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Freizeiten - Planung - Organisation

Lagerturm Zeltlager
Lagerturm Zeltlager | ©: www.praxis-jugendarbeit.de

Freizeiten bilden bei vielen Gruppen den Höhepunkt im Jahresprogramm. Ein paar Tage, 2-3 Wochen einmal ohne Eltern mit gleichaltrigen Jugendlichen als Gruppe etwas gemeinsam erleben und unternehmen. Eine Freizeit zu planen und durchzuführen ist eine Herausforderung für jeden Gruppenleiter. Nicht dass man sich Zeit und Urlaub nehmen muss, dafür auf seinen persönlichen Urlaub vielleicht verzichtet, nein es müssen viele Punkte geplant und vorbereitet sein. Dass eine Gruppe sich jedoch richtig findet und zusammenwächst, das geht auf Freizeiten besser. Dort seid Ihr mehrere Tage lang als Gemeinschaft unterwegs. Keiner kann einfach davonlaufen. Dein Vorbild, dein soziales Verhalten, dein Leben, deine Bereitschaft mit den Gruppenmitglieder was zu erleben, zu bestehen, zu lernen wird beobachtet. Gemeinsame Unternehmungen schweißen zusammen. Keiner ist mehr nur Besucher für 90 Minuten und haut dann wieder ab, sondern das ist bedeutend mehr.

Ferienzeltlager
Ferienzeltlager | ©: www.praxis-jugendarbeit.de

Die Freizeit findet ja auch nicht zu Hause in der gewohnten Umgebung statt. Die Jugendlichen müssen sich auf eine neue Situation einstellen, auf die morgendliche Dusche verzichten, vielleicht ein harter Übernachtungsplatz unterwegs, anstatt ein weiches Bett. Selbstständigkeit, soziales Verhalten, Mithilfe, das Auseinandersetzen mit Konflikten werden für den ein oder anderen ganz neue Erfahrungen sein.

Eine Freizeit bietet Chancen, birgt aber auch viele Konflikte in sich und ist eine Herausforderung für jeden Jugendleiter/Jugendleiterin. Denn anders als in einem Familienurlaub fährt hier nicht der vertraute Erziehungsberechtigte mit den Kindern oder Jugendlichen in die Ferien, sondern letztlich eine fremde Person. Die kann gar nicht alle Vorlieben und Abneigungen der zu betreuenden Gruppenmitglieder kennen, wie es die Eltern tun und von daher schon im Vorfeld eventuell bestimmte Situationen vermeiden. Doch gerade darin liegt auch das Spannende und Aufregende einer Freizeit begründet. Neben den grundsätzlichen Themen und einigen Planungstipps sind insbesondere folgende Artikel noch zu empfehlen:

Was macht das Mitarbeitersein auf einer Freizeit aus?

Was für Anforderungen werden an einen Mitarbeiter gestellt?

Ferienlager an Ostern
Ferienlager an Ostern | ©: www.praxis-jugendarbeit.de

  • sich selber mit seinen Stärken und Schwächen akzeptieren
  • Fehler und Schwächen seinen Mitmenschen eingestehen.
  • psychologische Grundkenntnisse: warum reagiert ein Teilnehmer gerade so?
  • kreative Fähigkeiten: Programm mit Würze, Leiter auch begeisternd und auch mal als spinnig
  • pädagogische Grundkenntnisse: Wie wirke ich positive auf bestimmte schwierigere Teilnehmer ein?
  • Rechtsfragen: Risiken müssen abschätzbar sein, Regeln müssen klar sein
  • technische Fähigkeiten
  • belastbar: eine Freizeit geht über Tage und nicht nur einen Abend lang, wie Du es vielleicht von der wöchentlichen Gruppenstunde gewohnt bist. Du lernst Deine Gruppenmitglieder ganz neu kennen, neue Situationen treten auf und die müssen nicht immer konfliktfrei sein. Von daher sind Belastbarkeit, innere Stärke und Ausgeglichenheit und Weitsicht erforderlich.
  • Freizeitinteresse und voller Einsatz geht über Eigeninteresse und eigener Bequemlichkeit

Aus diesen Fähigkeiten in Summe wird sich der Führungsstil des jeweiligen Mitarbeiters/Freizeitleiters entwickeln. (Siehe auch die Themen Führungsstil, Autorität, Vollmacht und Eigenschaften eines Jugendleiters.)


