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Freizeiten - Planung - Organisation
Freizeiten bilden bei vielen Gruppen den Höhepunkt im Jahresprogramm. Ein paar Tage, 2-3 Wochen einmal ohne Eltern mit gleichaltrigen Jugendlichen als Gruppe etwas gemeinsam erleben und
unternehmen. Eine Freizeit zu planen und durchzuführen ist
eine Herausforderung für jeden Gruppenleiter. Nicht dass man sich Zeit und Urlaub nehmen muss, dafür auf seinen
persönlichen Urlaub vielleicht verzichtet, nein es müssen viele Punkte geplant und vorbereitet sein. Dass eine Gruppe sich
jedoch richtig findet und zusammenwächst, das geht auf Freizeiten besser. Dort seid Ihr mehrere Tage lang als Gemeinschaft
unterwegs. Keiner kann einfach davonlaufen. Dein Vorbild, dein soziales Verhalten, dein Leben, deine Bereitschaft mit den
Gruppenmitglieder was zu erleben, zu bestehen, zu lernen wird beobachtet. Gemeinsame Unternehmungen schweißen zusammen.
Keiner ist mehr nur Besucher für 90 Minuten und haut dann wieder ab, sondern das ist bedeutend mehr.
Die Freizeit findet ja auch nicht zu Hause in der gewohnten
Umgebung statt. Die Jugendlichen müssen sich auf eine neue
Situation einstellen, auf die morgendliche Dusche verzichten,
vielleicht ein harter Übernachtungsplatz unterwegs, anstatt
ein weiches Bett. Selbstständigkeit, soziales Verhalten,
Mithilfe, das Auseinandersetzen mit Konflikten werden für den
ein oder anderen ganz neue Erfahrungen sein.
Eine Freizeit bietet Chancen, birgt aber auch viele Konflikte in
sich und ist eine Herausforderung für jeden
Jugendleiter/Jugendleiterin. Denn anders als in einem Familienurlaub fährt hier nicht der vertraute Erziehungsberechtigte mit den Kindern oder Jugendlichen in die Ferien, sondern letztlich eine fremde Person. Die kann gar nicht alle Vorlieben und Abneigungen der zu betreuenden Gruppenmitglieder kennen, wie es die Eltern tun und von daher schon im Vorfeld eventuell bestimmte Situationen vermeiden. Doch gerade darin liegt auch das Spannende und Aufregende einer Freizeit begründet.
Neben den grundsätzlichen Themen
und einigen Planungstipps sind insbesondere folgende Artikel noch
zu empfehlen:
Was macht das Mitarbeitersein auf einer Freizeit aus?
Was für Anforderungen werden an einen Mitarbeiter
gestellt?
- sich selber mit seinen Stärken und Schwächen
akzeptieren
- Fehler und Schwächen seinen Mitmenschen eingestehen.
- bibl. Grundkenntnisse, geistliche Erfahrungen und
Glaubenserfahrungen müssen vorhanden sein.
- psychologische Grundkenntnisse: warum reagiert ein Teilnehmer
gerade so?
- kreative Fähigkeiten: Programm mit Würze, Leiter auch
begeisternd und auch mal als spinnig
- pädagogische Grundkenntnisse: Wie wirke ich positive auf
bestimmte schwierigere Teilnehmer ein?
- Rechtsfragen: Risiken müssen abschätzbar sein, Regeln
müssen klar sein
- technische Fähigkeiten
- belastbar: eine Freizeit geht über Tage und nicht nur
einen Abend lang, wie Du es vielleicht von der wöchentlichen
Gruppenstunde gewohnt bist. Du lernst Deine Gruppenmitglieder ganz
neu kennen, neue Situationen treten auf und die müssen nicht
immer konfliktfrei sein. Von daher sind Belastbarkeit, innere
Stärke und Ausgeglichenheit und Weitsicht erforderlich.
