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Die 635-Methode zur Ideenfindung in der Jugendarbeit

635-Methode - Bild Nr. 2557396
635-Methode
©: StockSnap auf Pixabay

Die Zahl 6 nimmt in Bezug auf Kreativitätstechniken eine besondere Rolle ein. Sie findet sich in unterschiedlicher Auslegung in vielen Methoden zur Ideenfindung. Sie stellt unter anderem die ideale Gruppengröße dar. So auch bei der 635-Methode. Wer zum Beispiel als GruppenleiterIn schnell gute Ideen braucht, ist mit der 635-Methode gut bedient.

Hier sollten es, wenn möglich, 6 TeilnehmerInnen sein. Es ist jedoch nicht zwingend vorgeschrieben. Gehen wir hier einfach davon aus, dass es tatsächlich 6 TeilnehmerInnen sind. Diese Gruppe wird nun je 3 Lösungsvorschläge in 5 Durchgängen erarbeiten. Also 6 x 3 x 5. Das ergibt 90 Ideen. Wenn jeder Durchgang auf beispielsweise 5 Minuten Dauer begrenzt wird, braucht es nur 25 Minuten, um für ein Thema 90 neue Vorschläge zu machen.

Wie ist der Ablauf der 635-Methode?

Jedes teilnehmende Mitglied erhält von dem oder der Moderatorin ein Arbeitsblatt mit 5 Zeilen, die in 3 Spalten unterteilt sind. Zuvor wurde ein Thema, eine Frage oder eine Aufgabenstellung in den Raum gestellt.

Jetzt erhalten die Teilnehmer 5 Minuten Zeit, 3 Ideen dazu nebeneinander in die erste Zeile zu schreiben. Nach den 5 Minuten werden die Arbeitsblätter im Uhrzeigersinn an den / die NachbarIn weitergereicht. Wieder werden 5 Minuten Zeit eingeräumt, um nun jedoch die Ideen des /der VorgängerIn aus der ersten Zeile in der zweiten Zeile entweder zu ergänzen, Gedanken dazu hinzuzufügen oder zu assoziieren. Das geht so insgesamt 5 Runden lang.

Wichtig hierbei ist, dass die Ideen und Vorschläge für andere lesbar geschrieben werden.

Am Ende der 5 Runden geht es an die gemeinsame Auswertung der Arbeitsblätter, wozu ein Whiteboard hilfreich ist. In der Regel kristallisiert sich dabei fast immer eine Favoriten-Idee heraus, die eine allgemeine Zustimmung erhält. Die 635-Methode eignet sich für die Lösungsfindung bei leichteren bis mittelschweren Fragen und Themen. Die 5 Minuten pro Runde erscheinen auf den ersten Blick nicht viel zu sein, doch in der Realität zeigen sie sich als völlig ausreichend und sie fördern die Spontanität, immer nach dem Motto, dass die erste Idee immer die beste ist.

Vor- und Nachteile der 635-Methode

Pro

Das Niederschreiben der Ideen hilft zum Beispiel introvertierten TeilnehmerInnen. Von Anfang an dominante DiskussionsteilnehmerInnen und Kritik sind ausgeschlossen.

Durch das Niederschreiben in den Arbeitsblättern entsteht automatisch ein Protokoll der Sitzung. Die Ideen gehen nicht verloren und können jederzeit wieder herangezogen werden.

Contra

Nicht alle TeilnehmerInnen werden sich in der festen Struktur der 635-Methode wohlfühlen.

Praktische Beispiele der 635-Methode

Als Fragestellung greifen wir wieder das Thema Zeltlager auf. Jeder der Teilnehmer schreibt also für sich in die erste Zeile mit den drei Kästchen jeweils ein mögliches Motto des nächsten Zeltlagers auf. Beispiel: Ritterlager, Steinzeitlager, Antike. Ein anderer schreibt vielleicht die Begriffe Indianer, Römer, Schweden auf.

Haben alle ihre Zettel in der ersten Zeile mit den 3 Themenvorschlägen ausgefüllt wird der Zettel an die rechts sitzende nächste Person weitergegeben.

Nun muss in die darunter stehende Zeile jeweils ein passender Begriff zu dem im darüber befindlichen Kästchen geschrieben werden. Im Beispiel oben könnte dann stehen: Schwertkampf oder Rüstung, Höhle oder Lagerfeuer, Griechen oder Olympia, Pfeil& Bogen, Römische Spiele, Kanutour oder Rentier.

Im Anschluss folgt die nächste Weitergabe des Zettels bis dieser gefüllt ist. Auf dieser At & Weise kommen zu einem Motto (erste Zeile) mehrere passende Ideen und Assoziationen hinzu. Über die Anzahl der Personen natürlich viele verschiedene Themen und Ideen. Vielleicht ergeben sich ja doppelte Ideen, aber auch weniger Assoziationen – das macht aber auch nicht viel. In Summe eine kreative Idee, die ein relativ kurzer Zeit zig Stichwörter zum „weiterspinnen“ liefert.


Methoden und Techniken für die Kreativität und Ideenfindung

Einleitung: Kreativitätstechniken und Techniken zur Ideenfindung
Methoden: Brainstorming | Six Thinking Hats | Reizwortanalyse | 635-Methode | ABC-Methode | Design-Thinking | Laterales-Denken | progressive-Abstraktion | Negativkonferenz | Scrum | Kopfstand-Methode | Schneeball-Methode | Mindmap | Kugellagermethode



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