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Biwak

Biwak in der Wildnis
Biwak in der Wildnis | ©: www.praxis-jugendarbeit.de

Das Biwak gilt in der Erlebnispädagogik als eine der spannendsten Möglichkeiten, um ein besonders intensives Naturerlebnis für die Gruppe zu schaffen. Je nachdem, wie die Zielsetzung lautet, kann das Biwak eine oder mehrere Nächte umfassen. Die Natur einmal aus einer anderen Perspektive zu erleben, ist ein grundsätzliches Ziel des Biwaks. Abgeschottet von den Sorgen und Problemen des Alltags eine Beziehung zu sich selbst herzustellen, lautet die Zielsetzung bei Solo-Biwaks, die für ältere Jugendliche angeboten werden. Jüngere Teilnehmer übernachten hingegen eher an einem gemeinsamen Zeltplatz und lernen während des Biwaks, zu einer Gemeinschaft zusammenzuwachsen, in welcher jeder seinen eigenen Aufgabenbereich hat.

Das Gemeinschaftsbiwak: Leben in der Gruppe

Die Gruppenleiter können die Teilnehmer bereits in die Vorbereitungen einbinden und hier jedem Teilnehmer schon vorab eine Aufgabe zuteilen, auf die er sich vorbereiten kann. Die Gruppe kann für das Biwak auf einen professionellen Anbieter zurückgreifen. Hier müssen sie sich nicht um die Organisation des Platzes für die Übernachtung und Verpflegung kümmern, weil diese Leistungen inbegriffen sind.

Biwak im Wald
Biwak im Wald | ©: www.praxis-jugendarbeit.de

Andernfalls sollte die Einkaufsliste für die Vorräte gemeinsam erstellt werden, sodass jeder Teilnehmer die Möglichkeit hat, seine Wünsche zu äußern. Die Einkäufe können auch gemeinsam erledigt werden, was das Gemeinschaftsgefühl bereits im Vorfeld des Biwaks stärkt.

Sobald der Biwak-Platz erreicht ist, werden die Unterkünfte gemeinsam errichtet. In der Regel greifen die Gruppenleiter auf Zelte zurück, da das Errichten der Unterkunft aus natürlichen Materialien häufig nicht möglich ist, beziehungsweise einen zu großen Eingriff in die Natur darstellen würde. Bei dieser Gelegenheit lernen die Teilnehmer auch gleich das richtige Verhalten in der Natur. Beispielsweise, dass sie unbekannte Pflanzen nicht anfassen, geschweige denn essen sollten, weil diese giftig sein könnten. Verantwortung zu übernehmen, weil jeder seinen festen Aufgabenbereich hat, lernen Kinder und Jugendliche beim Aufbau der Unterkünfte oder beim gemeinsamen Zubereiten der Mahlzeiten. Dass jeder dem anderen hilft, wenn jemand Schwierigkeiten mit seiner Aufgabe hat, dürfte nach kurzer Zeit innerhalb der Gruppe zu einer Selbstverständlichkeit geworden sein.

Biwak: Zelten im Wald
Biwak: Zelten im Wald | ©: www.praxis-jugendarbeit.de

Spiele und Aktionen integrieren

In das Biwak lassen sich diverse Spiele und andere erlebnispädagogische Maßnahmen tagsüber ideal integrieren. Vor allem bei mehrtägigen Biwaks lohnt sich beispielsweise ein Ausflug in einen nahe gelegenen Kletter- oder Seilgarten. Abends sollten die Abenteuer des Tages nach dem Abendessen am Lagerfeuer gemeinsam besprochen werden. Falls es innerhalb der Gruppe während des Tages zu einem Problem unter den Teilnehmern gekommen ist, sollte das zu diesem Zeitpunkt angesprochen und ein möglicher Lösungsweg gesucht werden.

Das Solo-Biwak zur Selbsterkenntnis

Das Solo-Biwak läuft in der Regel etwas anders ab. Jeder Teilnehmer sucht sich einen Platz zum Übernachten etwas abseits des Basislagers aus, an dem er die Nacht verbringt und die Natur besonders intensiv erleben kann. Technische Geräte wie MP3-Player oder Handys sind in diesem Fall tabu. Das Ziel dieser Biwaks lautet: Die Teilnehmer sollen unter fachkundiger Anleitung vor allem eine Beziehung zu sich selbst finden und ihre aktuelle Lebenssituation zu hinterfragen. Sie haben außerdem ausreichend Zeit, um Möglichkeiten zu finden, wie sie ihre Zukunft gestalten möchten. Diese Variante des Biwaks eignet sich hervorragend für Jugendliche, die sich in einer tiefgreifenden Umbruchphase ihres Lebens befinden. Beispielsweise, wenn die Frage akut wird, welche Berufsausbildung sie wählen sollen oder wenn sich die Eltern gerade getrennt haben. Aber auch ganz einfach um mal völlig allein im Wald, auf einer Lichtung nur mit dem Schlafsack und einer Plastikplane oder Zeltponcho zu übernachten. Das kostet etwas Überwindung und schafft komplett neue Erlebnisse.

Bei einem gemeinsamen Frühstück sollte jeder der Teilnehmer kurz schildern, mit welchen Erwartungen er am Biwak teilnimmt. Beim gemeinsamen Frühstück am folgenden Tag können sie - vom Gruppenbetreuer moderiert - darüber reflektieren, ob ihre Erwartungen erfüllt wurden, wie sie die Natur wahrgenommen haben und was sie aus dieser Erfahrung für ihr weiteres Leben mitnehmen können.


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