- Freizeitinteresse und voller Einsatz geht über
Eigeninteresse und eigener Bequemlichkeit
Aus diesen Fähigkeiten in Summe wird sich der
Führungsstil des jeweiligen Mitarbeiters/Freizeitleiters
entwickeln. (Siehe auch die Themen Führungsstil,
Autorität, Vollmacht und Eigenschaften eines
Jugendleiters.)
Grundsätzliche Überlegungen
-
Zielgruppe:
welche Alter, welches Geschlecht, gibt es bereits eine konkrete
Gruppe/Personenkreis die ggf. mitkommen würden? (es ist
leichter eine Freizeit zu planen, wenn Du schon vorher weist, wer
überhaupt Interesse hat und ggf. auch mitkommt. Ansonsten kann
die Freizeit mangels Teilnehmer und Interesse ausfallen. Um eine
Freizeit überhaupt auszuschreiben, sollte dies vorher
abgecheckt werden)
-
Art der Freizeit:
Eine Wanderfreizeit zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Kanu
verlangt eine andere Organisation wie ein Zeltlager, oder gar eine
Freizeit in einem Freizeithaus. Der Tagesablauf, die
Programminhalte, die Schwerpunkte des "Miteinander
Lebens" während der Freizeit ist da völlig
unterschiedlich. Auch sind unterschiedliche Anforderungen an das
Alter und die Kondition der Teilnehmer(innen) gestellt. Welche Art
der Freizeit ist der Zielgruppe zumutbar? Wer zieht da mit, wer
geht da nicht mit?
-
Ort:
welcher Platz, welches Haus in welcher Umgebung erfüllt die
Anforderungen der Freizeit. Wie kann dieser Ort erreicht werden zu
welchen Kosten? Was für Möglichkeiten sind geboten?
-
Programm/Inhalte:
welche Inhalte, welches Programm kann ich wie durchführen beim
Wandern, Fahrradfahren, Zelten, in einem Freizeithaus? Habe ich
Zeit für Gespräche? Wie und in welcher Form kann
für Abwechslung gesorgt werden? Das Programm muss gut
vorbereitet sein, alle Utensilien vor der Freizeit besorgt sein,
der Ablauf aufeinander abgestimmt sein.
-
Mitarbeiter:
wie viel Mitarbeiter gehen mit? Wie viel Teilnehmer gehen mit?
Stimmt das Verhältnis Mitarbeiter-Teilnehmerverhältnis?
Stimmt der Altersunterschied zum Alter der Teilnehmer? Wie viel
Mitarbeiter sind mindestens notwendig? Wie viel sind maximal
möglich? Welche Aufgaben kann jeder Mitarbeiter
übernehmen? Mitarbeiter die nur rumsitzen und unterfordert
sind werden sicherlich nicht gerade förderlich sein. Es ist
eine Freizeit für die Teilnehmer und schließlich sollen
die Teilnehmer betreut werden und nicht noch einzelne
Mitarbeiter.
-
Einladung / Ausschreibung / Werbung
- früh ausschreiben, früh informieren
- pfiffige Aufmachung, die die Eltern und die potenziellen
Teilnehmer anspricht und informiert, Vermeidung von
Rechtschreibfehlern und "wirren" Formulierungen
- genügend Ausschreibungen drucken
- verteilen, austragen, verschicken
- über örtliche/städtische Informationsblatt
(Stadtanzeiger/Mitteilungsblatt/lokale Vereinsanzeiger),
(Kreis-/Regional) Zeitung, Homepage, Plakate, Elternbriefe, Kirche
etc. zusätzliche werben und auf die Freizeit aufmerksam machen
(Auswahl, Aufwand und Aufmachung in Abhängigkeit vom
Anmeldestand und für wen und wie viel Teilnehmer die Freizeit
geplant ist)
Planung von Freizeiten
-
Team
Eine Freizeit lässt sich nur im Team planen und
durchführen. Nicht jeder kann alles, nicht einer kann und muss
alles alleine machen. So werden die Aufgaben einigermaßen
gleichmäßig verteilt und auch unliebsame Aufgaben muss jeder
mal übernehmen. Je mehr ihr in eurem Team vor der Freizeit
besprecht und festlegt um so reibungsloser wird die Freizeit
ablaufen. Klare Regelungen und Verantwortlichkeiten, hinter denen
alle stehen, lassen euch als Team vor den Freizeitteilnehmern als
eine Einheit auftreten. Ihr als Team seid für den Erfolg der
Freizeit gemeinsam verantwortlich. Die Teilnehmer haben Erwartungen
an euch – es ist deren Freizeit – deren Urlaub. Ihr als
Team müsst die Freizeit „durchpowern“. Das kann
einer alleine nicht, denn demjenigen würde mittendrinn
womöglich die Puste ausgehen. Ein Team kann sich gegenseitig
unterstützen, abwechseln und Aufgaben übernehmen und so
die Freizeit am Laufen halten. Das Interesse der Freizeit steht
klar über den Interessen der eigenen Bequemlichkeit.