Grundsätzliche Überlegungen

Schwedenfreizeit / Kanufreizeit
Schwedenfreizeit / Kanufreizeit | ©: www.praxis-jugendarbeit.de

  • Zielgruppe:

    welche Alter, welches Geschlecht, gibt es bereits eine konkrete Gruppe/Personenkreis die ggf. mitkommen würden? (es ist leichter eine Freizeit zu planen, wenn Du schon vorher weist, wer überhaupt Interesse hat und ggf. auch mitkommt. Ansonsten kann die Freizeit mangels Teilnehmer und Interesse ausfallen. Um eine Freizeit überhaupt auszuschreiben, sollte dies vorher abgecheckt werden)

  • Art der Freizeit:

    Eine sportliche Wanderfreizeit zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Kanu verlangt eine andere Organisation wie ein Zeltlager, oder gar eine Freizeit in einem Freizeithaus. Der Tagesablauf, die Programminhalte, die Schwerpunkte des "Miteinander Lebens" während der Freizeit ist da völlig unterschiedlich. Auch sind unterschiedliche Anforderungen an das Alter und die Kondition der Teilnehmer(innen) gestellt. Welche Art der Freizeit ist der Zielgruppe zumutbar? Wer zieht da mit, wer geht da nicht mit?

  • Ort:

    welcher Platz, welches Haus in welcher Umgebung erfüllt die Anforderungen der Freizeit. Wie kann dieser Ort erreicht werden zu welchen Kosten? Was für Möglichkeiten sind geboten?

  • Programm/Inhalte:

    welche Inhalte, welches Programm kann ich wie durchführen beim Wandern, Fahrradfahren, Zelten, in einem Freizeithaus? Habe ich Zeit für Gespräche? Wie und in welcher Form kann für Abwechslung gesorgt werden? Das Programm muss gut vorbereitet sein, alle Utensilien vor der Freizeit besorgt sein, der Ablauf aufeinander abgestimmt sein.

  • Mitarbeiter:

    wie viel Mitarbeiter gehen mit? Wie viel Teilnehmer gehen mit? Stimmt das Verhältnis Mitarbeiter-Teilnehmerverhältnis? Stimmt der Altersunterschied zum Alter der Teilnehmer? Wie viel Mitarbeiter sind mindestens notwendig? Wie viel sind maximal möglich? Welche Aufgaben kann jeder Mitarbeiter übernehmen? Mitarbeiter die nur rumsitzen und unterfordert sind werden sicherlich nicht gerade förderlich sein. Es ist eine Freizeit für die Teilnehmer und schließlich sollen die Teilnehmer betreut werden und nicht noch einzelne Mitarbeiter.

  • Einladung / Ausschreibung / Werbung

    • früh ausschreiben, früh informieren
    • pfiffige Aufmachung, die die Eltern und die potenziellen Teilnehmer anspricht und informiert, Vermeidung von Rechtschreibfehlern und "wirren" Formulierungen
    • genügend Ausschreibungen drucken
    • verteilen, austragen, verschicken
    • über örtliche/städtische Informationsblatt (Stadtanzeiger/Mitteilungsblatt/lokale Vereinsanzeiger), (Kreis-/Regional) Zeitung, Homepage, Plakate, Elternbriefe, Kirche etc. zusätzliche werben und auf die Freizeit aufmerksam machen (Auswahl, Aufwand und Aufmachung in Abhängigkeit vom Anmeldestand und für wen und wie viel Teilnehmer die Freizeit geplant ist)

