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Höhlentouren

Höhlentouren
Höhlentouren - Eintauchen in die Dunkelheit und in enge Gänge
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Eine ganz besondere Gruppenerfahrung erwartet die Teilnehmer, wenn sie gemeinsam eine Höhlentour unternehmen und im wahrsten Sinne des Wortes in eine fremde und faszinierende Welt eintauchen. Denn sie machen dabei ganz besondere Erfahrungen weit abseits ihres bisherigen Erfahrungshorizonts. Weil Höhlentouren zudem nur an geeigneten Orten wie der schwäbischen Alb oder im Allgäu angeboten werden, wo Höhlensysteme mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden existieren, lässt sich dieses Abenteuer als abenteuerlicher Höhepunkt eines mehrtägigen Programms nutzen. Denn die besten Effekte erreichen die Betreuer, wenn sich die Teilnehmer der Gruppe schon kennengelernt und gegenseitig beschnuppert hatten. Der Grund: In der Welt unter Tage erleben die Teilnehmer eine Vielfalt an neuen und unbekannten Eindrücken.

Die Angst besiegen

Bevor die Teilnehmer überhaupt den Fuß in die Höhle setzen, müssen sie bereits ihre ersten Ängste überwunden haben. Deshalb gibt es den Teilnehmern Sicherheit, wenn sie Höhle zwar gemeinsam als Gruppe, aber aufgeteilt in Zweierteams, entdecken können. Dadurch, dass jeder auf seinen Partner aufpasst, erhalten die Teilnehmer Sicherheit und lernen zugleich, bis zu einem gewissen Grad Verantwortung für den anderen zu übernehmen.

Denn schon der dunkle Eingang einer Höhle wirkt für viele furchteinflößend und beklemmend. Auch wenn die Höhlensysteme, in welchen Höhlentouren angeboten werden, beleuchtet sind, haben die Teilnehmer nur ein sehr stark eingeschränktes Sichtfeld, das sich auf den Leuchtkreis der Lampe beschränkt. Damit ist der Sehsinn, der von vielen Menschen als wichtigster Sinn empfunden wird, deutlich eingeschränkt, während Geräusche und Gerüche sehr viel intensiver wahrgenommen werden. Gerade für Jugendliche, die durch ihre gewohnten Freizeitaktivitäten oft von verschiedensten Reizen förmlich überflutet werden, ist es extrem ungewohnt, plötzlich intensive Ruhe und die Geräusche der Natur wahrzunehmen - beispielsweise das Tropfen von Wasser auf den Höhlenboden oder das Huschen von Tieren, deren Lebensraum die Höhle darstellt.

Platzangst - muss nicht sein

Auch der Weg durch einen engen Gang, der von Felsen umgeben ist, stellt für viele Teilnehmer eine besondere Herausforderung dar: Sobald sie die ersten Eindrücke verarbeitet haben, wird ihnen oft erst bewusst, dass sie sich im Innern der Erde, umgeben von meterdickem Fels befinden. Die Betreuer sollten deshalb gerade am Anfang der Höhlentour ein besonderes Augenmerk auf die Teilnehmer werfen. Handelt es sich nur um ein Beklemmungsgefühl, lässt sich dieses im Kreis der Gruppe sehr wahrscheinlich überwinden. Handelt es sich tatsächlich um Platzangst, sollte der Teilnehmer möglichst schnell zum Eingang zurückgebracht werden, weil die Sicherheit absoluten Vorrang hat.

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Höhlentouren: ziemlich eng
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Höhlentouren. letzte Vorbereitungen für die Tour
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Höhlentouren: große und kleine Hallen
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Gespräche über die Erfahrungen

Sofern einer der Teilnehmer abbrechen muss, sollte das in jedem Fall in der Nachbesprechung thematisiert werden, damit er nicht von der Gruppe ausgeschlossen und verspottet wird. Er kann beispielsweise seine Gefühle und Ängste schildern, welche die anderen Mitglieder der Gruppe vermutlich so ähnlich empfunden haben. Eine derartige Gesprächsrunde bietet außerdem im Nachhinein die Gelegenheit, das Abenteuer Höhlenwanderung weiter auszubauen. So können die Teilnehmer beispielsweise dazu ermuntert werden, gemeinsam eine Geschichte zu erfinden, die im Lebensraum Höhle spielt.

Sicherheitsaspekte bei Höhlentoren

Das Thema Sicherheit ist beim Erforschen von Höhlen sehr wichtig. Unbekannte Höhlen sollten nur mit Hilfe eines Guides erforscht werden, bevor man sich hier auf eigene Faust mit seiner Jugendgruppe in Gefahr begibt.

Nicht jede Spalte kann von jedem Teilnehmer bewältigt werden. Gerade die auf den Bildern abgebildete Höhle führte vor einigen Jahren zu einer Rettungsaktion größeren Ausmaßes. Eine Person steckte in einem schmalen Durchgangsloch so dermaßen fest, dass es nicht mehr vorwärts, noch rückwärts ging. Die Panik tat ihr übriges, dass sich der Körper noch mehr „verkeilte“.

Aber auch Teilnehmer, die plötzlich Platzangst bekommen, oder das Gefühl „hier finde ich ja nie mehr raus“ können zu Panikattacken oder Angstzuständen führen.

Ebenfalls darf die Ausrüstung nicht fehlen. Ohne Helm in keine Höhle, Seil, Ersatzlampen und Batterien, sowie Verbandsmaterial nicht vergessen. Und ein paar Knusperriegel dürfen auch nicht fehlen.

Apropos Helm: ohne Helm geht eine Höhlentour gar nicht. Auf den Bildern hier sind Fahrradhelme (die haben ja bekanntlich oben Öffnungen) zu sehen. Das geht, wenn die Höhle keine spitzen, von der Höhlendecke herunterragenden Tropfsteine hat. Dann ist ein Fahrradhelm besser wie gar kein Helm. Aber besser wäre natürlich einen geschlossenen Helm zu tragen, vor allem, wenn die Höhle unbekannt ist und man die Gefahren nicht einschätzen kann (Kletterpartien, spitze Tropfsteine). Doch wer eine Höhlentour mit einem ortsansässigen Unternehmen durchführt, der wird in der Regel auch die professionelle Ausrüstung gestellt bekommen.

Höhlentouren
Höhlentouren: unbekannte Löcher und Gänge
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Höhlentouren: schmale Spalten zum Erkunden.
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Höhlentouren: hin und wieder etwas klettern, oder abseilen | ©: www.praxis-jugendarbeit.de


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