Klärt ab, welche Erwartungen ihr an die Freizeit habt.
-
Vorbereitung
Eine gute Vorbereitung einer Freizeit ist das A&O einer
erfolgreichen Freizeit. Schiebe die Vorbereitungen nicht auf die
lange Bank. Frühzeitige Information der Eltern, wann, wo und
zu welchem Preis eine Freizeit stattfindet erleichtert enorm den
Werbeaufwand für eine Freizeit. Ein frühzeitig
zusammengestelltes Team kann früh mit den organisatorischen
Vorbereitungen beginnen. Welches Material muss mitgenommen und ggf.
noch besorgt werden? Wer bereitet welche Programmpunkte vor? Wer
besorgt für die Gruppenspiele die
Materialien? Wenn vor der Freizeit bereits geklärt ist wer
für was zuständig ist, erspart dies grundsätzliche
Diskussionen auf der Freizeit. Je mehr im Vorfeld besprochen,
vorbereitet und festgelegt ist, desto besser. Keine Sorge, auf der
Freizeit gibt es noch sehr viel zu tun. Und wer schon ein
Regenprogramm überlegt und vorbereitet hat, der ist auch auf
schlechtes Wetter vorbereitet.

-
Freizeitpreis
Der Preis einer Freizeit spielt natürlich eine entscheidende
Rolle. Was nützt der beste Komfort, das tollste Haus, wenn die
Freizeit für die Zielgruppe zu teuer ist. Bei Familien gibt es
preisliche "Schmerzgrenzen". Können auch sozial
schwächer gestellte Familien den Freizeitpreis, auch unter
Zuhilfenahme von Zuschüssen, noch bezahlen? Welche
Alternativen sind möglich um eine Freizeit zu einem guten
Preis durchzuführen? Sind Dir die potenziellen Teilnehmer
einer Freizeit bekannt (z.B. die aus Deiner Jugendgruppe), dann
erfrage im Vorfeld der Ausschreibung einmal, wer zu welchem Preis
mit darf. Anschließend wirst du die Alternativen erhalten,
die finanziell in Frage kommen .
- Kosten planen (Fahrt, Unterkunft, Verpflegung, Versicherungen,
Sonstiges, Reserven einplanen)?
- wie viel Zuschüsse sind erhältlich (Land, Kreis,
Gemeinde, Sponsoren)?
- wie viel Voll-/Teil-/Nichtzahler sind eingeplant?
- welche Risiken der Finanzierung z.B. bei Stornierungen und
Absagen sind vorhanden? (worst case)
-
Regeln
Es wird kaum eine Jugendfreizeit möglich sein, ohne dass
Regeln aufgestellt werden. Und je jünger die Teilnehmer sind,
desto mehr Regelungen bzw. festeren Rahmen wird es geben. Je nach
Situation, Ort und Gruppe fällt das Regelwerk mal komplexer,
mal weniger umfangreich aus. Eine Freizeit am Wasser, in der
Nähe einer Eisenbahnlinie, einer belebten Strasse, mitten im
Ort, eine Freizeit mit nur 10 Teilnehmern, oder 100 Teilnehmern,
eine Freizeit auf dem Lande, oder in einer Stadt werden
unterschiedliche Regelungen mit sich bringen.
