die Folien bzw. Decken bis zum Boden reichen, so dass auch hier nichts entweichen kann.

In der Mitte der Hütte wird eine Grube ausgehoben, in welcher die heißen Steine später abgelegt werden. Der Boden der Hütte kann mit Stroh ausgelegt werden, oder man nimmt Isoliermatten, Decken oder Schlafsäcke.

Anleitung für den Sauna-Aufguss

Sobald die Schwitzhütte steht kann es mit dem Saunieren losgehen – vorausgesetzt man hat frühzeitig begonnen parallel zum Hüttenaufbau die Aufgusssteine in einem Feuer zum Glühen zu bringen, oder zumindest sehr heiß aufzuheizen.

Lavasteine würden sich sicherlich am besten eignen – doch wer hat diese schon parat? Gut ausgetrocknete große Steine eignen sich auch, können natürlich jedoch platzen, was zu Verletzungen führen kann. Ich würde daher die Steine in einem (feuerfestem) Hordenpott in die Schwitzhütte stellen. Dadurch wird zumindest verhindert, dass Splitter nicht in alle Richtungen fliegen können.

Sobald die Steine so 30-60 Minuten im Feuer „brutzelten“ werden diese mit einer Schaufel vom Feuer (außerhalb der Hütte) in die Hütte transportiert. Die anderen Gruppenmitglieder halten sich dabei entfernt, so dass niemand mit einem heißen Stein in Berührung kommt. Da es in der Schwitzhütte stockdunkel ist empfiehlt sich eine Taschenlampe mitzunehmen, oder Kerzen rund um die Steingrube aufzustellen.

Für den Aufguss wird Wasser in einem Eimer mit Schöpfkelle benötigt. Das Wasser lässt sich zum Beispiel mit Kräutern aromatisieren. Zitronenmelisse lässt sich in der Natur finden.

Wenn alle ihren Platz in der Hütte gefunden haben und der Eingang wieder sorgfältig verschlossen wurde, dann kann der Aufguss beginnen.

Die Frage, ob man nun mit Badehose, Bikini oder nackt den Aufguss genießen will bleibt jedem bzw. der Jugendgruppe selbst überlassen. Bitte zu dieser Frage den Artikel Saunabesuch mit Kindern oder Jugendlichen lesen.

Fazit:

Der Bau einer Schwitzhütte und die anschließende Einweihung können für die Gruppe zu einem schönen Gruppenerlebnis werden. Der Zusammenhalt, die Gemeinschaft, das gemeinschaftliche Schwitzen, aber auch die gemeinsame Ruhe und Entspannung in der Hütte sind bleibende Erlebnisse.

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