Planung von Freizeiten

  • Team

    Eine Freizeit lässt sich nur im Team planen und durchführen. Nicht jeder kann alles, nicht einer kann und muss alles alleine machen. So werden die Aufgaben einigermaßen gleichmäßig verteilt und auch unliebsame Aufgaben muss jeder mal übernehmen. Je mehr ihr in eurem Team vor der Freizeit besprecht und festlegt um so reibungsloser wird die Freizeit ablaufen. Klare Regelungen und Verantwortlichkeiten, hinter denen alle stehen, lassen euch als Team vor den Freizeitteilnehmern als eine Einheit auftreten. Ihr als Team seid für den Erfolg der Freizeit gemeinsam verantwortlich. Die Teilnehmer haben Erwartungen an euch – es ist deren Freizeit – deren Urlaub. Ihr als Team müsst die Freizeit „durchpowern“. Das kann einer alleine nicht, denn demjenigen würde mittendrinn womöglich die Puste ausgehen. Ein Team kann sich gegenseitig unterstützen, abwechseln und Aufgaben übernehmen und so die Freizeit am Laufen halten. Das Interesse der Freizeit steht klar über den Interessen der eigenen Bequemlichkeit. Klärt ab, welche Erwartungen ihr an die Freizeit habt.

  • Vorbereitung

    Eine gute Vorbereitung einer Freizeit ist das A&O einer erfolgreichen Freizeit. Schiebe die Vorbereitungen nicht auf die lange Bank. Frühzeitige Information der Eltern, wann, wo und zu welchem Preis eine Freizeit stattfindet erleichtert enorm den Werbeaufwand für eine Freizeit. Ein frühzeitig zusammengestelltes Team kann früh mit den organisatorischen Vorbereitungen beginnen. Welches Material muss mitgenommen und ggf. noch besorgt werden? Wer bereitet welche Programmpunkte vor? Wer besorgt für die Gruppenspiele die Materialien? Wenn vor der Freizeit bereits geklärt ist wer für was zuständig ist, erspart dies grundsätzliche Diskussionen auf der Freizeit. Je mehr im Vorfeld besprochen, vorbereitet und festgelegt ist, desto besser. Keine Sorge, auf der Freizeit gibt es noch sehr viel zu tun. Und wer schon ein Regenprogramm überlegt und vorbereitet hat, der ist auch auf schlechtes Wetter vorbereitet.

    Freizeiten am Meer
    Freizeiten am Meer | ©: www.praxis-jugendarbeit.de

  • Freizeitpreis

    Der Preis einer Freizeit spielt natürlich eine entscheidende Rolle. Was nützt der beste Komfort, das tollste Haus, wenn die Freizeit für die Zielgruppe zu teuer ist. Bei Familien gibt es preisliche "Schmerzgrenzen". Können auch sozial schwächer gestellte Familien den Freizeitpreis, auch unter Zuhilfenahme von Zuschüssen, noch bezahlen? Welche Alternativen sind möglich um eine Freizeit zu einem guten Preis durchzuführen? Sind Dir die potenziellen Teilnehmer einer Freizeit bekannt (z.B. die aus Deiner Jugendgruppe), dann erfrage im Vorfeld der Ausschreibung einmal, wer zu welchem Preis mit darf. Anschließend wirst du die Alternativen erhalten, die finanziell in Frage kommen .

    • Kosten planen (Fahrt, Unterkunft, Verpflegung, Versicherungen, Sonstiges, Reserven einplanen)?
    • wie viel Zuschüsse sind erhältlich (Land, Kreis, Gemeinde, Sponsoren)?
    • wie viel Voll-/Teil-/Nichtzahler sind eingeplant?
    • welche Risiken der Finanzierung z.B. bei Stornierungen und Absagen sind vorhanden? (worst case)
  • Regeln

    Es wird kaum eine Jugendfreizeit möglich sein, ohne dass Regeln aufgestellt werden. Und je jünger die Teilnehmer sind, desto mehr Regelungen bzw. festeren Rahmen wird es geben. Je nach Situation, Ort und Gruppe fällt das Regelwerk mal komplexer, mal weniger umfangreich aus. Eine Freizeit am Wasser, in der Nähe einer Eisenbahnlinie, einer belebten Strasse, mitten im Ort, eine Freizeit mit nur 10 Teilnehmern, oder 100 Teilnehmern, eine Freizeit auf dem Lande, oder in einer Stadt werden unterschiedliche Regelungen mit sich bringen.