Regeln sind nicht dazu da, dass man sie gleich bricht. Regeln
sollten besprochen werden und durch Argumente, warum es diese
Regelung gibt untermauert werden. Eine willkürliche Regelung
ohne jegliche Begründung wird von den Jugendlichen als
Schwäche und Unsicherheit ausgelegt. Je weniger Regeln um so
besser. Von daher müssen die Regeln gut überlegt sein. Es
dürfen auch nur Regeln aufgestellt werden, die einzuhalten
sind und auch überprüft werden können und werden.
Regelungen kommen schlecht an, wenn die Mitarbeiter sich selbst
nicht daran halten.
Bei Regelbruch musst Du ggf. Sanktionen verhängen, bzw.
über die Konsequenzen reden. Dies muss gut überlegt sein.
Zum einen nützt eine Regel nichts, wenn sie gebrochen werden
kann, ohne dass es Folgen hat, zum zweiten verliert der Leiter an
Glaubwürdigkeit, wenn immer nur mit Sanktionen gedroht wird.
Jeder muss sich deshalb im Vorfeld überlegen, was im Falle
eines Regelbruches zu tun ist. Wie nun das Regelwerk den
Freizeitteilnehmern „verkauft“ wird, liegt in der Kunst
eines jeden Freizeitmitarbeiters, dies „anzupreisen“.
Wenn die Teilnehmer kapieren, dass die ein oder andere Regel ja
sehr nützlich ist, um dass die Freizeit wirklich top wird und
nicht zum Stress ausarten soll, dann werden die Regelungen auch
akzeptiert. Es wird sicherlich auch der Ton die Musik machen und
das Fingerspitzengefühl eines jeden Freizeitmitarbeiters, wie
er die Regeln lebt und umsetzen will.
Ein guter Gruppen- und Freizeitleiter wird manche Entwicklungen
vorhersehen können. Somit ist er in der Lage schon
frühzeitig mögliche Probleme zu erkennen und
einzugreifen. Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist ist es zu
spät. Von daher sind Augen und Ohren offen zu halten, die
aufgestellten Regelungen auf Einhaltung zu überprüfen und
rechtzeitig einzugreifen. Lieber früh, als zu spät,
lieber spät als nie. Wegschauen, nichts sagen, ignorieren
wäre fatal. Der Gruppen- und Freizeitleiter sollte sich auch
nicht davor scheuen, dass er sich unbeliebt macht. Ein
klärendes Gespräch mit zwei Verliebten ist ratsamer, als
die Schwangerschaftsberatung nach dem "Unfall" und den
möglichen Vorwürfen der Eltern. (siehe hierzu auch die
Erläuterungen unter "
Konflikte")
Freizeiten an der Ostsee / Nordsee oder in Berlin?
In meinen über 80 Ferienlagern, die ich organisiert habe fanden auch viele Freizeiten an der Ostsee statt.
Eine Freizeit an der Ostsee oder Nordsee bedarf einiges an Vorbereitungen. Die nötigen Informationen über mögliche Freizeitaktivitäten können auf der folgenden Webseite angesehen werden.
Urlaubstipps für den Urlaub an Nordsee und Ostsee, deren Küsten und Inseln
Ein Berlinaufenthalt auf dem Hin- oder Rückweg zur Ostsee sollte jeder einplanen. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten können auf der folgenden Webseite angesehen werden.
Berlin: Sehenswürdigkeiten und Tipps.
Am besten schon vor dem Start der Reise die Unterkunft, bzw. das Hotel in Berlin buchen. Gerade als Zwischenstopp ist es oft mühsam, erst vor Ort eine Unterkunft zu suchen. Zumal Berlin nicht gerade klein ist und in Bahnhofnähe dann nur noch Hotels frei sind, die entweder zu teuer sind oder einem nicht gefallen. Außerdem locken häufig Frühbucherrabatte. Das sollte gerade eine Jugendfreizeit ausnutzen.
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