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Design Thinking

Design Thinking
Design Thinking
©: E.H.

Kreativitätstechniken sind nicht immer universell anwendbar. Wenn dem so wäre, würde ja auch eine einzige Technik ausreichen, um sie auf jede Problemstellung anzuwenden. Das Design Thinking ist, wie der Name es schon sagt, darauf ausgerichtet, über das Design nachzudenken. Wie alle Kreativtechniken findet sich der Ursprung des Design Thinking in der Wirtschaft. Sie kann aber problemlos auf die Jugendarbeit umgelegt werden.

Das Design Thinking ist eine gute Methode, um Prozesse oder auch Geräte und Anwendungen in der Jugendarbeit zu überdenken und eventuell neu zu gestalten. Kreative Ideen sind hier im Besonderen gefragt.

Wie funktioniert Design Thinking?

Das Design Thinking setzt sich aus 6 hintereinander folgenden Schritten zusammen:

  1. Verstehen

  2. Beobachten

  3. Synthese

  4. Ideen

  5. Prototypen

  6. Testen

Für den Ablauf bietet es sich an, dass aus der Jugendgruppe ein Team gebildet wird, das den Prozess des Design Thinking durchführt. Die Anzahl der Team-Mitglieder kann dabei variieren. Sehr wichtig ist die Protokollierung aller Vorgänge.

Am besten erklärt sich Design Thinking anhand eines Beispiels:

Eine Jugendgruppe ist mit den Zelten nicht zufrieden, die sie für ihre Sommerlager verwenden. Die Fragestellung ist nun: Lassen sich diese Zelte verbessern? Die mögliche Lösung eines Neukaufs wird an dieser Stelle aus Gründen der Nachhaltigkeit und der Finanzierung ausgeschlossen.

Der erste Schritt „Verstehen“

befasst sich mit der Problematik im Detail. In einer Sitzung der Jugendgruppe werden zuerst die Missstände aufgelistet, die mit den Zelten verbunden sind. So etwa:

  • Es regnet durch

  • Es zieht

  • Die Zelte sind zu warm / zu kalt

  • Der Auf- und Abbau ist zu kompliziert

Dieser Negativ-Liste wird eine Positiv-Liste gegenüber gestellt. Welche Vorzüge besitzen die Zelte?

  • Sie bieten ausreichend Platz

  • Zusammengefaltet benötigen sie wenig Stauraum

Der zweite Schritt „Beobachten“

ist darauf ausgerichtet, die zuvor in der Gruppe aufgezählten negativen und positiven Eigenschaften der Zelte in der Realität zu beobachten. Dazu kann eines der Zelte aufgestellt werden und, soweit möglich, die Mängel nachvollzogen werden, aber auch, ob sich die positiven Seiten bestätigen. Dieser Beobachtung folgt ein Bericht des Teams zu seinen Erfahrungen.

Im dritten Schritt, der „Synthese“,

werden die gemachten Beobachtungen mit den vorgetragenen Mängeln verglichen.

  • Regnet es hinein = Ja / Nein

  • Ist es zu kalt / zu warm = Ja / Nein

Mitunter sind die Beobachtungen nicht immer eindeutig. Hier spielt neben Tatsachen (Bei Regen Wasser im Zelt) auch das subjektive Empfinden eine Rolle (Mädchen empfinden Temperaturen anders als Jungen). Darum wäre es gut, wenn das Team aus zwei Geschlechtern zusammengesetzt ist. Dem Team kommt nun die Aufgabe zu, die Vorgaben aus dem Punkt „Verstehen“ mit den „Beobachtungen“ zu vergleichen und abzuwägen, welche der Punkte eine so hohe Relevanz besitzen, dass sie einer Verbesserung bedürfen.

Die „Ideen“ im vierten Schritt

zur Lösung der tatsächlich relevanten Probleme kommen wiederum aus der gesamten Jugendgruppe. Das Team stellt seine Berichte aus den Punkten Synthese und Beobachten während einer erneuten Sitzung vor und regt zur Ideenfindung beispielsweise ein Brainstorming an.

Im fünften Schritt „Prototyping“

befasst sich das Team mit der Umsetzung der Ideen aus dem Brainstorming, beispielsweise selbst gefertigte leichte Überzelte, um die Zelte besser gegen Regen und Wind abzuschirmen.

Der sechste und letzte Schritt, das „Testen“,

beinhaltet die funktionale Prüfung des Prototyps, wobei durchaus auch wirtschaftliche Aspekte eine Rolle spielen sollten, etwa die Kosten für das Material.

Design Thinking ist eine Kreativitätstechnik, die jungen Menschen aufzeigt, wie wirtschaftliche Prozesse zur Produktverbesserung ablaufen können, was sich für das spätere Berufsleben als sehr nützlich erweisen kann.


Methoden und Techniken für die Kreativität und Ideenfindung

Einleitung: Kreativitätstechniken und Techniken zur Ideenfindung
Methoden: Brainstorming | Six Thinking Hats | Reizwortanalyse | 635-Methode | ABC-Methode | Design-Thinking | Laterales-Denken | progressive-Abstraktion | Negativkonferenz | Scrum | Kopfstand-Methode | Schneeball-Methode | Mindmap | Kugellagermethode



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