    Regeln sind nicht dazu da, dass man sie gleich bricht. Regeln sollten besprochen werden und durch Argumente, warum es diese Regelung gibt untermauert werden. Eine willkürliche Regelung ohne jegliche Begründung wird von den Jugendlichen als Schwäche und Unsicherheit ausgelegt. Je weniger Regeln um so besser. Von daher müssen die Regeln gut überlegt sein. Es dürfen auch nur Regeln aufgestellt werden, die einzuhalten sind und auch überprüft werden können und werden. Regelungen kommen schlecht an, wenn die Mitarbeiter sich selbst nicht daran halten.

    Bei Regelbruch musst Du ggf. Sanktionen verhängen, bzw. über die Konsequenzen reden. Dies muss gut überlegt sein. Zum einen nützt eine Regel nichts, wenn sie gebrochen werden kann, ohne dass es Folgen hat, zum zweiten verliert der Leiter an Glaubwürdigkeit, wenn immer nur mit Sanktionen gedroht wird. Jeder muss sich deshalb im Vorfeld überlegen, was im Falle eines Regelbruches zu tun ist. Wie nun das Regelwerk den Freizeitteilnehmern „verkauft“ wird, liegt in der Kunst eines jeden Freizeitmitarbeiters, dies „anzupreisen“. Wenn die Teilnehmer kapieren, dass die ein oder andere Regel ja sehr nützlich ist, um dass die Freizeit wirklich top wird und nicht zum Stress ausarten soll, dann werden die Regelungen auch akzeptiert. Es wird sicherlich auch der Ton die Musik machen und das Fingerspitzengefühl eines jeden Freizeitmitarbeiters, wie er die Regeln lebt und umsetzen will.

    Ein guter Gruppen- und Freizeitleiter wird manche Entwicklungen vorhersehen können. Somit ist er in der Lage schon frühzeitig mögliche Probleme zu erkennen und einzugreifen. Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist ist es zu spät. Von daher sind Augen und Ohren offen zu halten, die aufgestellten Regelungen auf Einhaltung zu überprüfen und rechtzeitig einzugreifen. Lieber früh, als zu spät, lieber spät als nie. Wegschauen, nichts sagen, ignorieren wäre fatal. Der Gruppen- und Freizeitleiter sollte sich auch nicht davor scheuen, dass er sich unbeliebt macht. Ein klärendes Gespräch mit zwei Verliebten ist ratsamer, als die Schwangerschaftsberatung nach dem "Unfall" und den möglichen Vorwürfen der Eltern. (siehe hierzu auch die Erläuterungen unter "Konflikte")

SOLA - Ein Konzept

An dieser Stelle möchten wir Ihnen ein Konzept vorstellen, was es sicherlich schon in dieser Form gibt – nur vielleicht nicht in dieser Form dokumentiert. Ich selbst habe über 30 Jahre „Outdoor- und erlebnisorientierte Abenteuerfreizeiten“ durchgeführt, die sehr kostengünstig, sehr individuell und vor allem mit voller Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen durchgeführt wurden. Von daher kann ich dieses Konzept nur unterstützen und weiterempfehlen. Die folgenden Unterlagen wurden vom ejw-marbach zugesendet.
Weiterlesen.... SOLA - ein Konzept

Freizeiten an der Ostsee / Nordsee oder in Berlin?

In meinen über 80 Ferienlagern, die ich organisiert habe fanden auch viele Freizeiten an der Ostsee statt.

Eine Freizeit an der Ostsee oder Nordsee bedarf einiges an Vorbereitungen. Die nötigen Informationen über mögliche Freizeitaktivitäten können auf der folgenden Webseite angesehen werden. Urlaubstipps für den Urlaub an Nordsee und Ostsee, deren Küsten und Inseln

Ein Berlinaufenthalt auf dem Hin- oder Rückweg zur Ostsee sollte jeder einplanen. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten können auf der folgenden Webseite angesehen werden. Berlin: Sehenswürdigkeiten und Tipps.

Am besten schon vor dem Start der Reise die Unterkunft, bzw. das Hotel in Berlin buchen. Gerade als Zwischenstopp ist es oft mühsam, erst vor Ort eine Unterkunft zu suchen. Zumal Berlin nicht gerade klein ist und in Bahnhofnähe dann nur noch Hotels frei sind, die entweder zu teuer sind oder einem nicht gefallen. Außerdem locken häufig Frühbucherrabatte. Das sollte gerade eine Jugendfreizeit ausnutzen.


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