Quelle: www.Praxis-Jugendarbeit.de | 3000 Spiele, Andachten und Ideen für die Kinder- und Jugendarbeit
nur für den privaten Gebrauch | Eine Veröffentlichung - egal wo - ist ohne unsere Zustimmung nicht erlaubt.

Progressive Abstraktion

 Kreativitätstechnik progressive Abstraktion
Kreativitätstechnik progressive Abstraktion
©: E.H.

Aus der Ferne betrachtet, erhält alles eine neue Perspektive. Ein Problem oder eine Aufgabenstellung aus der Ferne zu betrachten und darüber Lösungen zu finden, das ist der Grundgedanke der Kreativitätstechnik progressive Abstraktion.

Eine Weisheit, die sehr gut zu dieser Kreativitätstechnik passt, lautet: „Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht“. Tatsächlich ist die fehlende Distanz zu einer Aufgabe oft hinderlich, für eine Problemstellung die richtige Lösung zu finden. Doch wie wird diese Distanz hergestellt und was genau bringt es überhaupt, sich vom Kernproblem zu entfernen?

Einen besseren Überblick erhalten

Ein einfaches Beispiel, wie sich progressive Abstraktion als Lösung bewährt, zeigt sich bei einer Wanderung eines Jugendclubs. Die Mitglieder der Wanderung erhalten einen Plan mit einem darin eingezeichneten Ziel. Technische Geräte, wie ein GPS, dürfen nicht verwendet werden. Der Plan selbst besitzt einen sehr großen Maßstab, weshalb nur die nähere Umgebung rund um das Ziel angezeigt wird. Wie aber nun das Ziel finden?

Hier kann es helfen, vom Ziel erst einmal Abstand nehmen und auf dem Plan nach Hinweisen zu suchen, die es ermöglichen, gedanklich den Maßstab des Plans zu verkleinern. Vielleicht ist einem Mitglied der Wandergruppe ein eingezeichneter Weg bekannt, von dem sie oder er weiß, mit welchen anderen Wegen dieser verknüpft ist. Eventuell braucht es noch mehr Hinweise, bis ein Weg vom Startort hin zum Ziel gefunden ist. Das Ziel bleibt im Hintergrund als Aufgabe bestehen, ist aber nicht mehr der primäre Fokus.

Progressive Abstraktion in der Jugendarbeit

In der Umsetzung dieser Kreativitätstechnik zur Lösung von Problemstellungen wird eine Moderation benötigt. Die Anzahl der TeilnehmerInnen ist theoretisch unbegrenzt, wobei auch eine Online-Durchführung möglich ist.

Der oder die Moderatorin stellt das Problem vor, für das es keine offensichtliche Lösung gibt.

Als Beispiel dient folgendes Problem: Vor dem Jugendclub oder dem Vereinsheim findet sich nie ausreichend Parkplatz, weder für Kfz, noch für Fahrräder oder Krafträder.

Die naheliegende Lösung, die Schaffung von mehr Parkraum, ist aus Platzgründen nicht möglich.

Im zweiten Schritt sind die Teilnehmer aufgefordert, nicht etwa andere Lösungen zu finden, sondern sogenannte Abstraktionsebenen zu erschaffen. Dahinter steht die Frage, worauf es denn eigentlich ankommt? In Bezug auf die Parkplatznot sind dies verschiedene Begrifflichkeiten, so etwa:

  1. Transportmittel

  2. Mobilität

  3. Unabhängigkeit

  4. Zeitautonomie

Im dritten Schritt sind diese Abstraktionsebenen die Basis für Lösungsansätze

In Bezug auf 1. Transportmittel, könnte die Lösung sein, statt einzelner Kfz Sharingangebote wahrzunehmen. Zu 2 und 3 die Nutzung des ÖPNV. Bei 4 wäre eine Änderung der Öffnungszeiten des Vereinsheims ein Lösungsansatz.

Für den Einsatz der progressiven Abstraktion als Kreativitätstechnik wird eine gut geschulte Moderation benötigt, um etwa verständlich zu erklären, was denn mit Abstraktion gemeint ist. Dafür bietet das Abstrahieren der Begrifflichkeiten mehr mögliche Lösungen, weil etwa ein abstrakter Oberbegriff wie „Transportmittel“ praktisch alle Arten von Fahrzeugen einschließt und auch das Unmögliche mit einschließt. Wie bei allen Kreativitätstechniken sollte das Unmögliche nicht von Vorhinein ausgeschlossen werden, zumal es auch etwas Spaß in die Runde bringt. Etwa ein Luftschiff als Shuttle-Taxi zum Vereinsheim.

Praktische Beispiele

Was gibt es sonst noch für praktische Beispiele bzw. Probleme? Zum Beispiel habt ihr festgestellt, dass immer weniger Jugendliche in eure Gruppen kommen. Woran kann das liegen? Und um die Methode anzuwenden lautet die Fragestellung: Worauf kommt es bei einer erfolgreichen Jugendarbeit an? Was sind die Erfolgsfaktoren? Vielleicht könnte ihr dann in eurem Mitarbeiterteam dieser Frage nachgehen und herausfinden, was zu dem Zustand geführt hat, dass nun die Teilnehmerzahl gesunken ist. Es wird sicherlich mehrere Ursachen geben und vermutlich wird die ein oder andere Ursache wiederum die Folge einer Ursache sein. Sind euch die Ursachen und Zusammenhänge klar, dann könnt ihr euch an die Lösung machen.


Methoden und Techniken für die Kreativität und Ideenfindung

Einleitung: Kreativitätstechniken und Techniken zur Ideenfindung
Methoden: Brainstorming | Six Thinking Hats | Reizwortanalyse | 635-Methode | ABC-Methode | Design-Thinking | Laterales-Denken | progressive-Abstraktion | Negativkonferenz | Scrum | Kopfstand-Methode | Schneeball-Methode | Mindmap | Kugellagermethode



Weitere Meldungen und Artikel für Jugendleiter in der Jugendarbeit zu...

[ © www.praxis-jugendarbeit.de | 3000 Spiele, Bastelideen, Quizfragen für Partyspiele, Kindergeburtstag, Freizeiten, Gruppenstunde, Spielstrassen, Kinderfest etc. ]



Jugendleiterausbildung Jugendleiter: Themen und Know How zur Jugendarbeit Jugendleiter: Themen und Know How zur Jugendarbeit Themen zur Jugendleiterschulung Themen zur Jugendleiterschulung Themen zur Jugendleiterschulung